Trost

Tröste dich, die Stunden eilen, 

Und was all dich drücken mag. 

Auch das Schlimmste kann nicht weilen, 

Und es kommt ein andrer Tag. 


In dem ew'gen Kommen, Schwinden,
Wie der Schmerz liegt auch das Glück,
Und auch heitre Bilder finden
Ihren Weg zu dir zurück.

Harre, hoffe! Nicht vergebens
Zählest du der Stunden Schlag:

Wechsel ist das Los des Lebens,
Und - es kommt ein andrer Tag.

Theodor Fontane
(1819 – 1898)

 
Und morgen ist wieder ein neuer Tag! Welch ein Trost!
Und wieviel Hoffnung liegt in diesem Gedanken...
Gedicht zum Trost

Weil Deine Augen so voll Trauer sind,
Und Deine Stirn so schwer ist von Gedanken,
Lass mich Dich trösten, so wie man ein Kind
In Schlaf einsingt, wenn letzte Sterne sanken.

Die Sonne ruf ich an, das Meer, den Wind,
Dir ihren hellsten Sonnentag zu schenken,
Den schönsten Traum auf Dich herabzusenken,
Weil Deine Nächte so voll Wolken sind.

Und wenn Dein Mund ein neues Lied beginnt,
Dann will ich Meer und Wind und Sonne danken,
Weil Deine Augen so voll Trauer sind,
Und Deine Stirn so schwer ist von Gedanken.

Mascha Kaléko


Mascha Kalékos Gedicht "Zum Trost" vertont von Dota Kehr, gesungen von Felix Meyer und Dota Kehr

https://youtu.be/xhrQKcAgP20