Die Bäume standen alle grau und krank
im Wald herum, weil in dem Bach der Tag ertrank.
Du aber warfst die Kleider fort vom Leib
und hast ein weißes Licht
mir angezündet, Du, mein Abendweib,
mit Wurzelhaar und Tiergesicht.
Und immer werden meine Augen hell und weit
wenn in der Nacht mir solch ein Mond erscheint.

Die Bäume wuchsen in den Mai hinein
und wollten nicht mehr grau und einsam sein.
Ich aber weiß nicht, wo Du weilen magst,
ich weiß nur, wie Du hautnacktheiß
mit Deinem Mund an meinem Munde lagst.
Und über uns der Mond zog seinen Kreis
die lange Nacht
und hat mich still und hat mich krank gemacht.

Ich bin nach Deinem Muttermal so krank,
das sich an meinem Blut betrank.
Das werd ich manche Nacht im Wald
noch wissen....Du, noch einmal kehr
zurück, im weißen Kleid. Bald bin ich alt
und wie die Bäume krank und leer...
doch heute, in dem milden Licht,
wie quält es mich nach Wurzelhaar und Tiergesicht.

F.Villon
Sehr schönes Gedicht, danke.
Die Gedanken danach
(Jacky)

Atemlos mit roten Wangen,
Schweißtropfen auf meiner Haut.
Es war das pure Verlangen,
jedes Streicheln so wunderbar vertraut.
Dein Körper in dem meinen,
ganz innig, ganz fordernd, ganz tief.
Mein Körper unter deinem,
ich spürte die Lust, nach der ich rief.
Ich genoß deine Hände überall.
Deine Lippen, deine Zunge deinen Mund.
Es war ein aufregend erotischer Überfall,
und er machte die Welt ganz rund.
Ich öffne die Augen, will dich einfach nur sehen,
doch ich stelle fest, ich bin alleine,
konntest dich gar nicht an mir vergehen,
meine Hände wurden einfach nur deine!
Von oben schau ich weit in's Land,
mein Auge selig Ferne weidet,
ich fühle zart nach deiner Hand,
du bist nicht da, mein Herz, es leidet.
Du bist frei von der Sonne des Tages und
frei von den Sternen der Nacht,
und du bist frei , wenn keine Sonne scheint,
kein Mond und keine Sterne.
Du bist sogar frei wenn du vor jeglichem
Ding die Augen verschließt.
Doch du bist der Sklave dessen, den du liebst,
weil du ihn liebst.
Und der Sklave dessen, der dich liebt,
weil er dich liebt.

Willst du besitzen, darfst du nichts verlangen.

Khalil Gibran
Manchmal, da träume ich so vor mich hin,
stelle mir vor, wie es wäre, wenn ich jetzt bei dir bin?
Alles zusammen erleben und entdecken,
ohne zu zögern und ohne verstecken.
Kleine Dinge, die Grosses bewirken,
schauen wir an und lassen uns becircen,
nehmen wir wahr und freuen uns sehr,
denn die kleinen Dinge im Leben geben uns oft sehr viel mehr! :)
Ganz zärtlich
kuscheln sich meine Gedanken
in deine Träume
Sternenglanz berührt
deine Seele.
Heute Nacht
werden sich unsere Träume
begegnen,
sie finden ihren Weg
zu deinem Herzen.
Sanfter Sternenstaub legt sich
auf deine Augen.
Fang an zu träumen,
ich werde dich finden!

Autor: Marion M.
Danke für die vielen schönen Zeilen

Hier ist es etwas aus meiner eigenen Gedichtekiste:


Wenn du mich so anschaust-

Tauchen
möchte ich in deine Augen

ruhen und fließen in dir
und dein Lidschlag deckt mich zu

möchte

ein kleiner Schalk sein
der in deinen Wimpern kitzelt
ein leiser Trost sein
der deine Tränen küßt
ein heller Blick sein
der die Welt und Engel sieht

Tauchen möchte ich
und fließen
und dein Lidschlag deckt mich zu


(1995, wurde eine unglückliche Liebe)
Als jener junge Schopenhauer
am Löwenkäfig in Berlin
der gelben Bestien Wollustschauer sah
stumm an sich vorüberziehn,
da schrieb er auf in seinem Büchlein:
"Der Löwe liebt nicht vehement,
von Leidenschaft auch nicht ein Rüchlein,
der schwächste Mann scheint mehr potent!"
Der Wille macht noch kein Gewitter.
Gehirn! Gehirn gehört dazu.
Der muskelstarke Eisenritter
gibt bald im Frauenschoße Ruh.
Du liebst- und heller noch und wacher
fühlt dein Gehirn und denkt dein Herz.
Der Phallus ist ein Lustentfacher,
du stehst und schwingst dich himmelwärts.
Du liebst- wo andre dumpf versinken
bist du erst tausendfältig da.
Laß mich aus tausend Quellen trinken,
du Venus Reflectoria! -
Berauscht- ach daß ich stets so bliebe!
Getönt, bewußt, erhöht, gestuft-
das ist die wahre Löwenliebe,
du Raubtierfrau!
Es ruft, es ruft!

I: Kurt Tucholsky :I
Else Lasker-Schüler (1869-1945)



Senna Hoy

Wenn du sprichst,
Wacht mein buntes Herz auf.

Alle Vögel üben sich
Auf deinen Lippen.

Immerblau streut deine Stimme
Über den Weg;

Wo du erzählst, wird Himmel.

Deine Worte sind aus Lied geformt
Ich traure, wenn du schweigst.

Singen hängt überall an dir -
Wie du wohl träumen magst?
Vertraue
dem Menschen,
der drei Dinge
an dir bemerkt:
den Kummer
hinter deinem Lächeln,
die Liebe,
hinter deinem Zorn,
und den Grund
deines Schweigens.

Text: Mia Querschreiber
Blumen streben
dem Licht entgegen,
nach Sonne,
denn ohne Sonne
können sie
nicht einfach so blühen,
nicht einfach so leben.

Menschen streben
dem Glück entgegen,
nach Liebe,
denn ohne Liebe
können sie
nicht glücklich sein,
sind sie in der Seele tot.

Lass uns
einander lieben,
leben.


R.R. 1992
Wenn du schon
unaufgefordert
in meinem Kopf
herumtanzt,
dann bitte
mit mir!
Nackt!

(Unbekannt)
Unternehme Leichtes,
als wäre es schwer
und Schweres,
als wäre es leicht :
jenes, damit Selbstvertrauen uns nicht sorglos,
dieses,
damit Zaghaftigkeit uns nicht mutlos mache.

Baltasar Gracia'n
darlingcompanion hat geschrieben: Wie ahnungslos der Mensch , der denkt,
die Liebe entspringe langem Beisammensein
und ununterbrochener Gemeinschaft!
Wahre Liebe ist die Tochter eines innigen
Verstehens, und kommt dieses Verständnis
nicht in einem Augenblick zustande

wird es niemals erlangt-
nicht in einem Jahr,
nicht in einem ganzen Jahrhundert!

Khalil Gibran


Liebe Darlingcompanion,

auch ich liebe die Zitate, Weisheiten und Gedichte des Khalil Gibran, dieses hier jedoch regt mich ganz besonders zum Nachdenken an... ..vielleicht oder ganz besonders, weil mir dieser Aspekt noch nie so
genau ins Auge fiel.

Danke dafür