Was im Kopf abläuft ist wesentlich wichtiger als das, was im Magen abläuft. Das hat sie erkannt. Wollte ich schon lange schreiben, habe aber bisher die Fingerchen still gehalten, weil ich bei solchen Aussagen immer wieder Prügel beziehe. Aber Neurobiologen würden diese Aussage mit Sicherheit bestätigen.
@Shikinah,
ich bestätige Dir (bin wieder frecher Berliner). Diese extremen Gewichtszunahmen sind richtig gefährliche Krankheitsbilder. Eigentlich kommt man da ohne Operation (Magenveränderungen) nicht mehr weiter. Und wie diese Personen danach aussehen! Mehrere Operationen zur Hautresektionen sind da notwendig. Ist eine bestimmte Gewichtszunahme überschritten, dann ist selbst solch eine Operation wegen zu hoher Lebensgefährdung nicht mehr möglich (Kreislauf). Dann heißt es Klinik zur Abnahme unter ärztlicher Kontrolle.
Aber Respekt, sie hat aus ihrem Kummer das beste Gemacht: Geldverdienen. Es sei ihr gegönnt.
Neurobiologie: Die Steuerung von Hunger und Nahrungsbedarf geht über bestimmte Zentren im Gehirn. Der Bauplan dafür liegt auch in den Genen. Die Wissenschaft ist intensiv bei der Arbeit. Auch die Arzneiindustrie ist tüchtig dabei: Könnte ein gutes Geschäft werden. Bei Flohsamen wird es nicht bleiben.
Felix
Dass der "Kopf" letztendlich über weitere Zerstörung oder Gesundung entscheidet, ist richtig!
Das hilft aber z.B. keinem 5-jährigen fettleibigen Kind!

Dazu bedarf es vieler Erkenntnisse, oft auch vieler Diät-Irrwege, letztlich aber immer genug Leidensdruck! So auch bei Nicole Jäger...

Ich habe ihr Hörbuch geladen und ziehe den "Hut" vor ihr!

Für mich ist existente Fettsucht bei einem Individuum ein Konglomerat aus vielen Begleitumständen:

Erbanlagen (s. erwähnte Gene, die in Erforschung sind);
Erziehung;
Zustand der Darmflora * ;
Angst/Frustzustände, womöglich bereits in früher Kindheit;
jederzeit verfügbares Essen (Wohlstandssyndrom);
Bewegungsmangel;
schnell erlernte Bevorzugung von Fertiggerichten/Fastfood;
und so einiges mehr....


* Buchtipp: "Schlank mit Darm"
Untertitel: "Mit der richtigen Darmflora zum Wunschgewicht"

von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann


https://schlank-mit-darm.de/

Wie wichtig die Darmflora generell für die Gesundheit ist, hatte bereits
der österreichische Darmdoktor F.-X. Mayr erkannt und beschrieben!
Wer Milch mag (brrrrr!), dem ist seine Standardkur immer zu empfehlen, bei vielen Darmkrankheiten!
Und auch bei vielfältigen Krankheiten, die nicht direkt als "Darmkrankheit" für Ärzte und Laien erkennbar sind...

http://www.fxmayr.com/de/ueber-f.x.-mayr/10/ueber-fx-mayr.html
Interessant finde ich auch den Wikipedia-Artikel über
Orthorexia nervosa.
Hallo,
nachdem ich mir hier die ganzen Postings durchgelesen habe,
traue ich mich auch etwas zu schreiben.
Bis 12 Jährig war ich normalgewichtig, danach ist es sehr steil mit meinem Gewicht nach oben gelaufen.
In den ganzen Jahrzehnten habe ich tausende von Euros ausgegeben für unzählige Diäten und Hilfsmittel.
Mit 33 Jahren habe ich mir ein Magenband einsetzen lassen, dass 3 mal ausgetauscht wurde und zwar eine Gewichtsabnahme von 30 kg brachte, die ich aber im laufe der Jahre wieder zugenommen habe und noch einiges dazu.
Das Magenband funktionierte nicht mehr, laut Arzt sollte es aber drin bleiben.
Sättigungsgefühl war wieder keines mehr da und so habe ich munter drauf los gegessen, obwohl ich immer wieder Errbrech Attacken hatte.
September 2015:
Not-OP = Darmverschluss, innerhalb 7 Tage 2 Not-OP = 2. Darmverschluss, dazu Ansteckung des berühmten Krankenhauskeimes ( den es ja offiziell gar nicht gibt )
3 Monate Krankenhausaufenthalt- 32 kg weg, Dauerdurchfall, dazu noch eine offene Wunde die selber zu wachsen musste, alle 3 Wochen immer wieder ins Spital wegen Infektionen, das gesamte Magenband war übervoll mit Keimen und obwohl der Professor immer wieder sagte, es ist gefährlich, das Magenband raus zu nehmen, musste es dennoch sein. Nochmals 11 KG abgenommen ( also insgesamt 43 KG ) Danach kam ich auf REHA, das war letztes Jahr im Februar, seit 1. März 2017 bis zum heutigen Tag habe ich volle 21 kg zugenommen und das obwohl ich viele Sachen nicht mehr essen kann und ständig noch Durchfall-Tage habe.
Ich habe kein Sättigungsgefühl mehr, habe schon psychologische Hilfe gesucht, kein Erfolg ! Ich bin echt am verzweifeln.
Ich wäre sehr sehr dankbar, wenn mir jemand einen Tipp geben könnte, wie ich das wieder in den Griff kriegen könnte.
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, das durch zu lesen.
Renate
Jetzt habe ich Deine Lebens- und Leidensgeschichte durchgelesen, Vorarlbergerin.
Es ist schon sehr tarurig.

Ich bin weder Arzt, noch Psychologin.
Ich kämpfe ein Leben lang mit leichtem Übergewicht.

Ich bekomme hier immer wieder Haue, aber mir hat die vegane Ernährung geholfen.
Der Stoffwechsel ändert sich völlig.
Versuche über drei Monate tierische Produkte weg zu lassen.
Informiere Dich darüber und bereite Dich darauf vor.
Du braucht keinen Fleischesatz, wie Tofu & Co.
Deine Gelenke werden Dir auch dankbar sein.
Du musst Dich anfangen körperlich zu betätigen.
In Deinem Profil steht: kaum trainiert. Das musst Du auch ändern.

Krankenkassen in D beteiligen sich an Bewegungsprogrammen in Zusammenarbeit mit Fitnessstudios. Vielleicht auch in Österreich.
@Vorarlbergerin. Wenn ich Deine Geschichte so lese, denke ich, dass es sehr schwer wird für Dich. Du musst erst Mal herausfinden warum Du so schnell so viel zunimmst und daran arbeiten. Bei mir sind es eindeutig Kohlehydrate, die ich im Übermaß meiden muss. Zucker, Brot und Nudeln usw Das scheint aber bei jedem Anders. Ich habe auch Diabetes Typ 2.

Ich bin nicht schlank, war schon dicker, bis zur Geburt meiner Kinder schlank. Kontrolliere ich mich nicht, nehme ich auch ratzfatz noch mehr zu.

Seit ebenso unzähligen Diäten und vielen Up and Downs reduziere ich seit über einem Jahr den Kohlehydratanteil meiner Ernährung massiv, besonders Abends, jedoch nicht vollständig, und steuere die Menge, die ich esse, über den Kopf, wiege auch Mal etwas ab. Aufschreiben hilft auch. Wer große Mengen essen will (oder muss), kann mit Gemüse und Salaten einen Fülleffekt erzielen. Auch mit Wasser, was mir schwer fällt. Heute gelingt es mir zunehmend aus mir heraus Stopp zu sagen. Daneben hilft mir viel Bewegung meine Verbrennung anzukurbeln. Wenn's so weitergeht strebe ich noch eine Abnahme von ein paar Kilo an. Schlankheit ist mein Ziel jedoch nicht mehr.

Es gibt viele Ansatzpunkte, aber jeder ist mühevoll und mit einem gewissen Verzicht und lebenslanger Ernährungsumstellung geprägt. Wer stark übergewichtig ist, muss mit der Gewissheit leben, wenn er bleibend etwas ändern möchte. Schwer ist's allemal. Garantie fürs Durchhalten gibt's auch nicht.

Es gibt auch noch die Form einer ketogenen Ernährung, low carb high fat, die ich allerdings nicht für gesund erachte. Ich habe allerdings den Werdegang (samt Ernährungsplan) einer Forumsuserin in einem andren Portal verfolgt, die damit extrem abgenommen hat und das Gewicht hält, sich aber weiter ketogen ernähren muss. Ich hätte Bedenken mir Probleme mit Cholesterin und Purinen (Gicht) einzuhandeln.