Ein Thema, das heutzutage stark verdrängt wird. Und doch gehört es zum Leben.
Und wir werden bei jeder Bestattung, an der wir teilnehmen, wieder damit konfrontiert. Eben weil es so stark verdrängt wird, mache ich es zum Thema. Ich zitiere aus dem kleinen Taschenbuch
von Paulo Coelho "Der Wanderer":

Der Meister sagt:
"In vielen Zivilisationen war es üblich, die Toten in Fötusstellung zu begraben. Sie wurden in einem anderen Leben wiedergeboren, daher mussten sie in der Stellung begraben werden, in der sie in diese Welt gekommen waren. Für diese Zivilisationen war der Tod nur ein Schritt unter vielen auf dem Weg des Universums.
Ganz allmählich hat die Welt verlernt, den Tod gelassen zu akzeptieren. Doch es ist nicht wichtig, was wir denken oder was wir tun oder woran wir glauben: Jeder von uns wird eines Tages sterben.
Besser ist es, wie die alten Yaqui-Indianer den Tod als Ratgeber zu betrachten. Sie fragen immer:
Was soll ich jetzt tun, da ich doch so oder so sterben muss?"
interessant, in welchem Alter soll ich denn mit der Lehre beginnen?
Oder bin ich jetzt schon zu spät dran?
Da ja manche schon als Kind gehen müssen,
wäre es also ratsam schon im Kindergartenalter mit den Vorbereitungen zu beginnen.
Also statt leben zu lernen erst mal den Exitus verinnerlichen.
Na da kommt ja Freude auf.
Wenn man/frau dem Tod schonmal sehr nahe war, sieht man/ich vieles anders ..........

und das loslassen beginnt jeden Tag aufs Neue, mit kleinen Dingen, manchen liebgewordenen Dingen, Menschen, auch ein Stück Vorbereitung auf das eigentliche Sterben, oder auf das Hinübergehen in das nächste Leben (wer daran glaubt).

Und ich bin froh und dankbar, daß ich vor 2 Jahren bei meiner Mutter noch ein Stück verhelfen konnte, "den" Weg zu finden und daß sie ohne Angst, die sie vorher hatte, dann gehen konnte.

Und mir macht der Tod keine Angst mehr. Er ist etwas Unbekanntes, Neues, was ich noch nicht kenne, auch noch nicht möchte, weil ich einfach sehr gerne lebe, aber wenn er dann kommt, und er wird unausweichlich kommen, dann habe ich auch eine Sicherheit.
zu diesem Thema kann ich das Buch " Meine letzte Stunde" empfehlen von Andreas Salcher, (ein Tag hat viele Leben).
Die Versuchung diese Frage zu verdrängen ist sicher groß, bis es zu spät ist.
Für mich ist es ein sehr positives Buch.
Hallo feld512, genau dieses Buch hat mich vor einiger Zeit zu diesem Thread angeregt:

http://www.50plus-treff.de/forum/von-de ... 46341.html

Gruß Marcella.
@Solist 13 Ich stimme Dir zu, das Thema gehört zum Leben.

Und wenn man schon nahestehende Menschen auf diesem Weg begleitet hat, sieht man das Sterben als einen natürlichen Vorgang, dem wir alle nicht entrinnen können. Ich habe dadurch die Angst vor dem Sterben verloren.

Vor drei Jahren ist mein Bruder mit 61 Jahren verstorben, er hatte gar nichts geregelt für diesen Fall. Ich habe reichlich gerödelt, um ihm einen würdevollen letzten Weg zu bereiten.

Aus dieser Erfahrung heraus habe ich bereits alles geregelt, was zu diesem Thema dazu gehört. Denn meine Kinder sollen wissen, was ich an meinem letzten Tag möchte. Sie sollen nicht so hilflos dastehen, wie ich das bei meinem Bruder erlebt habe.

Ich kenne das aus dem Bekannten- und Freundeskreis und habe diesbezüglich schon viele Diskussionen gehabt. Jeder geht mit diesem Thema anders um, die meisten verdrängen es und viele sagen auch
"... sollen sich doch meine Erben mit diesem Thema beschäftigen, ich bin dann sowieso nicht mehr da!"

Jeder setzt im Leben seine Prioritäten; also auch in diesem Bereich "Jeder so, wie er möchte!"
Fuchs50
Moderatorin Regionalgruppe Paderborn


Fr., 18.10.2019, 18 Uhr, Oktober-Stammtisch im Dörenhof Paderborn



Alles wirkliche Leben ist Begegnung...
Aus dieser Erfahrung heraus habe ich bereits alles geregelt, was zu diesem Thema dazu gehört. Denn meine Kinder sollen wissen, was ich an meinem letzten Tag möchte. Sie sollen nicht so hilflos dastehen, wie ich das bei meinem Bruder erlebt habe.



richtig, so habe ich es auch gemacht. Auch habe ich den Ablauf der Trauerfeier festgelegt, bis hin zu den Reden und der Musik.
Der Zeitpunkt wann ich diese Regelungen getätigt habe war vor 5 Jahren nach meinem Infarkt.
reisekater123 hat geschrieben: interessant, in welchem Alter soll ich denn mit der Lehre beginnen?
Oder bin ich jetzt schon zu spät dran?
Da ja manche schon als Kind gehen müssen,
wäre es also ratsam schon im Kindergartenalter mit den Vorbereitungen zu beginnen.
Also statt leben zu lernen erst mal den Exitus verinnerlichen.
Na da kommt ja Freude auf.


In welchem Alter man mit der Lehre beginnen soll?
Ich glaube, das ist individuell und oft ist das Schicksal der "Lehrmeister".
Ein Kind oder ein Jugendlicher wird sich wohl kaum damit befassen.
Solist3 hat geschrieben:
reisekater123 hat geschrieben: interessant, in welchem Alter soll ich denn mit der Lehre beginnen?
Oder bin ich jetzt schon zu spät dran?
Da ja manche schon als Kind gehen müssen,
wäre es also ratsam schon im Kindergartenalter mit den Vorbereitungen zu beginnen.
Also statt leben zu lernen erst mal den Exitus verinnerlichen.
Na da kommt ja Freude auf.


In welchem Alter man mit der Lehre beginnen soll?
Ich glaube, das ist individuell und oft ist das Schicksal der "Lehrmeister".
Ein Kind oder ein Jugendlicher wird sich wohl kaum damit befassen.


grundsätzlich hast du recht. Mir gefällt allerdings der platte und plakative Titel nicht.
Da finde ich das Marcella eine würdigere Formulierung gefunden hat.
Von der Endlichkeit des Leben´s sind wir in der Tat alle betroffen und die ersten Gedanken darüber habe ich mir tatsächlich schon als Jugendlicher gemacht. Das Thema rückt mit fortschreitendm Alter auch immer mehr in den Mittelpunkt und es ist richtig sich damit zu befassen
"Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tod derer, die mir nahe sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
(....)
Bedenkt, den eigenen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andern muss man leben".



Diese Zeilen aus dem Gedicht "Memento" von Mascha Kaléko drücken genau das aus, was ich empfinde im Zusammenhang mit dem Thema Tod und Sterben. Momentan würde mich jeder andere Tod aus meiner Familie deutlich mehr belasten als mein eigener. Aber vielleicht empfindet man das auch anders, wenn das eigene Leben konkret durch eine schwere Krankheit bedroht ist...(?).

Ich glaube, dass ich dann "gut" sterben kann, wenn ich weiß, dass ich wirklich gelebt habe, was für mich heißt: Genügend Zeit mit "meinen Menschen" verbracht zu haben.

"Wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte - was würde ich dann tun"?
Sich immer wieder einmal diese Frage zu stellen, kann vielleicht hilfreich sein, dass man immer wieder sich deutlich macht, wo die eigenen Prioritäten liegen. Ich selber verliere das leider immer wieder einmal aus dem Blick, weil mir auch meine Arbeit sehr wichtig ist. Aber für alle die, mit denen ich beruflich Kontakt habe, bin ich sehr leicht austauschbar, für meine Familie hingegen nicht. Von daher finde ich es für mich hilfreich, mich immer wieder einmal intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen - als Anstoß zu einem bewussteren Leben.

Marcella.
Die Überschrift dieses Threads finde ich recht zynisch.

Sterbende begleiten, kann man lernen.
Das Sterben selbst nicht, finde ich, da wir selbst den Zeitpunkt in der Regel nicht bestimmen.
Unfälle, Unglück und auch Diagnosen, die einen schnellen Tod prognostizieren, treffen Alte, Jüngere und Kinder.
Jeder Betroffene muss dann mit der Situation klar kommen, ob er will oder nicht.
Man kann Vorsorge treffen, seinen Nachlass regeln, sich mit dem Tod auseinander setzen und oder auch Kinder von diesem Thema nicht ausschließen.
Aber das Sterben selbst ist für jeden einmalig.
@marcella, du hast es so richtig beschrieben.

in den vergangenen 2 jahren habe ich 5 liebe menschen verloren
(2 Brüder, 1 Schwester, 1 Neffe und am letzen freitag meine
allerliebste freundin, wir kannten uns, seit wir 8 jahre alt
waren. eine lange zeit).

ein tod ist immer seht schlimm für die zurückgebliebenen.
für denjenigen, der geht ist es nicht so.
auch ich hatte mir immer gewünscht, dass ich vor meinem
lieben mann gehen könnte, aber es kam anderst. er ging zuerst.

der tod ist so natürlich wie eine geburt. ich habe keine angst
vor dem tode. angst habe ich nur, wenn ich vorher noch lange
leiden müsste, wie ich es bei meiner freundin miterlebt habe.

bei mir ist alles geregelt, wenn es soweit ist, kann ich ruhig gehen.
Dieses Thema zu diskutieren finde ich gut.
Wir sind hier keines Falls zu jung, um über dieses Thema nachzudenken.
Nur , Sterben lernen ist vielleicht etwas falsch formuliert.
In meinem Beruf habe ich viele totkranke Patienten betreut und auch bis zu ihrem Tode beleitet .
Jedes Sterben ist ein anderes gewesen und noch nicht einmal die Ärzte können in den meisten Fällen den genauen Todeszeitpunkt vorhersagen.
Sterben lernen geht nach meinem Erlebten sicher nicht.
Müssen jüngere Menschen sterben, können diese oft nicht so friedlich loslassen.
Die Gnade des alten Menschen ist es , nach einem erfüllten Leben und wenn das Leben wegen altersbedingter Krankheiten und Schwächen für viele nicht mehr lebenswert ist , über lange Zeit die Möglichkeit gehabt zu haben , sich mit dem Thema auseinadersetzen zu können und das auch wieder jeder auf seine Art. Aber das Loslassen können wird dadurch in den meisten Fällen wesentlich leichter.
Sicher ist für den Sterbenden das Wissen, die persönlichen Dinge alle geregelt zu haben, eine zusätzliche Erleichterung.
Wie die Überschrift formuliert ist, finde ich nicht so wichtig,
sondern einfach jeden Gedankenanstoss in dieser Richtung.
Dass es eben nicht nur Dirk Bach ist, von dessen Tod man hört, eine Woche später von der Beerdigung in der Zeitung liest und das dann langsam wieder in den Hintergrund treten lässt.
Es betrifft eben nicht nur die jeweils Anderen.

"Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben"
Christian Fürchtegott Gellert

lehrt doch vor allen Dingen - zu leben.

Und Solist3 meint wohl -
den Gedanken an den eigenen Tod nicht wegschieben,
sondern sich damit vertraut machen "lernen".
nettestierfrau schreibt:
Die Überschrift dieses Threads finde ich recht zynisch.



Die Überschrift dieses Threads stammt ebenfalls aus der Feder von Paulo Coelho
und nicht von mir. Es ist eben die Art des Schriftstellers, sich so auszudrücken -
das muss nicht so wörtlich genommen werden. Von meiner Seite "übersetze" ich
das etwa mit "sich mit dem Tod auseinandersetzen".
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