Osteopathie mit Fingerspitzengefühl

Osteopathie mit Fingerspitzengefühl

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Die alternative Osteopathie-Therapie hat sich bewährt

In den Vereinigten Staaten, dem Ursprungsland der osteopathischen Therapie, ist diese Behandlungsmethode schon lange eine anerkannte Wissenschaft. Leider ist in Deutschland die Berufsbezeichnung "Osteopath" immer noch nicht geschützt. Zunehmend findet die Osteopathie jedoch auch bei uns immer mehr Anerkennung. Seit dem 1.1.2012 übernehmen viele Krankenkassen auf Antrag des behandelnden Arztes die Kosten für eine osteopathische Behandlung, die pro Sitzung zwischen 60 und 120 Euro kostet. Zahlreiche in Osteopathie ausgebildete Ärzte, vorzugsweise Orthopäden, bieten diese bewährte Heilmethode mittlerweile in ihren Praxen an. Heilpraktiker und Physiotherapeuten, die sich auf diesem Gebiet mit Zusatzausbildungen spezialisiert haben, dürfen nur auf Anweisung eines Arztes tätig werden. Die "Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin" gibt hierzu Auskunft und stellt interessierten Menschen Adressen hochwertiger und qualifizierter Therapeuten zur Verfügung.

 

Manuelle Anstöße bringen den Körper wieder in Harmonie

Diese ganzheitliche Regulationsmedizin umfasst nicht nur das Skelett, sondern auch das Bindegewebe, alle Muskeln und Gelenke, die inneren Organe, Nerven und Blutbahnen sowie das gesamte Lymphsystem. Denn nur wenn alle Teile des Körpers harmonisch miteinander funktionieren, geht es dem Menschen gut. Gerät ein Teil aus der Bahn, kann dies Beschwerden im ganzen Körper verursachen. So können beispielsweise die eingeschlafenen Arme ursächlich mit Problemen im Beckenbereich zusammenhängen. Vernarbungen einer unter Umständen länger zurückliegenden Operation können Spannungen erzeugen und die Ursachen für Schmerzen an verschiedenen Stellen im Körper sein. Bei älteren Patienten lässt beispielsweise die Geschmeidigkeit des Stützgewebes im Laufe der Jahre nach. Das kann dazu führen, dass sich die inneren Organe senken und es zu Stauungen in den Gefäßen kommen kann. Der Körper braucht nun einen manuellen Anstoß, damit er wieder elastischer wird. Gerade bei Rücken- und Gelenkschmerzen, Verdauungsproblemen und chronischen Leiden kann die Osteopathie hilfreich sein.

 

Geschulte Hände ersetzen Medikamente und Skalpell

In vielen Fällen hat sich die osteopathische Behandlung bewährt und so manche Tabletteneinnahme und Operation überflüssig gemacht. Die Instrumente, die ein Osteopath für seine Arbeit benötigt, sind einzig und allein seine Hände. Mit sehr unterschiedlichen, feinfühligen Handgriffen und spezielle Techniken spüren Osteopathen tief in den Körper des Patienten hinein. Wenn die heilenden Hände eines qualifizierten Therapeuten in Anwendung kommen, wird die Behandlung mit Fingerspitzengefühl vom Bindegewebe ausgehend bis in die Organe hinein durchgeführt. Die kritischen Stellen werden mit den Fingerkuppen lokalisiert, um sie dann zu behandeln. Mit gekonnten Handgriffen wird gezogen, geknetet, gedrückt und ausgestrichen. Die Therapeuten arbeiten sich Schicht für Schicht immer tiefer in den Körper hinein, um Blockaden zu beseitigen und den Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ein gewissenhafter Therapeut wird vor Behandlungsbeginn zuerst eine umfassende Untersuchung des Körpers und eine genaue Diagnostik der Krankengeschichte, eine Anamnese, durchführen sowie die Lebensgewohnheiten des Patienten unter die Lupe nehmen. Hierzu dienen ausführliche Vorgespräche, Fragebögen, MRT, Blutanalysen und Röntgenaufnahmen.

 

Schulmediziner unterstützen eine osteopathische Behandlung

Für eine osteopathische Behandlung muss der Patient ungefähr eine Stunde Zeit einplanen. Je nach Art und Schwere der Erkrankungen sind mehrere Behandlungstermine einzuplanen. Jedoch sollten nach vier Terminen schon deutliche Verbesserungen zu spüren sein. Wer keine körperlichen Berührungsängste hat, wird eine osteopathische Behandlung als angenehm erleben, auch wenn diese mehr beinhaltet als einfaches Handauflegen. Die nebenwirkungsarme, ganzheitliche und komplexe osteopathische Behandlung kann noch einige Zeit nachwirken, da die Selbstheilungskräfte des Körpers effektiv in Gang gesetzt werden. Schwere Erkrankungen sollten jedoch nicht ohne Absprache des Arztes osteopathisch behandelt werden. Osteopathie kann aber auch bei ernsthaften Erkrankungen eine hilfreiche Unterstützung der Schulmedizin darstellen.

 

Foto: © mykeyruna / Fotolia.com

Redaktion, 21.11.2013

Redchilli
2 | 23.11.2013, 17:37

Hallo Tarantel,
jetzt würde ich gerne wissen,welche Krankenkasse 400 Euro im Jahr zahlt. Meine hört bei 100 Euro auf. Mir hilft die Osteophatie sehr gut. Da wo die Schulmedizin mir gesagt hat, damit muß ich für den Rest meines Lebens leben, hat der Osteopath wieder hinbekommen, so dass es mir mit Behandlung immer gut geht. Es ist natürlich eine Kostenfrage.