Ist unser Leben determiniert... Haben wir einen freien Willen?... Oder... Schicksal als Chance?....
Ich denke sowohl als auch, aber wir haben immer weniger Spielraum in unseren Entscheidungen.
Wir müssen uns täglich entscheiden und Handeln. Das hat wiederum Folgen, die eine Kette von Aktion / Reaktion auslösen welche wieder neue Entscheidungen und Handlungen fordern, usw... Wir reagieren immer auf Impulse aus unserer Umwelt in irgendeiner Weise, sei dies nun negativ oder positiv. Das Schicksal gleicht nur aus, korrigiert und beschränkt dadurch unsere freie Wahlmöglichkeiten.
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Lieber Wallenstein, du hast mir jetzt gerade noch gefehlt..  
Wo ich eben dachte, ich hätt's begriffen.....
Was sind das für mindestens 2 voneinander unabhängige Ursachenketten?
Ist Zeit eine?
Ist Raum eine?
Dann müsste mindestens noch eine dritte sein, (Person oder einwirkende Kraft, ein Ereignis, Naturgewalt oder so....)?
Dass alles eine erkennbare Ursache hat, so man sie sieht, oder findet, den Teil habe ich, Halleluja, verstanden. Was der Zufallende oder Geschickte darin verloren hat, verstehe ich wieder nicht, ausser, est stimmt, was ich verstanden habe, der liebe Gott lenkt.... zufällig und auch mal (un)-geschickt.

   [/quote]
  Liebe DGO, ein schüchterner Versuch der Erklärung; Familie fährt von Hamburg nach Tirol,um dort Urlaub zu machen--1. Ursache. Segelflieger M. nutzt die Thermik an diesem schönen Tag,um seinem Sport zu frönen--2.Ursache. Um 12.34 stürzt er mit seinem Flugzeug auf der Autobahn X,Kilometerstein Y ab und kollidiert mit dem PKW der Familie aus Hamburg,die sich zur gleichen Zeit am gleichen Ort befindet---1 Toter,2 Verletzte. 
Verkettung von Ursachen ,die sich unabhängig voneinander im gleichen Raum und zur gleichen Zeit schneiden und dieses tragische Ereignis zeitigten---Zufall!.
An ZUfälle glaube ich persönlich nicht.
Denn in dem Moment, wo etwas als "Zufall" vermutet wird, wird nach genauem hinsehen letztendlich doch Schicksal sein, denn es geht dabei gar nicht so um die Umstände, sondern insbesondere um Geschehnisse, die uns widerfahren. Der Schicksal fragt weder nach WARUM, noch nach WANN. Jeder Mensch hat einen Schicksal. Ganz persönlich für ihn maß geschnitten. Von wem? Das zu wissen wäre ja wirklich das Ultima ratio und auf einmal wären viele Fragen beantwortet. Es gibt doch den Spruch "Jemand wollte Schicksal spielen". Und es gibt sie in der Tat! Diesen ersten unter gleichen...die wollen. Das ist wohl ihr Schicksal. :wink:



ich glaube nicht an ein "Schicksal"....
ich glaube, dass wir - meist unbewußt - ununterbrochen Entscheidungen fällen in unserem Leben......

für mich ist wichtig, dass ich mir meiner Entscheidungen öfters bewußt werde - um Entscheidungen besser treffen zu können...... etwas freier zu werden in meiner Wahl.....

bei allen Entscheidungen, die ich vor 10, 20, 30 oder 40 Jahren getroffen habe - bis heute, habe ich automatisch andere Entscheidungen verworfen und mein Leben hat dadurch eine jeweils andere Richtung genommen......  diese Entscheidungen sind gefallen und es wäre sinnlos, verworfenen Entscheidungen heute nach zutrauern......   
schicksal und zufall sind keine gegensätze. zufall ist das, was uns (von uns selber ungeplant) zufällt, was allerdings von anderen geplant sein kann, aber nicht muss, wie etwa eine naturkatastrofe.

wenn wir davon in einer einschneidenden weise betroffen werden, ist es unser schicksal (das, worein wir uns schicken müssen, weil wir es nicht ändern können). andere zufälle sind weniger einschneidend oder bedeutungsvoll und auch nicht so schicksalhaft.

für den betroffenen spielt es weniger eine rolle, ob ein ereignis, was ihm zufällt, von anderen bestimmt worden ist ("bestimmung" war), oder aber sich gesetzmäßig entwickelt hat, was man auch "fügung" nennt, außer er sucht jemanden, den er ursächlich dafür verantwortlich machen und zu schadensersatzleistungen heranziehen könnte.

der zweite faktor in so einem zu(sammen)fall zweier entwicklungslinien ist man selbst. wenn man voraussschauend auto fährt und nicht alkoholisiert am steuer sitzt, hat man die chance, oft schlimmeres zu verhindern, indem man schnell reagieren kann. im anderen falle nicht, sodass man immer unbewusster mitverursacher (oder sogar bewusster bestimmer) seines eigenen schicksals ist, und damit oftmals durch bequemlichkeit und dummheit sein eigener ärgster feind.

allerdings spielen frühkindliche programmierungen und gewohnheiten., sowie temperament und geisteshaltungen (falsche vorurteile) eine wesentliche rolle dabei und bilden einen schwer kalkulierenden umstand, der auch ohne eigene nachlässigkeit oder absicht dazu führen kann, dass eine schicksalhafte entwicklung begünstigt wird, denn sich selbst kann leider keiner entfliehen.
Tarantel60 hat geschrieben: An ZUfälle glaube ich persönlich nicht.
Denn in dem Moment, wo etwas als "Zufall" vermutet wird, wird nach genauem hinsehen letztendlich doch Schicksal sein, denn es geht dabei gar nicht so um die Umstände, sondern insbesondere um Geschehnisse, die uns widerfahren. Der Schicksal fragt weder nach WARUM, noch nach WANN. Jeder Mensch hat einen Schicksal. Ganz persönlich für ihn maß geschnitten. Von wem? Das zu wissen wäre ja wirklich das Ultima ratio und auf einmal wären viele Fragen beantwortet. Es gibt doch den Spruch "Jemand wollte Schicksal spielen". Und es gibt sie in der Tat! Diesen ersten unter gleichen...die wollen. Das ist wohl ihr Schicksal. :wink:


Die Gefahr liegt m. E. darin, dass diese Haltung einer lethargischen Lebenshaltung Vorschub leistet.
Es gibt nie einen "Schuldigen", es ist Schicksal.
Hunger, Krieg, Misshandlung, Raubbau an der Natur,
Damit kann man alles ent-"schuldigen", die Steigerung wäre noch:
Du bist selber "Schuld", darum... bestraft dich.... das Schicksal....

Ist ein guter Zement für die jeweils vorherrschenden Herrschaftsstrukturen, oder nicht?
"Schick' dich in "dein" Schicksal....!"
Im weitestem Sinne hast du ja recht 3GO.
Allerdings sind deine Aufzählungen zu komplex, da Massen Erscheinungen. Außer dem sind Hunger, Kriege usw. "lediglich" Mittel, die einen Schicksal beeinflussen (können). Und darum nur marginal zu erwähnen, für Gottesanbeter aber ein gefundenes Fressen!
Es hat sich jedoch erwiesen, dass es eine wesentliche Rolle spielt, wie aufmerksam man einen Text liest. Weil ich sagte bereits: Jeder Mensch hat einen Schicksal. Ganz persönlich für ihn maß geschnitten. Einer Soldatin im Afghanistan eben so, wie einem Kind in Afrika! Und auch jedem einzelnen User bei 50+ sogar, wer hätte das gedacht!
Weder habe ich gesagt, dass jemand Schuldig sein muss, noch sprach ich davon, dass man deswegen in eine Lethargie verfallen muss.
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**** "Einziger Insasse der Anfangsbahn,
die hell erleuchteter durch die Nacht rast, ist Herr ENDE, dunkler Gast.
So viel Vorzeichen des Todes! - wie lange noch? So viel Aufschub.
Ein dichter Schilderwald voll mit seinen Ankündigungen und Vorzeichen, das ist unsere ganze Strecke" (Botho Strauß - Paare Passanten)



Jeder Mensch hat ein Leben - sein Leben.....das ist das, was ich als Einziges sicher weiß

und jeder Mensch kann nur dieses eine Leben - sein Leben - leben......
ich kann mir sagen:

"so bin ich und so blebe ich - das ist mein Schicksal".....oder ich kann mir sagen:

sehr viele Jahre lang habe ich mich "leben lassen" - habe wichtige Entscheidungen viel zu oft anderen Menschen überlassen......war viel zu oft aus einer deprimierten Stimmung heraus passiv.....
und wie oft habe ich - um aus dieser Passivität herauszukommen "mit Gewalt" etwas gewollt und mich dabei in Sackgassen verrannt.....

meinen Grundcharaker kann ich nur wenig verändern und meine über lange Jahre aus Erziehung und Erfahrungen gewachsenen Gefühle (Emotionen) ebenso.....doch alleine dieses "bewußt werden" hilft mir bei neuen Entscheidungsfindungen......dieses "Wenige" ist mir immer noch lieber als "Schicksal" zu denken, zu sagen und (nicht) zu handeln..........
  Die Gefahr liegt m. E. darin, dass diese Haltung einer lethargischen Lebenshaltung Vorschub leistet.
Es gibt nie einen "Schuldigen", es ist Schicksal.
Hunger, Krieg, Misshandlung, Raubbau an der Natur,
Damit kann man alles ent-"schuldigen", die Steigerung wäre noch:
Du bist selber "Schuld", darum... bestraft dich.... das Schicksal....

Ist ein guter Zement für die jeweils vorherrschenden Herrschaftsstrukturen, oder nicht?
"Schick' dich in "dein" Schicksal....!"[/quote]

Nun,DGO,

mehr kann ich dazu nicht sagen,weil es meiner Vorstellung 1 zu 1 entspricht.
Hören wir Bierce; " Schicksal ist eines Tyrannen Ermächtigung zu Schandtaten und eines Narren Entschuldigung für sein Versagen!"  
Ziemlich arrogante Sichtweise Herr Wallenstein.
Nicht zu vergessen sollte man, dass ein Tyrann ebenfalls einen Schicksal hat, wie der Narr auch.
Ob jemand ein Tyrann wird oder ein Narr, wird ihm bereits in die Wiege gelegt, so zu sagen.
Und es werden nur leichte Korrekturen im laufe des Lebens vorgenommen.
Die allerdings sehr wohl Schicksalhaft werden können. Bei dem Tyrann eben so, wie beim Narr.
Wäre interessant zu erfahren, wer in der Mehrzahl ist, die Tyrannen oder die Narren.
Ich tippe auf Narren. Dabei meine ich auch die, die sich zu Narren machen, lassen.
es gibt Tyrannen - die bis zu ihrem Tod Tyrannen geblieben sind und es gab und gibt welche, die dies überwinden konnten.....

es gibt Narren - die Zeit ihres Lebens Narren geblieben sind....und doch gab und gibt es welche, die dieses "Schicksal" weit hinter sich lassen konnten.... :wink:
Tarantel60 hat geschrieben: Ziemlich arrogante Sichtweise Herr Wallenstein.
Nicht zu vergessen sollte man, dass ein Tyrann ebenfalls einen Schicksal hat, wie der Narr auch.
Ob jemand ein Tyrann wird oder ein Narr, wird ihm bereits in die Wiege gelegt, so zu sagen.
Und es werden nur leichte Korrekturen im laufe des Lebens vorgenommen.
Die allerdings sehr wohl Schicksalhaft werden können. Bei dem Tyrann eben so, wie beim Narr.
Wäre interessant zu erfahren, wer in der Mehrzahl ist, die Tyrannen oder die Narren.
Ich tippe auf Narren. Dabei meine ich auch die, die sich zu Narren machen, lassen.



Also, liebe Tarantel

Einem Tyrannen wird die Macht in die Wiege gelegt oder er saugt sie mit der Muttermilch auf.
Dafür kann er zwar erstmal nichts, aber ich muss ihm nun wirklich nicht dafür huldigen….

Kein Tyrann gibt sein Zepter freiwillig ab, Not gebiert Einsicht und zwingt zu Verhaltensänderungen, (wenn schon nicht zu Änderungen der Persönlichkeit…..), während die reine Duldsamkeit ein beinahe wirkungsloser Erzieher ist.

Da es sicher mehr Narren als Tyrannen gibt, wünschte ich, dass sich die Narren nicht nur zum Narren machen lassen, sondern hin und wieder ihr Schicksal selbst an die Hand nehmen würden….

Quasi eine kleine Schicksalskorrektur?
Schicksal oder freier Wille?
Schicksal ist das Resultat der Vergangenheit; freier Wille ist das Resultat der Gegenwart. Blicken wir zurück, spüren wir die Schläge des Schicksals; blicken wir nach vorne, beobachten wir den Tanz des Kraft spendenden freien Willens.
Sri Chinmoy 
 Es bleibt uns überlassen! Leben wir im begrenzten Körperbewusstsein, erfahren wir das Schicksal,leben wir in der Seele, erfahren wir den freien Willen. 
Mit jeder Entscheidung die wir treffen, legen wir eine Ursache, die in die Zukunft fortwirkt. Unsere karmische Vergangenheit übt einen entscheidenden Einfluss auf alles aus, was wir in unserem Leben anziehen oder abstossen. Was wir auch anfangen, wofür wir uns auch entscheiden, immer ist es die Vergangenheit, die sich in der Gegenwart als Spannungsfeld auswirkt und so unsere Entscheidung
beeinflusst.

"GEGENWART IST DIE SUMME ALLER VERGANGENHEIT IN EINEM MOMENT
DER BESINNUNG, SONST NICHTS."
(Gustav Meyrink)
Kein Tier fragt nach dem Sinn des Lebens. So was Dummes macht nur der Mensch. :)