Vor einigen Jahren stand in einer Kölner Kneipe ein ca. 40jähriger Mann an der Theke mit einem Beo auf der Schulter. Dieser Vogel konnte sprechen und den Sportpalastwalzer pfeifen. Die Gäste hatten einen Riesenspaß und der Mann wurde wegen seines begabten Tieres bewundert.
Das hier zu erzählen macht eigentlich nicht viel Sinn. Aber, mich erinnert dieses kleine Erlebnis an eine frühere Nachbarin, die ebenfalls einen Vogel besaß, einen Papagei. An manchen Tagen sah man sie beim Spaziergang mit ihrem Haustier auf der Schulter. Ich habe diese alte Frau ein wenig näher gekannt und muss sagen, ich fand sie sehr interessant. Sie war klug, witzig, wortgewandt, künstlerisch begabt, modern und aufgeschlossen. Hin und wieder ließ sie sich in der Kneipe ein Kölsch schmecken. - - - Sie wurde belächelt, nicht so ganz ernst genommen, eben irgendwie als "verrückte Alte" angesehen.
Nun, diese Frau war alt und ungewöhnlich, und das ist der Grund für mich, diesen Beitrag hier zu schreiben.
Was ich mich nämlich schon länger frage, ist: Wie hat ein alter Mensch zu sein? Wie sich zu geben, zu kleiden, zu verhalten, nach außen zu präsentieren? Darf man im Alter nur einen Hund spazieren führen? Gibt es angemessene Kleidung und was ist angemessen? Ist man schon beschränkt, wenn man auf der Straße leise ein Liedchen singt oder pfeift? Warum wird bei alten Menschen alles als ungewöhnlich, verschroben oder verrückt angesehen, bei den Jungen jedoch das Verrückteste einfach nur als cool eingestuft. Was ich letztendlich frage, ist: Haben wir Bilder vom Altsein in uns, oder müssen wir sie uns noch erst "machen."?

L.G. rheinnixe
    Das Denken entsteht im eigenen Kopf.

    Welchen Sinn mag es wohl machen, andere dann nach der Ursache zu fragen?
Wo fängt eigentlich "das Alter" an, auch ab 50 gibt es Menschen die ungewönlich, verschroben und völlig neben der Spur sind und manche die 20-30 Jahre älter sind, sind fitter und aufgeschlossener im Denken und Handeln, als die Jungen. 8)
...auch wenn das Denken im eigenen Kopf entsteht - wovon ist es beeinflusst? Also ich habe im Laufe meines Lebens unglaublich viel Mist angesammelt und alle Mühe, zumindest einen Teil davon wieder rauszukriegen. (der Grund: damit ich besser und freier leben kann- unbelästigt von eigenen Vorstellungen, wie ich denn nun zu sein habe). Ich vergesse oft mein biologisches Alter und habe mich schon bei jungen Leuten verschämt entschuldigt: "ich war noch nie alt, ich muss es erst lernen."

Aber der Bericht von Rheinnixe hat mir Spaß gemacht. Überhaupt viele Beiträge von Rheinnixe, die ich als locker und menschenfreundlich empfinde.
Ich orientiere mich an "unkonventionellen" älteren Menschen, die ja eigentlich nur Menschen sind, die länger gelebt haben. Meist wird ja erst nur der abgenutzte Körper, das faltige Gesicht gesehen und in eine Schachtel abgelegt: "alt". Den Rest machen die Medien und dass jetzt die "Alten" als Zielgruppe entdeckt werden, stößt mich ab. ich mach da nicht mit, das meiste kann ich mir Gottseidank sowieso nicht leisten.

Gut, ich will mich nicht bei der Jugend anbiedern. Aber für mich persönlich ist das Teilnehmen am Musikschulorchester eine tolle Erfahrung. Sehr junge und ältere Menschen spielen genauso falsch, üben zu wenig usw. Hätte ich mir vor einem Jahr noch nicht vorstellen können, dass ich da hingehe. Vorurteile.
@Rheinnixe . das ist ein interessantes Thema.

Vor über 2000 Jahren hat Cicero eine kleine Schrift "Über das Alter / De senectude" verfasst in dem er die Klischees über das Alter in Form eines fingierten Dialogs widerlegt hat. ( Das Buch ist als zweisprachiges Reclam- Heftchen erschienen und kostet so um die drei / vier Euros ) Wie bei Reclam üblich gibt es ein Glossar und Fussnoten die es auch einen Nicht-alt-philologen möglich machen, die Schrift zu lesen.
Ich habe mit 28 Jahren, mit den spanischen Mädchen Flamenco tanzen gelernt.
Mit 36 und 45 Jahren, mit 17 - 25 Jährigen noch mal auf der Schulbank gesessen und Zusatzausbildungen gemacht, als kleinen Schwierigkeits-Bonus durfte ich mit Erlaubsnis des RP's, die Ausbildung ein Jahr verkürzen.
Das waren teilweise sehr harte Zeiten, nebenbei noch Kinder und Haushalt, aber ich hatte nie ein Problem um sooooo viel älter zu sein, im Gegenteil, das war immer ein Ansporn für mich, aber nu iss genug, ich will etwas Relaxen. :lol: 8)
Ich kann mich gut erinnern:
Als ich im Kindergarten war, da war meine Klosterschwester-Kindergärtnerin für mich uralt:
Sie war so ca. 35 Jahre alt.

In der Grundschule war meine Lehrerin für mich ziemlich alt:
Die war damals vielleicht so 40 Jahre.

Ich war fast 40 und meine Tochter war 14 - da hatte ich so was wie ein Deja-vue im Urlaub.
23 Jahre vorher war ich mit 14 im gleichen Schloßpark mit meiner fast 40-jährigen Mutter. Die war damals auch alt für mich.
Ich fühlte mich mit 40 - und auch heute kein bisschen alt.

Vor kurzem erzählte mir mein Sohn von einer Frau.
Ich fragte ihn, wie alt die sei, er zuckte mit den Schultern.
Ich fragte nochmal: " jung oder alt?"
Er sagte: "So wie Du ungefähr. Kannst jetzt selber entscheiden, ob das alt oder jung ist!"

Alter kommt auf den Blickwinkel an - finde ich.
Und "Alter" an sich ist weder positiv noch negativ.
Eine Bedeutung in das Wort legen erst unsere Gedanken, die wir mit dem Wort in Verbindung bringen.
Das kann Weisheit oder Dummheit,
Reife oder Senilität ....sein.

meint
maria_anna
Alter kommt auf den Blickwinkel an - finde ich.
Und "Alter" an sich ist weder positiv noch negativ.
Eine Bedeutung in das Wort legen erst unsere Gedanken, die wir mit dem Wort in Verbindung bringen.
Das kann Weisheit oder Dummheit,
Reife oder Senilität ....sein.
    Das hatte ich auch schon geschrieben.
    Ich hab nur nicht so viel Text dafür gebraucht! 8) :D
Robin4855 hat geschrieben:
Alter kommt auf den Blickwinkel an - finde ich.
Und "Alter" an sich ist weder positiv noch negativ.
Eine Bedeutung in das Wort legen erst unsere Gedanken, die wir mit dem Wort in Verbindung bringen.
Das kann Weisheit oder Dummheit,
Reife oder Senilität ....sein.
    Das hatte ich auch schon geschrieben.
    Ich hab nur nicht so viel Text dafür gebraucht! 8) :D


Tschuldigung :roll:
ich hatte die Wörter grad übrig 8)

m._a.
    Typisch "Frau", aber ehrlich! :D
Robin4855 hat geschrieben:
    Typisch "Frau", aber ehrlich! :D


Ja, Gott sei Dank!

Anderes würde mich stutzig machen und mich an mir zweifeln lassen:

m._a. :wink:
:shock: Robin, bist DU eine Frau? :shock:
Musikerin hat geschrieben: :shock: Robin, bist DU eine Frau? :shock:


:shock: So hab ich das noch gar nicht betrachtet! :shock:

m._a.
Tja, bis auf wenige Ausnahmen, braucht Robin m.E. für seine Postings die meisten Worte. :roll: Wer im Glashaus sitzt, der werfe den ersten Stein, oder wie heißt das Sprichwort?
...also ich hab da so ein kleines Spiel für mich, schon immer. Ich stell mir junge Leute vor, wenn sie alt sind und umgekehrt, ältere als Kinder. Für längere Bahn- und Busfahrten geeignet. Bei Robin fällt es mir leicht: der kleine freche Junge, der die Mädchen immer an den Zöpfen zieht.
Bild

aber ich will gerecht bleiben - auch die Jungs kriegen heute ihr Fett ab.
Robin, der Rächer der Langeweile...(hinkt ein bisschen, egal).