oh danke euch, barbera und parlaro

wenn ich es richtig verstehe, dann ist es so, als wenn in einen leeren eimer nichts hineingegeben würde, und trotzdem etwas herausgeholt wird .......das aber nur im übertragenen sinne gemeint, also sozusagen eine nichtvorhandene existenz in einen vorhandenen eimer hineininterpretiert wird ....ja, danke, ich verstehe ..... :D
barbera hat geschrieben: Was meint die Künstlerin wirklich mit dieser außergewöhnlichen Performance?

Da Künstler ihre Werke aus Intuition, aus einem inneren Zwang heraus, schaffen, braucht es Experten, die in Worte fassen, was die Meisterin durch Aktion ausdrücken wollte.Das Butterbrotpapier wurde zerknüllt. Das Zerknüllen ist eine überaus klare Demonstration einer Wutbürgerin, ein Akt der Aggression - Zorn, reiner Zorn.

Warum ein Butterbrotpapier?
Ein Symbol für die wohlhabende Gesellschaft, die nicht Brot, sondern auch Butter zum Draufschmieren besitzt.
Der Luxus der Einwickelpapiers ist typisch für die verschwenderische Wegwerfgesellschaft.

Das Papier wird nicht einfach weggeworfen.
Nein - es wird in eine ECKE geworfen. Die Ecke ist der Ort der Scham und der Verachtung.


Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, was Kunst alles kann und noch mehr, was man alles hinein interpretieren kann.

Nie wieder wird jemand unschuldig und ohne einen Gadanken an höhere Werte ein Butterbrotpapier
in die Ecke schmeißen können.


Die Art der Handlung (das Wegwerfen in eine Ecke) und das, was denjenigen dazu bewogen hat, so und nicht anders zu handeln, und die Art seiner Objektwahl (Butterbrotpapier) wären dann entscheidend. Könnte man (wohl) dem Fluxus-Bereich zuordnen.

Hier wird aber etwas gespiegelt, barbera, das für mich für jegliche Kunst gilt:

Auf der einen Seite ist die Wahl der Handlung und die Objektwahl ... des KÜNSTLERS.
Auf der anderen Seite steht die Sichtweise ggf. vielfältige Interpretationsbreite der BETRACHTER/des Betrachters.

Du schreibst:
hat geschrieben: Warum ein Butterbrotpapier?
Ein Symbol für die wohlhabende Gesellschaft, die nicht Brot, sondern auch Butter zum Draufschmieren besitzt. Der Luxus der Einwickelpapiers ist typisch für die verschwenderische Wegwerfgesellschaft.


Hat SO aber auch der Handelnde, der Künstler gedacht? Interpretiert der Zuschauer nicht nur eigen-willig und ~mächtig etwas da hinein? (Natürlich macht der Austausch bzgl. der verschiedenen Sichtweisen SINN. Die andere Seite der Medaille.)

barbera hat geschrieben: Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, was Kunst alles kann und noch mehr, was man alles hinein interpretieren kann.
JA!

Und deshalb finde ich es u.a. wichtig, mich mit der Biographie des betreffenden Künstlers zu befassen, um so eher seine Art von Kunst zu "verstehen". Sie als ggf. richtig zu interpretieren ... im Sinne von: "Was wollte der Künstler damit zum Ausdruck bringen?" Was immer noch offen läßt, ob sich der Künstler überhaupt etwas dabei gedacht hat, als er sein Kunstwerk geschaffen hat. Was bei etlichen Kunstrichtungen u. Künstlern einfach auch zutrifft (etwa Pollok).

Aber das hier von Dir:
hat geschrieben: braucht es Experten, die in Worte fassen, was die Meisterin durch Aktion ausdrücken wollte.
... sehe ich gänzlich anders. Die ach so übermächtig wissend erscheinenden Kunstexperten oder Kunsthistoriker können zwar anhand beeindruckendem, kunst-spezifischem Sprachgebrauch (manchmal eher Sprachgewalt) alles in allerbeste Worte packen. Aber nicht doch eher im Sinne von Ver-packen - und der EIGENTLICHE INHALT ist ein ganz anderer ??! Den, wenn überhaupt, kennt nur der Schaffende, der Künstler.
Die toten Künstler können sich nicht mehr wehren gegen Interpretationen.
Die rotieren im Elysium.
barbera hat geschrieben: Kunstkritiker leben davon, aus der Kunst Dinge zu schöpfen, die der Künstler nie hineingetan hat.
Da wäre dann aber Kritik bzgl. der Kritiker angesagt.
Das fand ich jetzt echt köstlich, euer Gedanken-Pingpong zu lesen.
Der Threat hat ja eine Wendung zu grundsätzlicher Kunstüberlegung genommen ...

Ich setze mich jetzt in eine Ecke und hinterfrage mich ... meine nächste Ausstellung steht bevor, die meisten Exponate sind schon verpacket ... aber ... bei welchem habe ich bei der Herstellung GEDACHT?
Grübel, grübel ... bei den meisten habe ich GEFÜHLT ... das Denken kam erst bei der Ausarbeitung hinzu.:
Welche Stücke muss ich jetzt zu Scherben machen, weil zu wenig gedacht?

Ich frag mal einen Kunstkritiker, ob er mir erklären kann, was ich gedacht habe, vielleicht kann der mich retten ... :) :)

Manchmal könnte ich schreien vor lachen, wenn ich in einer Ausstellung mit Betrachtern ins Gespräch komme, die nicht wissen, dass die alte, dicke Frau die Herstellerin der Objekte ist, und mir dann erklären lasse, was ich beim Modellieren gedacht habe .... :) :) :)
Jau, frau vom berg, ging mir auch oft so. Und dann fangen sie auch noch an zu streiten, denn...sie wissen es ja besser!  :lol:
Ja, lieber Reisender ... bei einer Skulptur, nämlich bei der in meinem Garten, weiss ich ziemlich genau, was du gedacht hast ... :lol: :lol: :lol:
Mir geht durch den Kopf, dass ich mal freischaffende Künstlerin war. :shock: Austellungen bestellt zum Thema "Kunst im öffentlichen Raum". Fast pleite geworden bin. :evil: Aber erfolgreich Texte veröffentlicht habe zum Thema "Mißbrauch von geistigen Eigentum" und Lyrik-Preis gewonnen. Jetzt habe ich Geld und bin trotzdem keine Prostituierte geworden. Welch ein Wunder, hauchen Exkünstler hinter mir her.
Kein Wunder, ich arbeite als Pädagogin. Das nervt. :D
Was geht mir so durch den Kopf?
Warum nur fällt es mir so schwer, manchen Aussagen hier Glauben schenken zu können?

Warum z.B. kann ich nicht glauben, dass jemand mit einem Text, der "Mißbrauch von geistigen Eigentum" zum Thema und gleich zwei Rechtschreibfehler im Titel hat, erfolgreich war.

Sachen gibts, die gibts nicht!
Mir geht so manchmal durch den Kopf:
Was muss ich so alles entsorgen, bevor ich dem Leben Ade sage,
damit meine Kinder nicht zu viel alten Kram entsorgen müssen.


Traurig aber wahr, man hat zu viel, von dem man sich nicht trennen kann
Mir geht gerade durch den Kopf, dass sich Ana, Dia und Mono trafen, um sich mit der hermeneutischen Aufarbeitung schwieriger lyrischer Texte zu befassen;

Ana war freischaffende Künstlerin, Dia Pädagogin und Mono Prostituierte;

allerdings schwindelten alle drei ein wenig um ihre wahre Identität nicht preiszugeben: Ana log, Dia log und auch Mono log; was sie erzählten geht auf kein Quhaut; das nervt;

was mir sonst noch durch den Kopf geht:

https://youtu.be/EVoffqksUhc
Wenn ich die Leute im Video sehe, geht mir durch den Kopf, wie manierlich unsere
Generation 1975 dabei sitzt. Alle freuen sich und wippen ein bisschen mit :lol:
Bergfex ... gelacht.
Mit meinem Namen ginge höchstens Kata-log! :)))))
Ich lach mich krumm!

Ich nehme an, hier wird es demnächst heißen: Epi log!
barbera hat geschrieben: Ich lach mich krumm

Und ich lach mich gerade gerade (vorher war ich krumm), als ich das Krumme von bergfex gelesen habe :mrgreen: .