Warum ein Ehrenamt uns glücklich macht

Warum ein Ehrenamt uns glücklich macht

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Was ist eigentlich Glück? Eine schwere Frage! In der Vergangenheit haben wir vielleicht gedacht, Geld alleine würde glücklich machen. Wir sind von Termin zu Termin gerast und haben die Karriereleiter erklommen. Zweifelsohne beruhigt es, sich wohl umsorgt zu wissen. Doch viele von uns müssen sich eingestehen, dass doch noch irgendetwas „fehlt“. Der Forschung zufolge ist Glück ein „subjektives Wohlbefinden“. Kann es deshalb überhaupt etwas geben, was allen Menschen ein Lächeln auf die Lippen zaubert? Rund 20 % aller Deutschen würden diese Frage mit „Ja“ beantworten – sie engagieren sich im Ehrenamt!

 

Ein Plädoyer für mehr Sinn und Zusammenhalt im Leben …

 

1. Neue Ziele und Herausforderungen schaffen

 

Es kommt der Punkt im Leben, wo wir beruflich alles erreicht haben, was es zu erreichen gilt. Vielleicht befinden wir uns in leitender Position – oder wir haben kein Interesse mehr, diese zu erreichen. Je schneller wir der Rente entgegen schreiten, desto größer oft auch die Sorge. Was kommt eigentlich „danach“? So wie ein junger Mensch, der von der Schule abgeht, wissen wir oft nicht, welchen neuen Herausforderungen wir uns stellen müssen. Im Gegensatz zum Schüler werden an den Rentner keine Anforderungen gestellt. Dies ist gut so, schließlich haben wir uns Ruhe und Freiheit redlich verdient!Trotzdem macht es Sinn, den Sinn aktiv zu suchen und sich neue Ziele zu setzen. Immer dann, wenn wir Erfolge erzielen, fühlen wir uns besser. Schwierigkeiten zu überwinden zeigt uns, dass wir immer noch stark genug sind, unser Leben aktiv zu gestalten. Die erlebte Selbstwirksamkeit im Ehrenamt baut unser Selbstbewusstsein auf und stärkt es!Natürlich werden wir für unseren Einsatz auch gelobt. Für den kostenlosen Einsatz im Hospiz, im Tierheim, den Tafeln und Tausenden anderer Organisationen schaffen Ehrenamtler eine Wirtschaftsleistung von rund 76 Milliarden Euro.

 

 

2. Freundschaften und intensive Kontakte aufbauen

 

Im Berufsleben haben wir oft keine Zeit, neue Freunde zu finden. Nach der Arbeit setzt schnell die Müdigkeit ein und wir wollen einfach nur Zeit auf der Couch verbringen. Glücklich kann sich schätzen, wer die Last des Alltags mit einem Partner teilen kann. Leider passiert es immer wieder, dass manche von uns auf der Strecke bleiben. Die Gründe hierfür sind auch nicht wichtig – was zählt, ist der Erhalt von Sozialkontakten.Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Wer seine Zeit ausschließlich alleine verbringt, der vereinsamt und fühlt sich unglücklich. Doch wo können erwachsene Menschen im besten Alter Freunde und Lebenspartner finden? Am besten dort, wo man Gleichgesinnte treffen kann – im Ehrenamt!Menschen die sich unentgeltlich für schwächere einsetzen, sind weniger egoistisch, energiegeladen und – einfach interessant. Wenn Sie sich für ein Ehrenamt entscheiden, werden Sie schnell merken, wie leicht es ist, Kontakt zu spannenden Personen aufzubauen. Gemeinsam einem Ziel entgegenzuarbeiten schafft Gemeinschaft und gegenseitiges Vertrauen. So können auch intensivere Kontakte entstehen – schnell trifft man sich auch einmal privat und tauscht sich gegenseitig angeregt aus. Was dann passiert, steht in den Sternen ...

 

 

3. Einen neuen Sinn im Leben finden

 

Dem Glücksforscher Karlheinz Ruckriegel zufolge ist ein Mensch dann glücklich, wenn die positiven Gefühle die negativen im Verhältnis von mindestens 3:1 überwiegen. Finanzielle Absicherung und ein gesunder Freundeskreis schaffen den Nährboden für gute Gedanken und Gefühle. Kommen wir aber noch einmal konkret auf den „Sinn des Lebens“ zu sprechen. Viele Philosophen haben sich über diesen Begriff den Kopf zerbrochen. Dabei erkennen viele „normale“ Menschen irgendwann instinktiv, worauf es ankommt.Sinn ist der Sinn, den wir uns selber gestalten. Die eigentliche Frage, die sich dann stellt, ist: „Was kann ich jetzt tun, um mein Leben in die Hand zu nehmen“. Das Ehrenamt können Sie sich selber aussuchen. Welches Thema liegt Ihnen ganz besonders am Herzen? Durch unser bewegtes Leben sind wir geprägt und unsere Erfahrungen fallen im Ehrenamt auf fruchtbaren Boden. Was aus unserer Herzensarbeit entsteht, hat positive Effekte – womöglich über Generationen hinweg.Dieser Gedanke, dass wir im Ehrenamt nachhaltig Gutes tun können, ist irgendwie beruhigend. Wir sehen, dass wir sinnhaft leben, dass unsere Existenz nicht vergebens ist. Ein kostbares Gefühl, welches zu kultivieren unsere Aufgabe sein sollte.

 

 

Fazit

 

Altruismus bedeutet etwas zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Wenn wir anderen helfen, dann helfen wir uns auch selber. Einen sinnvollen Beitrag zu leisten hilft uns nämlich dabei, uns selber als guten und wertvollen Menschen zu erkennen. Darum ist geben zu können auch immer ein Geschenk.Im Ehrenamt entfernen wir uns von der „Arbeit für den Chef“ und bestimmen selber, was sinnvoll und wichtig ist. Endlich können wir der Gesellschaft zurückgeben und unser Wissen und reichen Erfahrungsschatz einbringen. Geben Sie sich einen Ruck und werden Sie aktiv – mit neuen Freunden und Gefährten ...

Redaktion, 28.04.2022