Einsamkeit überwinden durch aktive Begegnungen

  • Einsamkeit überwinden durch aktive Begegnungen
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    Der Gedanke daran allein zu sein, ist für die meisten Menschen mit Unsicherheit und Unbehagen verbunden. Die Bedrohung der Isolation kann lähmend wirken und dazu führen, sich einerseits in den eigenen vier Wänden, andererseits in sich selbst zu verkriechen. Dabei sind es gerade soziale Kontakte, die dem Kraft raubenden Gefühl von Einsamkeit entgegenwirken.

     

     

    Häufig wirkt es, als sei das Alleinsein ein Zustand, der im Laufe des Lebens zunimmt. Dabei wissen Einsamkeitsforscher, dass in jedem Lebensalter entsprechende Phasen vorkommen. Meist sind Umbrüche und einschneidende Veränderungen Ursache und Auslöser von einsamen Phasen. Uns vertraute Menschen sind irgendwann nicht mehr da. Dabei hat die Anzahl der Personen, die zum eigenen Alltag gehören, nur sehr wenig mit der Einsamkeitswahrnehmung zu tun. Es ist das Erleben von Zugehörigkeit, von sinnstiftenden Bindungen und von Anerkennung, die nötig sind, um sich gemeint und gebraucht zu fühlen.

     

    Unterschiedliche Einsamkeitsdeutungen

    Auf die Frage nach dem persönlichen Empfinden zum Begriff "einsam" äußern sich Menschen selten positiv. Die Assoziationen sind überwiegend traurig, häufig bis hin zu Gefühlen von Hilflosigkeit und Ohnmacht. Die Psychologie und die Soziologie kennen den Einsamkeitsbegriff jedoch auch in einer nutzbringenden Hinsicht, nämlich als eine Art Warnsignal, das mit einer Herausforderung verbunden ist.Wenn sich ein Mensch beispielsweise an einer Stelle des Körpers verletzt, wäre die erste Handlung die Versorgung der Wunde. Eine ähnliche Situation ist für das Einsamkeitsgefühl hilfreich, sofern es als unangenehm und negativ erlebt wird. Die emotionale Reaktion stellt ein Warnsignal dar, das mit einem Aufforderungscharakter verbunden ist. Gefordert ist kreatives Handeln im Sinne eines aktiven Zugehens auf andere, das Suchen nach Anschluss, das Herstellen von Kontakten, um sich nicht langfristig einsam zu fühlen.

     

    Bewusstes Alleinsein

    Eine besondere Form der Einsamkeit ist verbunden mit dem bewussten Wunsch des Alleinseins mit sich selbst. Dies ist längst nicht für jeden und auch nicht in allen Lebenssituationen sinnvoll. Entscheidend ist die Frage, ob das Alleinsein freiwillig gewählt wurde oder durch ein äußeres Ereignis unerwünscht eingetreten ist. Wer sich selbst aus freien Stücken dazu entscheidet, eine Zeit lang für sich zu sein, kann darin viele wertvolle und wohltuende Inspirationen finden.Eine Weile für sich zu bleiben oder sich von anderen zurückzuziehen kann hilfreich sein, um sich in bestimmten Lebensphasen neu zu orientieren. Manche Menschen gehen beispielsweise regelmäßig für einige Tage in ein Kloster, um eine Zeit des Nachdenkens und der Rekreation für sich zu nutzen. Andere fahren allein in den Urlaub und genießen dort die Ruhe und die Natur. Diese Einsamkeitsvariante ist ideal geeignet, um Kraft zu schöpfen und nach stressigen Phasen wieder bei sich anzukommen. Sie sollte jedoch nicht zum Dauerzustand werden.

     

    Die Rolle des Selbstbildes

    Wie sehr wir uns einsam fühlen, hängt stark von unserem Selbstbild und der Sicht auf das Leben ab. Je unangenehmer die Lebensumstände, die uns in die Einsamkeitssituation gebracht haben, desto problematischer kann das Aushalten der damit verbundenen Gefühle sein. Die Trennung von einem geliebten Menschen oder die Aufgabe des Berufs können zunächst ein großes Einsamkeitsgefühl hervorrufen. Es ist stimmig und auch sinnvoll, eine Weile in dem Zustand zu verweilen und den Schmerz wahrzunehmen, der entsteht. Es kann hilfreich sein, einen guten Freund zu bitten, in einer solchen Phase ein Auge auf uns zu haben. Er kann uns nach einiger Zeit zur Kontaktaufnahme mit unserem Umfeld motivieren, wenn wir uns selbst mutlos fühlen.

     

    Aktiv Begegnungen suchen

    Als wichtigste Erkenntnis in Bezug auf das Gefühl von Einsamkeit gilt das Wissen darum, dass es vielen anderen Menschen ebenso geht. Es ist normal sich einsam und allein zu fühlen, wenn vertraute Kontakte weniger werden und Menschen aus dem engeren Umfeld nicht mehr da sind. Gleichzeitig ist jede Lebensphase dazu geeignet, Neues auszuprobieren und neue Menschen kennenzulernen. Das Bedürfnis wird von den meisten geteilt, auch die Sehnsucht danach, in jeder Lebensphase von vertrauten Personen umgeben zu sein. Es gibt eine große Vielfalt an Möglichkeiten des Kennenlernens und der Begegnung, ob es nun ein neues Hobby, eine gemeinsame Freizeitaktivität oder vielleicht die neue Liebe im Rahmen einer Partnersuche ist. Die 50plus-Treff-Regionalgruppen zum Beispiel bieten vielfältige Gelegenheiten, nette Leute kennenzulernen, sich über ähnliche Probleme auszutauschen oder an gemeinsamen Unternehmungen in ungezwungener Atmosphäre teilzunehmen.

     

     

     

    Foto: © marjan4782/fotolia.de

     

     



    Redaktion, 27.07.2017


bravehearts 0 | 27.07.2017, 21:36

  • bravehearts
  • Insgesamt ausgewogen und hilfreich. Vom freiwilligen Alleinsein als Dauerzustand wird abgeratet, das im Wechsel mit Aussenkontakten aber wichtig für Herz und Geist ist!

1.Celeste 0 | 28.07.2017, 06:41

  • 1.Celeste
  • Verehrte Redaktion .
    Danke für den hoch informativen Beitrag .
    Nur wie gehe ich mit der Einsamkeit in der Zweisamkeit um ? Isolation mit einem schwerstkranken Mann der nicht mehr leben will ?
    Gruß Celeste
     

barbera 1 | 28.07.2017, 10:21

  • barbera
  • Die Einsamkeit im Alter ist meist eine Krankheit, und die heißt Altersdepression.

    Gute Ratschläge sind oft wenig hilfreich, weil sie den Betroffenen ihr "Unvermögen" erst richtig bewusst machen.
    Genau das, was vorgeschlagen wird, ist das Unmögliche.

    Es ist, als würde man einem Gelähmten raten, ein wenig herumzulaufen.

    Die Schmerzlich empfundene Einsamkeit sollte als Krankheit diagnostiziert und als solche auch behandelt werden.

    Die geschmähten Antidepressiva wirdken bei alten Menschen oft wahre Wunder!

Santana39 0 | 28.07.2017, 13:12

  • Santana39
  • Was barbera da geschrieben hat, empfinde ich genau so und kann ich aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen. Nur an Antidepressiva wage ich mich nicht heran.

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