Ich habe mir gestern „Dune“ von Dennis Villeneuve angesehen.

Die Handlung umfasst die erste Hälfte des ersten Bandes des Zyklus von Frank Herbert. Frank Herbert hat mit diesem komplexen und monumentalen Zyklus neue Maßstäbe in der Science-Fiction gesetzt. Wird diese filmische Adaption der Vorlage gerecht? Ich möchte mich auf einige filmische Aspekte beschränken.
Bei den Bildern setzt Villeneuve auf seine malerische Ausdrucksweise. Pastellfarbene Szenarien, der Farbton und das Bühnenbild orientiert sich am jeweiligen „Planeten“. Auf Caladan ein kühles Blau, die Umgebung einfach und Zen-artig, auf Arrakis ein helles Gelb, die Gebäude der Hauptstadt mit aztekischem Anflug gebaut. Viele Bilder sind geprägt eher durch ein Hel-Dunkel als durch bunte Kontraste. Ich fühlte mich fast an Caravaggio erinnert.

Die Filmmusik von Hans Zimmer bildet mehr einen „Wall of Sound“ mit teils kakophonischen Klängen als eine melodiöse Untermalung. Besonders zugesagt hat mir die entschleunigte Erzählweise. Der Film nimmt sich die Zeit, seine Geschichten zu erzählen und gibt den Figuren Raum, bei 2 ½ Stunden muss man auch etwas Zeit mitbringen. Die Augen des Zuschauers werden nicht zugekleistert mit hektischen Computeranimationen und Filmschnipseln im gewohnten Video-Format.

Ich halte den Film daher für ein Kunstwerk, weil er die verfügbaren künstlerischen Ausdrucksmittel originell und extensiv einsetzt. Ich würde mir wünschen, dass Villeneuve diesen Zyklus fortsetzen kann. Ob sich auf dem Niveau, also keine Skywalker-Kinder-Gute-Nacht-Geschichten oder Spielbergs Märchen für Junge und jung Gebliebene, tatsächlich auch ein entsprechender kommerzieller Erfolg erzielen lässt, ist für mich allerdings fraglich.
Curveball - wir machen die Wahrheit

Der deutsche Geheimdienst BND fällt auf die falsche Geschichte eines Informanten rein und gibt sie als Coup aus. Schon bald ist klar, dass alles erlogen war. Doch einem anderen Land könnte genau diese Lügenstory helfen, endlich einen Krieg gegen ein Feindesland anzuzetteln. Also hält das andere Land daran fest und macht sie öffentlich. Klingt nach einem guten Drehbuch für einen Spionagethriller? Ist aber so ähnlich im Vorfeld des Irak-Krieges 2003 tatsächlich passiert.

Es ist eine so unglaubliche wie wahre Geschichte, die der deutsche Regisseur Johannes Naber in "Curveball" verarbeitet: Nachgezeichnet wird dabei, wie die Lügengeschichte eines um Asyl in Deutschland bemühten Irakers schlussendlich zur gefakten Begründung der USA für den Irakkrieg wird.


Die Geschichte ist fast ungalublich, aber sie ist wahr.

Die ganze Welt hat die Gruselgeschichte von angeblichen biologischen Kampfstoffen des Irak geglaubt.
Ich hab sie - fast - damals auch für wahr gehalten.
Dem Schurken Saddam hat man alles zugetraut, auch ein Biolabor, in dem Anthrax gezüchtet werden sollte.
Auch dann, als sich alles als Erfindung herausgestellt hatte, blieben die USA und ihre Verbündeten bei der Lüge und begannen den Krieg gegen den Irak.

Ob Schröder damals wusste, dass alles ein fake ist?

Der Film ist manchmal etwas komödiantisch, trotz alledem aber ziemlich erschütternd.
Ich kann ihn wirklich empfeheln - gut gemachte Unterhaltung mit mit ernsthaftem und - leider- realem Hintergrund.
The Velvet Underground

Ein Film wie ein Ausflug in die Erinnerungen meiner Jugend.
Diese Band verkörperte das Lebensgefühl der damaligen Zeit : Andy Warhol, Lou Reed, John Cale, Nico und Musik, Musik, Musik.

Der Film ist einfach schön - gut gemacht, mit interessanten Interviews gespickt, und immer wieder die klugen Kommentare von John Cale zu den wilden fünf Jahren von Velvet Underground.

Für Fans des Deutschen Schlagers bietet der Film wahrscheinlich wenig Erbauliches, aber wer die Band kennt und schätzt, wird voll auf seine Rechnung kommen.

Für mich waren die zwei Stunden ein voller Genuß.
Trotz Maske vor der Nase - lach !

https://www.zeit.de/kultur/film/2021-10 ... gle.com%2F
Uhrwerk Orange.
"Contra" mit Christoph Maria Herbst als rassistischer Professor.

Unterhaltsam und eindringlich. Alle Charaktere von den Darsteller*innen sehr überzeugend gespielt.

Sehenswert !
Da ich eine Jahreskarte im Kino hab ..... hab ich einfach den neuen Bond geschaut :)
Wobei, einfach ist der nicht zu schauen, weil obwohl ich vorher die Inhaltsangabe auf Wiki gelesen hab - bin ich vor lauter Tempo nicht wirklich mitgekommen.

Aber da ich ja neuerdings in einer ü-50- Börse gemeldet bin, berufe ich mich darauf, einfach nicht mehr zum Zielpublikum zu gehören :roll:
ginkgobell hat geschrieben: "Contra" mit Christoph Maria Herbst als rassistischer Professor.

Unterhaltsam und eindringlich. Alle Charaktere von den Darsteller*innen sehr überzeugend gespielt.

Sehenswert !

CONTRA habe ich vor ein paar Tagen auch angeschaut.
Der Film ist super!