Rentenkluft: 57% weniger Geld für Rentnerinnen als für Rentner

Rentenkluft: 57% weniger Geld für Rentnerinnen als für Rentner

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Wie Spiegel Online heute berichtet, tut sich im Alter eine große finanzielle Kluft zwischen Männern und Frauen auf. In einem Bericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) heißt es, dass Frauen im Schnitt einen um 57% geringeren Rentenanspruch haben als Männer (Stand 2011). Die Gründe sind wenig überraschend: Geringere Erwerbsbeteiligung, hohe Teilzeitquote, hohe Minijobquote und häufige sowie längere Erwerbsunterbrechungen, vieles davon  zugunsten der Kinderbetreuung. Ein weiterer Grund ist, dass Frauen generell weniger verdienen als Männer. Aktuell liegt das Einkommen der Damen durchschnittlich 21% unter dem der Herren, früher war der Unterschied sogar noch größer. All das zeigt einen enormen Handlungsbedarf in Bezug auf die Vereinbarung von Beruf und Familie sowie die Gleichbehandlung der Frau bei der Gehaltseinstufung auf. Und es spricht Bände im Hinblick auf die demographische Entwicklung in Deutschland.

 

Was sagen Sie zur Rentenkluft? Welche Änderungen würden Sie sich diesbezüglich politisch und gesellschaftlich wünschen?

 

 

Foto: (c) gina sanders / fotolia.com

 

Redaktion, 16.03.2016

Biggi17
1 | 17.08.2016, 21:40

ich gehöre auch zu der Generation wo man als Frau jahrlang wegen Kindererziehung nicht arbeiten konnte. In der Rente fehlt es und keiner sagt heute diese Zeiten müssten einfach berücksichtigt werden. Es ist für vieles Geld beim Staat da nur nicht für die Mütter. Alles selbstverständlich und was noch erschwerend hinzukommt. Jetzt dürfen diese Mütter wieder kostenlos bei der Erziehung der Enkelkinder mithelfen weil die junge Generation ohne familiäre Unterstützung in Form von Zeit, Liebe und Zuwendung kaum auf einen grünen Zweig kommt. Welche junge Familie kann schon mit einem "normalen" einzigen Einkommen heute auf einen grüßnen Zweig kommen.

leepfrog
0 | 28.03.2016, 10:56

Komisch , warum wollen so wenige Beamte werden?

caro69
2 | 17.03.2016, 15:13

Möchte noch einen nicht unwichtigen Vorzug hinzufügen: Die Arbeitsplatzgarantie. Auch im langen Krankheitsfall: Der Beamte
ist unkündbar. So ist eine übersichtliche Lebensplanung möglich.

Guenni01
2 | 17.03.2016, 06:32

Das Argument von Azzuro trifft, wenn er Beamte anspricht, die Falschen.

Warum?

Zumindest in Baden-Württemberg, meines Wissens auch in anderen Bundesländern, hatte der Staat sich verpflichtet für die Pension entsprechende Rücklagen anzulegen. Und zur Finanzierung dieser Rücklagen wurden u.a. die Gelder verwendet, die man dadurch bekam, dass die Beamtenbesoldungen immer von der allgemeinen Einkommensentwicklung abkoppelte.

Nachtrag ..... Als ich damals Beamter wurde, lachte man mich wegen dieser Entscheidung aus.

Warum?

Ich hätte damals in der Privatwirtschaft bei selbiger Qualifikation um einiges mehr verdient.

medianne
0 | 16.03.2016, 23:47

Hier sind 2 gravierende Punkte anzuführen: 1. Weiß jeder schon in jungen Jahren, dass er eines Tages auf eine wie auch immer ausfallende Rente angewiesen sein wird. Es gibt Frauen, die nach Möglichkeit darauf geachtet haben, dass sie ihr Gehalt nicht versteuern mußten. Wenn die jetzt jammern, habe ich kein Mitleid!

Dann gibt es 2. gerade bei älteren Frauen die Altersarmut. Derer müßte sich unsere Regierung schämen! Ich erinnere die Aussagen vor ca. 2 Jahren, als es darum ging, auch den Müttern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, noch einen großzügigen Rentenpunkt, d.h. pro Kind wohl knapp € 30,- zu gewähren, dass das Geld dafür nicht da wäre. Bei Bankenrettungen habe ich dieses Argument noch nicht gehört.

Ich bin der Meinung, dass für diese Mütter, die ja ihre Kinder wegen fehlender anderer Möglichkeiten selbst betreut haben und deshalb nicht oder nur wenig arbeiten konnten, wegen der dann nicht mehr nötig werdenden 'Aufstockung' keine oder wenig zusätzliche Kosten zusätzlich anfallen.

Lissy61
0 | 16.03.2016, 22:15

Eine Rentenkluft müsste es nicht geben. Die gesamte Rentenversorgung ist nur noch ein unüberschaubares "Flickwerk". Gerechtigkeit und Weitsicht gab es von Beginn an nicht. Wenn es je darauf ausgerichtet gewesen wäre, hätten alle in diese Kasse einzahlen müssen und nicht nur Arbeiter und Angestellte. Würden z.B. die Frauen die vollständige Rente nach dem Ableben ihrer Männer bekommen und nicht nur ca. 64%, müssten diese vielfach keinen Antrag zur Grundsicherung stellen.
Frauen/Männer die Kinder haben, sollten über einen bestimmten Zeitraum, wie im Unterhaltsrecht geregelt oder Analog der Elternzeitregelung, orientiert an ihrem vorherigen Einkommen, Renteneinzahlungen erhalten. Leider gibt es auch hier unterschiedliche Zeitenregelungen/Freistellungen für Arbeiter/Angestellte und Beamte.

caro69
4 | 16.03.2016, 18:29

Die Lebensleistung als "Familienbetreuerin" wird nicht honoriert,geschweige denn schlägt sie sich in der Rente nieder.
Viele Frauen haben in der Vergangenheit oft zur sehr die
Karriere des Mannes gefördert. "Rücken freihalten" von der familiären
Belastung. Gedankt wurde und wird ihr das nicht. Im Gegenteil, oft
ist sie mit Minijobs zufrieden, die ihrer Ausbildung nicht entsprechen, nur um ein Zubrot zu verdienen.

maximiliane1
2 | 16.03.2016, 18:04

Azzurro, pardon. Du scherst alle über einen Kamm.(((
Gleiches Geld bei gleicher Arbeit ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Aber die "traditionellen Vorstellungen" der 3 K´s greifen immer noch.
Welcher Mann wäre bereit, zuhause die Kinder aufzuziehen und seiner Frau die Karriere zu überlassen? Die wenigsten!
Damit einher ginge für ihn auch ein Prestigeverlust, ganz abgesehen von der Meinung zum sonstigen Image!

Rosenblatt
5 | 16.03.2016, 17:03

Ich finde, d. Frauen und Männer bei gleicher Arbeit auch gleich entlohnt werden sollen.
Somit werden die Rentenansprüche angehoben.
Man muss wissen, d. man Opfer bringen muss, wenn der Kinderwunsch erfüllt werden soll. Der Schwerpunkt der Erziehung und Betreuung
der Kinder liegt heute meistens immer noch bei der Mutter.
Das sollte die Politik noch mehr honorieren.
Mein Vorschlag:" Für Frauen, die der Gesellschaft Kinder geschenkt haben, sollte es eine Altersrente geben, die der Lebensleistung unabhängig von den Rentenansprüchen entspricht und die deutlich über dem Sozialhilfesatz liegt.

Azzurro
23 | 16.03.2016, 15:52

Vielleicht sollten ja doch Freiberufler,Beamte und Politische Amtsträger in die gesetzliche RV einzahlen und zwar unbegrenzt nach Schweizer Modell, während ihre Ansprüche aus der RV gedeckelt sind.

Dackel13
3 | 16.03.2016, 15:49

So wie jetzt Deutschland regiert wird

wird auf HartzIV hinauslaufen

dank der SPD
siehe dazu auch Presseartikeln zu diesem Thema
Bei der damaligen Entscheidung ging man diversen Voraussetzungen aus
die nicht eintreffen