Genealogie für Anfänger

Genealogie für Anfänger

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Wenn Ihr Großvater langatmige Geschichten über seine Jugend erzählte, waren Sie das einzige Familienmitglied, das tatsächlich zuhörte? Dann sind Sie vielleicht der perfekte Kandidat für die Aufzeichnung Ihrer Familiengeschichte!

 

Die Genealogie, das Studium der familiären Abstammung und Geschichte, diente einst vor allem dazu, die königlichen Blutlinien von denen der Massen zu unterscheiden. Heute greifen viele Menschen die Genealogie als Hobby auf, indem sie alles von historischen Aufzeichnungen bis hin zu persönlichen Gegenständen aufspüren, um mehr über ihre Herkunft zu erfahren. Das Aufkommen des Internets und die Digitalisierung der historischen Aufzeichnungen hat diesen Zeitvertreib zugänglicher als je zuvor gemacht.

 

Hat die Genealogie Ihr Interesse geweckt? Folgen Sie diesen einfachen Einsteigertipps, um noch heute loszulegen!

 

Beginnen Sie mit den Grundlagen.

 

Bevor Sie sich in die Internet-Recherche vertiefen, beginnen Sie mit dem, was Sie bereits wissen. Schreiben Sie grundlegende Fakten auf und sprechen Sie mit Ihren lebenden Verwandten über ihre Erinnerungen. Heute ist es einfacher denn je, die Tonaufnahmen Ihrer Familienmitglieder, die über ihre Vergangenheit erzählen, zu filmen oder aufzunehmen. Obwohl Daten und Fakten wichtig sind, konzentrieren Sie sich darauf, die Erfahrungen aus dem Leben Ihrer Verwandten festzuhalten. Was sind die besten Erinnerungen Ihrer Schwester an die Schule? Wie hat Ihr Onkel die Schwierigkeiten ertragen, in Armut aufzuwachsen? Durch die Aufzeichnung dieser wertvollen Geschichten können zukünftige Generationen mehr über ihre Familiengeschichte erfahren. Vernachlässigen Sie nicht, auch Ihre persönlichen Erzählungen aufzunehmen!

 

Organisieren Sie sich!

 

Durchsuchen Sie zusätzlich zu den mündlichen Aufzeichnungen Ihr eigenes Zuhause und kontaktieren Sie Familienmitglieder, um Dokumente und aussagekräftige persönliche Gegenstände zu organisieren, die für die Vergangenheit Ihrer Familie relevant sind. Solche Ressourcen können Fotos, Zeitschriften, Briefe, Heiratsurkunden, Jahrbücher, Zeitungsausschnitte, Einklebebücher und mehr sein. Legen Sie ein Organisationssystem an, das für Sie am besten geeignet ist. Beginnen Sie mit der Ablage von Dokumenten in relevante Kategorien und der Digitalisierung alter Papierressourcen. Arbeiten Sie mit anderen Familienmitgliedern zusammen, um die in diesen Ressourcen genannten und abgebildeten Personen zu identifizieren und zu kennzeichnen.

 

Die Mehrheit der genealogischen Forschung, die Sie tun, wird wahrscheinlich online durchgeführt werden. Es ist daher ebenso wichtig, Ihre digitalen Ressourcen und Forschungsmaterialien zu organisieren. Erwägen Sie die Verwendung von Online-Werkzeugen, um die Grundlagen Ihres Familienstammbaums zu skizzieren oder die bereits vorhandenen genealogischen Daten zu speichern. Wenn Sie mit Tabellenkalkulationen arbeiten möchten, denken Sie darüber nach, eine einzurichten, um wichtige Namen und Daten zu organisieren. Obwohl Sie Ihr Organisationssystem im Laufe der Zeit anpassen werden müssen, wird Ihr zukünftiges Selbst Ihnen danken, dass Sie von Anfang an einen Rahmen haben. 

 

Formulieren Sie Fragen und setzen Sie überschaubare Ziele.

 

Genealogische Forschung kann leicht zu einem allumfassenden Hobby werden. Schon nach wenigen Generationen kann sich ein Stammbaum in Dutzende, wenn nicht gar Hunderte von verschiedenen Richtungen verzweigen. Es kann besonders einfach sein, sich von den unzähligen Forschungsmöglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, ablenken zu lassen.

 

Um Ablenkung zu vermeiden, setzen Sie sich für jeden Tag ein einziges, konkretes Forschungsziel. Konzentrieren Sie sich auf einen bestimmten Verwandten und stellen Sie sich eine relevante Frage. Suchen Sie nach Einwanderungsunterlagen für Ihre Großmutter väterlicherseits? Wollen Sie den Grabstein Ihres Urgroßvaters aufspüren? Setzen Sie sich ein Ziel und lassen Sie sich nicht ablenken. Wenn Sie auf andere interessante Spuren stoßen, nehmen Sie diese zur Kenntnis und verfolgen Sie sie bei Ihrer nächsten Recherche. 

Wenn Sie sich jeweils auf ein Thema konzentrieren, werden Sie mit größerer Wahrscheinlichkeit sinnvolle Fortschritte bei Ihrer Arbeit erzielen.

 

Nutzen Sie freie Ressourcen.

 

Viele Menschen, die tief in die Welt der Genealogie eintauchen, zahlen für ihr Hobby. Abonnements für beliebte Genealogie-Websites können sich schnell summieren. Viele reisen auch, um ihre Forschung abzuschließen. Glücklicherweise gibt es auch viele kostenlose Ressourcen für Anfänger und Experten. Der Zugriff auf Volkszählungsdaten ist oft kostenlos. FamilySearch, eine Genealogie-Website, die von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gesponsert wird, bietet freien Zugang zu Milliarden von genealogischen Online-Ressourcen. Darüber hinaus verfügt die Organisation weltweit über Zentren für Familiengeschichte, in denen Besucher ohne zusätzliche Kosten Unterstützung erhalten und auf zahlreiche Genealogie-Websites im Abonnement zugreifen können. Durch die Suche nach diesen und anderen freien Ressourcen, können Sie einen Geschmack für die Genealogie erhalten, ohne viel Geld auszugeben.

 

Das Fazit:

Genealogie ist ein faszinierendes Hobby. Indem Sie mit dem beginnen, was Sie wissen, und sich allmählich in schwierigere Forschungsthemen vorwagen, können Sie mehr über Ihre Familie, ihre Geschichten und Ihre Wurzeln erfahren. Indem Sie Zeit in die Erforschung Ihrer Familiengeschichte investieren, investieren Sie auch in die Zukunft Ihrer Familie.

 

 

Foto: © mahanya342 / fotolia.com

Redaktion, 19.04.2018

Kaetzchen5060
0 | 03.06.2018, 15:37

ich habe 2 DNA machen lassen und suche meinen Vater, der Engländer ist und in Deutschland/Goslar in der Fliegerhorstkaserne stationiert war.
habe auch 3 fotos von ihm.
Kann mir da jemand evtl.Tipps geben was ich noch unternehmen könnte um was in Gb zu erfahren.
Leider bin ich der englischen Sprache nicht mächtig,obwohl ich schon Kurse und privaten en habe..

ashoggi
1 | 21.04.2018, 08:15

Mein DNA - Test ist unterwegs, das ist eine Sache.

Das Tagebuch meines nie gesehenen Schwiegervaters (Berlin) von 1912 habe ich "übersetzt" d.h. von der Handschrift auf den PC übertragen, ausgedruckt , ein kleines Büchlein daraus gemacht und allen Nachkommen geschenkt.

Aus der Familie meines ersten Mannes konnte ich ein sogenanntes Kassenbuch ebenfalls lesbar machen. Im Stadtarchiv kann man Quarzlampen benutzen, die Tinte wieder lesbar machen - es kommt auf den Eisengehalt der Tinte an. In diesem Kassenbuch war auf der letzten Seite alles eingetragen, was das Private anging. Als es aufhörte, meinte ich, dass der Schreiber kurz darauf gestorben sein musste und auch das bestätigte sich: Kleiner Auszug anbei:

Am 22. Dec. 1815 kaufte ich mein Haus, musste das darauf folgende Frühjahr bauen und fing an 4 ten Nov,. 1816 ab zu arbeiten.
1818, 12ten April erhielt ich von meiner Frau J.D. Schmidt das Jawort, hielten Pfingsten Verlobung. Die Hochzeit ward am 28ten Oct. selbigen Jahres.
1819 12ten August wurde mein Sohn Georg Heinrich Friedrich geboren
1820 14ten Sept. wurde meine Tochter Maria Eleonore geboren
1820 28ten Febr. Nachts 12 Uhr starb mein Bruder Georg Anton an der Auszehrung.
1822 11ten Aug. wurde mein Sohn Friedrich Heinrich geboren.
Anno 1823 ließ ich den Brunnen graben.
1824 14ten Sept. morgens ½ 6 Uhr wurde mein Sohn Georg Wilhelm geboren.
1826 10ten Jan abends ½ 10 Uhr wurde Franz Carl geboren.
1827 19teb Aug, abends ½ 6 Uhr wurde Johanne Elisabeth geboren.
1830 11ten Oct. abends zwischen 4 und 5 starb meine liebe Frau Joh. Dorothea, geb. Schmidt an der Auszehrung.

sethos
0 | 20.04.2018, 10:05

Da ich selbst seit etlichen Jahren in der Familienforschung aktiv bin, finde ich dieses Thema natürlich sehr interessant. Ich bin Mitglied mehrerer Listen sowie auch von Ancestry. Auch Archive besuche ich. Das hat mich schon recht weit geführt. Demnächst werde ich mir eine kurze Besuchskarte für das Kirchenbuchportal Archion gönnen. Ich hoffe, dass dort auch neue Erkenntnisse zu finden sind.
Was auch für mich extrem wichtig ist, sind ie Kenntnisse der alten Schreibweisen um alles lesen zu können.

Gerd1955
0 | 19.04.2018, 15:13

Schöner Artikel, im wesentlichen sachlich richtig, nur ein paar Anmerkungen :

benutzen Sie zum Aufzeichnen von Lebensdaten auf gar keinen Fall ein Tabellenkalkulationsprogramm.

Nehmen Sie sich ein (kostenloses) Genealogieprogramm zur Hand, es gibt mehr als hundert davon. Sie finden diese Programme auf compgen (siehe roadrunners Kommentar). Mit einem Tabellenprogramm werden Sie nicht froh!.

Internet-Recherche ist sehr nützlich. Nue bedenken Sie, dass das alles Sekundärquellen sind, also Abschriften von Abschriften von Originalen.

Sekundärquellen weisen den Weg, bei richtig betriebener Familienforschung bleibt nur der Weg zu den Originalen, d.h. Standesamtsurkunden oder Kirchenbuchauszüge.

Und : suchen Sie sich eine Interessengruppe oder einen Stammtisch in Ihrer Nähe.

Für Hessen : schau'n Sie hier : http://www.hfv-ev.de

Viel Erfolg

roadrunner27
1 | 19.04.2018, 12:15

Sehr informativ sind die Webseiten des Vereins für Computergenealoy e.V. , insbesonderer die Seiten "GenWiki". Hier werden zahlreiche Quellen für die Familienforschung aufgeführt, die z.T. kostenfrei zugänglich sind.
http://compgen.de/