Ich habe zwar nicht meinen Partner verloren, aber meine geliebte Schwester :cry: Und da ich hier kein passendes Forum gefunden habe welche aktuelle Beiträge beinhaltet, schreibe ich hier rein. Ich hoffe das ist in Ordnung. Weil ich niemanden habe um das zu verarbeiten. Ich mache das seit knapp 2 Wochen mit mir alleine aus. Mitlerweile geht es aber sehr oft noch schütteln mich Weinkrämpfe und ich habe Angst nicht genug Kraft zu haben über ihren Tod hinweg zu kommen.
Eure Zucker
Ich würde mich so sehr über ein paar liebe Zeilen freuen. Dass einfach Jemand Anteil nimmt und ich das Gefühl habe, meine Nachricht hat ein Herz erreicht. Gerade abends ist es schwer nicht dran zu denken, weil die Einsamkeit kommt. Kann immer noch nicht ohne Schlaftabletten schlafen, auch wenn es was ganz Leichtes ist. Im Kopf rotiert es, die Bilder, die Fragen, die sie mir nicht mehr beantworten kann und die Tatsache, dass ich sie nie wieder lachen höre, ihre Stimme höre und mich über ihre Naivität ärgere. All das fehlt mir, egal was war, sie war meine Schwester und wir haben so viel durchgemacht. Schon als Kinder. Von der Mutter ungeliebt, verstoßen in Pflegefamilien und auch dort unhaltbare Zustände usw..........
Sie wird nie wieder kommen, Wir können nie wieder über Andere ablästern und uns krümelig lachen..Sie fehlt mir so sehr. Sie ging viel zu früh, trotz der Lungenkrebserkrankung. Auch die Ärzte waren geschockt, weil es so schlecht doch gar nicht aussah. Sie sollte doch noch die IMMUMTHERAPIE machen. Ich werde nicht damit fertig. Ich weine so oft. Gehr kaum noch raus, nur wenn ich muss. Wann hört der Schmerz endlich auf? :cry: :cry: :cry: :(
Liebe Zucker,
nicht nur wenn der Partner geht ist man häufig in einer psychisch schwierigen Lage. Ich kann Deinen Kummer und Deine Gedanken nachvollziehen.
Meine Gedanken für Dich sind:
solange das Weinen auch befreiend wirkt, weine. Wenn Du das Gefühle bekommst alle Wellen schlagen über Dich zusammen und Du selbst verlierst immer mehr das Steuerrad, dann suche Dir Hilfe in Deiner Nähe. Da können unsere gut gemeinten Worte nichts ausrichten.
Aber einen kleinen Gedanken von mir noch, suche die schönen Stunden Eures Lebens, die glücklichste Zeit Deiner Schwester, die positiven Ereignisse, denn auch sie hatte bestimmt schöne Lebensabschnitte. Und manchmal bleibt einem Schwerkranken auch vielleicht viel erspart wenn er etwas früher als gedacht gehen muss?
Du wirst diese Zeit der Trauer meistern und für Dich den Weg finden damit umzugehen. Fang also bitte an, ihn zu suchen.
In Gedanken werde ich bei Dir sein denn auch ich habe aus meiner "alten Familie" nur noch meine Schwester.
Liebe @Zucker, du hast hier sicher ganz viele Menschen erreicht, mich sowieso.
Ich weiss wie es mir ging, als meine Mutter gestorben ist. Gott sei Dank hatte ich meine Geschwister, mit denen ich nach dem Tod viel Zeit verbracht habe um zu reden und zu weinen.

Kapsel dich bitte nicht zu Hause ab, geh raus in die Natur, power dich aus, damit du Nachts schlafen kannst ohne Schlaftabletten. Im Internet findest du bestimmt auch Trauerforen in denen du schreiben und dich austauschen kannst.

Auch wenn es dir momentan nicht hilft, aber mit der Zeit wird es leichter und man erinnert sich an die vielen schönen Zeiten, die man miteinander geteilt hat.

Ich sende dir viele liebe Grüße
Danke für die lieben Worte. Dennoch bin ich noch lange nicht damit fertig. Ich weiß überhaupt nicht wie ich damit umgehen soll, dass man mir keine Informationen gab, ausser von der Polizei dass sie verstorben ist.
Ich hatte die letzten 2Jahre keinen Kontakt zu ihr, da wir öfter Differenzen hatten. Das war immer so "lach". Wir brauchten öfter Abstand voneinander, weil wir so verschieden waren. Dann nahmen wir wieder Kontakt auf und lachten drüber. Ich nahm Ende Juni 2018 wieder Kontakt zu ihr auf und erfuhr von ihrere Krebserkrankung. Bisserl WhatsApp Nachrichten, am 13.08.2018 die letzte Nachricht von ihr dass sie die Bestrahlung nicht so gut vertragen hat. Dann am 17.08.2018 der Besuch der Polizei mit der Todesnachricht. Ich wohne nicht in dem Ort in dem sie verstarb. Ich sollte Montags die dortige LPD Kärnten anrufen und bekäme dann die nötigen Infos. Ich erfuhr aber nichts, was ich nicht schon aus dem Protokoll der Wohnungsöffnung und des Leichenbeschauarztes wußte. Der Notar würde sich bei mir melden, das könnte aber bis zu 2 Wochen dauern. Also wartete ich. Nach gut 1 Woche rief ich an, weil ich es nicht mehr aushielt. Und anstatt Informationen zu bekommen wie es jetzt weitergeht, hieß es nur "keine Auskunft da sie nicht berechtigt sind". Ich sollte das Bestattungsinstitut anrufen wo sie "gelagert" sei. Auch dort bekam ich keine Auskunft wegen des Datenschutzes. Ich war so geladen, dass ich dachte ich explodiere. Ich wandte mich an den Bekannten, der am Schluß für sie da war und wohl als "Nachlassverwalter" fungierte. Er war wohl auch nicht bei ihr als sie starb, weil es Nachts geschah. Er hatte wohl mit ihr ausgemacht, dass er sich (falls sie plötzlich stirbt) um die Wohnungsauflösung und alle andern Dinge kümmert. Er unterschrieb das und wurde im Nachgang für alle Kosten herangezogen ohne vorher darüber informiert zu werden. Eine weiter Woche später erfuhr ich dann "beiläufig" dass die Verabschiedung, die Einäscherung und Beerdigung lägst "gelaufen" waren. Und sie jetzt in Tirol in einem Familiengrab guter Freunde läg. Ich bin aus allen Wolken gefallen als ich das erfahren habe. Da hat es NIEMAND für nötig gehalten mich als SCHWESTER über die Schritte zu informiern.
Wir hatten Kontakt, alles war gut, warum ist das alles so schief gelaufen? Und warum hatte ich als Schwester nicht das Recht zu erfahren was mit dem Leichnam meiner Schwester geschieht?. Wie kann ein familienfremder mehr Rechte haben wie ich? Ich versuche damit abzuschließen, aber ich komme nicht damit klar, dass ich mich nicht mehr von ihr verabschieden konnte. Und sie nun über 300km weit weg beerdigt liegt.
Eure Zucker2710
liebe zucker

unter diesen "umständen" abschied zu nehmen - abschied nehmen zu "müssen" erfordert unendlich mut, kraft und ein offenes herz....
ich denke, es ist ungemein "wichtig" sich dazu auch alle zeit zu nehmen, die es braucht
vielleicht gelingt es dir noch einige "puzzleteile" zusammenzutragen, um ein klein wenig klarer zu sehen .... sonst wird das abschliessen mit diesem prozess immer wieder an dir "nagen"
wobei ich mich schon frage, warum man als angehöriger nicht "berechtigt" ist - hier in deutschland ist es so, dass du auch für die (beerdigungs)kosten herangezogen werden kannst/wirst, wenn du keinen kontakt z.b. zu eltern gepflegt hast .... wenn da nun jemand anders für "herhalten" musste ...

und vielleicht ist das sogar die kleine "aufforderung" mal zu "explodieren", wenn einem so viel widersinniges begegnet ?!
...und oft kommt dann auch "hilflosigkeit" im umfeld auf, wenn auf einmal ein angehöriger nachfragt .... bei allem datenschutz kann es auch das schlechte gewissen dieser menschen sein ``

alle lieben grüße und wünsche mögen dich begleiten...
Hallo Ihr Lieben ich möchte mich recht herzlich bei Euch für die tröstenden und aufmunternden Beiträge bedanken, denn immer wenn ich traurig bin dann lese ich und tanke wieder neue Kraft einen neuen Weg zu gehen was mir immernoch sehr schwer fällt! Leider habe ich es noch nicht geschafft einen neuen Anfang zu machen. Es wird schon klappen, denn die Zeit heilt die Wunden! L. G. u. Danke
Hallo zusammen.
Ich wünsche allen die um einen geliebten Menschen Trauern, viel Kraft. Heute muss ich mir auch etwas von der Seele reden/schreiben.
Mein Mann ist erst gestern früh verstorben. Er war nach langem Krankenhaus Aufenthalt seit November zu Hause. Seit jetzt 13 Jahren ist er Krebspatient gewesen. Mit immer mal wieder dieser Diagnose das was gefunden wurde. Er hat alles so gut Überstanden, war immer Positiv zum gesund werden, und auch jetzt im August 2018 nach der Diagnose, Tumor an der Speiseröhre, dachten wir, gemeinsam schaffen wir das auch noch. Wieder Chemo und Bestrahlung, bis zur 4 Woche ging es gut. Er war für 4 Tage zu Hause, am 2. Tag bekam er Schüttelfrost, Fieber, ich wollte ihn schon zurück ins Krankenhaus bringen, aber er wollte nicht. Am nächsten Tag sollte er zur ambulanten Bestrahlung, er ist auch gefahren worden, aber als er dort ankam gestürzt. Gott sei Dank ist das von einem Arzt gesehen worden und Sie haben ihn gleich da behalten. Das ergebnis- war dann eine Blutvergiftung vom Port. Er musste 3 Wochen im Krankenhaus bleiben, es ging ihm ja nicht schon schlecht genug, da bekam er noch eine Gürtelrose am Kopf. Ich möchte hier gar nicht seine ganze Krankengeschichte schreiben, das würde sicher zu lange dauern. Aber diese Blutvergiftung hat ihn sehr mitgenommen. Er konnte nichts mehr Essen, nichts Trinken, er wurde über eine Magensonde ernährt. Sprechen ging auch nicht mehr, was er mühsam erlernt hatte nach Kehlkopf OP, diese war aber schon 2006. Wie ich ihn Gestern früh im Wohnzimmer gefunden habe möchte ich hier gar nicht schreiben, dieses Bild werde ich nie vergessen. Es macht mich so Traurig, er hat immer so gekämpft, und hat doch verloren. Jetzt im Januar hatten wir unseren 40 Hochzeitstag, er wäre so gerne mit mir Essen gegangen, das war sein größter Wunsch, leider unerfüllt.
Herzliches Beileid. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und dass du jemanden in der Nähe hast, der dich stützt und begleitet durch diese schwere Zeit des Verlustes und der Trauer.
Wie tapfer ihr doch beide gewesen seid !
Ich schließe mich Shekinahs Worten an.

Herzlichst, Mila
Milafranzi hat geschrieben: Wie tapfer ihr doch beide gewesen seid !
Ich schließe mich Shekinahs Worten an.

Herzlichst, Mila


Vielen Dank für eure Worte.

Ja, Gott sei Dank habe ich Hilfe und auch zum Sprechen sind Liebe Menschen da. Nachbarn, Kollegen, meine Schwester war Morgens sofort da. Obwohl Polizei und Kripo hier waren, weil ich nicht die Hausärztin angerufen habe, sondern den Notruf.
Aber meine Schwester ist jetzt in der Türkei, den Urlaub hatte Sie vorher schon lange gebucht.
Ich bin ihr aber deswegen keinesfalls böse. Ich habe jetzt leider sehr viel zu klären, aber es lenkt auch ab. Bei meinem Mann und mir kam es noch dazu, das ich auch Krank geschrieben war, und noch bin.

Hatte mir das Handgelenk zertrümmert, natürlich das Rechte, als Rechtshänder. Aber so war ich wenigstens die ganze Zeit bei ihm die letzten Monate und nicht Arbeiten, was eh sehr schwer gewesen wäre, mit dem Gedanken das er alleine zu Hause ist.


Nochmals Danke, Mila und Shekinah

Liebe Grüße

dieGeli
Liebe Mila,
auch von mir, mein aufrichtiges Beileid.
Ihr habt eine schwere Zeit miteinander durchgemacht. Nun ist Dein Mann erlöst.
Du musst Dir keine Gedanken mehr machen, ob es ihm gut geht oder schlechter wird. Glaube mir, mit jedem Tag geht es Dir ein bisschen besser.

Vor einem Jahr ist mein Mann verstorben. Wir waren fast 34 Jahre verheiratet und hatten immer ein inniges Verhältnis, nie Probleme. Was mir geholfen hat und immer noch hilft ist, dass ich alles, was möglich, war für ihn getan habe. So sehe ich das auch bei Dir. Du hast sicher einen großen Teil dazu beigetragen, dass er während seiner schweren Krankheit liebevoll umsorgt wurde. Du hast sein Leben leichter gemacht. Das ist bei der Trauerarbeit eine große Hilfe. Du musst Dir sicher nicht sagen: "hätte ich nur und warum habe ich nicht".

Und in Deinem Herzen wird er sicher weiter leben.

Ich bin sicher, dass Dein Mann sich gewünscht hätte, dass Du nach dieser schweren Zeit jetzt an Dich denkst. Versuche, das zu machen, was Dir Freude bereitet.
Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Dich bald wieder am Leben freuen kannst und mit Dankbarkeit an die schöne gemeinsame Zeit zurück denkst.

Dietrich Bonnhöfer hatte das sehr schön formuliert und ich hatte das auch in die Todesanzeige eingebunden.

Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual
der Erinnerung in eine stille Freude.

Man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.

Dietrich Bonhoeffer
Liebe dieGeli,
mein herzliches Beileid!
Ja, man ist momentan orientierungslos und sprachlos.
Ich habe das auch durchgemacht vor einigen Jahren und kann hier sagen, daß mir ein Satz von einer Bekannten etwas geholfen hat, die Zeit zu überstehen. Er lautet sinngemäß:

Es ist DEIN Weg. Niemand ist ihn vor Dir gegangen und niemand wird genau diesen Weg nach Dir gehen. Nur Du weißt, wo der nächste Schritt ist.

Es hat mir geholfen, alle meine Empfindungen zuzulassen, auch, wenn sie mir selber manchmal sehr seltsam vorkamen und bestimmt auch waren.

Ausserdem hat mir geholfen, Briefe an meinen Mann zu schreiben, Erinnerungen aufzuschreiben, alles in ein schönes Buch. Es gab mir das Gefühl, er sei doch noch irgendwo.

Spüre in Dir nach, was Dir gut tun und Dir helfen könnte, und sei es noch so verrückt oder ungewöhnlich.

Manchmal habe ich einfach auch nur im Sessel gesessen und abgewartet, dass der Schmerz vorbei geht, für den Moment jedenfalls.

Nichts ist falsch, was Du aus Deinem Empfinden heraus tust.

Herzlichst
lottesprotte
Da kann man nichts machen, außer Zeit vergehen lassen.. bei mir ist es 18 Jahre her .. und bei der richtige Musik weine ich immer noch.... aber zwischendurch habe ich viel Lust zum Leben.. alles Gute.
lottesprotte hat geschrieben: Liebe dieGeli,
mein herzliches Beileid!
Ja, man ist momentan orientierungslos und sprachlos.
Ich habe das auch durchgemacht vor einigen Jahren und kann hier sagen, daß mir ein Satz von einer Bekannten etwas geholfen hat, die Zeit zu überstehen. Er lautet sinngemäß:

Es ist DEIN Weg. Niemand ist ihn vor Dir gegangen und niemand wird genau diesen Weg nach Dir gehen. Nur Du weißt, wo der nächste Schritt ist.

Es hat mir geholfen, alle meine Empfindungen zuzulassen, auch, wenn sie mir selber manchmal sehr seltsam vorkamen und bestimmt auch waren.

Ausserdem hat mir geholfen, Briefe an meinen Mann zu schreiben, Erinnerungen aufzuschreiben, alles in ein schönes Buch. Es gab mir das Gefühl, er sei doch noch irgendwo.

Spüre in Dir nach, was Dir gut tun und Dir helfen könnte, und sei es noch so verrückt oder ungewöhnlich.

Manchmal habe ich einfach auch nur im Sessel gesessen und abgewartet, dass der Schmerz vorbei geht, für den Moment jedenfalls.

Nichts ist falsch, was Du aus Deinem Empfinden heraus tust.

Herzlichst
lottesprotte



Liebe lottesprotte.

Danke, für Deine Anteilnamen. Ja man ist wie gelähmt, unfähig, einen Klaren Gedanken zu fassen.
Als ich meinen Mann an dem Morgen gefunden habe, sah es aus als Schlafe er auf dem Teppich, so lag er da.
Aber es war anders. Grausamer, und das möchte ich hier lieber nicht schreiben.
Das ich sofort den Notruf gewählt habe ging ganz automatisch.

Ich denke, nach der Beerdigung wird erst diese leere kommen, deswegen möchte ich so schnell wie möglich wieder Arbeiten. Das hilft sicher. Und ich wohne in einer so Tollen Nachbarschaft, wo jeder noch jedem hilft. Das gibt mir auch Kraft, Schritt für Schritt.

Ich, nehme für mich in Anspruch, dass ich mit meinem Mann jetzt Rede. Morgens, Abends, immer mal, wenn mir danach ist.


Er konnte die letzten 6 Monaten ja nicht mehr sprechen.

Es tut auch gut über alles zu schreiben.


Liebe Grüße

dieGeli