Man kann über jedes Thema reden, schreiben - wichtig ist doch immer die Sachlichkeit und die Wortwahl.
    Ich klammere sicherlich auch dieses nicht Thema aus - denn der Tod gehört zum Leben.
    Sterben lernen - nein - das können wir doch bereits ohne zu erlernen.

    Viel wichtiger ist es - bei Lebzeiten erkannt zu haben - dass das Leben eben vergänglich ist.
    Ich war beim Totenbett meiner Eltern - und da merkte ich, dass das Loslassen - sehr, sehr wichtig ist.
    Das hat aber bereits mit der Lebeneinstellung zu tun.
    Vater war eher der Leichtfuss - verlässlich aber doch ein bisserl ein Halodrie - ein Spassmacher der gerne überall gesehen war. Und er konnte auch leichter loslassen - er klammerte nicht, als er selbst erkannte - es geht zu Ende.
    Er konnte es auch verbal ausdrücken und er starb mit einem Lächeln.

    Mutter dagegen war eher schwermütig - sehr pflichtbewußt und wollte nicht loslassen - sie glaubte noch unbedingt etwas erledigen zu müssen - was ihr leider nicht mehr gelang - und sie verstarb auch schwerer und verkrampfter.
    Für mich waren beide Todesfälle eine innerliche Katastrophe - und mir brachte es die Erkenntnis - das loslassen können - wohl das Wichtigste dabei ist.
ja, und dieses loslassen ..... können wir, ohne jedes mal an das endgültige loslassen zu denken, in vielen kleinen situationen lernen
in alltäglichen situationen, im leben allgemein,
lieb gewonnenes, dinge, körperlichkeiten, menschen, eigene eigenarten, vieles ........

es ist auch ein prozess, im leben sterben lernen, ohne das "endgültige"
Das glaube ich jetzt nicht!

Also lasst ihr mal alle schön los... Wer kann. Üben , üben , üben!
Erst wird einem jahrzehntelang eingeredet wie wertvoll dieses eine Leben ist, man hängt am seidenem Faden ein Leben lang. Und dann kommt  das große Finale !

  Ich denke, jedes Sterben übersteigt jeglich bis dahin dagewesenes " loslassen"  und lässt sich nicht inszenieren oder gar vergleichen!  Eben so wie kein Asthma kranke z.b. ( letzte Atemzug bei Status asthmaticus ) sein loslassen einsetzen werde, ob wohl tausendmal geübt!
An Blindheit stirbt man nicht WIND, und tut auch nicht Weh, an akutem Atemnot, bei ansonsten ganz fidelen Menschen mit viel Elan aber schon  - innerhalb relativ kurze Zeit.
Aber schön und gut, das wir noch darüber schreiben können, nicht war.
Am Ende stirbt doch jede/r für sich allein. ✔️ 
ja tatsächlich tarantel, DAS sterben kann man nicht üben, dieses sterben ist EINMALIG

ich meinte jetzt auch das loslassen ..... aber, das ist ja alles nichts im vergleich zu dem letzten, nein, das allerletzte sterben kann man nicht üben
Der Gedanke kam mir gerade.

Hab ich nicht schon einen Schritt zum Sterben lernen getan, wenn ich eine Patientenverfügung habe in der ich erkläre, dass ich nicht künstlich am Leben erhalten werde möchte?
Testamente hat man auch schon seit Jahrhunderten geschrieben.
@Tarantel

Testament sagt ja was aus über das, was aus meinen materiellen Dingen geschieht.

Mache ich eine Patientenverfügung, dann bestimme ich doch, was mit mir geschieht, oder sehe ich das gerade falsch?
Apostel Paulus Römerbrief 14,7:

Keiner lebt sich selber,
und keiner stirbt sich selber.

Leben wir, so leben wir dem Herrn;
sterben wir, so sterben wir dem Herrn.

Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.


so kann man es auch sehen
kiaraso hat geschrieben: @Tarantel

Testament sagt ja was aus über das, was aus meinen materiellen Dingen geschieht.

Mache ich eine Patientenverfügung, dann bestimme ich doch, was mit mir geschieht, oder sehe ich das gerade falsch?



Insofern ist das richtig. Jedoch, ich dachte lediglich an den Moment, wo man sich mit dem eigenem Ableben sich aktiv auseinandersetzt wenn man einen Testament schreibt - also der Vorsatz, nicht der Inhalt! Patientenverfügung ist noch ein junges Trend ( in D seit 1. September 2009 in Kraft.) und muss sich erst bewähren... eben so wie auch die ganzen Organspenderausweise...

Allerdings habe ich bereits beides getan und darum weiß ich, dass ich in beiden Fällen Wochenlang mit der eigene Nichtigkeit beschäftigt war ! Wir sollen vielleicht nicht vergessen, dass wir uns hier in Philosophie Foren befinden. Darum ist eine Lösung nicht zu erwarten.
In "Rat und Lebenshilfe" Strang aber im Grunde auch nicht, weil wie ich schon sagte: sterben ist Privatsache. Hat nichts kollektives... selbst beim Massensterben am Front nicht!

Eine Patientenverfügung ist insofern gut, wenn in der Entscheidenden Moment zur Hand....
Nicht für den Sterbenden, viel mehr für die Zurückgebliebenen - ein Organisatorisches Anliegen: gibt Antwort auf die Frage, ob man die Apparatur abschalten sollte, oder nicht... undsoweiter.

Gerade vor ein paar Tagen hatte ich mit einer Freundin das Thema....Sie hat mir ihre Theorie vom Sterben erzählt...das hat mir sooo gut gefallen. Ich finde es immer schön wenn Menschen eine für sich schlüssige Erklärung für den Tod und das evtl. Leben danach haben.
Also: Wenn man verstorben ist...steht man an einer Art Busshaltestelle, und ein Bus mit allen schon verstorbenen Freunden, Menschen die man mochte, Haustieren fährt an einem vorbei, alle winken und freuen sich...dann hält der Bus und man steigt voller Freude ein, wer kann schon wiederstehen mit allen netten Menschen die man kannte nicht mitzufahren.
Die Idee hat mir sehr gefallen. Im Übrigen ist eine Patientenverfügung Pflicht, selbst meine Tochter hat mit 27 schon eine.
Patientenverfügung Ist keine Pflicht Wettergoettin.
Zu haben beruhigt aber...

Also nette Geschichte mit dem Bus!
Ich kann Busreisen nicht ab, denn ich werde Seekrank.
Das ist wirklich so.
Werde wohl weiterhin selbst fahren müssen, oder zu Fuß gehen... :
:wink:
@ tara

aber das sagt doch nichts über das tatsächliche Thema aus.

Wenn ich mich auf Grund der Patientenverfügung entschlossen habe, auf keinen Fall am Leben erhalten zu werden, dann habe ich mich, für meine Person wohl entschieden. Ist das wohl nicht auch der Beweis dafür, dass ich für mich das Sterben akzeptiert habe - wohl auch gelernt habe, dass es keinen anderen Ausweg gibt.
Die Patientenverfügung ist keine Pflicht , genau so ist es wie Tarantel es schreibt.
Auch der Organspendeausweis nicht.

Geh mal davon aus, viele Menschen haben einfach nur Angst das man abschalten kann !!!!
Auch meine Eltern haben sowas schon echt lange (nimmt mir die Verantwortung geb ich ja zu )
Ich selbst hab weder das eine noch das andere, auch hier spielt sicherlich Angst und Egoismus eine gewisse Rolle.

In meinem Kopf ist , wenn vom Tod usw die Rede ist, einfach mal das dort definitiv Party angesagt ist
mit allem was dazu gehört :D :D :D

Aber da hat jeder so seine eigenen Vorstellungen und das ist ok so!
kiaraso hat geschrieben: @ tara

aber das sagt doch nichts über das tatsächliche Thema aus.

Wenn ich mich auf Grund der Patientenverfügung entschlossen habe, auf keinen Fall am Leben erhalten zu werden, dann habe ich mich, für meine Person wohl entschieden. Ist das wohl nicht auch der Beweis dafür, dass ich für mich das Sterben akzeptiert habe - wohl auch gelernt habe, dass es keinen anderen Ausweg gibt.




Dass es keinen anderen Ausweg es gibt als irgend wann sterben zu müssen, habe ich nicht seit Patientenverfügung auf dem Radar. Und ob das wirklich alles so sein wird, wie das dort steht, ist zumindest insofern fraglich, wenn das evtl. übersehen wird. Noch sind wir ja nicht soweit!
Aber wie es in einigen Jahren aussehen wird... wer kann das schon voraussehen!
Es kann sogar so werden, dass die paar Menschen die um mich herum eingeweiht sind, noch vor mir sterben werden... soll ich deswegen die Verfügung immer um den Hals mit mir tragen?
Aus Erfahrung kann ich nur sagen... es kommt immer anders, als man angenommen hat.

Ich habe einen.
Ob es zum Einsatz kommen wird jemals..... mir egal!
Irgend was ist immer....
Ich hatte von meiner Krankenkasse einen Spenderausweis erhalten und war auch sofort damit einverstanden. Habe ihn sofort unterschrieben und trage ihn seitdem immer bei mir.
Jedoch,
dann habe ich im TV einen Bericht darüber gesehen und mir wurde angst und bang und habe den Ausweis wieder vernichtet.
Ich weiß nicht, ob dies stimmt, aber es wurde über die Handhabung von Ersatzleichen berichtet, die erst mal eingefroren werden und bei Bedarf immer wieder aufgetaut werden, sooft, bis nix mehr übrig ist von der Leiche.
Ich muss sagen, das war mir zuviel des Guten, zu makaber, wenn ich bedenke, dass man wie ein Stück Vieh ausgeweidet wird.
Ganz anders verhält es sich jedoch, wenn ein gezieltes Organ für einen Menschen lebensrettend ist.
Aber welcher junge Mensch möchte ein altes Organ :shock: ich nicht,
aber für Studienzwecke jederzeit. :wink:
Jelly