Guenter1951 hat geschrieben: Tjaaaaa, nach zwei katastrophalen Fehlstarts in beiden Neubeziehungen mit Aufgabe meines Wohnortes, kann ich nur empfehlen das man sich darauf einrichten sollte, "......Zusammen erleben - getrennt wohnen - sich gegenseitig besuchen!!" Das erscheint mir das beste Konzept um sich nicht nach einiger Zeit auf den Geist zu gehen!!





Genau so sehe ich das auch. Alleine sein und Alleine leben sind definitiv 2 verschiedene Paar Schuhe. Beziehung ja, Zusammenleben nein. Ich könnte es nicht mehr, da ich schon über 20 Jahre alleine LEBE. Mir würde es sehr schwer fallen, mich daran zu gewöhnen, könnte es auch nicht gut haben, wenn permanent jemand um mich herum ist. Ausserdem käme ein aufgeben meiner Wohnung eh nicht in Frage, da es eine Eigentumswohnung ist. Man kann es ja nach Möglichkeit im Wechsel halten, mal bei mir, mal bei ihm. Wichtig finde ich auch das jeder seinen Freiraum hat, da man auch mal Zeit für sich selbst braucht und dann in seine eigene Wohnung ausweichen kann. Das geht natürlich nur wenn 100% Vertrauen da sind und sollte auch kein Dauerzustand sein.
Das mit dem Zusammenwohnen ist bei mir vor 20 Jahren das letzte Mal gründlich schief gegangen. Ich hatte wohl allzu bereitwillig und selbstverständlich den kompletten Haushalt übernommen (neben meiner umfangreichen Erwerbsarbeit).
Die Erwartungen meines Partners an mich wuchsen stets schneller, als ich sie erfüllen konnte, bis mir endlich klar wurde, daß ein Liebender nicht unerfüllbare Forderungen stellt. Dann war ich auch sehr schnell weg.

Danach hatte ich nur Beziehungen auf Schokoladenbasis und finde das so einfach wunderbar. Für meinen arbeitsreichen Alltag brauche ich keinen Partner, aber die kostbare Freizeit - die möchte ich nicht allein verbringen. Ich möchte die Freude an schönen Erlebnissen - das setzt ähnliche Interessen voraus - einfach mit jemanden teilen. Man freut sich aufeinander, die Sehnsucht verstärkt die Anziehung, hat sich Neues zu erzählen, außerdem gibt es die modernen Kommunikationsmedien - mein ständiger Sofabewohner schreibt mir keine Liebesmails. Und die Erotik bleibt ein Fest. Was nicht grundsätzlich ausschließt, Verantwortung zu übernehmen, selbstverständlich bin ich für einen Geliebten da, wenn er krank ist, Kummer hat, mich braucht.

Aber, wer den Mülleimer raus bringt und die Zahnpastatube nicht zuschraubt..., wird nie zum Thema.

Mit zunehmendem Alter haben wir immer mehr Eigenheiten und Gewohnheiten, sind auch nicht mehr so kompromißbereit - für mich ist diese Lebensform ideal.

Aber das muß jeder für sich entscheiden, es wäre auch herrlich, jeden Morgen nach einem erholsamen Schlaf (ohne Sägekonzert, egal von welcher Seite) aneinandergekuschelt wach zu werden.
Zusammenziehen war mal ein Wunsch, doch Wünsche verändern sich durch Erfahrungen und auch durch das Alter - so hat sich mein klares JA zu einem JEIN verändert, bis ich dann beim NEIN gelandet bin!

Ab einem gewissen Alter wird der Wunsch nach Geborgenheit und Vertrauen immer größer, doch die stellt sich nicht automatisch durch Zusammenziehen ein! Außerdem kann eine gemeinsame Wohnung noch lange nicht die fehlenden Gemeinsamkeiten ersetzen.

Wenn das Aufeinanderzugehen, das gegenseitige Sichannehmen nicht gelingt, dann wird sich nie eine Vertrauensbasis einstellen, die doch so wichtig ist! Das Zusammenziehen wäre dann lediglich eine Notlösung, die alles nur noch schlimmer macht.
Mein Liebster und ich haben uns seinerzeit für das Modell *living apart togegther* entschieden. Die Distanz unserer Wohnsitze beträgt ca 50 km. Das heisst, wenn uns spontan die Sehnsucht übermannt, können wir in ca 30 min vor Ort sein.

Im Lauf der Zeit hat es sich jedoch eingebürgert, dass wir gar nicht mehr soviel auf das *Apart* Wert legen, sondern sehr gerne beisammen sind. Wir leben den Alltag, der hier immer wieder negativ ausgelegt wird. Da frage ich mich immer wieder, wie soll ich eine Partnerschaft leben, wenn ich den Alltag nicht zusammen meistern kann. Es kann doch nicht jeder Tag ein aufregender Feiertag sein. Meiner Meinung nach, gibt der Alltag mit seinen Pflichten und Ritualen der Partnerschaft erst Stabilität und Sinn.

Unsere Wohnsitze aufzugeben wäre in unserem Alter ziemlich leichtsinnig. Trotz Liebe und Wertschätzung . Es können Dinge passieren die wir leider selbst nicht steuern können. Ich bin ein gebranntes Kind, denn ich bin schon einmal, von einer Stunde auf die andere, alleine dagestanden und ich war froh, dass ich wenigstens ein ordentliches Zuhause und mit keinen finanziellen Problemen kämpfen musste.
Hmmmm...irgendwie ist das Individuell.
Im Prinzip sollte das jeder machen, wie er es braucht.
Ich für mich habe nix gegen zusammenziehen...Ich finde es schön, jemanden um mich zu haben...aber: ich brauche meinen ganz eigenen Space....
Ich brauche mein eigenes Schlaf/Zimmer. Den Rest kann man sich teilen.
Vielleicht für viele ein Kompromiss wenn man mal drüber Nachdenkt. :wink:
me_Ursula,
so machen wir das auch.
Getrennte Zimmer sind gut, wenn man sich mal nicht wohlfühlt oder aus anderen Gründen alleine sein will.(z.B. wie jetzt Geschenke einpacken will).
Aber ansonsten wird alles gemeinsam gemacht.

Mein Haus habe ich aber behalten und lasse meinen Enkel drin wohnen, weil er an der Kieler Uni studiert.

Viele sind jedoch zu unflexibel um noch eine Partnerschaft einzugehen und zusammenziehen geht schon gar nicht, man müsste dann ja mal zurückstecken.... :|
ich glaube nicht, dass das Zusammenziehen - oder nicht zusammenziehen im Alter - oder nochmals eine Partnerschaft eingehen zu können - immer mit flexibel oder unflexibel zu tun hat.....

jeder von uns ist inzwischen ein halbes Jahrhundert und mehr auf dieser Welt....und jeder von uns hat in diesen Jahrzehnten sein ganz eigenes Lebens-Konzept gefunden....
und auch wenn man zu sich selber sagt:
ICH WILL DAS JETZT SO......ist das nicht immer möglich, weil irgendwann der Stress zu groß wird, wenn man versucht, jahrzehntelange Gewohnheiten mit dem Willen abzuschalten......

wobei das in BEIDE Richtungen geht !
Apropos Gewohnheiten,
da Du bringst mich auf einen wichtigen Grund Gundula.

Ich bin leidenschaftliche Raucherin.
Möchte ich dass meinen Lieblingsmenschen in Dauerschleife eines Zusammenlebens wirklich zumuten wollen?

Nee
:roll:
Bei mir hats auf Dauer nur mit Mitrauchern geklappt.
Ojeee.... :roll:

Jetzt nach zwanzig Jahren bringe ich ihnen mit Sicherheit nicht mehr das rauchen bei.
DieGesellschafterin hat geschrieben: Apropos Gewohnheiten,
da Du bringst mich auf einen wichtigen Grund Gundula.

Ich bin leidenschaftliche Raucherin.
Möchte ich dass meinen Lieblingsmenschen in Dauerschleife eines Zusammenlebens wirklich zumuten wollen?

Nee
:roll:


hmmm......das kommt darauf an....
angenommen ihr habt zwei Wohnungen....
bevor er kommt, lüftest du durch ...
und wenn du in seiner Wohnung bist, dann gehst du halt auf den Balkon zum rauchen - dann könnte das schon klappen.....

in unserem Alter hat man doch so viel freie Zeit "drumrum" - da ist die gemeinsame Zeit easy....

bei mir selber ist es so, dass ich nichts gegen Raucher habe.....
nur habe ich früher festgestellt, dass ich mich gerne in der "Raucherecke" dazustelle und dann "schnorre" ich vielleicht auch mal die eine oder andere Zigarette...das darf ich aber nicht, weil das für meine Bronchienprobleme Gift ist.....

sollte ich mich in einen Raucher verlieben, dann dürfte er mich NIE mitrauchen lassen....
(alleine hatte ich noch nie das Bedürfnis zu rauchen - es ist bei mir scheinbar das "in der Runde dazugehören wollen")
Bevor meine Frau plötzlich verstarb, habe ich mit ihr 53 Jahre zusammen gelebt und gewohnt. Wir waren glücklich - mit allen Auf und Abs. Da dies erst 2 1/2 Jahre her ist, kann ich mir gut vorstellen, wieder mit jemandem zusammen leben zu wollen.
Richtig ist aber auch - je mehr Zeit des Alleinlebens verstreicht, desto geringer können sich viele vorstellen, die "gewonnene Freiheit" aufzugeben. Eigentlich sehr schade.
Kraxel.

es geht hier nicht um gewonnene Freizeit und Freiheit.

Mir geht es um Gewohnheiten, von mir und von ihm, die nicht mehr für mich zu akzeptieren sind.
Wenn man jung zusammen kommt, ist das was ganz anderes, da sind wir unfertig, aber nach 40 Ehejahren, mag man sich nicht mehr auf alles einlassen.

Gruß
Nur ein Gedanke hier.

Viel wird von der, ich setzte dies bewusst in Apostroph, „Freiheit“ des Singledasein gesprochenen?

Sind denn Beziehungen das Gegenteil, also Gefangenschaften?

Ich biete hier mal den Hinweis der „Freiheit“ einer Beziehung an, wer sie einmal leben durfte, der weiß, was ich meine.

Also haben wir auch bei diesem Thema nichts anderes, denn die Abwägung darüber was wir bevorzugen.

Schicksalhaft scheint, oft bevorzugen das, was wir nicht haben.

Der eine wird das halb volle Glas loben, der andere wird den Teil beklagen, der nicht mehr im Glas ist.
Was ist überhaupt die absolute Freiheit? Ich behaupte, dass die Menschen in der totalen Freiheit gar nicht leben können. Im Verlauf des Lebens ist doch jeder irgendwann fremdbestimmt oder braucht Verbindlichkeiten.

In einer Partnerschaft fordere ich die Freiheit meine Interessen und Werte zu leben - sei es in der Symbiose, der Synergie oder eben alleine.
Mein Partner hat selbstverständlich ebenso ein Anrecht auf seine Freiräume.
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