P.S-
Ich habe noch etwas vergessen ...der Sterbeprozess und das Sterben bzw. der Tod kann unter Umständen bedeuten Loslassen zu lernen ,nicht sterben lernen ,loslassen lernen ,ohne Loslassen kein TOD

 
@Scobella

Ja, das mit dem Loslassen lernen sehe ich auch so.

Das Buch "Vier minus drei" habe ich auch gelesen. Bewundernswert, wie manche Menschen mit dem plötzlichen Verlust ihrer Lieben umgehen.

Auch von Kübler-Ross habe ich viel gelesen. Diese Bücher haben mir nach dem Tod meines Vaters geholfen, den Verlust anzunehmen.

Alles auf Erden ist nur geliehen, auch unsere hier verbrachte Zeit.
Fuchs50
Moderatorin Regionalgruppe Paderborn


Fr., 18.10.2019, 18 Uhr, Oktober-Stammtisch im Dörenhof Paderborn



Alles wirkliche Leben ist Begegnung...
@Fuchs 50
ja das Buch vier minus drei ist wirklich bemerkenswert ,sie hat die Trauerphasen so toll beschrieben so ehrlich ,überhaupt hat mich die Ehrlichkeit am meisten beeindruckt .Ich habe die Autorin bei einer Talkshow gesehen und habe mir anschl. das Buch besorgt.
Ich kann mich nur bei dieser Frau bedanken.

Kübler Ross hat mir auch bei der Trauerbewältigung meines Vaters geholfen.

Lieben Gruß
Scobella :-)   
@scobella

..zu deinem Beitrag betreff Loslassen - das gesamte Leben ist ein "Loslass-prozess" - somit kann
man auch sagen Leben heißt Loslassen ...
wer immer sich dessen bewußt - wird vielleicht das "letzte loslassen" anders bestreiten..
wir lassen los von der Kindheit, Jugend; Einstellungen, Besitz, von Haltungen etc..
und es gibt ja genug Beispiele von Menschen die sich in manchen obgenannten schwer tun - z.b.
viele wollen ihr Alter nicht annehmen - wollen die "Jugend" ewig besitzen..
lg
"Hast du Angst vor dem Tod?"
fragte ich die Rose.
Darauf antwortete sie:
"Aber nein, ich habe doch gelebt,
ich habe geblüht und meine Kräfte
eingesetzt, so viel ich konnte.
Und Liebe, tausendfach versandt,
kehrt zurück zu dem, der sie gegeben.
So will ich wachsen auf das neue Leben
und ohne Angst und verzagen blühn."
Ich möchte zwischendurch allen für ihre interessanten Beiträge danken
und hoffe, dass weiterhin so wertvolle Beiträge eintreffen. :D
re.nate hat geschrieben: Selbstmitleid?
Möglicherweise hab ich Tarantel (mal wieder) nicht so recht verstanden.

Trauer finde ich, ist etwas, in das man "fällt" - das einen geradezu überfällt,
wie man es sich hätte vorher nicht vorstellen können.




Dann hast du noch nie gehört

ICH kann so nicht leben
ICH bin so traurig
ICH finde keine Ruhe
ICH würde alles dafür geben...
MEIN Leben hat keinen Sinn.
usw-
Alles Gefühle, die uns in Vordergrund stellen, aber nicht den, der gestorben ist.
Manchmal geht das Jahrelang so.
Als ob der Tote/r das uns absichtlich getan hätte.
Aberwitzig wird es immer, wenn die "Trauergemeinde" auch noch vom Wut berichtet!
Ich habe keine Ahnung, worauf man wütend werden muss!
Der Tod überfällt niemanden. Denn wir wissen sehr gut, dass er uns eines Tages heimsuchen wird.
Ob jung oder alt. Nur die (Uhr)Zeit kennen wir nicht. Und das ist gut so!




" Der Tod ist eine optische Täuschung, denn Phantasie ist wichtiger als Wissen"
(Albert Einstein)
doch Tarantel, der Tod überfällt manchmal die Menschen. Mein Mann hatte keinerlei Anzeichen, alle Werte waren gut und doch bekam er ganz plötzlich einen tödlichen Herzinfarkt. Das ist ein Überfall, ein Überfall von dem er nichts weiß. Aber ich und die Kinder waren geschockt in dem Moment.

Ich muss sterben nicht lernen, ich weiß, dass ich sterben kann. Dieser Lernprozess beginnt ja eigentlich schon bei der Geburt, nur ist man sich dessen nicht bewusst.
Tarantel60 hat geschrieben:
re.nate hat geschrieben: Selbstmitleid?
Möglicherweise hab ich Tarantel (mal wieder) nicht so recht verstanden.

Trauer finde ich, ist etwas, in das man "fällt" - das einen geradezu überfällt,
wie man es sich hätte vorher nicht vorstellen können.


Dann hast du noch nie gehört

ICH kann so nicht leben
ICH bin so traurig
ICH finde keine Ruhe
ICH würde alles dafür geben...
MEIN Leben hat keinen Sinn.
usw-
Alles Gefühle, die uns in Vordergrund stellen, aber nicht den, der gestorben ist.
Manchmal geht das Jahrelang so.
Als ob der Tote/r das uns absichtlich getan hätte.


Hierbei vergisst Du etwas, Tarantel. Warum werden denn solche Worte gesprochen. Es ist doch vielmehr ein Indiz dafür, dass man den Verstorbenen sehr geliebt hat und wertschätzt.
Wenn man trauert, trauert man um den geliebten Menschen. Ich ergänze die Worte mal:

ICH kann so nicht leben, weil das Leben ohne DICH so leer ist.
ICH bin so traurig, weil DU nicht mehr da bist.
ICH finde keine Ruhe, weil DU so sehr fehlst.
ICH würde alles dafür geben...dass DU noch da wärst.
MEIN Leben hat keinen Sinn....ohne DICH
usw-

Und schon bekommen diese Worte eine andere Wichtung und der Verstorbene steht im Vordergrund.

Tarantel60 hat geschrieben: Aberwitzig wird es immer, wenn die "Trauergemeinde" auch noch vom Wut berichtet!
Ich habe keine Ahnung, worauf man wütend werden muss!

Es kommt durchaus vor, dass Jemand während einer Trauerphase auch manchmal Wut empfindet, aber mehr darüber, dass ein plötzlich Verstorbener z. B. ungeordnete Familienvehältnisse hinterlassen hat und die Hinterbliebenen dies nun alles allein bewältigen müssen. Diese Wut drückt sich dann in solchen Worten aus, wie: Warum hast Du nur...oder Das hättest Du doch tun müssen.....etc.
Eine solche Wut verfliegt aber schnell wieder, da den Hinterbliebenen sehr schnell bewusst wird, dass der Verstorbene es sicher noch geregelt hätte, wenn er nicht gestorben wäre bzw. für seinen Tod ja nichts kann.

Tarantel60 hat geschrieben: Der Tod überfällt niemanden. Denn wir wissen sehr gut, dass er uns eines Tages heimsuchen wird.
Ob jung oder alt. Nur die (Uhr)Zeit kennen wir nicht. Und das ist gut so!


Was re.nate gemeint hat, ist, dass die Trauer nach dem Tod eines geliebten Menschen einen mit einer Macht und einem Ausmaß überfällt, wie man es sich hätte vorher nicht vorstellen können.
Und da stimme ich ihr zu, das ist so.
ashoggi hat geschrieben: doch Tarantel, der Tod überfällt manchmal die Menschen. Mein Mann hatte keinerlei Anzeichen, alle Werte waren gut und doch bekam er ganz plötzlich einen tödlichen Herzinfarkt. Das ist ein Überfall, ein Überfall von dem er nichts weiß. Aber ich und die Kinder waren geschockt in dem Moment.

Ich muss sterben nicht lernen, ich weiß, dass ich sterben kann. Dieser Lernprozess beginnt ja eigentlich schon bei der Geburt, nur ist man sich dessen nicht bewusst.




Nur weil wir das als Überfall empfinden, muss es ja dennoch keine sein!
Mein Großvater sagte immer: wer geboren ist, muss auch sterben:
Auch mein Vater starb von eine Min. zu andere... im Schlaf.
Und darum sage ich ja, dass wir im Trauern sehr egoistisch werden. Als meine Mutter mir nach zwei Jahren vorwarf, wie sie doch leidet, kam ich auf die Idee und ich habe sie regelrecht zusammengefaltet. Sie solle nicht denken, dass nur sie alleine leidet, sondern dankbar sein, dass der Vater nicht gelitten hat und schon gar nicht ins Pflegeheim musste, sondern genau so starb, wie er das immer herbei sehnte - still und friedlich... wir haben so gelitten, dass meine Tochter über ein Jahr nicht in die Wohnung von meinen Eltern reingehen konnte...aber es macht schon ein Unterschied, ob man den Tod akzeptieren kann, oder sich dagegen auflehnt... was im Grunde eh nichts bringt.


Aber wie du sagst, dieser Prozess beginnt schon von Anfang an... nur man muss sich das bewusst machen...
Es wird oft behauptet, dass der Tod heute tabuisiert wird. Also das glaube ich nicht. Noch nie wurde so oft und ausgiebig über den Tod referiert, wie heute! Dank Netzwerke werden sogar Suizide dort "übertragen" und die Leute Heuern an... eine andere Welt...
Ich möchte aber dann, wenn, meine Ruhe haben :)
Die meiste Angst ist nicht der Tod selber, sondern das Sterben überhaupt.
Wie sterbe ich? Jeder möchte einfach "weg" sein, denn sterben kann sehr lange dauern, kann sehr schmerzhaft sein, oder kann einem die Luft nach und nach nehmen.
Ich selber habe Angst vor dem Erstickungssterben.
Den plötzlichen, schmerzlosen Tod "erleben" nur die wenigsten.

Die Palleativmedizin ist heute ein wichtiger Beitrag zur Sterbebegleitung.
Hier werden auch die Angehörigen vorbereitet, denn die leiden ja zum Teil später weiter.
Archangelica hat geschrieben: Die meiste Angst ist nicht der Tod selber, sondern das Sterben überhaupt.
Wie sterbe ich? Jeder möchte einfach "weg" sein, denn sterben kann sehr lange dauern, kann sehr schmerzhaft sein, oder kann einem die Luft nach und nach nehmen.
Ich selber habe Angst vor dem Erstickungssterben.
Den plötzlichen, schmerzlosen Tod "erleben" nur die wenigsten.

Die Palleativmedizin ist heute ein wichtiger Beitrag zur Sterbebegleitung.
Hier werden auch die Angehörigen vorbereitet, denn die leiden ja zum Teil später weiter.


Da jeder sterben muss, wünsche ich mir vor allem, in Frieden mit der Welt zu sterben. Das ist für mich etwas vom Wichtigsten. Deswegen lebe ich aber noch gerne.
Dass das Sterben mit großen Mühen und Schmerzen verbunden sein kann, ist für mich
kein Grund, es zu verdrängen. Jeder hofft wahrscheinlich darauf, dass es erträglich sein wird.
Ich hoffe auch, dass meine Angehörigen den Schmerz in einer angemessenen Zeit überwinden
können. Auch Trauerarbeit sollte man nicht verdrängen.
Ich möchte Solist3 dafür danken, dass er dieses Thema eröffnet hat....und den Schreibern der bisherigen Beiträge....besonders hat mich wieder cherubino erreicht.....ihr habt dazu beigetragen, dass ich ein wenig innegehalten habe in meinem sonstigen Tun....ich bin ein wenig buddhistisch orientiert und möchte mit Euch einige Sätze des Dalai Lamas teilen: so schreibt er in einem Vorwort des tibetischen Buches vom Leben und vom Sterben, von Sogyal Rinpoche:
"Ich sehe den Tod eher so, wie wenn man Kleider wechselt, wenn sie alt und abgetragen sind, und nicht als letztes Ende. Doch der Tod ist nicht vorherzusehen: wir wissen weder wann noch wie er uns ereilen wird. Daher ist es klug, sich auf ihn vorzubereiten, bevor es soweit ist.
Natürlich wünschen sich die meisten von uns einen friedlichen Tod; es ist auch klar, dass wir nicht auf einen friedlichen Tod hoffen können, wenn unser Leben voller Gewalt ist oder unser Geist die meiste Zeit von Emotionen wie Zorn, Anhaften oder Furcht besessen ist : Wenn wir also gut zu sterben wünschen, müssen wir lernen, gut zu leben: Wenn wir auf einen friedvollen Tod hoffen, dann müssen wir in unserem Geist und in unserer Lebensführung den Frieden kultivieren."
Liebe Grüsse in die Runde....
Solist3 hat geschrieben:
Archangelica hat geschrieben: Die meiste Angst ist nicht der Tod selber, sondern das Sterben überhaupt.
Wie sterbe ich? Jeder möchte einfach "weg" sein, denn sterben kann sehr lange dauern, kann sehr schmerzhaft sein, oder kann einem die Luft nach und nach nehmen.
Ich selber habe Angst vor dem Erstickungssterben.
Den plötzlichen, schmerzlosen Tod "erleben" nur die wenigsten.

Die Palleativmedizin ist heute ein wichtiger Beitrag zur Sterbebegleitung.
Hier werden auch die Angehörigen vorbereitet, denn die leiden ja zum Teil später weiter.


Da jeder sterben muss, wünsche ich mir vor allem, in Frieden mit der Welt zu sterben. Das ist für mich etwas vom Wichtigsten. Deswegen lebe ich aber noch gerne.
Dass das Sterben mit großen Mühen und Schmerzen verbunden sein kann, ist für mich
kein Grund, es zu verdrängen. Jeder hofft wahrscheinlich darauf, dass es erträglich sein wird.
Ich hoffe auch, dass meine Angehörigen den Schmerz in einer angemessenen Zeit überwinden
können. Auch Trauerarbeit sollte man nicht verdrängen.

@solist
..danke für die "Anmerkung"- "...daß jeder sterben muß"..
es ist das wirklich einzige "muß" im Leben - wenn wir die Geburt überwunden - ist uns der Tod sicher..
wer immer sich mit dem Tod (der allen sicher, aber meist hinausgedrängt wird - was verständlich- weil wir, aus welchem Motiv immer - am leben "hängen -
also wer immer sich mit dieser Phase beschäftigen mag oder ernsthaft will - sei mal ein Film empfohlen - "Das Ende ist mein Anfang" - die Verfilmung eines Romans mit Bruno Ganz, E.Pluhar usw - "eine wahre" Geschichte..
sehr schlicht und in seiner Aussage überwältigend..
kurz noch zur Trauerarbeit - was wichtiges - es gibt "kein Schema" - die Gesellschaft gibt ein Trauerjahr vor - wer ist die Gesellschaft??? - sie bestimmt über das individuelle Schmerz/Verlustgefühl?????
jedoch wer sein späteres Leben (nach dem Verlust des geliebten Menschen) in der Trauer hängen bleibt..entsagt sich dem Leben, ist sicher nicht in der Absicht des Verstorbenen, und "braucht" vielleicht diese Opferrolle...darf auch über "loslassen" mal nachdenken...
leben heißt loslassen!!!!!!!!!
lg -ch
cherubino hat geschrieben: leben heisst loslassen!!!!.....

Ja!!....und ich formulier es mal andersherum: loslassen heisst leben.........und festhalten heisst stillstand.....
...und wenn wir betrachten, was wir so alles festhalten!.....warum?.....letztendlich müssen wir alle Alles loslassen.....
lg Lk