Die soziale Lebens- und Sterbehilfe von Geburt an bis zum Tode zu gewähren, sollte die Pflicht eines Jeden Menschen sein, damit sie auch jeder Bedürftige als sein gutes Recht in Anspruch nehmen darf.

Dass sich besonders diejenigen politische Parteien, die sich christlich nennen, beharrlich gegen jedes Gesetz im Sinne einer sozial ausgleichenden Gerechtigkeit zur Wehr setzen, mit dem sie dazu gezwungen werden könnten, auch gegen ihren Willen ihren Besitz mit Anderen zu teilen, damit es den Notleidenden besser geht, weil sie Angst vor dem Machtverlust haben, sodass sie das Maß ihrer Freiheit auf Kosten Anderer nicht mehr selbst bestimmen können, macht ihre Ideologie zu einer genauso abscheulichen, wie jede andere, bei der der eigene Machterhalt vor jeder karitativen Tätigkeit rangiert, auch.

Dabei ist das real existente Christentum da kein Deut besser, als die - ebenfalls machtpolitisch motivierten - Ideologien anderer sogenannten Weltreligionen, in denen es nicht um die Verkündung einer Weltanschauung durch einen Glaubwürdigen geht, sondern einfach nur um den blinden Gehorsam gegenüber den jeweiligen Herren über Leben und Tod, denen die Priester zum Zwecke des Machterhaltes als oberste Gesetzgeber zur Seite stehen.

Was nun die Gewissheit (und nicht die Vermutung, die man gern fälschlicherweise mit Glauben bezeichnet) Dessen betrifft, was richtig und was falsch ist, die sich in einem „schlechten Gewissen“ bemerkbar macht, wenn man Etwas Unerlaubtes getan hat, obwohl es für Einen selber völlig richtig erschien, wie man sich entschieden hat, so beruht die natürlich nicht auf ewig und überall gültigen Gesetzen, sondern darauf, was man dem Betreffenden als kategorischen Imperativ eingetrichtert hat.

Das infrage zu stellen und die Spreu vom Weizen zu trennen, um zu erkennen, was tatsächlich ihren Mitmenschen schadet, und wofür sie ihnen was schulden, ist für Viele eine lebenslange Herausforderung – umso mehr, als dass sie sich damit von den allgemeinen, als gültig verordneten Vorstellungen verabschieden müssen, und dabei von deren Anhängern diskriminiert werden.

Daher flüchtet sich so mancher jugendlicher Protestler dann doch lieber in die kuschelige Sekte der Scheinheiligen, wo er sich zwar als Eintrittspreis ein real existierendes Redeverbot erteilen lassen muss, sofern er mal anderer Meinung ist, aber wo er dafür wenigstens die Zusicherung bekommt, dass man sich um ihn kümmert, wenns ihm schlecht geht – auch wenn sich das am Ende lediglich als böswillige Täuschung durch Seelenfänger herausstellt, bei denen sich genauso Jeder selbst der Nächste ist, wie in allen anderen Lebensgemeinschaften, wo es nur Verheißungen anstatt eines tatsächlich einklagbares Rechts auf Lebens- und Sterbehilfe gibt, auch.

Das mehrheitlich-demokratische Abstimmungsverfahren, nach dem beschlossen wird, wem man diese Hilfe gewährt und wem nicht, kann insofern nicht ethisch aussagefähig sein, weil hier die persönlichen Interessen Derer, die sich selber noch nie in der Lage der Bedürftigkeit befunden haben, den darüber Abstimmenden eine angemessene Bewertung deren Bedürftigkeit unmöglich macht.
@filofaxi Du schreibst
>>Das mehrheitlich-demokratische Abstimmungsverfahren, nach dem beschlossen wird, wem man diese Hilfe gewährt und wem nicht, kann insofern nicht ethisch aussagefähig sein, weil hier die persönlichen Interessen Derer, die sich selber noch nie in der Lage der Bedürftigkeit befunden haben, den darüber Abstimmenden eine angemessene Bewertung deren Bedürftigkeit unmöglich macht.<<


Das gilt in noch viel größeren Ausmaß für die Sterbehilfe, denn auch sie ist ein sehr lukratives Geschäftsmodell bei dem viel Geld verdient wird.
Rund um die Schwangerschaft und die Bevormundung von Schwangeren ist kein großes Geschäft zu erwarten, deshalb hat man es auch schlecht bezahlten Hebammen überlassen.
Während zugleich von den selben Mächtigen Armeen aufgestellt und Kriege angezettelt werden, bei denen dann die Menschenleben Anderer keinen Wert haben, wird von den Pfaffen Nächstenliebe gepredigt und zugleich die Waffen gesegnet. Moral und Ethik sind also immer in Geld zu messen. Nirgends auf der Welt wird so teuer gestorben und mit dem Sterben soviel Geld verdient.
Jetzt ist man noch genialer geworden, statts am Tod selbst wird jetzt auch noch an der Angst vor dem Sterben kräftig riesige Geldmengen verschoben, für die dann Kinder und Kindeskinde der heute Alten dann bezahlen müssen. Das Geschäft mit dem Tod ist mit dem nicht Sterben zu wollen noch Gewinn bringender geworden.
"Sterbehilfe der besonderen Art"
Da spritzt ein Arzt in der Essener Uni-Klinik zwei schwerkranke Covid-Patienten tot, weil er das Leiden der 47- und 50Jährigen beenden wollte.

Ist doch rührend oder war es eher die soziale Pflicht, die hier vor kurzem eingefordert wurde?
Ich meine, wer auf der Intensiv liegt, ringt in der Regel mit dem Tod oder?
@nettestierfrau"Sterbehilfe der besonderen Art"
Da spritzt ein Arzt in der Essener Uni-Klinik zwei schwerkranke Covid-Patienten tot, weil er das Leiden der 47- und 50Jährigen beenden wollte.

Wieder mal Deine populistischen grün-linken Sinnumdeutungen von Tatsachen., Heimtückischen Mord als angebliche Sterbehilfe zu verhunzen.

>>Ist doch rührend oder war es eher die soziale Pflicht, die hier vor kurzem eingefordert wurde?<<

Vielleicht auch schon ein kleiner Vorgeschmack auf ""die neue Weltordnung"" von es Merkel/Scholz. Sie hält uns dumm und er macht uns arm.

>>Ich meine, wer auf der Intensiv liegt, ringt in der Regel mit dem Tod oder?<<

Ich meine nicht nur sondern weiß, dass die Meisten deswegen auf der Intensivstation liegen, weil es dem Krankenhaus riesige Gelder einbringen, bevor die Totgeweihten dann doch sterben. Erst unter Corona hat sich das geändert, deswegen haben wir auch die Zahlen von "Untertoten". Noch nie starben so wenige. *lach*
Wenn man ein Versehen ausschließt, sodass es keine Mord ist, sondern fahrlässige Tötung, ist die Frage nicht, OB der Arzt den Todkranken töten wollte, sondern WARUM.

Eine „eigenmächtige Tötung GEGEN den Willen des Todkranken zum Zwecke eines persönlichen Vorteils“, wie es in der Sensationsmeldung unterstellt wird, erfüllt natürlich den Tatbestand des „Mordes aus niedrigen Beweggründen“, und ist nicht nur juristisch eine Straftat, weil ein Gesetz missachtet wurde, sondern auch ethisch gesehen ein Kapitalverbrechen, weil dem Getöteten damit das Leben geraubt wurde.

Geschah jedoch die eigenmächtige Tötung OHNE einen persönlichen Vorteil, ist dies - ethisch gesehen - als eine „Tötung aus Barmherzigkeit“ zu werten, welcher das altruistische Motiv zugrunde lag, dem Todgeweihten weiteres Leiden zu ersparen, nachdem der Arzt aufgrund seiner fachlichen Kompetenz zu beurteilen in der Lage war, ob der Sterbende noch zu retten sei, oder nicht.

Diese eigenmächtige Entscheidung des Arztes darüber, wann die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen sind, ist immer dann notwendig, wenn die Patienten keine Verfügung erlassen haben, und er sie auch nicht mehr nach ihrem Willen fragen kann, weil sie nicht mehr ansprechbar sind, sodass er bei Patienten im Dauerkoma die Entscheidung häufig ihren Verwandten überlässt.

Ansonsten DARF der Arzt nicht nur entscheiden, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen, nachdem ein Patient nachweislich gehirntot ist, und ohne die Maschinen gar nicht mehr in der Lage wäre, weiterzuleben, sondern er MUSS es sogar.

Das ausschlaggebende Argument dabei ist leider oft nicht nur die bisher medizinische Unmöglichkeit, einen Gehirntoten wieder zu neuem Leben erwecken zu können, sondern – auch wenn das zynisch klingt – vor Allem ein ökonomisches, wonach es sich vom Aufwand her nicht lohnt, einen Menschen, dessen Tod nicht zu verhindern ist, einem anderen Menschen, dessen Leben man noch retten kann, gleichzustellen, oder sogar vorzuziehen.

Ethisch korrekter wäre es natürlich, wenn man keinerlei Kosten scheute, um JEDEM Menschen die selbe Chance zu gewähren, solange leben zu dürfen, bis ihn der Tod auf natürliche Weise von den Lebenden scheidet, und ihm dabei auch alle erdenkliche Hilfe zukommen zu lassen, um ihm unnötiges Leiden zu ersparen, denn der Mensch braucht ja keine Angst vor dem eigenen Tod zu haben, den er sowieso nicht überlebt, sondern ausschließlich vor dem schmerzvollen Sterben davor.

Bei coronabedingten Untoten ist ansonsten genauso gewissenhaft zu prüfen, ob und wie man sie wieder zum vollen Leben erwecken kann, wie bei allen anderen Scheintoten auch, bevor man sie entweder ihrem unvermeidlichen Schicksal überlässt, oder aber die Vampire unter ihnen nach guter mittelalterlicher Sitte mit einem Pfahl durchs Herz endgültig von ihren Qualen, sich nur noch vom Blut der Lebenden ernähren zu können, erlöst.
Ich meine nicht nur sondern weiß, dass die Meisten deswegen auf der Intensivstation liegen, weil es dem Krankenhaus riesige Gelder einbringen, bevor die Totgeweihten dann doch sterben.

Gott lob, können tausende Patienten mit einer Intensivbehandlung gerettet werden und sich noch lange Jahre des Lebens erfreuen.
nettestierfrau hat geschrieben: ]
>> Gott lob, können tausende Patienten mit einer Intensivbehandlung gerettet werden und sich noch lange Jahre des Lebens erfreuen.<<


Umgekehrt ,weil dieses Fehlbelegen aufgefallen war, wurden die Sterbe-Hospize und die sogenannte Paliativmedizin eingeführt, die das Sterben viel kostengünstiger gestalten. Nur jetzt in den Koronazeiten wird auch dagegen verstoßen und die alten Pfründe wieder belebt wie die Zahl der trotz intensiver Versorgung dennoch Verstorbenen zeigt.
filofaxi hat geschrieben: Wenn man ein Versehen ausschließt, sodass es keine Mord ist, sondern fahrlässige Tötung, ist die Frage nicht, OB der Arzt den Todkranken töten wollte, sondern WARUM.

Eine „eigenmächtige Tötung GEGEN den Willen des Todkranken zum Zwecke eines persönlichen Vorteils“, wie es in der Sensationsmeldung unterstellt wird, erfüllt natürlich den Tatbestand des „Mordes aus niedrigen Beweggründen“, und ist nicht nur juristisch eine Straftat, weil ein Gesetz missachtet wurde, sondern auch ethisch gesehen ein Kapitalverbrechen, weil dem Getöteten damit das Leben geraubt wurde.

Geschah jedoch die eigenmächtige Tötung OHNE einen persönlichen Vorteil, ist dies - ethisch gesehen - als eine „Tötung aus Barmherzigkeit“ zu werten, welcher das altruistische Motiv zugrunde lag, dem Todgeweihten weiteres Leiden zu ersparen, nachdem der Arzt aufgrund seiner fachlichen Kompetenz zu beurteilen in der Lage war, ob der Sterbende noch zu retten sei, oder nicht.

Als ich das las, bin ich erschrocken. Wie kann man den Totschlag zweier hilfloser Kranker so kaltschnäuzig in sein Gegenteil verkehren? Dann fiel mir ein, dass dies nicht die eigentliche Aussage des Beitrags ist.
Diese lautet vielmehr:
"Schaut her, was ich für ein toller Hecht bin. Ich bin rhetorisch so geschickt, dass ich aus einem Totschlag an zwei wehrlosen Schwerkranken noch eine "Gute Tat" mache, die eigentlich noch belohnt werden sollte. Mein Gott, was bin ich gut!"

Danach war ich beruhigt. Das ist nur der normale Wahnsinn in dieser kranken Gesellschaft.
@ dick01

Da wir uns hier im Filosofie-Forum befinden, wo es insbesondere um die Erörterung ethischer Fragen geht und weniger um medizinische oder politische, ist es notwendig, zum besseren Verständnis zunächst die Begriffe „Sterben“ und „Tod“ oder „Mord“ und „Totschlag“, sowie „Selbsttötung“, die keinen „Selbstmord“ darstellt, wie es gerne falsch dargestellt wird, voneinander zu unterscheiden, wenn man mit so einem thread nicht nur lediglich ein politisch motiviertes (populistisches) Betroffenheitstheater auslösen will.

Insofern müssen Sensationsnachrichten, wie die von der Tötung zweier Todkranken, erst einmal auf die tatsächlichen Umstände hin überprüft werden, denn ob der Arzt von den Patienten nicht dennoch vorher um die Hilfe bei der Selbsttötung, die ihnen selber nicht mehr möglich war, gebeten wurde, müsste ihm – wenn die Beweispflicht beim Kläger und nicht beim Angeklagten liegt - in dem Falle erst noch nachgewiesen werden, um ihn des Mordes zu überführen, und bis dahin gilt vor Gericht: „In dubio pro re!“

Wenn man Ärzten, welche die „Tötung auf Wunsch“ illegalerweise für Geld vornehmen, dabei unredliche Absichten unterstellt, müsste die „Lebenshilfe nach dem hippokratischen Eid“ gratis erfolgen, was ja auch nicht der Fall ist, sodass man jedem Arzt, der bei Privatpatienten den höchstmöglichen Behandlungssatz verlangt, vorwerfen könnte, dass er sich am Leid seiner Patienten aus niedrigen Beweggründen bereichert – selbst wenn die sich das aufgrund ihres Vermögens locker leisten können.

Was nun die breite Ablehnung in der Bevölkerung bezüglich der Selbsttötung eines geliebten Freundes oder Anverwandten betrifft – ganz gleich, wie sehr der auch immer leiden mag – so ist die einzig und allein der egoistischen Habsucht Derer geschuldet, die nicht bereit sind, auf die Nutzung des Lebenden und Sterbenden freiwillig zu verzichten (dh sie wollen ihn nicht „gehenlassen“, auch wenn er gar nicht mehr gehen kann).

Ähnlich ist es auch mit der Verlustangst, die dazu führt, dass man seinen Besitz über die Maßen überwacht, damit ihm ja Nichts geschieht, und mit dem sogenannten Helfersyndrom, welches sich manch ein Arzt oder Krankenpfleger sogar zum Beruf macht, um sich selber noch als so mächtig zu erleben, dass er in der Lage ist, selbst den Tod eines Anderen hinauszuzögern, sodass man hier – falls dieses Bedürfnis zwanghaft wird – von einer fatalen Co-Abhängigkeit zwischen dem Hilfebedürftige, der gar nicht ewig leben will, und dem Helfendem, der es ihm dennoch partout zu ermöglichen trachtet, reden kann.

Solange die Hilfe auf ausdrückliche Bitte hin erfolgt, und der Bittende keine anderen gesellschaftlichen Pflichten mehr erledigen kann, außer der Eitelkeit Derer zu dienen, die sich nicht mit ihrer Ohnmacht abfinden wollen, eben NICHT Herren über Leben und Tod zu sein – selbst wenn sie sich selber das Recht dazu erteilt haben – , so ist ethisch diese Hilfe höchstes Gebot der Nächstenfürsorge – und Zwar nicht im Namen eines toten Religionsgründers, sondern im Namen Dessen, der sein Leben lieber selbstbestimmt beenden will, anstatt bis zum Tode auf die Hilfe Anderer angewiesen zu sein, höchstselbst.

Der biblische Satz: „Wenn du jung bist, gürtest du dich selber und gehst, wohin du willst, aber wenn du alt bist, gürten dich Andere und führen dich dahin, wohin du nicht willst!“ entspricht zwar der real existierenden Niedertracht Derer, die das Leid ihrer Mitmenschen zum eigenen Vorteil ausnutzen, taugt aber nicht als Vorgabe einer angeblich alternativlosen und daher nicht zu ändernden Norm, bei der menschenverachtendes Verhalten sogar noch als wünschenswert und damit allgemein als richtig gilt.
Am Montagabend bei der Fernsehsendung "Hart aber Fair" war dieser Bischof anwesend und hätte gerne Krokodilstränen vergossen wegen einem Urteil des BGH zur Selbsttötung. Niemand hat ihn darauf hingewiesen, dass auf Grund der Geschichte ausgerechnet die Kirche den meisten Grund hätte zu schweigen. Allein dass sie heute noch Schweigegeld aus dem Vertrag mit Hitler zur Judenvernichtung kassiert, denn mehr ist die weltweit einmalige Kirchensteuer nicht für mich. Bei allen eigenen Kreuzzügen und sonstigen Kriegen haben sie Gläubige immer gern in den Tod geschickt.

das Lied drücjt das schön aus

https://www.youtube.com/watch?v=1q-Ga3myTP4
Da die Diskussion in dem Film „Gott, von Ferdinand von Schirach“ vor Allem um die Machtfrage ging, wer über das Leben und den Tod bestimmen DARF und wer nicht, und nicht um die Sinnfrage, ob und wann man sich in ganz speziellen Fällen besser selber umbringen, und sich dabei nötigenfalls auch helfen lassen SOLLTE, sofern man nicht mehr selber dazu in der Lage ist, forderte natürlich jede der anwesenden Parteien, dieses Recht für sich selber, mit dem scheinheiligen Vorwand, es diene auch dem Wohle der Allgemeinheit.

Die unsachlichen Argumente gingen dabei von: „Wenn man als Gesetzgeber einmal dieses angemaßte Recht auf alleinigen Bestimmung, wer sich töten darf und wer nicht, aus der Hand gibt, tötet sich am Ende Jeder nicht nur selber, sondern auch Andere!“ bis zu: “Wer sich selber töten will, kann nicht geistig gesund sein, und ist damit gar nicht in der Lage, über sein Leben und seinen Tod selber zu bestimmen!“

Bemerkenswert geschickt hat mittendrin der „Anwalt“ des Sterbewilligen gegen die Gespenstergeschichte des selbsternannten „Sohnes der Güte“ polemisiert, indem er ihm mit den altbekannten Argumenten des Theodizienstreites paroli geboten hat, was den jedoch nicht davon abbrachte, mit der Todesstrafe zu drohen, die er Demjenigen wohl am liebsten noch selber angedeihen ließe, wenn er die Macht dazu gehabt hätte – nur, weil die unter der Herrschaft von Moses ja auch nicht verboten war.

Dass hier ständig die willentlich nicht nur befürwortete, sondern sogar ausdrücklich geforderte „Tötung an sich selbst“ mit dem ausdrücklich nicht geforderten „Mord an sich selbst“ gleichgesetzt wurde, machte die Diskussion besonders für den persönlich Betroffenen unbefriedigend, der vehement ein „Naturrecht auf Selbsttötung“ einforderte, was er natürlich genauso wenig besitzt, wie ein „Recht auf selbstbestimmtes Leben ohne die Pflicht, Rücksicht auf Diejenigen zu nehmen, die er damit zu deren Nachteil schädigt“.

Die Freude darüber, dass das BGH-Urteil Anfang des Jahres zugunsten des vom Lebensmüden selbst bestimmten, eigenen Tod ausgefallen ist, und nicht zugunsten des von den Klerikern geforderten „Sterben bis zum natürlichen Tode, wonach jeder andere Tod als widernatürlich gilt“, indem der nun straffrei durchgeführt werden darf, täuscht dabei über die Tatsache hinweg, dass dies nur unter strengen Auflagen geschehen darf, die der Willkür der Selbstbestimmung eine enge Grenze setzt.

Außerdem ist jedes Urteil in dieser Hinsicht von der aktuellen Geistesströmung geprägt, und kann jederzeit mehrheitlich demokratisch auch wieder außer Kraft gesetzt werden, sofern Jemand dagegen klagt, nachdem er die nötige Mehrheit der Richter auf seiner Seite weiß.

Reinhard Meys Aufruf, die Herausgabe seines Humanbesitzes, den seine „Söhne“ für ihn darstellen, zu Kriegszwecken zu verweigern, impliziert erst einmal nur den Machtanspruch auf das alleinige Verfügungsrecht darüber, wie es beim Sklavenhalter bei seinen Sklaven der Fall ist, oder beim König über sein Volk, mit dem er tun und lassen kann, solange er die Macht dazu hat.

Viel interessanter hingegen ist die Frage, inwieweit die Eltern ihrem Sohn verbieten dürfen sollten, freiwillig den sogenannten Heldentod zu sterben, um ewigen Weltruhm nach dem Tode zu erlangen, gegen den der vergängliche Ruhm zu Lebzeiten den vorzeitigen Tod nicht wert ist.

Hier den Sohn für verrückt zu erklären, und ihn die die Klappse zu stecken, damit er sich nicht freiwillig von kriegslüsternen Regenten für deren Zwecke opfern lässt, scheint hier genauso ein vergleichsweise besseres Los für ihn zu sein, sein Leben noch lebendigerweise in einigen Aspekten genießen zu können, wie mit der Schmerzbetäubtheit unter der Einwirkung von Opiaten durch die palliative Medizin, für die erschreckend wenig Ärzte ausgebildet wird, denn nicht nur das leidensreiche Sterben, wie es von dem Kirchenmann als natürlich bezeichnet wird, gehört untrennbar zum Leben dazu, sondern auch das durch die Medizin leidensbefreite.

So besteht der hippokratischen Eid vor Allem darin, dem Lebenswilligen das leidvolle Leben durch die Medizin zu verbessern, aber nicht darin, auch dem Lebensunwilligen dieses Leid zu ersparen, nachdem sein Leben selber nicht mehr zu retten ist, und ihm nur noch die Möglichkeit bleibt, seinem Leiden durch einen früheren Tod selber ein Ende zu setzen.

Die Selbstbestimmung eines früheren Todeszeitpunktes, als es der sogenannte „natürliche Tod“ oder gar der fremdbestimmte Tod wäre, erfolgt dabei nicht nach den Kriterien der „Nützlichkeit für Andere“, sondern nach der „Nützlichkeit einer eigenen Wertehierarchie“, bei der man den eigenen früheren Tod einem nach der eigenen Vorstellung für Einen selber wertlosen Weiterleben vorzieht.

Der Eigenmächtige macht dabei sozusagen mit dem Gevatter Tod ein Geschäft, wonach der ihn vorzeitig holen soll, und dafür mit seinem Restleben bezahlt wird, welches er normalerweise noch gut bei ihm hätte, und worüber er als veräußerlichen Besitz frei verfügen kann.

Das Einzige, was er dafür noch bräuchte, ist die Legitimation dafür, und die gibt der Eigenmächtige sich am liebsten selber, ohne Andere zu fragen, ob es ihnen denn auch recht sei, denn nach seinem Tode kanns ihm wurscht sein, was sie von ihm denken.

Der eitle Märtyrer hingegen muss sich noch so lange mit seinem leidvollen Leben herumquälen, bis seine Angehörigen dem Gevatter Tod alleine die Schuld an dessen Tode und damit am Verlust ihrer Nutzungsrechte an ihm anlasten können, wobei der ihnen den geforderten Schadensausgleich auf ewig schuldig bleibt, weil der Tod eben keine lebende Person ist, die man dazu heranziehen oder gar dafür bestrafen könnte, damit er es nicht noch einmal tut.
Mich bringt die Selbstherrlichkeit solcher scheinheiligen egozentrischen alten Kirchenmänner aus allen Religionen und Glaubensgruppen zur Weißglut.
Kann man sich nicht auf einen Humanismus einigen, der allen Menschen dient.
Leider bin ich nur ein kleines Licht, aber ich vermute , dass Macht- und Geldgier das nicht zulassen.( es gibt sicher noch 1000 andere Gründe)
Die Bedürftigen müssen es ausbaden bis zum letzten Atemzug.
Und den will ich mir selbst aussuchen, wenn alles seinen biologischen Gang geht.
heliane hat geschrieben: Mich bringt die Selbstherrlichkeit solcher scheinheiligen egozentrischen alten Kirchenmänner aus allen Religionen und Glaubensgruppen zur Weißglut.
Kann man sich nicht auf einen Humanismus einigen, der allen Menschen dient.
Leider bin ich nur ein kleines Licht, aber ich vermute , dass Macht- und Geldgier das nicht zulassen.( es gibt sicher noch 1000 andere Gründe)
Die Bedürftigen müssen es ausbaden bis zum letzten Atemzug.
Und den will ich mir selbst aussuchen, wenn alles seinen biologischen Gang geht.

zu dem von mir hervor gehobenem Text will ich Dir gerne meine Antwort geben.
Es ist neben organisierter Macht und Geldgier, bei den Einzelnen fast immer der Wunsch im Leben niemals hart zu arbeiten, wenn dann nur einen Tag in der Woche und dann trotzdem wie ein Häuptling von der Gemeinde ausgehalten und durchgefüttert zu werden.
Die herrschaftsfreie Selbstbestimmung des Einzelnen darüber, ob und wann er sich selber tötet, und auch darüber, ob er Andere ermordet oder am Leben lässt, beginnt da, wo er über soviel Macht verfügt, dass man ihn nicht mehr daran hindern kann.

So mächtig ist er jedoch nicht, wenn er dazu der Hilfe Anderer bedarf, von deren Wohlwollen er abhängig ist, und die sich – ebenfalls herrschaftsfrei – auch dagegen entscheiden können, sofern das von ihm dafür angebotene Entgelt ihnen nicht hoch genug erscheint, um dafür ein Bußgeld oder eine Freiheitsstrafe in Kauf zu nehmen.

Das wiederum hat noch Garnichts mit der ethischen Frage zu tun, ob man ausnahmslos Niemanden töten dürfen sollte, oder aber in ganz speziellen Ausnahmefälle schon, denn auch ein Henker, der einen Gesetzesbrecher nach dem jeweils gerade geltenden Strafrecht ganz legal vom Leben zum Tode befördert, um der Gemeinschaft (bzw. deren Oberhaupt) dabei zu helfen, sich auf diese Weise von ihm zu befreien, tut dies auch nur zum Gelderwerb und für die damit verbundenen Privilegien, und nicht etwa, um seinem Opfer scheinheiligerweise die weitere Qual des von der Gemeinschaft Geächtet-Werdens zu ersparen.

Insofern ist auch die Notwendigkeit, erst einmal Anderen das Recht auf Hilfe zur Selbsttötung gewähren zu müssen, um anschließend auch zum Dank dafür selber bei der eigenen Selbsttötung dieser Hilfe würdig zu sein, nicht gegeben, denn selbst das, was man allgemein als „für Alle gut“ bezeichnet, lässt sich nicht von Anderen dadurch erzwingen, indem man es selber zuerst tut, auf dass Jene Einem diesen Akt der Barmherzigkeit aus Dankbarkeit dafür ebenfalls angedeihen lassen mögen.
cron