Das hat Österreich auch, nur, wenn man einen Privatarzt aufsucht, wird nur ziemlich wenig (nach Punkten der Behandlung) refundiert....
ich möchte noch einmal etwas zur "Zeit" des Arztes für seine Patienten sagen....

als ich meinem Hausarzt an seinem Schreibtisch gegenübersaß, hat er mich gefragt welche Probleme ich habe.....

während ich ihm das versucht habe, zu schildern......hat er auf seiner PC-Tastatur rumgehackt und mir dann die Blutuntersuchung von letzter Woche ausgedruckt - kein Rhemafaktor - so gut wie alle Blutwerte ok.....

geichzeitig habe ich mich gefragt, wie viel er überhaupt von dem mitbekommen hat, was ich ihm zu sagen versucht habe.....
und ja - ich habe den Zeitdruck gespürt, in dem er war und habe mich deshalb so kurz wie möglich gefaßt......

danach Lungenfunktionstest gemacht - Blutdruck gemessen - ins Ohr geguckt - Lunge abgehört - aaah gesagt ....alles zackzack.....da ist für nichts anderes Zeit geblieben....

jetzt muss ich versuchen, einen Termin beim Orthopäden zu bekommen .....
3 Monate Minimum......
Als ich meine Beratungshotline hatte, habe ich den Klienten zugehört und gleichzeitig Kinder gewickelt, Essen gekocht oder sonstwas getan. Ich habe trotzdem alles mitbekommen, was mir erzählt wurde. Das wird dein Arzt bestimmt auch schaffen.
dennoch denke ich, dass am PC schreiben doch ein bißchen etwas anderes ist.....

essen kochen - kein Problem .....Kinder wickeln kann ich nicht sagen - weiß ich nicht....
Am PC schreiben kein Problem. Naja vielleicht für dich, für mich und auch andere jedenfalls nicht. Früher haben die Ärzte doch auch handschriftliche Notizen gemacht während der Gespräche, hat auch funktioniert, also wo liegt das Problem, ich sehe keins. Hast du einfach nur wieder mal zuwenig Aufmerksamkeit bekommen?
Möööönsch Shekki...... 8)
Ach Gundu...
Gundula, der Arzt hat m. E. nebenbei gleich dokumentiert, was du ihm als Problem berichtet hast. Meiner tut das auch und dann erst kommt es zur körperlichen Untersuchung. Die Doku-Pflicht von Ärzten und Pflegepersonal hat sich immens ausgeweitet, ich weiß das von meiner Tochter.
jein......
er hat mich zwar vielleicht gehört - war jedoch am PC beschäftigt mit den Blutwerten und dem Ausdrucken usw....

das ist - meiner Meinung nach - etwas anderes, als wenn ein Arzt einen "anguckt" und einem "wirklich" zuhört....

und gerade habe ich mich an meine "Bürozeiten" erinnert ....
da hat z.B. jemand die Tür aufgemacht und hat mich vollgelabert ...

ich war aber gerade dabei - voll konzentriert etwas in meinen PC einzugeben ...
da habe ich evtl. demjenigen spontan Antwort gegeben - dennoch ist vieles von dem Gespräch an mir "vorbei geplätschert" , weil ich mit dem PC und seinen Daten beschäftigt war......

das meinte ich damit.....
Die größten Köche und die größten Ärzte arbeiten ohne Rezepte.

© Gerhard Kocher
(*1939), Dr. rer. pol., Schweizer Politologe und Gesundheitsökonom

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Die Krankheiten können wir uns nicht auswählen, wohl aber den Arzt.
© Walter Ludin
(*1945), Schweizer Journalist, Redakteur, Aphoristiker und Buchautor, Mitglied des franziskanischen Ordens der Kapuziner

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Manche Ärzte horchen ihre Patienten ab, ohne ein Ohr für sie zu haben.
© Gerhard Uhlenbruck
(*1929), deutscher Immunbiologe und Aphoristiker
Sieht der Arzt deutlich ein, was an Krankheiten, das ist, was an jedem einzelnen Krankheitsfalle insbesondere zu heilen ist (Krankheits-Erkenntniß, Indication), sieht er deutlich ein, was an den Arzneien, das ist, an jeder Arznei insbesondere, das Heilende ist (Kenntniß der Arzneikräfte), und weiß er nach deutlichen Gründen das Heilende der Arzneien dem, was er an dem Kranken unbezweifelt Krankhaftes erkannt hat, so anzupassen, daß Genesung erfolgen muß, anzupassen sowohl in Hinsicht der Angemessenheit der für den Fall nach ihrer Wirkungsart geeignetsten Arznei (Wahl des Heilmittels, Indicat), als auch in Hinsicht der genau erforderlichen Zubereitung und Menge derselben (rechte Gabe) und der gehörigen Wiederholungszeit der Gabe: – kennt er endlich die Hindernisse der Genesung in jedem Falle und weiß sie hinwegzuräumen, damit die Herstellung von Dauer sei: so versteht er zweckmäßig und gründlich zu handeln und ist ein ächter Heilkünstler.
Organon der Heilkunst §3 / Samuel Hahnemann (1755 - 1843)
@All
ich wollte mit meinem Beitrag nicht die Ärzte schlecht machen - sondern aufzeigen, unter welchem Zeitdruck ein Arzt steht....
der Arzt kann ja für diesen Zeitdruck nichts, dem er ausgeliefert ist....

und das Problem wird sich noch verstärken:

Pressestimme: 'Allgemeine Zeitung' zum Ärztemangel
(Überschrift kopieren und bei google reinsetzen, dann kommt der (kurze) Bericht)
Dann solltest du ihm auch nicht übel nehmen, wenn er neben dir das "Patienten-Stammblatt" ausfüllt, denn wenn du aus der Ordinationstür gehst kommt schon der Nächste herein. Also wann soll er dann die Doku schreiben? (Vielleicht in der Nacht als Gedächtnis-Protokoll?) :wink:
eben das wollte ich ja sagen.....

der Arzt kann nichts dafür..... :!:

mir ist nur aufgefallen, wieviel Zeitsdruck ein Arzt hat - das wollte ich mit meinem Beitrag beschreiben........nicht mehr und nicht weniger.....

ansonsten bin ich mit meinem Medikament zufrieden ....
im neuen Jahr muss ich einen Orthopäden finden und einen Termin ausmachen.....
habs bereits vor Tagen versucht - bin jedoch jedes Mal in einer endlosen Telefon-Schlaufe gelandet

auch da dasselbe Problem ?
Gundulabella hat geschrieben:
...und manchmal tun sie mir leid.....vor allem die Hausärzte .....
irgendwie ist das Fließbandarbeit.....

Medikamente verschreiben und zum Facharzt überweisen - für ein Gespräch mit dem jeweiligen Kranken ist keine Zeit mehr da.....
.


Ja, das ist tatsächlich eine ungesunde Entwicklung bzw. Tatsache, mir tun da eher die jeweiligen Kranken leid...


Zeit müssen ja vor allem die Patienten mitbringen, vorrangig für den Aufenthalt im Wartezimmer:
"Die Wartezeit, die man bei Ärzten verbringt, würde in den meisten Fällen ausreichen, um selbst Medizin zu studieren." - Dieter Hallervorden
cron