sich in arbeit zu stürzen, das heißt für mich verdrängung!

mit anderen menschen die trauer teilen, darüber sprechen, das ist für mich trauerbewältigung!

uuund notwendig, wenn die trauer "hochkommt".
    Arbeit sehe ich als gute Ablenkung - aber jeder verarbeitet seine Trauer individuell.
    Mir halfen Gespräche - viel Gespräche mit meinen Kindern - eben Menschen die den Toten wirklich kannten.
    Oder auch meine Einsamkeit - wo ich versuchte so manches mit mir selbst klarzumachen und zu verstehen und meinen Tränen freien Lauf lassen konnte.
Heute war Geburtstagsparty,
Geburtstagsparty am Grab, mit Blumen, Kerzen, Seifenblasen und zahlreichen Luftballons.

Aufgedruckte Notenschlüssel und Noten symbolisierten die Leidenschaft zum Musikmachen
Familie und Freunde ließen gute Wünsche und Grüße in den Himmel steigen

Speise und Trank, Tränen und Lachen, Erinnerungen und Zusammensein, das Haus war voll davon.
Einen konnten wir nicht sehen, aber er war mitten unter uns.
Das finde ich wunderbar nettestierfrau.
@nette stierfrau: schön wenn man so seine trauer zum ausdruck bringen kann!

nachahmenswert!

nur wie @kundgeba schreibt, jeder geht mit seiner trauer anders um und das ist auch gut so, von mensch zu mensch anders. wie im leben so im sterben!

wichtig ist, dass man die gefühle der trauer wahr nimmt, ihnen raum und zeit gibt!
@nettestierfrau
Mit den Toten zu feiern habe ich in Honolulu am Memorial Day Ende Mai erlebt. Dort werden ca. 12.000 Soldatengräber auf dem Punchbowl mit Fahne und Blumen geschmückt und die ganze Sippe zieht mit Sonnenschirm, Liegestuhl und Kühltasche ans Grab.
Ehemals war das eine buddhistische Sitte, heute aber nicht nur.
Tot ist nur der, der auch in den Herzen aus der Erinnerung ist.
Hallo Cosmea52!
Ich bin neu hier habe mich ein wenig in den Foren umgesehen und bin auch auf deine Ausführungen in Bezug auf Trauer gestossen.
Mich hat das Thema deshalb interressiert und auch betroffen gemacht,da meine Frau vor einem halben Jahr ,nach 51 Ehejahren gestorben ist.Ich kann jenen nur beipflichten die schreiben sie verstehen die Welt nicht mehr und kommen sich verlassen und traurig ,ja auch wütend vor.Auch ich befinde mich nach einer Phase der Schockstarre in einer Art von Nebel und weiss nicht wie es mit mir weitergehen soll.
Alle gutgemeinten Ratschläge nützen ja nichts und auch Ratschläge von Familie und Freunden sind Schall und Rauch,man ist allein und damit hat sichs.Wie lange es dauert weiss ich nicht und will es garnicht wissen.So viel weiss ich aber auszuhalten ist diese Situation aber sehr schwer.
liebe Grüsse
Romulus
    @Romulus - ich habe gesehen du bist aus Wien - dann komme doch am Samstag zu einem gemütlichen Weihnachtstreffen der Regionalgruppe Wien.
    Hier --> klick <-- bist du nicht alleine und wir haben Spass miteinander und dass wird dir sicherlich auch gut tun - und sicherlich ein wenig ablenken.
    Deine Frau sollst du auch nie vergessen - aber das Leben geht weiter und du selbst, sollst es dir doch so gestalten, dass du wieder Lebensfreude genießen kannst.
Cosmea52 hat geschrieben: wichtig ist, dass man die gefühle der trauer wahr nimmt, ihnen raum und zeit gibt!

    diesen Satz von dir - finde ich ist ganz wichtig, - denn jeder braucht seine Zeit und diese Zeit ist total unterschiedlich.
    Ich las mal über das "Trauerjahr" - und dieser Begriff wurde mir selbst bewußt - als meine Mutter starb.
    Erst nach einem Jahr bemerkte ich, dass es mir wieder etwas besser ging - und ich wieder ein bisschen lächeln konnte - und nicht mehr in Tränen ausbrach - wenn wir von meiner Mutter sprachen.
    Und andere können das bereits früher - andere erst viel später.
    Ich glaube auch, dass dieses "Jahr" eine Durchschnittsbegriff ist.
    Wichtig ist - dass man wieder nach vorne schaut und nicht nur in die Vergangenheit.
@Romulus: Entschuldige habe erst heute deinen Beitrag gesehen!

Ich denke manchmal kann man sich nur der Trauer hingeben, sie aushalten ist ganz wichtig, schauen was dabei geschieht.
z.B. eine Kerze anzünden und in die Flamme schauen, sehen was kommt, die Gefühle wahr nehmen.

Gefühle sind ganz wichtig, sie wahr zu nehmen noch wichtiger,
in den Gefühlen zu verharren, annehmen und weitersehen, was passiert.
Und ich als gläubiger Mensch bete halt dann für den-, diejenige.
Es wird dann total leichter, das ist aber nicht für jeden, natürlich.
Mir hilft es, weil ich weiß der/die Verstorbene ist bei Gott und ich sehe ihn/sie wieder.
Ich kann daran glauben.

Es ist nur zu verständlich wenn man sooo lange mit einem Menschen zusammen war, dass es sehr schlimm ist.
Zeit heilt Wunden sagt man, es wird besser, wenn es auch manchmal lange dauert.
@Romulus

Die Wunden heilen, aber es bleiben Narben.
Der Schmerz, die Trauer, vergehen nicht, aber sie ändern sich!
Es wird die Zeit kommen, dass du mit Dankbarkeit auf die gemeinsames Jahre zurückdenken kannst!!
Ich denk an dich!!!
Hallo liebe Forenmitglieder!
Ich bin überwältigt über alle diese guten Postings und bin auch sehr dankbar dafür!
Ja die klitzkleine Hoffnung besteht(wenn ich auch schon diesen Satznicht mehr hören kann)
Trotzdem vilelen Dank Euch allen!
Liebe Grüsse
Romulus
Mein erster Eintrag hier...
Ich bin seit einem guten Jahr verwitwet und stolpere oft auf dem Weg in mein neues Leben. Es ist nicht mehr so schmerzhaft wie am Anfang, ich stehe nach dem Stolpern auch schneller wieder auf, verlaufe mich aber oft auf dem schweren Weg und weiß manchmal nicht, welche Abzweigung ich gehen soll. Dass ich die falsche genommen habe, merke ich meist zu spät und muss den Umweg in Kauf nehmen. Das kostet Kraft und lässt mich manchmal verzweifeln. Aber ab und an kann ich bereits mit kleinen Glücksgefühlen an die gemeinsamen schönen 30 Jahre zurückdenken. Ich fürchte, das, was Trauernde am meisten brauchen ist Zeit und Geduld...

Hier eine kleine Geschichte, die ich heute in einem anderen Forum, das für Verwitwete ist und in dem ich seit einem Jahr angemeldet bin - gelesen habe –. Ich weiß zwar nicht, ob hier der richtige Platz ist, diese zu erzählen. Aber vielleicht bringt sie einigen von euch, die sich in der gleichen Situation befinden wie ich, ein bisschen Zuversicht.

Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.

Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?"
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimmen stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.
"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.
"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.
"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet."
"Ja, aber..." argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"
"Ich... ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt." Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.

"Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen." "Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet."

Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.

Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll. "Ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre nette Gefährtin: "Aber... aber – wer bist eigentlich du?"
"Ich", sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein Mädchen: "Ich bin die Hoffnung."

(Verfasser: Inge Wuthe)

Ich wünsche allen Betroffenen, die ebenfalls einen lieben Menschen verloren haben, trotz aller Traurigkeit ein besinnliches Weihnachtsfest und einen hoffnungsvollen Blick in das neue Jahr.
Vielen Dank @silvershine für die schöne Geschichte.

Alles Liebe dir uuund @ALLEN ein schönes Weihnachtsfest!
Das ist eine wunderbare Geschichte. Danke dafür. Ich habe mich auch dafür entschieden die Trauer um einen Menschen, den ich sehr geliebt habe, (er ist allerdings noch am Leben) zu zu lassen und jeden Erinnerungsschnipsel ab zu arbeiten und wenn es denn mit kurzen Weinanfällen sein muss. Anders geht es nicht. Alles verdrängen, weglaufen und übertünchen führt nicht zum Ergebnis das Leben wieder zu lieben und sich selbst wieder zu finden und wieder glücklich zu werden.

Ich wünsche allen, die diese schwere Zeit auch durch machen müssen, viel Kraft und Mut die Trauer aus zu halten und zu akzeptieren, dass sie dazu gehört zum Leben.

liebe Grüße und ein gesegnetes Weihnachtsfest

Doris