Die Neugier und ihr Ruf

Die Neugier und ihr Ruf

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Immer dann, wenn wir besonders wissbegierig waren, hieß es oftmals von anderen, man solle nicht so neugierig sein. Ob als Kind, Schüler oder Ehepartner: Dieser immer wiederkehrende Satz zieht sich durch nahezu alle Lebensphasen. Das bleibt im Kopf als negatives Laster hängen und ist auch nur schwer zu ändern. Automatisch entsteht der Gedanke, Neugier sei etwas Schlechtes, ja fast schon Verwerfliches.

 

Dabei haben die Dinge, die uns neugierig machen, auch immer einen gewissen Reiz und bringen uns in unserer Entwicklung stetig ein Stück weiter. Klar, in manchen Situationen denkt man, es wäre besser gewesen, nicht allzu neugierig zu sein. Aber eben nur im Nachhinein.

 

Wie ist das eigentlich genau mit der Neugier?

Die Neugier ist ein menschlicher Instinkt, ein natürlicher Antriebsmotor. Das beste Beispiel sind kleine Kinder: Sobald sie krabbeln oder die ersten Schritte gehen können, wollen sie alles aber auch wirklich alles anfassen und begutachten. Das ist eine tolle Sache, denn sie wollen ihr Umfeld kennen lernen und ohne es zu wissen, entwickeln sie sich auf eine ganz natürliche Art weiter.

 

Verändert sich das mit den Jahren? Hören wir denn wirklich auf, zu lernen und Neues entdecken zu wollen? Nein, das tun wir nicht. Das ist auch gut so, denn umso mehr wir wissen und wissen können, desto besser verstehen wir die Welt. Es gibt Menschen, die sind eindeutig neugieriger als andere. Ein gutes Beispiel dafür sind Wissenschaftler aller Fachrichtungen, die durch ihre Neugierde seit Jahrtausenden Neues entdecken und die Menschheit damit in ihrer Entwicklung voran bringen.

 

Aber Neugier kann auch gefährlich sein. Das beweist die Sensationslust. Wenn etwas passiert, bei dem wir unbedingt mehr sehen und erfahren wollen, bringen wir uns sogar in Gefahr. Dann liest man von Meldungen, dass jemand fast vom Zug überfahren wurde, weil er von den Gleisen aus einen City Express beobachten wollte. Unabhängig davon, wie man sie auslegt: Die Neugier hat immer Konsequenzen. Es ist eben auch eine Frage des Maßes.

 

Liest man z.B. eine Schlagzeile zu einem Thema, dass die Welt bewegt, will man instinktiv mehr wissen. Wissen was los ist, sich eine eigene Meinung bilden und mitreden. Die Neugier ist Auslöser und leitet uns. Es können aber auch die ganz kleinen, einfachen Dinge sein, die uns neugierig machen. Zum Beispiel das neue Müsli im Supermarkt-Regal das wir noch gar nicht kennen und das dann zum Lieblingsfrühstück wird. Der Neugier sei Dank.

 

Foto: © olly - Fotolia.com

Redaktion, 08.04.2015

.Wasserfrau
0 | 18.04.2015, 16:58

Ich habe in meinem Umfeld den Ruf neugierig zu sein. Leide nicht darunter. Neugier ist doch nützlich. Und jede(r) kann doch selbst bestimmen, was er/sie preisgeben will.

boris10
1 | 08.04.2015, 19:38

Mein Kommentar:
Frauen sind neugierig, Männer sind wißbegierig!
Für mich gilt beides: neugierig u n d wißbegierig
Alles klar!