Nun ist es halt so, im 21. Jahrhundert trifft man sich nicht mehr im Kaffeehaus oder in der Kneipe. Man gibt sich nicht mehr die Hand und man sieht sich nicht mehr in die Augen.
Nein, heute trifft man sich im Netz.
Man chattet, man twittert oder man postet eine Nachricht.
Man duzt sich und nennt sich Tigerlady oder Supermann.
Da ist gutes Benehmen oft genauso rar wie vornehme Zurückhaltung. Na wenigstens der Stammtisch hat es ins Netz geschafft, denke ich mir, und bin mir nicht sicher ob ich lachen oder weinen soll! Wenn ich aber sehe was ein Aufruf bei Facebook und Co. im richtigen Leben für Folgen haben kann (siehe Chemnitz), bin ich doch erstaunt darüber, dass demokratische Kräfte es zulassen das sich Betreiber solcher Seiten auf den Standpunkt zurückziehen können, das sie ja nur die Plattform zur Verfügung stellen.
Würden wir eine Kneipe in derselben Logik als Plattform nutzen, der Wirt würde wohl auf die Dauer ärger bekommen. Ich glaube kaum, dass er sich dann auf den Standpunkt zurückziehen könnte, dass er ja nur Bier verkauft. Man könnte manchmal den Eindruck gewinnen, das Netz ist ein rechtsfreier Raum!
Brauchen wir also eine Rechtsverordnung für den Verkehr im Netz ?
Wo liegt die Grenze zwischen der Freiheit der Einen und dem Persönlichkeitsschutz der Anderen?
Was ist eure Meinung?
Einspruch, "Euer Ehren" .... und keine Pauschalierungen bitte,
denn ich gehe fast täglich zum Frühstück mit Freunden in's Café und bin weder bei Facebook, Twitter & Co., d.h. ich kommuniziere live und direkt und fühle mich trotzdem nicht altmodisch oder, um es in diesem komischen Neudeutsch auszudrücken, uncool.
Wir brauchen daher meiner Meinung nach keine Verordnungen, sondern mehr Gebrauch des gesunden Menschenverstandes im Umgang miteinander.
Ich glaube du hast da etwas falsch verstanden Valentin,
...ich plädiere hier ja für das direkte Miteinander und gegen das anonyme Übereinander. Als gebürtiger Niederösterreicher ist mir das Kaffeehaus heilig und ich vermisse hier im hohen Norden nichts mehr als die geselligen Runden in dem Selben.
Nein, was ich hier in Frage Stelle ist ein de facto rechtsfreier Raum in "sozialen" Netzwerken, wo mancher unter dem Schutz eines Psydonüms jede Hemmung verliert.
Ich finde auch im Netz muß man zu seiner Meinung stehen! (..und das mit einem realen Profil)
Totale Narrenfreiheit gibt es auch nicht gerade, ein Administrator wacht über die Einhaltung der ABG, wenn's auch etwas länger dauert.
Wenn der Dichter dichter dran ist, darf er nicht weitsichtig sein.

Der Vorteil der Kurzsichtigkeit in sozialen Netzwerken ist unüberlesbar,

Wie lautet die Goldene Regel im Umgang mit kleinen Kindern? Stelle keine Regeln auf, die du nicht überprüfen kannst. Sanktioniere, so lange das Vergehen noch im Kurzzeitgedächtnis präsent ist.

Hat sich daran jemals die Administration eines sozialen Netzwerks gehalten?
Übrigens, der virtuelle Kaffee riecht noch nicht überzeugend. Aber das soll noch kommen.

Ich hätte jetzt gern ein Radler mit dunklem Bier, als Alsterwasser leider meist nicht verfügbar!
cron