Ist der Hirntod der endgültige Tod?

Umfrage endete am 09.02.2017, 19:31

Ja
59%
20
Nein
26%
9
Weiß nicht 
15%
5
Abstimmungen insgesamt : 34

Daiyogen hat geschrieben: Das Hirntod-Konzept wurde u.a. entwickelt, um die Transplantation lebenswichtiger Organe wie z.B. Herz, Leber und Lunge zu ermöglichen.

Es stellt sich aber die Frage, ob der Tod des Organs Gehirn* (Hirntod) gleichbedeutend mit dem Tod des Menschen als ganzheitliches Individuum ist, oder ob der Hirntod lediglich ein Übergangsstadium eines Sterbeprozesses darstellt, nicht aber schon dessen endgültiges Ende?      
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Die Frage lautet deshalb:

"Betrachtet ihr den Hirntod als den endgültigen Tod des Menschen?    
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Anmerkung: Bei der Frage geht es nicht darum, ob man den Hirntod als ein nicht mehr lebenswertes Leben ansieht, sondern ob der Hirntod, als eine neue Definition des Todes, persönlich akzeptiert werden kann.

PS: Die Beantwortung der Frage kann bei Bedarf auch wieder geändert werden. 
 
*kompletter Funktionsverlust des Gehirns  

Wenn der Hirntod eingetreten ist also mit der festen Überzeugung vom Arzt festgestellt wurde. Ist der Ganzzeitliche Tod noch nicht eingetreten. Warum? Weil in dieser Phase des Ablebens also nach dem Hirntod das Gehirn in der Lage ist noch 5 Stunden Geräusche war zu nehmen. Und es besteht die Möglichkeit mit der Lieblingsmusik des Sterbenden ihn wieder zurück zu hohlen.
Woher stammt die Information, dass das Gehirn noch 5 Stunden nach Eintritt des Hirntodes Geräusche wahrnimmt? Das ist eine bedeutende Information. Bevor ich nicht eine fundierte Quelle erfahre, kann ich das nicht annehmen.
Sei so nett ..
Erscheint mir auch sehr kurios.
Selbst wenn 5 Stunden nach dem Hirntod (und doch nicht tot?) noch kleinere Nervenreflexe wahrnehmbar wären, was wäre das für ein Leben nach dem Zurückholen mit so einem geschädigten Gehirn? Makaber!
Schade 1Zwecke23, daß Du auf Deine Behauptung nun nicht mehr antwortest ..
Migranda hat geschrieben: Die erwähnte Studie zeigte, daß Hirntote, die unter Vollnarkose stehen, mit dem Anstieg von Puls, Blutdruck und Stresshormonen reagieren, wenn Organe herausgeschnitten werden, auch wenn sie das nicht bewußt erleben. erleben können


Auch im aktiven Leben bekommen wir nur ca. 2% bewusst mit, 98% aller Geschehnisse um uns herum, nimmt unser Unbewusstsein unbemerkt auf. Anders würden wir gar nicht leben können und würden wegen Überforderung durchdrehen.

An aktiv Lebenden wurde dies erforscht, an Hirntoten ist es nicht möglich.
Deshalb wird niemals bewiesen werden können, was ein sogen. Hirntoter wirklich wahrnimmt


Migranda hat geschrieben: Unbewußt reagieren sie mit Stress, d.h. ihr Körper reagiert mit Stress, jedoch empfinden sie keine Schmerzen, so wie ja auch wir in Vollnarkose keine Schmerzen empfinden
können

Vielleicht empfinden wir ja doch in Vollnarkose Schmerzen und das Narkosemittel löscht lediglich
das Erinnerungsvermögen daran ?

Bleibt nur festzuhalten: wir wissen absolut nichts darüber, was abläuft, wie es abläuft und wir werden
es auch niemals wissen. Es ist unerforschbar.

Deshalb ist ein solcher Satz:
Migranda hat geschrieben: Und ich bin sicher, auch ohne Vollnarkose würden sie keine Schmerzen empfinden

Glaubenssache, wenn nicht vielleicht sogar Selbstberuhigung.

Die Entscheidung, anderen Menschen mit seinen, möglicherweise unter großen Schmerzen und unermesslichem seelischen Leiden, entnommenen Organen die Chance zum Weiterleben zu geben, wird jeder selber treffen müssen.

Zum Zeitpunkt dieser Entscheidung steht ein Leben gegen ein anderes.
Bei keinem davon kann bezüglich der Chancen zum Weiterleben eine eindeutige, unwiderlegbare,
wissenschaftliche Aussage getroffen werden.

Es geht also nur um Chancen und Wahrscheinlichkeiten und um Annahmen - nicht um Wissen.


Ich habe seit Jahrzehnten einen Spenderausweis und habe meine Einstellung dazu in meiner Patientenverfügung niedergelegt (besonders zu den grausamen Methoden der Hirntodfeststellung) .

Ich will anderen Menschen mit Organspenden helfen , aber je mehr ich darüber an Hintergründen erfahre, desto mehr zweifele ich an meiner derzeitigen Entscheidung.
Zum Thema Hirntod:

Mein Vater hat vor eingen Jahren einen schweren Schlaganfall erlitten, an dem er später gestorben ist. Meine Schwester ist Ärztin. Sie hat nach eingehender Untersuchung meines Vaters behauptet, dass sein Gehirn tot sei und er von seiner Umgebung nichts mehr mitbekommen würde. Er lag auf der Intensivstation und meine Tochter und ich teilten uns seine tägliche Betreuung. An einem der Tage hatte ich meinem Vater meine rechte Hand unter seinen Kopf gelegt, in der linken Hand hielt ich seine Hand.. In dieser Situation erzählte ich ihm etwas aus meiner Kindheit, in der er eine sehr schöne Rolle gespielt hat und bedankte mich bei ihm dafür. In dem Moment drückte er seinen Kopf fest in meine Hand und anschließend umschlang er meine linke Hand fest. Das war eine unglaublich schöne ,liebevolle Situation, die alles Schwere, das es je mit ihm gegeben hat, aufhob. .

Durch dieses Erlebnis setzte ich hinter das Thema Hirntod ein dickes Fragezeichen.
Ich habe im Internet einen Bericht gelesen, einer Familie deren 15 jähriger Sohn nach einem Skiunfall hirntot war. Schweren Herzens entschlossen sie sich seine Organe zu spenden.
Ihr Sohn lag ganz friedlich da.
Nachdem die Organe entnommen waren und er tot war, wollten sie ihn nochmals sehen.
Sie erschraken ganz fürchterlich, seine Gesichtszüge waren völlig verzerrt und verkrampft.
Man hatte ihnen erzählt, die Organe würden ohne Betäubung entnommen, dies wäre nicht notwendig.
Sie schlossen aus den verkrampften Gesichtszügen, dass er Schmerzen bei der Entnahme litt.

Ich wiederhole das nur, ich weiß es ganz einfach nicht.
Ich denke der Mensch besteht nicht nur aus seiner Körperlichkeit und somit ist tot nicht tot. Ein Teil lebt weiter.
Für diese verkrampften Gesichtszüge gibt es sicher eine medizinische Erklärung.
Aus meiner Sicht kann man keineswegs daraus entnehmen, daß man trotz Hirntod noch Schmerzen empfinden kann.
Man hätte natürlich die Familie darauf hinweisen müssen, daß die Gesichtszüge in seltenen Fällen verkrampfen können, weil... ---

Ich hoffe sehr, daß die Bereitschaft zur Organspende wieder zunimmt, denn die Dialyse ist auf Dauer für die meisten Patienten eine Tortur.
Man möge sich vorstellen, das eigene Kind könne nur dank Dialyse überleben! Wie glücklich wäre man dann für eine gespendete Niere!

Jeder, der selbst seine Organe spendet, sollte andere motivieren, dies auch zu tun.
Der Letzter Satz „ jeder der Organ spendet… „ erscheint mir sehr kurzsichtig und naiv.
So etwas kann man nicht einfach dahersagen, ohne umfangreich informiert zu sein! 

Ein Humanist denkt in erster Linie gar nicht an seine eigene Kinder.
Er würde helfen, um die Hilfe Willen!


Ich erinnere mich an eine sehr traurige Geschichte, wo der Vater seiner zwanzigjährigen Tochter eine Niere spendete…
Und sie starb binnen Jahresfrist.
Mit der Dialyse würde sie vielleicht heute noch leben! Denn sie war eine sehr sportliche und gesunde junge Frau. Die Nieren hat sie als Teenager durch ein Schlittschuh Unfall verloren.


Vielleicht sollten wir uns darauf einigen, dass auch eine Organspende kein ewiges Leben garantiert. Sehr oft aber ein beschwertes weiterleben, das man sich nicht unbedingt  wünscht…
Hier schrieb ich einmal - "Hirntod" ist ein Hirnversagen (wie ein Organversagen), dass nach einer gewissen Zeit zum Tode führt!
Ein "Hirntoter" ist ein Sterbender (zur Entnahme wird der Mensch künstlich am Leben erhalten) und das ist nicht meine Meinung!
Der Begriff "Hirntot" wurde nur zur Organentnahme erfunden!
Tote Organe können nicht verpflanzt werden - also lebt der Mensch noch!
"Hirntote" tragen noch Kinder aus - wie kann das ein Toter?
Der ein fremdes Organ erhielt, ist sein Leben lang ein Schwerstkranker und nur durch Tabletten am Leben ´zu erhalten!
Nur zu Info - ich werde weder ein Organ spenden, noch möchte ich ein fremdes haben.
Aber selbstverständlich ist jedem freigestellt, sich so oder so zu entscheiden, wichtig wäre nur, sich zu informieren.
ich sehe es unter dem aspekt, dass jedes leben begrenzt ist .....und einmal endet.

ich empfinde diese schnibbelei und ausschlachterei von menschen einfach nur grauselig, jetztmal unabhängig von einigen vögeln, die damit nur geld machen wollen.

ich hätte es bei keinem meiner verwandten erlaubt, und möchte es auch nicht, möchte auch kein organ haben von jemandem anderen,

gut, dann kann man auch sagen, auch keine blutspende, aber das sehe ich anders, habe auch häufig blut gespendet, solange ich durfte, und habe auch blut bekommen. da lebt ja der spender weiter.

aber ich habe auch schon einige angeblich hirntote gesehen erlebt, bei einer frau wusste ich, dass sie mich irgendwie wahrnimmt, sie bekam, als ich das zimmer betrat und sie dann ansprach, eine ganz rosige gesichtshaut.

allerdings kann ich es auch verstehen, wenn eltern wollen, dass ihr kind weiterlebt, auch durch ein anderes organ, wofür dann ein mensch sterben muss,

in der klinik bad oeyhausen, wo ich mit meiner tochter zur herzop war, waren so einige, die auf ein neues herz warteten, ich sehe einen jungen vor mir, der in so einer art eimer ein künstliches herz mit sich herumtrug, und eben darauf wartete, dass er ein spenderherz bekommt.
ja, kann ich voll verstehen.


das ganze ist sicherlich von vielen seiten her zu beleuchten, letztendlich kann es jeder nur für sich entscheiden.
   Die Frage des Threads ist falsch gestellt, denn tot ist ein “hirntoter“ Mensch nicht! Das ist eine einfach eine Tatsache.

   Seine Gehirnfunktionen sind unumkehrbar erloschen, und er ist am Beginn des Sterbeprozesses. Ein sterbender Mensch, also.     
Ob wirklich unumkehrbar, auch darüber scheiden sich die Geister.
cron