Kennen Sie das nicht auch? „Hier, wir haben Dir extra alkoholfreies Bier gekauft, das darfste doch“, wollten mir Bekannte neulich etwas vermeintlich Gutes tun. Ich lehnte ab. Schon der Biergeruch allein, geschweige denn die 0,5 Promille drin, könnten Folgen für mich haben. Rückfall. Leberschaden. Friedhof. Klingt das nach zu viel Vorsicht? Oder wieviel Vorsicht ist tatsächlich nötig? Und weshalb und wovor nun eigentlich genau?
Stellen Sie sich vor, Sie essen ein Stück Schokolade, schlucken es hinunter und merken erst dann: Da war ja Alkohol drin!
Was kann einem trockenen Alkoholiker denn nun passieren?
Das weiß man leider noch nicht haargenau. Allerdings haben wissenschaftliche Untersuchungen in einem neutralen Labor ergeben, dass Fruchtsäfte mit einem Alkoholgehalt unter 0,5 V% noch kein „Verlangen“ (Cravings) auslösen, ganz im Gegensatz zu Bildern alkoholischer Getränke.
„Sinneseindrücke wie Geschmack, Geruch, Geräusche oder Aussehen lösen als Schlüsselreize offensichtlich eher Verlangen aus als minimale Alkoholmengen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse stützen unseren Rat, keine Getränke oder Speisen zu sich zu nehmen, die wie Alkohol aussehen oder schmecken. Aber warum sollte man es trotzdem so genau mit dem Alkoholgehalt nehmen? … Der Grund für den dringenden Rat zur absoluten ,Nullgrenze‘ liegt nicht in der Physiologie, sondern in der Psychologie der Sucht. Für die Sucht ist es geradezu typisch, dass aus einer sachlichen und wissenschaftlich korrekten Information wie der, die sie gerade gelesen haben, fast zwangsläufig folgende illusionäre Idee im Bewusstsein eines Süchtigen entsteht: ,Wenn mir ein bisschen nichts anhaben kann, dann brauche ich ja auch nicht mehr so konsequent und wachsam sein wie bisher! Und wenn ich dann aus Versehen ein wenig Alkohol zu mir nehmen sollte und mir das nichts ausmacht, ist doch alles in Butter. Vielleicht bin ich eben doch kein Alkoholiker!?‘“
Genau deshalb raten Therapeuten und erfahrene trockene Alkoholiker dringend: Meiden Sie alle Lebensmittel und Getränke, die auch nur minimal Alkohol enthalten und genauso schmecken und riechen wie alkoholhaltige! Das ist die sicherste Methode.
(Das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund hat übrigens herausgefunden, dass die Wahrnehmung von Alkohol bei zwischen 0,2 – 0,5 Vol% beginnt.)

Dazu eine sehr aufschlussreiche pdf "Versteckter Alkohol in Lebensmitteln"

http://www.alkoholhilfe.at/pdf/INFO%20Alkohol%20in%20Lebensmitteln.pdf
@ froggy

Dafür gibt es doch VorkosterInnen. Ich habe das für trockene Alkoholiker erledigt. Oberfies ist, wenn kranke Menschen gezielt und wissentlich reingelegt werden. Als VorkosterInnen taugen nur 100% zuverlässige Menschen.

In der CH ist die beliebte Speise Käsefondue ein Problem. Das normale Rezept mit Weisswein taugt nicht. Es gibt Ausweichmöglichkeiten. Ich habe einmal gesagt, dass wir Cola zu Fondue nehmen, worauf mich mein Gegenüber hell entsetzt angeschaut hat, weil es verstanden hat, dass wir den Käse in eine Colaflüssigkeit rühren. :lol: :lol: :lol:

Das natürlich nicht. Es war, wenn ich mich richtig erinnere, ein alkoholfreier saurer Most, natürlich sehr geeignet auch für die Kinderleins am Tisch.
Frank

sehr guter Link, danke
Immer gerne Froggy