Wie viel Intimität braucht die Liebe?

  • Wie viel Intimität braucht die Liebe?
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    Dass Intimität in irgendeiner Form zu jeder Beziehung gehört, ist unbestritten. Doch kommt Intimität gerade in langjährigen Beziehungen nicht manchmal zu kurz? Wie viel Intimität ist ein Muss? Was tun, wenn beide Partner unterschiedlich stark ausgeprägte Bedürfnisse haben?

     

    Intime Nähe ist ein Grundbedürfnis

     

    Fakt ist: Anderen nahe zu sein ist ein Grundbedürfnis des Menschen – und zwar vom Zeitpunkt der Geburt an. Der Wunsch nach Intimität ist auch in einer langjährigen Partnerschaft nicht irgendwann einfach „weg“. Wie kommt es also, dass die Vorfreude auf das tägliche Wiedersehen mit dem Partner nach Jahren nicht mehr so überschwänglich ausfällt wie einst? Warum ist das Kuscheln beim Einschlafen längst Vergangenheit und weshalb findet Sex nur noch selten oder gar nicht mehr statt? Befragt man Paare, so bekommt man oft zu hören, dies sei doch in einer langjährigen Beziehung völlig normal und die körperliche Liebe werde sowieso überbewertet. Häufig wird es auch als unreif empfunden, sich ab einem gewissen Lebensalter noch öffentlich zu küssen, Händchen zu halten oder sich zärtlich zu berühren.

     

    Leider ist zu beobachten, dass viele Paare sich dem unbewusst unterordnen, was in der Gesellschaft „so üblich“ ist. Daher redet man sich gerne ein, was normal ist und was eben nicht. Die Wahrheit ist jedoch, es ist absolut nicht nötig, sich damit zufrieden zu geben, was als vermeintlich „normal“ angesehen wird. Auch nach vielen Jahren der Beziehung haben wir ein Recht auf guten Sex, auf Streicheleinheiten und gemeinsames Kuscheln auf dem Sofa. Sex bleibt auch in späteren Jahren für die meisten ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von 50plus-Treff zeigen, dass für 74% der Befragten Sex nach wie vor sehr wichtig ist.

     

    Nicht immer ist das Intimitätsbedürfnis bei beiden Partnern gleich stark ausgeprägt

     

    Doch was tun, wenn das Intimitätsbedürfnis zweier Partner sehr unterschiedlich ist? Wenn zum Beispiel der eine weniger und der andere mehr Sex braucht? Denn das führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Konflikten. Darüber reden wäre schon einmal ein erster Schritt: Was ist der Grund für das geringere Bedürfnis nach Nähe oder Sex? Schmerzen, Stress, Druck aber auch ganz natürlich weniger stark ausgeprägte Bedürfnisse können Gründe sein. Herauszufinden, was beiden Lust macht oder welche Bedürfnisse unerfüllt bleiben, wäre ein Anfang. Gemeinsam lassen sich für viele Probleme sicher Lösungen finden.

     

    Wenn der Sex einschläft

     

    Auch wenn die körperliche Liebe, intime Gesten und zärtliche Berührungen schon etwas eingeschlafen sind, kann man sich mit etwas Übung und dem Befolgen einfacher Beziehungstipps wieder näher kommen. Hilfreich mag es sein, sich zusammen an den Beginn der Beziehung zu erinnern und sich zu erzählen, was man als besonders romantisch und schön empfunden hat. Welche Routinen sind im Laufe der Jahre verloren gegangen?

    Eventuell kann einiges davon ganz leicht wiederbelebt werden, wie beispielsweise ein Begrüßungskuss oder eine Umarmung zum Abschied. Wenn es sich etabliert hat, dass sich beim gemeinsamen abendlichen Fernsehen jeder in seine Ecke des Sofas verkriecht, ist es ein Leichtes, wieder näher zu rücken. Auch ein entspannter Spaziergang, Hand in Hand oder Arm in Arm, kann dabei helfen, sich wieder näher zu kommen.

     

    Wie wichtig ist Sex?

     

    Wird Sex tatsächlich überwertet? Eigentlich ist es doch so, dass die körperliche Liebe meist nur dann überbewertet wird, wenn sie nur noch sehr eingeschränkt oder gar nicht mehr stattfindet. Allerdings berichten Paare, dass sich die Lust auf Sex häufig wie von selbst erneut einstellt, wenn man sich im Alltag wieder näher gekommen ist. Daher lautet hier der Rat: Küssen erlaubt! Wer im täglichen Umgang in der Partnerschaft gezielt die Nähe des anderen sucht wird feststellen: Es folgt das Verlangen nach „mehr“. Und es lohnt sich. Denn wie die 50plus-Treff-Studie zeigt, findet die Mehrheit der best ager (56%), dass der Sex sich mit den Jahren im positiven Sinne verändert. Das eigene Körperbewusstsein verbessert sich, es kann bewusster und intensiver genossen werden.

    Es ist völlig egal, was Umfragen zum Thema Häufigkeit beim Sex oder ähnliches ergeben – es zählt ausschließlich, womit man sich selbst und womit sich der eigene Partner wohlfühlt. Wer sich nicht von außen unter Druck setzen, sondern sich einfach treiben lässt, der kann auch die körperliche Liebe wieder wirklich genießen. Gerade nach einer längeren Abstinenz, oder wenn eine Routine im Schlafzimmer eingekehrt ist, kann dies zu einer spannenden und aufregenden Stimmung beitragen.

     

     

     Foto: © sumnersgraphicsinc/fotolia.de

     

     



    Redaktion, 22.06.2017


chauchat 7 | 22.06.2017, 14:23

  • chauchat
  • Schöes Foto ,

     allerdings transportiert es die Botschaft, dass zur Intimität ein jugendlicher Körper gehört .
     Das entspricht weder  dem Inhalt es Artikels , noch der Leserschaft ...

werweiss13 1 | 22.06.2017, 14:53

  • werweiss13
  • ja, es ist eine sehr schöne Blog! Zum Nachdenken auf jeden Falls!Auch von mir eine liebe Gruss an die Schreiberin oder Schreiber? HM

Karin38 2 | 22.06.2017, 16:00

  • Karin38
  • Ein Blog, der zu jedem Jahrgang passt.Danke.

    Unlängst fand ich in einer Zeitschrift ein ähnliches Foto, nur dass das Paar wesentlich älter war.

    Zwei Fotos nebeneinander hätten dem Blog noch besser getan.

Synphonie 3 | 23.06.2017, 12:57

  • Synphonie
  • Ich denke, dass eine ernsthafte Beziehung ohne Intimität - dazu gehört nicht nur sexuelle Intimität, sondern auch geistige Intimität (Vertrautheit u.ä.) - nicht funktioniert. Intimität ist der Kitt, der eine Beziehung zusammenhält. Ist der Sex im höheren Alter nicht mehr so wichtig und nicht mehr so häufig, ist Intimität bis zum letzten Atemzug möglich und wichtig.
    Voraussetzung ist aber auch, dass die Beziehungspartner zur Intimität in der Lage sind und die dafür erforderlichen sinnlichen und emotionalen Eigenschaften besitzen.

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