@ Migranda (» 28.08.2018, 13:26h)



>>Danke für Deine zum Nachdenken sehr anregenden Überlegungen und den Auszug dieser Spieltheorie.
Ich erinnere mich, als ich zum 1. Mal davon las, lehnte ich diese Kommunikationstheorie total ab, denn für mich war Kommunikation noch nie nur ein Spiel!
Aber nun hab ich durch Deinen Beitrag erneut die Chance, mich damit auseinanderzusetzen. Und es ist natürlich interessant, zu erfahren, dass wissenschaftlich belegt wurde, wie positiv sich Freundlichkeit und Nachsicht z.Bsp. in der Kommunikation auswirken.<<


Die Kommunikation ist kein Spiel und soll es auch nicht sein. Es könnte aber versucht werden, einen spielerischen Zugang zu den eigenen Ressourcen zu finden, die eine bessere Kommunikation erleichtern würden.

Man könnte genauso gut sagen: Die Kommunikation sollte nicht dafür missbraucht werden, den eigenen negativen Gefühlen ein Ventil zu sein, denn das wäre ungerecht dem jeweiligen Kommunikationspartner gegenüber. Aber wenn wir uns dazu anhalten, die Gefühle außen vor zu lassen und „sachlich“ zu bleiben, gelingt das meistens nicht, weil der Druck der Gefühle zu stark auf alles wirkt, was wir sagen und tun, solange wir keine andere Verarbeitungsmöglichkeit dafür gefunden haben.

Da wir einerseits die Forderung einsehen, andererseits unter Druck stehen, wählen wir in dieser Situation oft einen fatalen Weg: Wir rationalisieren unsere negativen Gefühle dem anderen gegenüber, indem wir sie scheinbar „sachlich“ begründen: Alle Schuld liegt beim anderen und ich kann das haarklein „belegen“. Und so darf alles abgelassen werden, der Druck verschwindet – aber das Porzellan ist zerdeppert. Am schlimmsten dabei ist, dass wir noch glauben, im Recht zu sein. Da der andere es oft genauso macht, wird der dann folgende „Kampf“ um die scheinbare Wahrheit im Grunde nur ein Ringen um Selbstbehauptung. (Manchmal kann das sehr legitim sein, aus einer Situation der Unterdrückung heraus, aber das steht auf einem anderen Blatt.)

Zurück zum Spiel: Die Kommunikation ist gewiss kein Spiel, aber das Spiel könnte helfen, uns auf einfache Weise davon abzuhalten, in die Selbstgerechtigkeitsfalle (wie gerade beschrieben) zu tappen und zu verhindern, alle Möglichkeiten einer guten Kommunikation bereits selbst zerstören.

Ich habe auch noch einmal über @Milafranzis Worte nachgedacht. Es stimmt natürlich, dass die Forderung nach Einhaltung der Regel „freundlich zu sein“ ohne weitere Erklärungen dazu führen kann, anzunehmen, hier solle geheuchelt werden. Mein Fehler war es wohl, dies noch nicht genauer erläutert zu haben. Es wäre jedoch ein bisschen viel auf einmal gewesen, gleich mit den Details zu kommen. @Milafranzi hätte mich auch fragen können, anstatt mir etwas zu unterstellen. Ich hätte dann folgendes geantwortet, was sich nun an Dich richtet, weil Du zwar gezweifelt, aber auch gefragt und nichts Negatives unterstellt hast:

Die Wissenschaft hat schon vor geraumer Zeit festgestellt, dass die Körperhaltung eine Wirkung auf das Gehirn hat: Wenn ich lächle, auch wenn ich mich zuerst nicht so fühle, werde ich mich bald besser fühlen, weil die Muskelbewegungen, die ein Lächeln erzeugen, das Signal dafür senden, mich auf Positives zu fokussieren: mich z.B. an frohe Momente zu erinnern oder meine Aufmerksamkeit auch dafür zu öffnen, was positiv ist an diesem Tag war. (Umgekehrt, z.B. über ein Stirnrunzeln, funktioniert es leider auch.)

Wenn ich nun ein Lächeln zunächst „aufsetze“, um meine negative Stimmung zu neutralisieren, ist es durchaus legitim – und wirksam. Wenn ich es nur tue, das Lächeln also bewusst instrumentalisiere, um jemanden zu täuschen, wirkt es nicht positiv auf mich selbst zurück, denn ich würde mich ja nicht diesem Lächeln innerlich überlassen.

So ähnlich sehe ich das mit dem Versuch, freundlich zu sein, auch wenn dieses Gefühl zunächst von einem negativen, z.B. Wut, überlagert wird und nicht zugänglich scheint. Es kommt nun ganz darauf an, ob ich die spielerische Vorgabe nutze, um mein Gefühl zu neutralisieren, so dass ich Gelegenheit erhalte, meine Wut zu hinterfragen und aufzuarbeiten – oder ob ich sie bewusst für ein Täuschungsmanöver missbrauche, um den anderen zu manipulieren und zu betrügen.

Dass ich letzteres nicht gemeint habe mit meinen Beiträgen hier im Thread „Wie kommunizieren wir am besten im Internet?“, dürfte klar geworden sein, hoffe ich.

Die Spielregel „freundlich zu sein“ verschafft mir also im Konfliktfall eine Denk- und Handlungspause. Die freundliche Handlung selbst bewirkt bereits eine Veränderung in meiner eigenen Einstellung. Plötzlich sehe ich alles nicht mehr so eng, der Tunnelblick der Wut löst sich auf und ich bin wieder in der Lage, eine andere Perspektive einzunehmen, mich selbst kritisch zu hinterfragen und dem anderen evtl. sogar zuzugestehen, ebenfalls Fehler zu machen usw.

Einfache „Spielregeln“ im Kommunikationsbereich haben oft nur diesen Zweck der psychischen Entlastung! Ich habe mich zum Beispiel in beruflichen Meetings mit mir gut bekannten Personen der eigenen Arbeitsgruppe anfangs genervt gefühlt durch die vom neuen Chef eingeführte „neumodische“ Kommunikationstechnik, am Anfang ein „Blitzlicht“ durchzuführen: Jeder Teilnehmer sollte kurz seine Befindlichkeit und die Gründe dafür offenlegen. – Erst später begriff ich, welch eine entlastende Wirkung das für das dann folgende Arbeitsgespräch hatte. Nun könnte man das auch als Manipulationstechnik begreifen. Tatsächlich aber fühlen sich damit alle Beteiligten besser! Als unser stellvertretender Chef mal darauf verzichten wollte, als der Chef im Urlaub war, forderten wir es sogar ein!


>>Es stimmt, angemessene Kommunikation ist sehr wichtig für erfolgreiche Diplomatie.
Aber ist es denn nicht auch eine Gefahr, daß man heute immer besser weiß, wie man andere manipulieren kann, z.Bsp. dadurch, auf glaubwürdige Weise Verständnis für jem. und das Streben nach humanem Handeln zu heucheln ?<<


Diese Gefahr besteht und bestand immer schon für alle Bereiche: Für die harten Wissenschaften (Kernphysik: Atommeiler oder Atombomben?) und für die weichen (Psychologie: Hilfs- oder Manipulationstechniken?). Wir können die Entwicklung des menschlichen Forschungsdranges und Erfindergeistes nicht stoppen. Und nicht (nur) die Forscher und Erfindern haben Schuld daran, wenn neue Erkenntnisse missbräuchliche Anwendungen finden, sondern insbesondere die Politik – aber auch diese wiederum nicht völlig losgelöst von der Gesellschaft als Ganzes, von jedem einzelnen Bürger.

>>Auch bezweifle ich, dass man dem anderen wirklich ohne Schranken begegnen kann, wenn man sich solche Spielregeln aneignet, um die Kommunikation im Internet besser zu beherrschen, um nicht mehr verletzt werden zu können.
Denn könnte sich dieses Streben nach Kontrolle und Beherrschung, um sich besser schützen zu können, nicht so auswirken, daß man innerlich verhärtet, ohne es zu wollen? Wäre das nicht eine fatale "Nebenwirkung" dieses Mittels zum Selbstschutz?? <<


Zunächst geht es mir vielleicht tatsächlich nur darum, selbst nicht mehr verletzt werden zu können. Das würde aber nicht ausreichen, um weiter machen zu können. Zum Weitermachen werden Erfolgserlebnisse benötigt. Würde ich dabei stehen bleiben, nur an mich selbst zu denken, geriete ich schnell auf die Manipulationsschiene. Sehr befriedigend wäre es zumindest für mich nicht, mich nur schützen zu wollen vor anderen. – Ich stand schon einmal an diesem Punkt, da drängte sich doch schnell eine leichtere Lösung auf: Mich zurückzuziehen und nur noch andere Dinge für mich zu tun, die mir wirklich Freude bereiten: Freunde treffen, in Familie machen, Bücher lesen, reisen usw. – Warum sollte ich mich auf einer Internetplattform den Angriffen völlig Fremder aussetzen? Ich wurde gezwungen, darüber nachzudenken, weshalb ich mich gerne in solchen Foren aufhalte, dort schreibe, diskutiere und (möglichst konstruktiv) „streite“: Weil mich das auf ganz neue Ideen bringt und damit auch drauf, mich denkend und schreibend weiter zu entwickeln. Ohne die Herausforderungen abseits der eigenen Wohlfühlzone gelingt das nicht so gut.

Okay, es kommt also auch auf den anderen an! Ich brauche ihn! Der nächste Gedanke: Kommt es mir nur darauf an, dass ich ihn „benutzen“ kann als Stichwortgeber und Herausforderer usw. – oder kommt evtl. noch etwas anderes hinzu: Der andere Mensch an sich, als fremdes, geheimnisvolles Wesen voller Eigenarten und eigener Widersprüchlichkeiten – also als Gegenstand meines neu erwachten Interesses am „Anderen“? Da ich ja so „rational“ bin , komme ich auf etwas sehr Naheliegendes erst ziemlich spät: Nein, es ist auch die potenziell in mir und anderen vorhandene Fähigkeit und Bereitschaft einer mitmenschlichen Wärme füreinander! Da besteht die immer wieder aufs Neue einzigartige Möglichkeit, sich mit jemand anderen bekannt zu machen und sogar anzufreunden. Das ist mir schon einige Male „passiert“ und ich möchte diese seltenen aber möglichen Chancen nicht verpassen in meinem Leben.

Nein, ich bin also nicht beim „Selbstschutz“ stehen geblieben und ich empfinde ehrliches Mitgefühl für jemanden, der davon (noch?) nicht loskommen konnte bisher.


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Nachtrag:

Liebe @ Migranda,

meine Antwort an Dich ist inzwischen um mehrere Seiten nach hinten gerutscht. Ich hole sie mal wieder nach vorn, damit Du sie sehen kannst, wenn Du hier wieder hineinschaust.

Bei der Gelegenheit möchte ich mich noch für Deine sachliche Auseinandersetzung mit meinem Beitrag bedanken, was, wie ich inzwischen wieder einmal bemerken musste, keine Selbstverständlichkeit in diesem Forum ist. :D



Verdandi, Du hast einen sehr interessanten Zeitungsartikel zitiert.
Und mehr und mehr vermittelst Du mir den Eindruck, dass Du Dich verhedderst.
Ich sehe zu viele Widersprüchlichkeiten in Deinen Statements.

Ja genau, der Artikel (Link im letzten Beitrag auf der vorherigen Seite) ist sehr interessant. Er bezieht sich allerdings auf Konflikte in persönlichen Beziehungen, insbesondere Partnerschaften und nicht auf solche zwischen persönlich nicht bekannten UserInnen im Netz.

Thema des zitierten Auszuges ist die Frage, ob Du- oder Ich-Botschaften im Verlauf eines Streites angemessener sind. Ich bezog mich damit auf eine vorhergehende Diskussion zwischen zwei Userinnen zu dieser Frage.

Im Gegensatz zur früheren, allgemein anerkannten Überzeugung, dass Ich-Botschaften milder und daher weniger verletzend sind für den anderen, präferieren neuere Theorien offenbar das Gegenteil bzw. gewichten die Aspekte anders: Du-Botschaften seien zwar verletzender, dafür aber authentischer – was heutzutage wohl als wichtiger erscheint.

Voraussetzung allerdings sei die gründliche Analyse und Aufarbeitung des Konfliktes nach dem Streit!


Ich fände das für mich okay. Andere sind da aber evtl. empfindlicher und könnten eine „Du bist“-Attacke nicht so leicht wegstecken, trotz späterer Aufarbeitung. Ich kann diese neue Theorie daher nur bedingt akzeptieren. Es kommt m.E. dabei immer auch auf die beteiligten Personen an.

Ob dieses auch im Netz Anwendung finden kann, bezweifle ich ebenfalls, schon allein deshalb, weil es hier um Konflikte zwischen Fremden geht, deren gegenseitige Vorwürfe oft jeder realen Grundlage entbehren und wohl kaum je mit einer gemeinsamen Aufarbeitung gerechnet werden kann.

Man könnte aber diesbezüglich durchaus verschiedener Meinung sein und darüber diskutieren.

Ich werde morgen Abend hier hereinschauen, und sehen, ob es dazu gekommen ist. – Ansonsten bin ich morgen mal den ganzen Tag „offline“ unterwegs und treffe zur Abwechslung wieder Leute, die ich persönlich gut kenne. :wink:

Also (trotz einiger wirklich grenzwertiger Postings) ALLEN vielen Dank für die turbulente Beteiligung an den heutigen Diskussionen und einen schönen Tag morgen! :D

Gruß, Verdandi



Loveley hat geschrieben: Das mit dem Spiegel, lass mal stecken....ein Spiegel braucht keinen Spiegel!

Ich hatte bisher noch keinen Dialog mit Dir, ich kann allerdings stillschweigend beobachten... :D :wink:


Versuch von Kommunikation in der Praxis...

Ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Ich wollte nichts spiegeln. Meine Aussage dazu sollte sein: es sind deine Wahrnehmungen. Mehr nicht.

Ich hab es aber zum Anlass genommen, über deine Frage nachzudenken.
Persönlich habe ich kein "Thema" mit ihr. Ich kenne sie nicht real.
Mit manchen Äußerungen habe ich durchaus ein Thema. Das habe ich deutlich zum Ausdruck gebracht.
Nichts gegen deine "stillschweigende" Beobachtungen, die dann plötzlich doch nicht mehr so still sind.
Im Grunde genommen müsste jetzt die öffentliche Frage an Diana_Maria kommen, ob sie ein "Thema" mit Verdandi hat 8)

Das wiederum würde aber diesem Thread so überhaupt nicht gerecht werden.Ich bin raus und wünsche allerseits ein fröhliches, streitfreies Kommunizieren und Beobachten :wink:
Hallo, Verdandi!
Bin erst vor ein paar tagen auf deinen interessanten thread aufmerksam geworden, bin mal diagonal, stellenweise auch genauer durchgegangen.
Zwei dinge sind mir aufgefallen: in der speziellen form der internetkommunikation kann eine kommunikation nicht störungsfrei gelingen, wenn bestehende animositäten nicht beigelegt sind. Jede supervision in einer gruppe beginnt damit, dass , bevor das eigentliche thema besprochen wird, bestehende "restkonflikte" aus der welt geschafft werden. Die bearbeitung hat absoluten vorrang, weil nur dann, wenn alle sich gewogen sind, ein fruchtbares miteinander möglich ist. Dein "lächeln" gewissermaßen zur selbstbeschwichtigung wird die wut nicht verschwinden lassen, die du im bauch hast. Aber sie lässt die authentizität verschwinden. Und was ist mit den negativen gefühlen des "kontrahenten"? Die störung bleibt.
Mein fazit: Im internet wird jeder thread in zänkerei enden, wenn viele personen daran teilnehmen, zwischen denen noch konflikte und missverständnisse bestehen, denn in der regel werden sie nicht aufgearbeitet, schwelen weiter. Und die anonymität lädt durchaus dazu ein, aus dem hinterhalt zu schießen.

Das zweite: "Selbst die Äußerung, meine Texte seien zu lang, stellt nur eine persönliche Beurteilung der Form dar, ohne sich auf den Inhalt einzulassen." schreibst du.
Die länge eines textes ist nicht nur FORM, sie transportiert viele unbewusste botschaften auf der emotionalen ebene. Sehr lange texte geraten leicht in die nähe eines monologes, eines vortrages...mit allen damit verbundenen eher negativen emotionen.Da nonverbale kommunikation hier fast völlig fehlt, gewinnt die länge eines beitrages bezgl des emotionalen klimas durchaus an gewicht. Sie können sehr raumgreifend ankommen, vielleicht sogar zu raumgreifend. Das ist hinreichend untersucht: sprachverhalten männer gegenüber frauen, chef...mitarbeiter...etc
Ich denke - es ist wichtig zu erkennen, dass man auf den geschriebenen TEXT reagieren sollte und nicht auf die Person - die ihn eingestellt hat.

In der Schule mußte ich lernen in der KÜRZE liegt die WÜRZE -!
Dahin gehend haben wie oft lange Texte auf das Wesentliche reduziert und siehe da - die Aussagekraft war erhalten geblieben.
"in der KÜRZE liegt die WÜRZE -!"

......das sehe ich auch so

die Besinnung und Beschränkung auf das Wesentliche halte ich für eine gelungene Kommunikation für sehr wichtig
(und ist im Internet sogar einfacher als im realen Leben, weil man die Zeit hat, sich genau zu überlegen, was man eigentlich sagen will, während man im realen Gespräch ja oft gleich lossprudelt)

Sollte dann noch etwas unklar sein, kann man immer noch darauf eingehen
Die letzten Kommentare über mir, die sehe ich zum Beispiel als gelungene Kommunikation an.
Sachlich, verständnisvoll und klar.
Nicht trennend, sondern verbindend.
Das ist “Praxis“.
Und überzeugt mich mehr, als ellenlange Monologe.
Wobei ich gerechtigkeitshalber sagen möchte, dass einige Ausführungen in Verdandis Beiträgen ganz sicher gut recherchiert sind. Und zu Überlegungen anregen können.
Sie gehen halt oft nur einfach unter, in der Länge des Drumherum.
Und durch die dozierende Weise der Überbringung.
Kann sicher auch mir passieren, dass ich falsch rüberkomme.
In ihrem Fall ist es ihr dauerhafter Gesamtstil, der meist enorm in die Länge gezogen ist.
Und etwas ungeduldigere Leser, wie mich dann “nervt“.
Wenn dann noch so etwas, wie scheinbare Überheblichkeit hinzu kommt, bin ich nicht mehr amüsiert.
So hat jeder seine Schwächen und Befindlichkeiten.
Heute bin ich schon wieder ganz entspannt.
Und freu mich über die neuen Kommentare oben.
Solltest du meinen beitrag mit einschließen in deine BEWERTUNG, Diana_Maria, dann distanziere ich mich ausdrücklich davon. Denn auch lob ist eine bewertung.
Und kann instrumentalisieren
Mir geht es um die sache, nicht um die person. Wenn ich von "länge des textes" schreibe, schreibst du von "ellenlangen monologen", was einfach abwertend ist.
Was ich für absolut unzuträglich halte, ist, wenn du ÜBER die Threaderstellerin in der 3.person schreibst. Du kannst sie ansprechen, sie liest aufmerksam mit.
Was ich aber noch einmal hervorheben möchte: störungen und ihre bereinigung haben absoluten vorrang vor der eigentlichen diskussion.
Trotzdem aber auch von mir etwas persönliches: Wenn ich Verdandis beiträge nicht schätzen würde, tja, dann würde ich...ganz einfach... hier nicht schreiben.
Filippa, ich wollte nicht bewerten.
Nur meine Meinung äußern.
Und in der dritten Person sich zu äußern, das kommt öfters vor in den Foren und Bloggs.
Da denk ich mir nichts Böses bei. Wenn es mir ein Befürfnis war, habe ich auch schon die direkte Ansprache angewendet.
Ist es eine Regel, in welcher Form kommentiert wird ?
Ich dachte, das steht jedem frei.
Natürlich gibt es diesbezüglich keine regelung im forum, Diana_Maria. Es geht um den unterschied, MIT jemand reden oder ÜBER jemand reden.
Auch wenn du da keinen unterschied siehst, kannst du frank und frei schreiben, wie du möchtest. Hast es dann aber nicht mehr in der hand, wie es...unterschwellig... ankommt.
Ich bin jetzt raus :)
Hermann Hesse soll gesagt haben: «Theorie ist Wissen, das nicht funktioniert. Praxis ist, wenn alles funktioniert und man nicht weiss warum» … und ich finde, diese Aussage passt wunderbar zu diesem Thread.

Sicher gibt es hier einige sehr lesenswerte Beiträge, aber im Grossen und Ganzen sind die teilweise krampfhaften Versuche einer kommunikationstechnischen (Über)Korrektheit für mich eher ein Beispiel, wie man am besten nicht kommuniziert … egal ob im Internet oder in der Realität.

Für mich gehört in erster Linie Respekt und Wohlwollen gegenüber dem Gesprächspartner dazu und das Bemühen um die so oft zitierte «Augenhöhe» aller Beteiligten … und das halt auch mal verbunden mit der Erkenntnis, dass ich mich zurücknehmen muss und keine Dominanz an den Tag legen darf, kann, sollte. Nur bei einer gewissen Ebenbürtigkeit bleibt eine Unterhaltung für alle lebendig und die Teilnehmer können sich, auch bei schwierigen Themen, dabei weitgehend wohlfühlen und sich rege beteiligen.

Und wenn ich merke, dass eine Kommunikation für mich nicht funktioniert, dann ziehe ich mich zurück … so wie ich es jetzt auch hier mache.

Hier ist mein Sprüche-Quantum ... :wink:


Schafft Kommunikation Realität – oder eine gemeinsame Welt der Wirklichkeit jenseits der Realität?



>>In der Kommunikation kennt nur der Sender einer Nachricht ihre wahre Bedeutung, jedoch schafft der Empfänger durch seine Reaktion Realität.<<

© Marco Schoppmann
(*1978), Unternehmensberater & Coach



>>Allein der Anspruch auf Verständigung unter den Einzelnen erschafft eine Welt – jene gemeinsame Wirklichkeit jenseits der Realität.<<

© Dr. Leon R. Tsvasman
(*1968), deutsch-russischer Denker, Künstler und Literat




geht es jetzt darum " wie kommunizieren wir am besten im Internet?"
oder "wie philosophieren wir am besten über Kommunikation?"

@ filippa (» 30.08.2018, 9:21h)


Vielen Dank für Deinen wohltuend sachlichen Beitrag! In dieser Form bin ich offen für jede Kritik.

Du hast sicher grundsätzlich Recht mit Deinen Ausführungen zu den allgemeinen Anforderungen an ein Gruppen-Coaching und an die leser(innen)freundliche Länge von Texten, – noch ganz ungeachtet der jeweiligen Inhalte.

Ich habe darüber nachgedacht und bin zu folgenden Schlüssen gekommen:

Ich bin kein Coach, sondern nur eine TE, als die ich versuche, den Thread weitgehend zu "moderieren" , natürlich nur laienmäßig und im eigenem Auftrag, ohne professionelle Kompetenz und regulierende Rechte. So wie ich es mit jedem Thread versuche, den ich eröffnet habe.

Das Thema interessiert mich natürlich, sonst würde ich nicht darüber schreiben. Wer mag, kann sich daran beteiligen, ob in konstruktiver oder destruktiver Form, entzieht sich aber meinem Einfluss.

Ich bin realistisch und glaube nicht daran, dass sich in amorphen Ansammlungen von anonymen UserInnen in Netzforen, die man eben nicht mit überschaubaren Gruppen persönlicher Zusammenkünfte in realen Umfeldern vergleichen kann, irgendwelche Animositäten bis hin zu gezielt destruktiven Absichten "ausräumen" lassen, bevor mit den eigentlichen Diskussionen zum Thema begonnen wird – oder zu irgendeinem Zeitpunkt währenddessen oder danach. Mit Einhaltung dieser Forderung würden alle thematischen Diskussionen bereits im Vorfeld scheitern.

Als TE mit einem Thema, das mir wichtig ist, kann ich nur darauf hoffen, dass sich doch einige UserInnen beteiligen, die mit ihren sachlich-konstruktiven (in diesem Sinne gern auch kritischen) Postings zu einem fruchtbaren Austausch beitragen wollen.

Meine Texte, die von Zeit zu Zeit jeweils einen bestimmten Aspekt des Titelthemas aufgreifen, enthalten von mir aufbereitete Informationen und Gedanken in Form von kleinen Essays, als mögliche Vorlage für den Austausch in einer evtl. folgenden Diskussion. Wenn diese Angebote wahrgenommen werden, ist das schön, wenn nicht, ist es zwar schade um die verpasste Chance, mit anderen hierüber ins Gespräch zu kommen. Andererseits weiß ich doch gar nichts über diejenigen, die sich hätten beteiligen können, was sollte ich mir also vorzuwerfen haben? Vielleicht hat es einfach nur niemand gelesen, der Interesse dafür aufbringen kann. Das liegt ja völlig im Dunkeln der Foren des Internets. Da es sich im Philosophieforum außerdem zumeist um komplexe Themen handelt, wäre der Anspruch, ALLE gleichermaßen dafür interessieren zu sollen, ziemlich unrealistisch. Aber auch bei wenig Resonanz habe ich selbst bereits einen gewissen Gewinn daraus ziehen können, mich mit dem Thema intensiv beschäftigt zu haben.

Selbst wenn keine oder nur wenige sachliche, auf die Inhalte bezogenen Beiträge folgen sollten, werden meine Textbeiträge zumindest von anderen gelesen, von denen sich der eine oder die andere durchaus anregen lässt, sich weitere eigene Gedanken zum Thema zu machen, wie ich aus gelegentlichen Feedbacks schon erfahren habe.

Was nun meine Antworten auf die an mich adressierten Beiträge anderer betrifft, so werden die genau so lang sein, wie es nötig ist, um potenzielle Missverständnisse möglichst von vornherein auszuschließen. Denn leider kann man im Zusammenhang mit sehr kurzen Statements immer wieder beobachten, dass sie schnell falsch interpretiert werden.