Ist der Hirntod der endgültige Tod?

Umfrage endete am 09.02.2017, 19:31

Ja
59%
20
Nein
26%
9
Weiß nicht 
15%
5
Abstimmungen insgesamt : 34

@Agneeta, du bist da falsch informiert, wenn du meinst      


"... solange er an den apparaten hängt, darf/kann er nicht sterben :/ .. findest du das menschenwürdger?? ICH nicht :(    


   Dieser Sterbende würde gar nicht mit Apparaten am Leben gehalten werden, wenn er nicht zur Organentnahme künstlich am Leben gehalten würde! Unwürdig ist das tatsächlich, das sehe ich genau so.  Durch Abschalten der Geräte dürfte er in Frieden sterben. 

Was  ein "hirntoter" Mensch wirklich noch fühlt, weiß ja niemand. Aber es gibt ja noch ein Bauchgefühl, das jeder selbst spürt. Was ist damit?

Dieser Sterbende wird regelrecht ausgeschlachtet, wenn er nicht selbst zuvor bestimmt hat, was genau er spenden möchte, im Falle eines Falles. Vorher bekommt er noch Schmerzmittel und eine  Narkose, wie bei jeder, normalen OP.  

Warum wohl?? 
Agneeta, merkst Du nicht, dass Du Dich widersprichst?
Bei einer Organentnahme hängt der Sterbende an den Maschinen und darf nicht sterben bis er.......! Ich verkneife mir weitere Ausführung. So lange die Maschinen an sind, lebt der Mensch, Du sprichst es selbst aus mit Hilfe der Maschinen. Beispiel bis das Baby per Kaierschniit geholt wird - erst mit Abstellen der Maschinen, "geht" die Mutter/Mensch, nach Kaiserschnitt oder nach Organentnahme - verstehst Du das nicht?
Hat der Mensch z.B. eine Pat.-Verfügung oder die nächsten Angehörige, die mit Abstellen der Maschinen einverstanden sind, darf er in Frieden gehen.

Ausfall der Hirnfunktion ist nicht gleich tot , sondern der Mensch braucht ohne Maschine noch eine gewisse Zeit, bis er "geht", d.h. alle Körperfunktionen ausgeschaltet sind!
Ich nehme an, Du hast noch nie einen Dir lieben Menschen bis zu seinem "Gehen" begleitet, sonst würdest Du nicht so "salopp" schreiben - "esotherisches Zeugs", Du hast Dich in meinen Augen nie ernsthaft damit beschäftigt, das hat mit Esotherik nichts zu tun! Es gibt genügend Literatur, Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen und Ärzten, die zweifeln und Zweifen aufkommen lassen!

Aber wie gesagt, Organverpflanzung ist ein Wahnsinnsgeschäft (das man nicht verlieren möchte?)!
Also Leute! Mach mal langsam.


Auf jede Intensivstation sind die meisten Patienten an Geräten angeschlossen und vielleicht 1‰ dürfte davon als Organspender betrachtet werden!
Nicht immer geht es da um die Organspende. 



Dass aber Schmerzmittel und Narkose angewendet werden, ist ja wohl das normalste der Welt.
Man möchte jede möglichen Stress fernhalten. Wie bei jede Operation auch.


Über Organspende insgesamt lässt sich ziemlich vortrefflich streiten.
Ob dieses Verfahren sich am Ende  bewähren wird, werden künftige Sparmaßnahmen noch zeigen müssen. Denn unter dem Strich stirbt auch jemand mit spenderorgan, nur etwas später. U.u. unverhofft sogar viel zu früh. So ein Aufwand müsste frühestens nach 10 Jahren amortisiert sein 
Die Spender sind noch am leben, wenn sie tot wären, wären die entnommenen Körperteile nicht mehr verwendbar. Also das ist eine Lebend- Spende, die zum versterben des Spenders führt.. danach.

Selber möchte ich das für mich nicht, weder meinen luxusbody ausschlachten lassen, noch körperteile von jemand anderem in mir drin haben.
ehrliche haut:
ohne gehirnfunktion ist es unmöglich was mitzubekommen...

marge simpson:
eine narkose besteht aus 3 komponenten ...schmerzbekämpfung, "schlafen" also bewusstsein weg, und muskelreflexe ausschalten, und wegen letzterem gibt es eine narkose, weil muskelreflexe noch sein können, der körper "funktioniert" ja noch, eben durch die apparate...um zb schmerz zu empfinden, bräuchte es eine hirnfunktion ..

 @all:
die menschen hängen an maschinen, weil man versucht hat, sie wiederzubeleben, nach unfall oder dergleichen, bei vielen gelingt das aber nicht, weil das gehirn futsch ist...und genau HIER erst ist dann die frage, ob "stöpsel" raus ziehn, oder erst organe entnehmen ...

 ataata:
meine geliebten menschen behalte ich im herzen in erinnerung, nicht in einer leeren hülle im klinikbett...

translation:
ohne hirnfunktion ist der mensch so gut wie tot, eben hirntot...nur sein körper wird "funktionstüchtig gehalten" durch apparate .. es ist nur noch eine "maschinerie" das ganze, "ein leben" ist das nicht mehr .. ...

  apropos "ausschlachten"..dieses wort finde ICH zb pietätlos :/ für mich heisst das "organentnahme", organe die leben retten können, und kranken menschen ein lebenswertes leben geben können, als dass man sie beerdigt und verwesen lässt...

 sorry musste mich beeilen, gleich ist null uhr, damit ich meinen
3/3 noch rechtzeitig fort krieg :)
 
Kann hierzu folgendes beitragen...
mein Vater war "ohne erkennbare Hirnfunktionen" für 2 Jahre in einem Wachkoma....damals hieß das allerdings anders...
das war 1977....keiner wusste damals irgend etwas genaueres darüber....
jeder behauptete....er würde nichts mehr "mitbekommen"....
ich war damals 12 Jahre alt.....ich fühlte, dass er etwas spürte.....und zwar genau in dem Moment als wir Abschied nahmen....es liefen Tränen seine Wange herunter....der Arzt meinte damals, es sei eine erklärbare, rein körperliche Reaktion ....er weine nicht bewusst....ich hab das nie geglaubt...ich glaube, er war gefangen, wollte sprechen, konnte es aber nicht....heute weiß man, dass es das gibt....ich bin gegen Entnahme von funktionierenden Körperteilen....für mich ist der Körper persönlich kein Ersatzteillager...mag aber evtl. auch auf die genaue Situation ankommen....
Ich hatte dieses Thema gerade ganz frisch. Mein Lebensgefährte erlitt ein geplatztes Aneurysma im Kopf. Er war an keiner Maschine angeschlossen. Er bekam lediglich Medikamente und Sauerstoff. Zwei Tage nach dem es passiert war wurde mir mitgeteilt, dass sein Gehirn nicht mehr durchblutet wird, nur noch der Teil der selbständig atmet. Es war für mich nicht vorstellbar, dass da nur noch ein Körper atmet.
Nachdem abzusehen war, dass es dem Ende zugeht wurde ich auch gefragt wegen der Organspende.
Ich bin in mich gegangen habe mir die Frage gestellt ob er das gewollt hätte und bin zu dem Ergebnis gekommen, nein das hätte er nicht gewollt.
Am 30.04. durfte ich ihn gehen lassen, auch da wurde ich nochmal gefragt wegen der Organentnahme und ich habe die gleiche Antwort gegeben, nein das hätte er nicht gewollt. Bei ihm mussten keine Maschinen abgestellt werden, es wurde lediglich der Sauerstoff von 100% auf 21% gesenkt, was wir auch atmen in einem Raum und er ist friedlich entschlafen.
Ich für mich habe gemerkt, was für ein schwieriges Thema die Organentnahme ist wenn man plötzlich vor dieser Situation steht entscheiden zu müssen. Ich habe daher meine Dinge zu diesem Thema geregelt.
Du hast Schweres durchgemacht. Entschuldige bitte, daß ich darauf nicht eingehe, da wir uns ja nicht kennen. ---

Ich hatte vor einiger Zeit Gehirnblutung, und muß immer mit erneuter Blutung rechnen.
Für mich ist es ein sehr schöner Gedanke, daß anderen meine Organe (bzw. wenigstens meine Hornhaut für Augenverletzungen) noch nützen könnten, denn mit meinem "Luxuskörper" nütze ich lieber anderen Menschen als den Würmern, obwohl ich ein großer Tierfreund bin. -
Viele Kranke warten sehnsüchtig auf ein neues Organ.
In der Organspende lief so manches nicht korrekt, aber es gibt nun bessere Kontrollen!
Aus meiner Sicht ist es wunderbar, daß z.Bsp. schon so vielen Dialyse-Patienten damt entscheidend geholfen wurde. -
Daß man Schmerzen bei der Organspende erleiden könnte, halte ich für extrem unwahrscheinlich.
Du würdest auch keine Schmerzen haben, denn du bekämst  dabei eine Narkose und Schmerzmittel. 

Warum wohl??  

(Was die "Würmer" anbetrifft, so laben sie sich wenigstens an einem wirklich toten Körper...)  

Dabei will ich dir deine Bereitschaft, Organe zu spenden, überhaupt nicht ausreden. Ich verstehe auch dein gutes Gefühl dabei, auch nach deinem Tod noch anderen Kranken helfen zu können. 
@liebe Migranda …

Ich lese mit Bestürzung von Deiner Hirnblutung und hoffe, dass es Dir besser geht …
Ich finde wunderbar, dass auch Du Menschen behilflich wärst, wenn Dir selbst nicht mehr geholfen werden könnte und Du aber Anderen ein gutes Leben ermöglichen könntest/ würdest.

Meine Schwiegertochter ist Ärztin – nicht prädestiniert auf Spenderfragen …

Es gibt vielleicht Menschen, die für Profit ihre eigenen Angehörigen opfern würden … es gibt aber einfach auch wunderbare Menschen, die genau wissen, warum sie welchen Beruf ergriffen haben und genau wissen, warum sie bedürftigen Menschen ein Weiterleben ermöglichen würden, wenn ihr eigenes Leben nicht mehr weitergelebt werden kann …

Ich selbst habe auch einen Spenderausweis.

Ohne zu wissen, was von mir im Falle des Falles weitergegeben werden kann. Jung bin ich nicht mehr. Allerdings mit dem Wissen, was es für einen Empfänger bedeuten kann!! Über meinen eigenen Tod hinaus. Und das schätze ich wirklich hoch ein.
Liebe Cinnober,

wie schön, Dich hier anzutreffen! (Per PN kann ich nicht reagieren, da ich die 3 Schuß oft brauche.)
Meine Gehirnblutung ist nicht mehr gefährlich, sie erfolgte vor einiger Zeit, aber ich muß immer mit Nachblutung rechnen, was ich erst jetzt erfahren habe.
(Erst seit 4 Wochen habe ich Symptome, die auf die Gehirnblutung zurückzuführen sind, wie anhaltenden Kopfschmerz und veränderte Hörwahrnehmung, nur deshalb ließ ich mich untersuchen. Eine OP sei zu riskant, ich müßte lernen, mit den Kopfschmerzen zu leben. - Aber ich werde eine Klinik suchen (sobald ich nicht mehr so extrem abgemagert bin), die auch solche riskanten OPs durchführt.) -
Ich kann ja froh sein, wie Du weißt, daß ich noch lebe, habe also keinen Grund, zu klagen!


@MargeSimpson

Ich vermute, die Betäubung vor der Organentnahme hängt mit der Befürchtung zusammen, daß es in sehr seltenen Fällen in schlecht geführten Kliniken eventuell einmal passieren könnte, daß Geräte fälschlicherweise den Hirntod anzeigen.
Und vielleicht auch damit, daß Patienten und Angehörige Angst haben, die Wissenschaft könnte irren, und Schmerzempfindung sei auch in tiefem Koma möglich?
Wahrscheinlich hat der TE daüber schon geschrieben, ich hab leider nicht die Energie, zurückzuscrollen, bzw. im Internet zu recherchieren.
Nach allem, was ich weiß, ist eine Schmerzemfindung bei Hirntod nicht möglich. -


3/3
Dann weißt Du wirklich sehr wenig!
Recherchiere mal nach Berichten, wo Hinterbliebene ihre Angehörigen nach Organentnahme nochmals sahen......!
Und ein schlagkräfitges Argument ist und bleibt - "tote Organe" können nicht verpflanzt werden, also müssen sie von einem Lebenden entnommen werden.
"Hirntot" ist eine Erfindung aus den USA, die Hirnversagen ind "Hirntot" änderten - warum wohl, siehe oben.
Geschäftemacherei, indem man auf die Mitleidsdrüse von Menschen drückt........!
Nach Organverpflanzung bleiben für immer schwerstkranke Menschen zurück, die ihr Leben lang unter Medikamente leben müssen - das neue Organ würde sofort abgestoßen werden - warum wohl?

Diesen Betrag stellte ich schon einmal an anderer Stelle ein!
Aus dem Köllner - Anzeiger

„Der Hirntod ist nicht der Tod“
„Der Hirntod – ein sicheres Zeichen“, so ist es auf der Organspende-Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu lesen. Doch in der Wissenschaft und jüngst auch im deutschen Ethikrat wird längst debattiert, ob der Hirntod mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen ist. Wäre dies der Fall, hätte das Auswirkungen für die Organspende. Eine Organentnahme wäre dann nämlich eine Tötung. Ein Kritiker des Hirntodkonzepts ist Dr. Paolo Bavastro.
Dr. Bavastro, zurzeit können Menschen Organe entnommen werden, wenn Sie als hirntot gelten. Sie zweifeln an diesem Konzept?

Dr. Paulo Bavastro ist ein Stuttgarter Internist und Kardiologe. Er kritisiert das Konzept des Hirntods.

PAOLO BAVASTRO Ich zweifle nicht am Hirntod als Erkrankung. Ich plädiere aber für den Begriff Hirnversagen in Anlehnung an die medizinischen Begriffe wie Nieren- oder Herzversagen.
Ist denn der Hirntod für Sie nicht mit dem Tod gleichzusetzen?
Organspende: Die wichtigsten Fragen

BAVASTRO Der Hirntod ist nicht der Tod, das ist biologisch sowie von den Phänomenen her Unsinn. Die Menschen in dem Zustand sind Sterbende. Sie sind bewusstlos und werden beatmet, aber ihr Herz schlägt von allein.
Was kann ein Körper in dem Zustand denn noch leisten?
BAVASTRO Der Körper kann geimpft werden, Antikörper bilden, Urin und Stuhl ausscheiden, er ist warm, kann schwitzen, zeigt viele Reflexe – das sind Phänomene, die zum Leben gehören. Mein persönliches Evidenz-Erlebnis hatte ich vor 20 Jahren: Ich habe damals eine schwangere Frau im Hirnversagen über drei Monate behandelt – bis sie ihr Baby zur Welt gebracht hat. Das Kind lebt heute und ist gesund. Eine Leiche kann aber doch kein Kind zur Welt bringen.
Sie behaupten also, dass sogenannte Hirntote noch leben?
BAVASTRO Ja, diese Menschen sind irreversibel krank, sie sind Sterbende, aber sie leben noch. Das Problem bei der Diskussion ist, dass Leben mit Bewusstsein verwechselt wird. Das Menschenbild nach Descartes – das Gehirn sei die zentral steuernde Instanz, der Mensch als Maschine, die Organe die Teile davon – das der Transplantationsmedizin und dem Hirntod-Konzept zugrunde liegt, ist nicht haltbar. Das Leben hängt nicht nur am Gehirn. Ein Widerspruch am Konzept „Hirnversagen ist gleich Tod“ ist zudem die Tatsache, dass Organspender narkotisiert werden. In manchen Ländern ist das sogar Pflicht.
Spüren denn Menschen im Hirnversagen Schmerzen?
BAVASTRO Ja, sie empfinden eine Art unbewussten Schmerz. Es gibt eine Studie über die Organentnahme bei Hirntoten, die in Vollnarkose waren. Es wurde festgestellt, dass sobald der Chirurg zum Schnitt ansetzt, Puls, Stress-Hormone und Blutdruck hochgehen – wie bei jedem anderen Patienten.
Sind Sie demnach gegen Organspenden?
BAVASTRO Ich stelle mich nicht gegen Organtransplantationen an sich, fordere aber, dass die Menschen richtig informiert werden. Ich fordere die gleiche gründliche Aufklärung wie vor jeder anderen OP. Was derzeit passiert ist arglistige Täuschung. Die Menschen werden absichtlich nicht aufgeklärt. Und viel schlimmer noch ist, dass seitens der Deutsche Stiftung Organtransplantation moralischer Druck ausgeübt wird, nach dem Motto: Nur Organspender sind gute Menschen. Dabei sterben Menschen nicht an Organmangel, sondern an ihrer Krankheit.
Ist denn die Organentnahme – mit der richtigen Aufklärung – an sich unproblematisch für Sie?
BAVASTRO Zurzeit werden Menschen nach dem Hirnversagen weiterbehandelt, obwohl der Totenschein ausgestellt wird. Das heißt, dass sie fremdnützig weiterbehandelt werden, also ohne dass es den Patienten selbst noch etwas nützt. Diese Konstruktion ist ethisch meiner Meinung nach nicht vertretbar.
Haben Sie selbst einen Organspenderausweis?
BAVASTRO Ja, mit dem Text: Der Hirntod ist nicht der Tod. Ich bin kein Organspender. Eine Organtransplantation ist eine Tötung, trotzdem sollte eine Organentnahme möglich sein – aber nur, wenn der Betroffene nach einer vollständigen Aufklärung selbst zugestimmt hat. Ich schlage ein Konzept wie bei der Abtreibung vor, bei der die Tötung straffrei ist. Auf dem Ausweis müsste stehen: Ich bin bereit, Organe zu spenden, obwohl ich nicht tot, sondern im Hirnversagen ein Sterbender bin.
Eine Formulierung, die vermutlich nicht sehr viele Menschen reizt, Organspender zu werden...
BAVASTRO Das ist richtig. Man kann Menschen aber nicht absichtlich im Dunkeln lassen und für tot erklären, nur damit man mehr Organspenden bekommt. 1968 wurden die Harvard-Kriterien zur Feststellung des Hirntods und dessen Gleichsetzung mit dem Tod publiziert. Sie wurden – und das steht dort wörtlich – als praktisch angesehen, um mehr Organspenden zu bekommen. Das hat 2008 auch der President’s Council on Bioethics kritisiert.
Das Gespräch führte Madeleine Gullert
DIE HIRNTOD-DEBATTE:
Ethikrat Der President’s Council on Bioethics (das US-amerikanische Pendant zum Deutschen Ethikrat) hat im Dezember 2008 das Grundlagenpapier „Controversies in the Determination of Death“ publiziert und fordert eine neue Debatte. Seitdem gibt es ein „Revival der Hirntoddebatte“, schreibt Sabine Müller, Medizinethikerin an der Berliner Charité. Der Rat gibt zu, dass das Funktionieren des Körpers nicht kurz nach Eintritt des Hirntodes aufhören muss. Das Gehirn sei nicht der Integrator der verschiedenen Körperfunktionen. Zudem könne nicht überprüft werden, ob kurz nach dem Hirntod der Tod eintrete. Patienten mit der Diagnose Hirntod werden nämlich Organspender oder sterben direkt, weil ihre künstliche Beatmung abgestellt wird. „Ein Neurologe aus den USA hat 170 Einzelfälle gesammelt, bei denen die hirntoten Patienten noch mindestens eine Woche gelebt haben“, sagt Sabine Müller. Ein Junge habe sogar noch 14 Jahre gelebt, auf Wunsch der Angehörigen. „Solche Studien sind aber aus ethischen gründen nicht zulässig“, sagt Müller.
Rechtslage Müller kritisiert die Formulierung im Organspendeausweis. Dort steht, dass die Menschen ihre Organe nach dem Tod spenden. „Der Mensch ist aber noch keine Leiche.“ Die Deutsche Stiftung Organspende halte an dem Konstrukt Hirntod gleich Tod fest, weil eine Organentnahme sonst eine Tötung wäre, es neue juristische Regeln bräuchte. Müller fordert Aufklärung: „Manche Organe, etwa die Nieren oder die Augenhornhaut , kann man entnehmen, wenn ein irreversibler Herz-Kreislauf-Stillstand eingetreten ist, der Mensch also wirklich tot ist.“ Wer dazu bereit ist, sollte die Möglichkeit haben, dass auf dem Spendeausweis zu bestimmen. (mgu)
Danke für Deine Infos, ich wußte gar nicht, wie heftig noch immer über dieses Thema diskutiert wird.

Die erwähnte Studie zeigte, daß Hirntote, die unter Vollnarkose stehen, mit dem Anstieg von Puls, Blutdruck und Stresshormonen reagieren, wenn Organe herausgeschnitten werden, auch wenn sie das nicht bewußt erleben. erleben können.
Das hätte ich nicht gedacht, da hatte MargeSimpson also recht.
Unbewußt reagieren sie mit Stress, d.h. ihr Körper reagiert mit Stress, jedoch empfinden sie keine Schmerzen, so wie ja auch wir in Vollnarkose keine Schmerzen empfinden können.
Und ich bin sicher, auch ohne Vollnarkose würden sie keine Schmerzen empfinden. -

Es stimmt, der Hirntote ist noch nicht tot. Und das ist leider die Ursache dafür, daß es möglich ist, daß man endlos im Koma gehalten wird durch künstliche Ernährung. -

Statt von Hirntod zu sprechen, von Hirnversagen zu sprechen, halte ich für sinnvoll. -
Für mich zählt jedoch nur, ob der Sterbende irreversible sterbenskrank ist.-

Geschäftemacherei gibt es in allen Lebensbereichen, überall machen Profiteure mit. So ist der Mensch nun mal.
AnneKlatsche hat geschrieben: "Betrachtet ihr den Hirntod als den endgültigen Tod des Menschen?

Ja, das tue ich.

Das Gehirn ist die Schaltzentrale des Körpers und wenn diese Schaltzentrale stirbt, kann auch der restliche Körper nicht mehr existieren. Als Beispiel sei hier die Atmung genannt, die dann auch ausfällt.

AK



Wenn der Hirntod alles ist ! Warum der Glaube? Und eben so viele Konvisionen die sich gegenseitig bekämpfen, weil jeder von sich glaubt sein Glaube wäre der beste und nur durch diesen können Wir im Jenseits bestehen!
Thema verfehlt.