Es ist eine Schöne Geschichte,Danke, ich Hoffe auch das es irgendwann besser wird.
Schöne Weinachten euch allen .
LG Klaus
Heute vor eineinhalb Jahren ist mein Mann gestorben. Er hat seinen Tod kommen sehen, obwohl nicht unbedingt zu erwarten war, dass es so schnell gehen würde. Ich habe dann festgestellt, dass mich mein Mann unheimlich gut auf mein Leben ohne ihn vorbereitet hat. Er hat mir unzählige Versprechen abgenommen und Ratschläge gegeben. Als es dann soweit war, konnte ich mich gut daran orientieren und ich habe noch einmal sehen können, was für ein fürsorglicher Mensch mein Mann war. Ich habe den Mut gehabt, auf meine Weise zu trauern. Ich habe mir für besondere Tage Rituale geschaffen. Der 28. des Monats war so ein Tag. Da habe ich immer einen Blumenstrauß in die Kapelle des Krankenhauses gebracht, in dem er gestorben ist und genau so einen Blumenstrauß habe ich aufs Grab gestellt. Irgendwann hat das aufgehört, dann war es einfach nur der Jahrestag, wo ich das gemacht habe. Heute gab es nur noch einen Strauß fürs Grab. Irgendwann habe ich dann damit angefangen, ganz bewusst die Dinge alleine zu tun, die wir früher gerne gemeinsam gemacht haben. Er hat mich z.B. gerne überredet, mit ihm in die Eisdiele zu gehen. Früher hätte ich das nicht alleine gemacht. Aber plötzlich ist die pummelige Mutti einfach los gegangen und hat es gemacht, einfach weil es ein schöner Tag war. Das hat mir auch sehr geholfen. Am Anfang habe ich mir dabei vorgestellt habe, dass mein Mann dort, wo er jetzt ist, bestimmt stolz auf mich ist, dass ich mich nicht in der Wohnung vergrabe und dann war es plötzlich ein Selbstläufer.
Du machst alles richtig!!!!
hallo lilolin

mein mann ist 2015 verstorben am 16.10.15 und ich hab noch dran zu knabbern.
ich bin ganz allein hab niemanden mehr. hab einige kleinen ritualien beibehalten
und dem leben eine Struktur gegeben. aber trotzdem ist es oft noch unheimlich
schwer alles zu bewältigen bin ja auch nicht mehr die jüngste. wenn du möchtest können
wir uns ja bissel austauschen.
Ich verlor in kurzen Abständen erst meine Oma, dann meinen Vater und etwas später plötzlich und unerwartet meinen Bruder. Da ich mich aber schon vorher öfter und sehr speziell mit dem Tod auseinandergesetzt habe, bin ich sehr gefasst mit dem Schicksal umgegangen. Auch glaube ich fest daran, das es noch nicht alles war wenn wir gehen. Wie der Alte Fritz schon sagte, der schönste Tag im Leben eines Menschen ist der wenn es vorbei ist. Das mag sich jetzt etwas kalt anhören, aber wenn man mal richtig darüber nachdenkt ist schon etwas wahres daran. Ich glaube auch das wir uns nach unserem Tod dafür verantworten müssen wie wir gelebt haben, daran sollten viele Menschen mal drüber nachdenken. Alles böse kommt irgendwann um ein Vielfaches auf einem zurück und das ist auch richtig so.
@Nonpareille
Der schönste Tag im Leben eines Menschen ist wenn es vorbei ist.

Das kann ich mir für mich nicht vorstellen. Der Abschied, verbunden mit der Trauer über all`die geliebten Menschen die ich dann verlassen müsste würde mir unendlich schwer fallen.
Ich habe in meinem Leben mehrere Menschen im Sterben begleitet und ich hatte auch bei denen nicht das Gefühl, dass sie sich freuten.
Und ob das Böse irgendwann auf ein Vielfaches zurückkommt sehe ich auch nicht so, aber das ist wohl auch eine Glaubenssache.
Freude ist sicher das falsche Wort für das Gefühl, gehen zu müssen.

Die Menschen, die ich begleitet habe, haben ihr Schicksal angenommen und waren einverstanden damit. Es war nicht Freude - es war Frieden.
ja, @barbera, so ist es richtig ausgedrückt, ein innerer Frieden.
Mein Enkelkind ist tot. Jetzt im Oktober wäre sie 18 Jahre alt geworden und im Dezember jährt sich der 1. Todestag.
Es ist immer noch so unglaublich unfassbar. Vor ca. 1 Jahr habe ich meiner Tochter folgendes geschrieben und es bewegt mich immer noch sehr. Kein Kind sollte vor der Mutter gehen.

Brief an eine starke, verzweifelte Frau.
Meine geliebte Tochter
Ich sehe dich, auch wenn du nicht vor mir stehst.
Ich spüre dich, auch wenn du weit weg bist.
Ich höre dich und deine Schmerz in jeder Minute des Tages.
Du bist so verdammt stark obwohl du fast zerbrichst.
Denn.......dein Kind stirbt....
Ich frage mich, wie hältst du das aus und dann weiß ich, du bist wie ich.
Stark und doch so schwach, laut und doch so leise, hart und doch so weich.
Wir wissen beide was Schmerz ist und wovon ich spreche. Die Welt hat ihre Farben verloren.
Es ist wie ein böser Traum und wir hoffen endlich daraus zu erwachen, aber niemand weckt uns auf.
Ich habe Angst um dich, meine geliebte Tochter, Angst, dass du daran zerbrichst. Aber das darfst du nicht, denn du hast ja noch ein weiteres Kind, welches dich dringend braucht.
Und ich brauche dich, denn du bist ja mein Kind. Wir brauchen uns. Wir können unser Schicksal nicht ändern. Nur zu gerne würde ich das tun. Ich würde mein Leben geben, wenn ich etwas ändern könnte.
Weine, wenn du kannst. Sei zornig, wenn du musst, lache, wenn dir danach ist und lebe dein Leben. Jeder hat nur eins.
Bleib tapfer und nimm jede Hilfe an, die du bekommen kannst. Du brauchst deine ganze Kraft. In diesen schweren Monaten, Wochen, Tagen und Stunden. Jede Minute zählt.
Gib deinen Kindern alles was sie brauchen, besonders Liebe.
Deine Mama
Chrilon

manchmal fehlen Worte,mich haben Deine Worte unheimlich berührt.
Wenn Kinder vor den Eltern gehen,gehen müssen,ist für alle unfassbar.

Ich wünsche Dir und Deiner Tochter ganz viel Kraft.

liebe Grüße unbekannterweise

Babsy
Vielen Dank für die lieben Worte.
Du hast die besondere Gabe, die richtigen Worte zu finden. Sie treffen tief ins Innerste.
    Chrilon12
    deine Zeilen sind sehr gut formuliert und sicherlich sehr hilfreich - für solche eine Situation, die kaum eine Mutter ohne Unterstützung bewältigen kann.
    Dabei fehlt mir der Hinweis - wie man als Großmutter - selbst damit umgehen kann - da man doch selbst Unterstützung für solch eine schwierigen Situation benötigt - um damit fertig zu werden.
als Betroffener kann ich meine Empfindungen nur so beschreiben:

Nicht dass Sterben ist das schlimmste. Sondern, dabei zusehen zu müssen, wie jemand, den du liebst, stirbt. Während du weißt, dass Du dich niemals davon erholen wirst. Und die unwiderufliche Gewissheit, den Rest deines Lebens, mit diesem Tod leben zu müssen.
--Während du weißt, dass Du dich niemals davon erholen wirst.--

Dieser Satz macht Angst u er stimmt einfach nicht, wenn doch, dann braucht man Hilfe
Wenn man die Trauer um einen geliebten Menschen in eine tiefe, innere Beziehung umwandeln kann, dann ist das Schlimmste überstanden.Dann ist aus der tiefen Trauer Liebe geworden u man kann seine eigenen Lebenswünsche wieder umsetzen, oft im Sinne des Verstorbenen.
cron