Laelius,

Eine andere Antwort habe ich von dir ehrlich gesagt nicht erwartet,da man ja aus deinem Pfoil erkennen kann das du in der Pflegebranche tätig bist.

Deshalb mußt du ja nicht gleich deine Berufliche frustration an anderen raus lassen.

Mach du doch den Job.
Oder glaubst ein Rentner kann sich diesen Dienst aus Deutschland leisten.
Immerhin kosten zwischen 6000 - 10000 euro :roll:
ich weiß mir aber keinen Rat. Ins Heim möchte ich nicht, zumal in meiner Situation noch eine Rolle spielt, dass ich nicht wüsste, wo ich mich einigermaßen heimisch fühlen könnte, von der Gegend her; dort wo ich jetzt lebe, bin ich nicht sehr glücklich und finde kaum Menschen, die auf der gleichen Wellenlänge liegen; dann möchte ich nicht auf meine Hunde verzichten; für eine gute Unterbringung, egal ob in einer Art Heim oder betreutem Wohnen etc. wird mein Geld nicht reichen, meinem Sohn und der Schwiegertochter, die aus ganz anderem Holz sind als ich, möchte ich nicht zumuten, zuzahlen zu müssen - eigentlich bleibt nur das erhoffte, aber nicht bestellbare Glück eines plötzlichen Todes - oder der Freitod, der ja auch kaum ohne Geld und Beziehungen zu haben ist, es sei denn, man/frau ist mutig genug, sich vor einen Zug zu werfen...
Natürlich wäre ich glücklich, eine WG zu finden, die mich und meine beiden lieben Hündinnen akzeptieren würde - aber auch die müsste bezahlbar sein, und sie würde stehen und fallen mit der Bereitschaft der Mitbewohner, gewisse Dienste im Notfall zu übernehmen, natürlich auf Gegenseitigkeit, solange jeder kann, und das ist alles ziemlich theoretisch, oder weiß jemand, wann er durch Schlaganfall, Knochenbrüche oder Krebsbehandlung an Hilfe angewiesen sein wird?? - und auch wenn das doch gemanagt werden kann - irgendwann zum Schluß lauert trotzdem die Pflegebedürftigkeit - da habe ich keine Lösung!! M.E. ist es auch nicht planbar, welche Möglichkeiten es in einigen Jahren geben wird, denn die Regierung wird immer mehr auf Sparkurs gehen, also wissen wir nicht, womit wir dann rechnen können. Für meine jetzige Situation wäre eine WG sehr gut - wer macht mit? Ich kann körperlich nicht mehr viel beschicken, bin aber zu vielem bereit und vielleicht noch fähig...Auch in meinem Haus könnte ich die WG schon anbieten - fürchte aber, dass sich für die Griese Gegend nicht so viele begeistern ...
Grüße an alle, die das Thema wirklich ernsthaft angehen!
Georgine
Liebe Kallie,
wir haben das Thema so gelöst, dass wir für meine Tante, die in einem Alter war, wo sie nicht mehr alleine leben konnte, zunächst eine Hilfe aus dem Ort ins Haus geholt haben. Das ist dann dazu über gegangen,dass diese Frau eine Festanstellung bei meiner Tante bekommen hat.
Die Zwei haben sich im Laufe der Jahre richtig angefreundet und meine Tante wurde in diese Familie integriert über Besuche und gemeinsame Ausflüge. All das war aus meiner Sicht "Gold wert" und ich bin sehr dankbar für diese Jahre der gegenseitigen Unterstützung und Wertschätzung.
Meine Tante ist verstorben und sie hat das letzte Jahr ihres Lebens in einem Altenheim gelebt.
Ein Altenheim ist nicht vergleichbar mit dem Wohnen zu Hause mit im vertrauten Umfeld, sozialen Kontakten und der kontinuierlichen Einbindung aktiv in das Leben, der persönlichen bekannten Bezugsperson, der Liebe und Aneilnahme eines nahestehnen Menschen. Der Wechsel in das Altersheim (mit über 90 Jahren) ist ein riesiger Einschnitt, denn wohl nur der Mensch selber erleben kann.
Wenn immer möglich sollte man nach dem Herzen entscheiden und dann Wege finden, das umzusetzen. Da ist es vielleicht nicht so wichtig ob der Mensch Pole oder Deutscher ist, das vermag ich nicht zu beurteilen.
Alles Gute dir von Martina
Ich kenne ein Seniorenpärchen, die sich jahrelang von zwei Polinen haben pflegen lassen. Die beiden haben sich im 6-Wochen Rhythmus abgewechselt und auch feste im Haus gewohnt. Ich selbst bin mehr dafür, dass die Verwandten die Pflege übernehemen. Ich selbst pflege auch meine Mutter, und nutze alles was mir dabei helfen kann, wenn ich verreisen muss z.b. den Pflegedienst oder Kurzzeitpflege, lasse die Medikamente vorsortieren, damit es mit den Pflegern auch reibungslos abläuft. Natürlich sind die familiären Situationen überall anders, nicht jede Familie kann sich um seine Senioren kümmern. Meine Bekannten waren und sind jedenfalls sehr zufrieden mit ihren Polinnen.
Es ist ein ganz schweres thema. Ich bin Altenpflegefachkraft und habe auch die richtige antwort nicht. Am wichtigsten ist das Krankheitsbild und die Qualifikation der Pflegerin.Leider habe ich schon schlimme Dinge aus der häuslichen Pflege gesehen, sehe aber auch das viele alte menschen nach Hause wollen. Bei unserem Haus integriert sind Altenwohnungen, die Bewohner ( Miete) leben selbständig , können aber alle Aktivitäten mitmachen. So ist der Übergang recht gut. Aber ich muß auch sagen das manche Menschen besser in einem heim aufgehoben sind und nicht so viele sind total unzufrieden. Die meisten genießen die Aufmerksamkeit und nicht selten wird die Familiäre Zusammengehörigkeit viel besser weil der Druck auf beiden Seiten weg ist.
ich hätte nichts gegen ein Pflegeheim - es muss ja kein luxuriöses sein bei meiner kleinen Rente.

Wenn ich meinen Vater besucht hatte (er hatte ein Einzelzimmer) und es war eine große Anlage mit viel Möglichkeiten für diejenigen, die noch einigermaßen mobil waren, habe ich mich eigentlich ganz wohl gefühlt. Einmal hatte ich auch eine Unterkunft dort gebucht - die Möglichkeit gab es auch.

Seine Betreuerin hat ihm vieles ermöglicht - Fußpflege, Friseur, Sprechunterricht - allerdings hatte mein Vater auch Geld.

Frauen sind nicht soviel wert - es gibt so viele davon und oft sind sie finanziell nicht so gut gestellt. Trotzdem - da ich keine Familie habe, werde ich nach einer "Einrichtung" fragen - danke Quivis. Einfach kann es sein, das Essen kann schlecht sein - nur die Stimmung soll gut sein - so hätte ich es gerne. Emotional habe ich gelernt, mich selbst zu versorgen.

Da ich auch kein Wohneigentum habe - wo soll ich jemanden unterbringen, was für mich schon fast zu klein ist? Wenn ich euch so lese, bin ich fast dankbar, dass ich mein Leben lang einfach leben musste - ist dann wohl nicht so schlimm, loszulassen.
24 Stunden-Betreuung -Zuhause oder Pflegeheim, beides hat seine Vor- und Nachteile.
Zuhause fühle ich mich sicher und aufgehoben, das klingt gut. Ist aber nicht immer der Fall.
"Das Zuhause " gibt es für viele Demenzerkrankte nicht mehr. Sie möchten zwar nach Hause aber es ist das Zuhause von früher, wo Vater, Mutter und Geschwister noch lebten.
Zuhause auf Intensivplege angewiesen zu sein, ist ebenso schwierig bis fast unmöglich.
Zuhause kann auch trotz präsenter Pflege ein einsames Zuhause sein.
Nicht jeder wohnt im Erdgeschoss oder hat einen Aufzug für den Rollstuhlfahrer im Haus.
In der Regel werden bei Langzeiterkrankung auch Besuche der Lieben selten.

Ein Umzug ins Altenheim ist sicherlich eine der schwierigsten Lebensphasen eines Menschen.
Die fremde Umgebung, fremde Menschen, eingeschränkte Lebensmodelle, das alles und nicht zuletzt die Finanzierung machen Angst und Sorge.
Das nicht auf der Tasche liegen zu wollen, ist ein großes Problem.
Doch derjenige, den es trifft, der kann am wenigsten dafür.
Biete selbst 24 Stundenbetreuung an, mich stört, wenn versucht wird das ganze für eine unangemessene Bezahlung verkauft werden soll.

Eine wirkliche Lösung, wenn du auf Hilfe angewiesen bist gibt es nirgends. Du kommst teils in Familienstrukturen als "Fremder", der Alltag für das beteiligte Klientel wird ein anderer.

Also bleibt schön Gesund
Hallo zusammen habe diese ganze Diskusion mitverfolgt und möchte interessierte gerne auf Betreutes-Wohnen-Lindlar... hinweisen Gruss Bärbel :arrow:
Anonymous hat geschrieben:
Kallie1 hat geschrieben: Sehr geehrte Mitglieder,

Um mehr Erfahrungen für mein Projekt zu sammeln,möchte ich eine kleine Umfrage starten.

Wenn man im alter auf Hilfe angewiesen ist bleibt meist nur das Altenheim oder hilfe von einem ambulanten Pflegedienst.
Dieser arbeitet jedoch meist nach einem strengen Zeitplan und ist nur wenige Minuten vorrot.Eine Pflege durch Verwandte ist so unumgänglich.
Doch in der heutigen Zeit leben die Kinder berufsbedingt nicht mehr in ihrem Heimatort.
Für viele ältere Menschen ist das Leben in einem Alten/Pflegeheim eine Horrorvision.
Doch es gibt eine Alternative!

Eine polnische Pflegekraft für die häusliche Pflege.
Hier zieht die Pflegekraft aus Polen bei ihnen zu hause ein und ist 24 stunden vorort.Natürlich arbeitet sie keine 24 stunden,pflegerische tätigkeiten dürfen nicht übernommen werden.Die Zusammenarbeit mit einem ambulanten Pflegedienst wird weiterhin empfohlen.
Dies ist nur möglich:
Die Betreuungskräfte sind bei einem Unternehmen in Polen angestellt und werden rechtmäßig nach Deutschland entsendet. Das Personal ist sozialversicherungspflichtig angestellt und versichert. Das Formular E 101, welches ab dem 1. Mai 2010 durch das A 1 Formular ersetzt wurde, ist ein Nachweis für die Einhaltung der Vorschriften sowie das rechtmäßige Abführen der Sozialabgaben.
Die Kosten liegen zwischen 1300 - 1900 euro brutto monatlich.
Ein vergleichbarer Service durch einen Deutschen Pflegedienst wäre um das fünf fache teurer.
Die Vermittlung von Selbstständigen Pflegekräften ist illegal.

Nun meine Frage:

Was haltet ihr von dieser Art der häuslichen Betreuung?

Was haltet ihr von einer Seniorenwohngemeinschaft?


Vermittels wohl und verdienst dir die Goldene Nase :idea:


Moderne Sklaverei.....
Du sagst es. ich bin ja selbst nah dran und das Alter kommt unaufhaltsam.

Trotzdem finde ich es unsäglich, wenn für jeden alten Menschen ein anderer jüngerer den ganzen Tag sein Leben opfern soll. Denn es strengt wahnsinnig an. Als es mit meinen Eltern (in verschiedenen Lebensphasen) soweit war, war mein häufigster Gedanke: wenn ich nur nicht so allein damit wäre. Weil der Partner fehlte. Aber ich habe meine Eltern immerhin geliebt und da tut man schon automatisch, was geht.

Dann hörte ich von Fällen, wo die Ehe kaputt ging, weil ein "Kind" ein Elternteil pflegen wollte. Der Partner hatte eben auch Ansprüche.

Diese Aufgabe einer Fremden (es sind ja fast immer Frauen) zuzumuten, die es ums Überleben tut, ist schon heftig. Denn ihr Leben verrinnt auch dabei.

Ich wollte schon immer lernen, andere Menschen nicht auszusaugen, auch wenn ich vielleicht einmal die eine oder andere praktische Hilfe brauche.

Wer pflegen will, braucht unbedingt einen Ausgleich. Woher nimmt eine "Fremde", die alleine 24 Stunden pflegen soll, die Kraft? Es gibt Naturtalente, aber die sind selten.
1. Alleinpflege 24h ist eindeutig eine Überforderung und geht auf lange Sicht zu Lasten beider Seiten, denn die Pflegekraft wird überfordert und lässt es vielleicht (nicht absichtlich bzw. bewusst) an der Pflegeperson aus. Wenn die Pflegeperson auch noch körperlich rumgehievt werden muss, ist Alleinpflege in meinen Augen nicht zu vertreten. Ich weiss, wovon ich spreche, denn ich bin mit diesem Thema jetzt durch
2. Man muss seeeehr genau prüfen, wen man sich da ins Haus holt
Offenbar hat hier noch niemand etwas von Arbeitsrecht und Arbeitsschutz gehört, nicht wahr!
:? Beim durchlesen dieses Threads ist mir schlagartig klargeworden, daß in den drei Fällen (die ich persönlich weiß und preiswertes Ostpersonal beschäftigt wird) es nicht um die überfürsorgliche Liebe zum Pflegefall geht, sondern um die Rettung der Erbmassen!

Omas Häuschen soll nicht verpfändet werden, nur weil sie vielleicht noch jahrelang gepflegt werden muß...

Wer nix hat, hat dahingehend wenig zu befürchten!
Als Sozialfall ist es nicht so tragisch (rein wirtschaftlich!), wenn man in ein Pflegeheim kommt, den Kindern wird lediglich ein vertretbarer Monatsbeitrag vom Einkommen abverlangt.

Aber wenn Opa Immobilien und Werte besitzt, sind sich die Erben (oder auch ein alleiniger Erbe) sehr schnell darüber im Klaren, daß es ans "Eingemachte" geht...

Und der Gesamtschaden läßt sich man einfachsten mit unterbezahlter Pflege begrenzen.
Möglich, dass Du da auf dem Holzweg bist:
Mein Vater wollte nicht in ein Heim. Ein "normaler Pflegedienst" hätte damals ca, 7.000 DM gekostet - soviel Geld, um das auf Dauer zu finanzieren, war nicht da. Also habe ich einen (legalen) Pflegedienst bestellt, der preiswerter war . Der arbeitete mit polnischen Krankenschwestern. Eine wäre für 24h zuwenig gewesen und sie wäre auch sonst körperlich überfordert geewesen. Mit der Ablösung klappte es auch nie, also habe ich dann mit dieser Firma einen Kompromiss geschlossen: 2 Krankenpflegerinnen incl. Wohnung + Verköstigung zum gleichen Preis. Mein Vater war zufrieden, dass er zuhause war, aber nicht mit den Krankenschwestern, weil die fast kein Deutsch konnten.

Moral von der Geschicht: Man sollte beizeiten in eine Altenwohnanlage ziehen, dann gibt es (hoffentlich) keine Probleme, wenn ein Pflegefall draus wird. Ist man erst ein Pflegefall, dann muss man nehmen, was gerade kommt und das ist oft nicht, was man will