Ich eröffne diesen Thread, denn das ist ein Thema, das möglicherweise viele anspricht.
Was Hochsensibel ist und wer zu dieser Gruppe zählt, ist im Beitrag der Redaktion
https://www.50plus-treff.at/magazin/leb ... -1539.html
zu sehen. Es gibt auch einen Test, http://www.zartbesaitet.net/survey/site ... ge&su_id=1
Eine Sache sei klar gestellt, bitte auf Süffisanz, Zynismus oder Sarkasmus verzichten, das tut dem Thema nicht gut.
Ich fange mal an:
Vertrauen, Integrität, auch integre Partner, Rückzugsmöglichkeit.
Was noch?
Welche Erfahrungen gibt es im Umgang mit HSPs in der Partnerschaft? Wie kann man Missverständnisse vermeiden?
Hallo Ibinda,

ich bin jetzt gerade mal geplättet. Ich hab den Test gemacht und bin eindeutig kurz vor ganz hochsensibel.

Mit einem Mal ist alles ganz klar, meine Probleme in Kindheit, Jugend, als Erwachsene. Ich habe Manipulationen schon immer intuitiv gespürt, war leider aber lange nicht in der Lage, mich diesen Versuchen adäquat zu entziehen bzw. schon gar nicht entgegen zu stellen. Es ging für mich nie anders, als einen konsequenten Cut zu machen.

Ich brauche Ehrlichkeit und Offenheit. Ich merke, wenn etwas verschwiegen wird und werde dann zur Nervensäge, weil ich das Verschwiegene heraus bekommen will. Und ich merke die Lüge. Und könnte ausrasten, wenn dann Kommentare kommen wie: "das bildest du dir ein" oder "du spinnst".

Ich brauche mein eigenes Reich als Rückzugsbereich, am besten sogar getrennte Wohnungen. Wenn ich meinen Partner oder Freunde sehe, dann gehe ich völlig mit ihnen auf. Aber ich brauche dann auch viel Zeit für mich, um die Flut an Eindrücken und Emotionen zu verarbeiten und wieder zu meiner Mitte zurückzufinden. Wenn ich diese Möglichkeit nicht erhalte, werde ich laut Umfeld *anstrengend*.

Ich brauche viel Freiheit, die ich am liebsten mit mir selbst verbringe. Ich fahre auch am liebsten allein in den Urlaub. Die äußeren Eindrücke reichen mir vollkommen und ich kann mir die Zeit nehmen, die ich für einen Ort brauche, um ihn aufzunehmen. Das lästigste dabei ist ein Mitreisender, der drängelt, dass er weiter will.
Selbst würde ich mich nicht als hochsensibel einstufen.
Könnte mir auch passieren, mal als Axt im Walde zu fungieren.
Vielleicht wird mein Beitrag ja auch so gesehen.

Aber mir stellt sich die Frage, wie umgehen mit Hochsensiblen (Erwachsenen)?
Immer ihren Stimmungen nachgeben,
stets sie vor Ausrastern schützen oder ihre Ausraster ertragen,
darf kein Klartext geredet werden oder nur durch die Blume kritisiert werden?

Begegnet bin ich hochsensiblen Menschen privat und beruflich wie weniger sensiblen Menschen.
Ehrlichkeit und Anstand waren m. E. überall gleichmaßen verteilt, aber auch das Intrigenspiel und der Egoismus.
Nur wurde es jeweils anders "verkauft".
Ad Gruenvonschlecht.
mir scheint, du warst dir vorher nicht klar und der Test hat dich fast überrumpelt?
Ich bin auch erst vor paar Tagen dahinter gekommen, habe aber auch von Früher indirekte Bestätigung, ohne dass Hochsensibilität angesprochen wurde. Unbewusst habe ich schon früher auch Strategien entwickelt, damit umzugehen, etwa mir sowas wie einen imaginären Schutzpanzer zu überstreifen,(ich schreibe darüber später, es funktionert ganz gut). Ich finde es wichtig, auch Alternativen zum örtlichen Rückzug zu haben. Meine Erfahrung ist, wenn ich zu lange mich Außenreizen entziehe, leide ich noch mehr, denn die Sensibilität steigt.
DH, ich habe so ein sanftes Programm, mich in kleinen Dosen auch Eindrücken und Sinnesreizen auszusetzen.

Nettestierfrau, du sprichst ein wichtiges Thema an. Wie unterscheiden "Robuste",ob jemand nur zickig ist (manche haben auch eine Strategie andere in Atem zu halten und ihre Allüren als sensibel zu verkaufen), oder tatsächlich empfindlich.
Ein Aspekt bei Hochempfindlichen ist, dass ihnen Ethik wichtig ist (was aber nicht gleich auf die Fahnen geheftet wird.) Sie verhalten sich ethisch und leiden, wenn sie rücksichtsloses Verhalten spüren.
Schwierig wird es, wenn jemand sich dessen nicht bewusst ist, dass er/sie hochsensibel ist. Denn natürlich finde ich, dass trotzdem eigenverantwortliches Verhalten wichtig ist und Sensible nicht in eine Leidens-oder gar Opferrolle verfallen.
Ich raste selten aus, war früher zu angepasst. (Auch das ist eine Strategie, denn Sensible spüren, wie andere drauf sind und möchten Konflikten aus dem Weg gehen). Wenn ich also wütend werde sage ich, dass ich dieses Ventil brauchte und mein Ausbruch nicht gegen eine Person gerichtet ist.

Das wichtigste ist, dass man als Sensibler sich seiner Gefühle und Reaktionen bewusst wird, und auch der Rationalisierung derselben. Dann kann man sozialverträgliche und dem eigenen Befinden entsprechend Maßnahmen ergreifen.
Von anderen habe ich die Reaktionen als hilfreich empfunden, wenn sie Feedback (Ich-Botschaften) gaben, oder gespiegelt haben. Dass man jemandem mit robuster Psyche auf den Wecker gehen kann, passiert. Menschliches Miteinander ist ohnedies ein laufender (auch unbewusster Prozess) des Kalibrierens. Vielleicht ist die einfachste Lösung, den Rapport zu pflegen.
@nettestierfrau und Ibinda:
Mit Euren Aussagen fangt Ihr genau die Diskussionen an, die Hochsensible nicht brauchen können.

"Aber mir stellt sich die Frage, wie umgehen mit Hochsensiblen (Erwachsenen)?
Immer ihren Stimmungen nachgeben,
stets sie vor Ausrastern schützen oder ihre Ausraster ertragen,
darf kein Klartext geredet werden oder nur durch die Blume kritisiert werden?"
und
"Wie unterscheiden "Robuste",ob jemand nur zickig ist (manche haben auch eine Strategie andere in Atem zu halten und ihre Allüren als sensibel zu verkaufen), oder tatsächlich empfindlich."

Das unterstellt, dass Hochsensible es die Umwelt deutlich spüren lassen, wenn sie auf niederschwellige Reize reagieren.
Aber genau das ist in den meisten Fällen eben nicht so.

Schon im Beitrag der Redaktion steht:
Die Vermeidung von Chaos und Konflikten hat für viele sensible Menschen höchste Priorität.

Nur etwa 30% der HSPs sind angeblich überwiegend extrovertiert.
Egal, ob diese Zahl stimmt, die Mehrzahl gehört auf jeden Fall zu denjenigen, die sich eher zurück ziehen, sich still verhalten und auf Ruhe bedacht sind.

Ausraster und Alüren sind eher kein Kennzeichen für Hochsensibilität, genau so wenig wie eine Abneigung gegen Klartext.

Meine Erfahrung:
Ein (Hoch-?)Sensibler braucht zuerst einmal sehr viel Selbstvertrauen um der Isolierung zu entgehen, in die einem die "Robusten" gerne drängen würden.

Und @Ibinda: sie brauchen auch Vertrauen, Integrität, auch integre Partner, Rückzugsmöglichkeit, da hast Du ganz Recht.

Dem möchte man noch hinzufügen, er (oder natürlich auch sie) braucht auch viel Sensibilität des Gegenübers.
Aber genau daran hapert es ja oft :?
Lt. Test bin ichs. Obwohl ich es für mich als ja - schon sensibel, formulieren würde.
Ich nehme Stimmungen bei anderen Menschen wahr, aber nicht alle können mich damit anstecken. Ich habe eine Nase wie ein Schäferhund. Das kann schon mal unangenehm werden, und ich fühle sehr mit, vom vernachlässigten Kind, gequälten Tier bis zur halbvertrockneten Pflanze.
Aber ich habe auch eine praktisch-pragmatische Seite. Die mag schon Klartext.
Es ist doch immer die Frage, "wie" Kritik formuliert wird.
Wir beide sind jedenfalls immer gut zurechtgekommen, nettestierfrau. :wink:
Stimmungen haben mich allenfalls vor den Wechseljahren geplagt, in den Tagen kurz vor den Tagen. Aber seither - müscht mehr. Und ich wüsste auch nichts, das mich noch zum Ausrasten bringen könnte. :)
Es kommt mir eher vor, ich bewege mich seit einigen Jahren in einer gemässigten Zone, was die Gefühle angeht. Vielleicht habe ich aber auch nur ziemlich viel Lebenszirkus erlebt und bin jetzt in ruhigeren Gewässern. Sehr angenehm.
re.nate,
für mich triffst du des Pudels Kern.
Was Hochsensible brauchen, wissen nur sie selbst.
Den robusteren Typen dahingehend einen Tipp zu geben, wäre eine gute Sache.

Umgekehrt ist es eine solide Basis, wenn die Robusten ihr Verhalten/Empfinden den Sensiblen erklären.
Sich enttäuscht egal in welche Gefühlsecke zurückzuziehen, wäre der schlechteste aller Wege.
Denn so wie die Stille das Laute braucht, brauchen sensible Menschen die robusten und umgekehrt. So wie der Eine mit Kraft den anderen stützt, so hat der Andere die Gabe zu bremsen.
Ich bin auch hochsensibel, das merke ich in meinem Alltag immer wieder.
Aber auch an Schwingungen, die von anderen Menschen ausgehen
und auf die ich mich dann einstelle.
Manchmal kann ich Situationen genau vorhersehen.
Trotzdem möchte ich nicht wie ein rohes Ei behandelt werden und behandele
auch andere Menschen nicht so.
wie behandelt frau ein rohes Ei ?
sie haut es in die Pfanne :lol:
Habe 260 von 300 Punkten.
Wusste zwar von meiner Sensibilität hätte aber eine Hochsensibilität nicht vermutet.
Osteopathen nennen es auch "feinstofflich", das finde ich persönlich treffender
Wenn ein Mensch eine mit Traumata behaftete Kindheit oder Jugend hatte wird er automatisch sensibler für zwischenmenschliche Dinge.


Oder woher beruht nach eurer Meinung diese Feinstofflichkeit?
Hört sich übrigens gut an Gepardin.
Ja, @Gesellschafterin, ich glaube, dass diese Menschen schon
über besondere Erlebnisse verfügen.
Glaube aber auch, dass es Ausnahmen gibt....Feinstofflichkeit, weil sie einfach da ist.
Aber Traumata sind wohl im Vordergrund.
tom-dullard
Dem möchte man noch hinzufügen, er (oder natürlich auch sie) braucht auch viel Sensibilität des Gegenübers.
Aber genau daran hapert es ja oft.

Genau!
Laut Test gehöre ich auch dazu.
Aber ich wußte es schon vorher. War eine Zeit lang in Therapie und da wurde ich schon von meiner Therapeutin so gesehen.
Möchte die Suche auf dieser Seite ansprechen.
Man wird oft falsch gesehen, weil man viele Dinge, Worte als bare Münze nimmt.
Wird als naiv, oder überempfindlich eingestuft.
Lese mal das Buch "Die Masken der Niedertracht" von Marie-France Hirigoyen.