Was soll denn Deine persönliche Profilangabe "Christ" unter Religionszugehörigkeit? Ist das diese besagte Scheinheiligkeit, von der Du sprichst? :D

Deine Gedankengänge wirken auf mich eher nach linksradikalen Verschwörungstheorien. Du scherst Dich nicht um die historischen Fakten, sondern drückst alles in Deine linksradiale DDR-Ideologie des Klassendenkens. Solche Gesprächspartner kenne ich zu genüge, aber das gehört einfach nicht hierher. Du verbrämst den Stoizismus mit Deiner verblendeten sozialistischen Ideologie.

Seneca hat viel für die Demokratie getan und sozial-rechtlich Gutes mit Signalwirkung geschaffen für die Unterschicht im römischen Reich.
Den Begründer des Christentums hat man ja auch als sozialistischen Verschwörer (und nicht als Verschwörungstheoretiker) bezeichnet, als der meinte, dass eher ein Kamel durch das Jerusalemer Stadttor gehe - welches als Nadelöhr bezeichnet wurde, weil es so schmal war - , als dass ein Reicher in den Himmel käme.

Dabei war ihm natürlich auch daran gelegen, die gemeinsame Verschwörung der sittenlosen, jüdischen Priesterschaft mit König Herodes gegen das eigene Volk aufzudecken, die dazu diente, auch unter der römischen Besatzung - die ja sehr tolerant war, was die jüdischen Sitten und Gebräuche betraf – ihre Machtposition im Staate zu sichern, ohne vom Volk, dem sie derweil stoische Gelassenheit predigten, dafür gelyncht zu werden.

Wo später einzelne Urchristen auch noch längere Zeit an der Verwirklichung sozialistischer (dh partnerschaftlicher) anstatt von machtpolitisch motivierten und damit egoistischen Idealen interessiert waren, wurden christliche Sekten, wie die der Katharer oder Arianer, später von scheinchristlichen, römischen Kaisern – ebenfalls unter der Fahne des Christentums – radikal verfolgt und ausgemerzt.

Machtbesessene und dekadente, katholische Päpste haben dann zusammen mit den weltlichen Kaisern nach und nach den Rest der von den Griechen übernommenen, sozialistischen Demokratie, deren Herzstück die Gewaltenteilung unter den Aristokraten darstellte, zugrundegerichtet, und sich selber als monotheistische Gottkaiser (Christus) inthronisiert, der als oberster Gesetzgeber weder Göttern wie Jupiter oder Zeus, noch dem Senat gegenüber mehr zur Rechenschaft verpflichtet war.

So blieb den von den Römern unterdrückten Völkern nichts Anderes übrig, als diesen kulturellen Niedergang mit stoischer Gelassenheit zu ertragen, was auch das Fatalistische an der stoischen Lehre ausmacht, und nicht etwa der unbeirrbare Widerstand dagegen, der in einer sozialistischen Revolution mündet, wie es bei den christlichen Sklavenaufständen unter Spartakus und danach erst ca. 1500 Jahre später bei der französischen Revolution der Fall war.

Seitdem der Humanismus mit dem Götzentum aufgeräumt hat, sodass in der humanistischen Ethik sozialistische Interessen im Mittelpunkt stehen, anstatt des Interesses irgendwelcher selbsternannter Gottkönige, denen es zu gefallen gilt, wird auch nach und nach das Christentum zu einem anderen, als das, was es früher einmal war, und wo die Lehre von der sozialen Gnade und Barmherzigkeit auch Denen gegenüber gilt, die sich ihrer noch nicht als würdig erweisen konnten.

Dass sich ein stinkreicher und obendrein cholerischer Seneca publikumswirksam hin und wieder auch mal als Weihnachtsmann betätigt hat, der aus einem jovialen Impuls heraus ein paar soziale Projekte auf den Weg bringt, die er mit den Geldern finanziert, welche er vorher den Armen weggenommen hat, mutet jedoch ebenso scheinheilig an, wie wenn ein Bill Gates sich ewigen Ruhm damit erwirbt, indem er von dem, was er nicht versteuert hat, ein paar Millionen für die Coronaforschung springen lässt, obwohl er in Amerika als Superreicher sogar zum Spenden verpflichtet ist.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/ein-cholerischer-stoiker.950.de.html?dram:article_id=140599

Das hat alles genauso wenig mit echtem Sozialismus zu tun, wie eine scheinsozialistische Parteidiktatur im Namen eines Christengottes, der nur in der Fantasie von herrschsüchtigen Scheinchristen existiert, oder in der Fantasie der Anhänger Allahs, Buddhas oder sonstiger Götter, wie dem Begründer des Kommunismus, Karl Marx, mit dem sie ihren totalitären Herrschaftsanspruch mit eigenem glücklichen Leben auf Kosten Schwächerer zu legitimieren versuchen.
Obwohl ich politisch Mitte links stehe als überzeugte Schweizer Demokratin, bist Du mir eindeutig zu linksradikal sozialistisch. Und klar war das Christentum und auch der Stoizismus nicht sozialistisch. Deine hochgehaltene totalitäre Ideologie des radikalen Klassenkampf-Sozialismus war die unselige und mörderische Ausgeburt eines späteren Jahrhunderts. :!:

Der Thread handelt nämlich von den antiken Stoikern. Das scheinst Du aber nicht zu begreifen und verbrämst und verunstaltest das Thema auf nicht statthafte, radikal sozialistische Weise, kitzelst etwas heraus, wozu es keine gesicherten Quellen gibt, drückst Deine radikal normierte Schablone drauf wie eine Kuchenform, herausgerissen aus dem ursprünglichen historischen Kontext. Reine rufschädigende Spekulation.

Du benutzt historische Ereignisse wie Lego-Steine zur Unterfütterung Deines linksradikalen Fanatismus. Ich möchte Deinem linksradikalen sozialistischen Gewäsch nicht weiter Anreiz bieten und ziehe mich zunehmend gelangweilt aus dem Thema zurück.

Allen anderen, die dem Thema wirklich offen und historisch treu begegnen, möchte ich alles Gute wünschen. :)
Nun – ich als Stoiker habe mir im Laufe meines Lebens u.a. deshalb ein dickes Fell zugelegt, damit ich sowohl die unkritische Schwärmerei für faschistische Kaiser aus der Römerzeit als auch für die Diktatoren der Neuzeit gelassen ertragen kann, was jedoch nicht bedeutet, dass ich so etwas deshalb für gut heiße – nur, weil mein Jahrgang nicht mehr zu deren Opfern gehörte.

Ebenso wenig kann ich die „armen Reichen mit Profilneurose“ - welche sich mit mentalen Suggestionstechniken wie „Silva Mind-Control“ zu immer noch mehr Höchstleistungen anstacheln lassen, um als wertvoll anerkannt zu werden - als Vorbilder für das „stoisches Ertragen einer misslichen Lage“ betrachten, wie es - wenn überhaupt - auf deren Opfer zutrifft, die man dafür zumindest nicht noch als Schwächlinge verunglimpfen sollte, wenn sie sich über ihre missliche Lage beklagen.

Sich darüber hinaus als vermögender und gesunder Mensch auf stoische Weise fremdem Leid zu verschließen, indem man behauptet, der Leidende sei ausschließlich selber der Verursacher seines Leidens gewesen, und sich darüber hinaus auch noch darüber zu beschweren, wenn er sich darüber beklagt, indem man sagt: „Mutter, mach die Küchentür zu, damit ich nicht sehen muss, wie du dich abrackerst!“, ist einfach nur zynisch und der Anerkennung als Vorbild an Tugendhaftigkeit nicht würdig.

....der Stoizismus hat wirklich nur mit Achtsamkeit und Gemütsruhe sowie Herzenswärme und Freundlichkeit zu tun. Ziel ist ja die Weisheit und Tugend. ...

Der Stoizismus mag vielleicht als Psychotechnik einen Nutzen für die Beruhigung der Nerven haben, aber ist deswegen noch keineswegs auch als eine Anleitung zur sozialen Tugendhaftigkeit geeignet.
Laura_Maelle hat geschrieben:
-----
------
-------

Allen anderen, die dem Thema wirklich offen und historisch treu begegnen, möchte ich alles Gute wünschen. :)


Liebe Laura_Maelle, hoffe sehr, Du wirst wenigstens weiterhin auf den Foren ab und zu einen Beitrag schreiben, ich würde es sehr bedauern, wenn Du Dich irgendwann abmelden würdest bei 50plus!!
Hab gerade einen Beitrag von Dir gesucht...

Sehr liebe Grüße vom Saarland in die Schweiz!
Migranda
Laura_Maelle hat geschrieben: Zur "Berg-Perspektive" auf Leben & Arbeitsweise

Der Stoiker Marcus Aurelius Antonius, Selbstbetrachtungen.
X 15, VIII 32, VI 16+35, III 4.

"Lebe wie auf einem Berg! Bringe in dein ganzes Leben
und in jede einzelne Handlung Ordnung!

Es kann sich ein Widerstand erheben,
vielleicht tritt etwas deiner Tätigkeit in den Weg.
Doch lässt du dir auch jenes Hindernis gefallen
und schreitest mit Überlegung fort zu dem,
was dir noch freisteht,
so tritt sogleich ein neuer Gegenstand der Tätigkeit an die Stelle
und wird sich in die Lebensordnung fügen, von der wir reden.

Denn jede Arbeit will nichts Anderes,
als die Dinge ihrem Zweck entsprechend gestalten,
Steht es damit gut bei dir,
so brauchst du dir um andere Dinge keine Sorgen zu machen.

Hörst du jedoch nicht auf damit,
auf eine Menge anderer Dinge Wert zu legen,
so bist du noch kein freier, selbständiger Mensch.

Sieh doch, wie der gewöhnliche Künstler
sich zwar nach dem Geschmack des Publikums richtet,
aber trotzdem an den Vorschriften seiner Kunst festhält
und ihren Regeln zu genügen strebt!

Indem er sich selten und nur in Hinblick auf das allgemeine Beste
mit dem beschäftigt, was ein anderer sagt, tut oder denkt,
wendet er seine ganze Tätigkeit seinen eigenen Angelegenheiten zu.

Und die Bestimmung,
die ihm die ewigen geistigen Naturgesetze auferlegen,
ist der beständige Gegenstand seines poetischen Nachdenkens."


Quelle: Gutenberg-Projekt.org

Das Berg-Zitat von Marcus Aurelius fasst das Leitziel meiner eigenen Handlungs- und Zielanleitung sehr gut zusammen. Ich nehme die von Marcus Aurelius Antonius beschriebene "Berg-Perspektive" schon länger ein seit dem großen minimalistischen Loslassen, äußerlich und innerlich. Ich bringe immer mehr Ordnung in mein ganzes Leben, grundsätzlich, insgesamt, jedoch auch konkret bis ins Kleinste, um meinem Leben eine klar strukturierte Richtung zu geben zu den Zielen, die ich realisieren möchte. Dabei setze ich ähnliche Prioritäten wie Marcus Aurelius, um meinen (Arbeits-) Alltag besser zu bewältigen.


Sinnvolle Arbeit erleben - in stoischer Präsenz & intuitiver Achtsamkeit:
Um eine Arbeitsaufgabe sinnvoll zu erleben und selbstführend zu gestalten, braucht es eine innere Sicherheit und Souveränität, die sich von äußeren Faktoren unabhängig macht. Diese innere Sicherheit wird durch intuitive Stimmigkeit und Konsistenzerfahrungen hergestellt, was Orientierung gibt. Dies fördert wiederum das Selbstvertrauen und das Vertrauen in eine versteh- und bewältigbare Welt, die in einem sinnvollen Kontext der Ordnung und Zugehörigkeit steht, wodurch die damit verbundene Anstrengung und Veränderungsbereitschaft einen Kohärenzsinn ergibt, dabei gleichzeitig die angstvolle Kontrollsucht abbaut und das perfektionistische Streben nach Erkennen der Komplexität reduziert. Dieses innere Sicherheitsgefühl wird gesteigert durch eine wertneutrale und angstfreie stoische Präsenz und Achtsamkeit.

Sinnvolle Arbeit erleben in stoischer Präsenz und intuitiver Achtsamkeit = stoische Transzendenz im tätigen Logos, befreit von den persönlichen Affekten durch majestätisch erhebende, intuitiv entfaltende Adlerperspektive und transzendent erhöhte Berggipfel-Zielorientiertheit.

Parallelen in der Kognitionspsychologie:
pohlw.de/lernen/kurs/index-lernen/
pohlw.de/lernen/kurs/lern1/
pohlw.de/lernen/kurs/lern2/
Danke Dir sehr, liebe Laura_Maelle, für Deinen klugen, zum Nachsinnen stimulierenden Beitrag!
Danke, Migranda, das ist sehr lieb und zugewandt von Dir! :)

Es gelingt mir in kleinen, achtsamen Schritten, meiner Familie und vor allem meinem Neffen die hilfreiche Sichtweise des Stoizismus & Minimalismus sowie meine selbstgeschriebene Handlungsanleitung nahe zu bringen. Ich bin sehr dankbar dafür. Ich bin auch noch anderweitig online im Thema Stoizismus unterwegs als Laura Maelle. Es freut mich, wenn es anderen weiterhilft. Mir hilft es sehr. Es ist sehr befreiend!

Youtube: 2CELLOS - Now We Are Free - Gladiator - at Sydney Opera House
youtu.be/pL0bxewHbjo
Der Stoizismus entfaltet seine Wirkung am besten, wenn man sich täglich meditativ Zeit dafür nimmt. Dann ist es sehr hilfreich & befreiend.

Youtube: Soothing Relaxation - geheimnisvolle Entspannungsmusik - Harfe, Flöte, Klavier & Streicher

https://youtu.be/V6R8uiaMtb0
Heute Nacht träumte ich, wie ich jemandem erkläre, dass die Psychologie, deren Fachliteratur ich an sich gerne lese, allzu defizitorientiert sei und deshalb zu sehr in einer grüblerischen Lageorientiertheit und Opferhaltung belasse (mit der Folge, dass jemand sich zu sehr in einem Krankheitsmodell einrichten könnte wie eine Kollegin, die auch im Traum vorkommt und sehr verpeilt wirkt im Alltag, welche ich zu aktivieren versuche), während das Coaching-Know-how eher handlungs- und zielorientiert zur Motivation, Umsetzungskompetenz und Veränderung führe. Ein Aufstehen aus der Lageorientiertheit ins selbstwirksame, freudige Handeln ist viel besser. Das entspricht auch dem Stoizismus.

Ich persönlich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die eigene Intuition viel Selbstheilendes in sich trägt. Auch wenn jemand traumatisiert wurde, besitzt er/sie sehr viele gesunde Anteile und im Laufe der Jahre heilt vieles aus durch den Prozess der selbstheilenden Intuition und den Weg der Individuation, wie es auch C. G. Jung beschreibt. Es wäre sinnvoller, verstärkt auf die eigenen Ressourcen zu setzen. Intuition und Spiritualität, wie es der Stoizismus aufzeigt.

Youtube: Dream Relax - Heilende Musik gegen Angst, Depressionen und negative Gedanken

https://youtu.be/Q8CDEIJNRP4
Laura_Maelle hat geschrieben: .
-----
-----
-----
Ein Aufstehen aus der Lageorientiertheit ins selbstwirksame, freudige Handeln ist viel besser. Das entspricht auch dem Stoizismus.

Ich persönlich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die eigene Intuition viel Selbstheilendes in sich trägt. Auch wenn jemand traumatisiert wurde, besitzt er/sie sehr viele gesunde Anteile und im Laufe der Jahre heilt vieles aus durch den Prozess der selbstheilenden Intuition und den Weg der Individuation, wie es auch C. G. Jung beschreibt. Es wäre sinnvoller, verstärkt auf die eigenen Ressourcen zu setzen. Intuition und Spiritualität, wie es der Stoizismus aufzeigt.

Youtube: Dream Relax - Heilende Musik gegen Angst, Depressionen und negative Gedanken

https://youtu.be/Q8CDEIJNRP4


Danke für Deine Links mit dieser wunderschönen, herrlich entspannenden Musik! -

Ich glaube, therapeutische Hilfe kann diesen Prozess der selbstheilenden Intuition unterstützen, z.Bsp.Gestalttherapie, die ich für sinnvoller halte als eine Psychoanalyse.
Hilfe durch Stoizismus oder Buddhismus und therapeutische Hilfe schließen sich ja nicht gegenseitig aus...
Es gibt nicht wenige spirituell orientierte Menschen, die davon überzeugt sind, dass ihre Spiritualität ausreicht, um ihrem Problemen besser gewappnet zu sein. Das könnte bei manchen eine Flucht sein vor der Konfrontation mit sich selbst, z.Bsp. durch intensives Meditieren...
Hallo liebe Migranda :)

In meinem Traum war nur die defizitorientierte Sichtweise der klassischen/klinischen Psychologie gemeint, wie die Psychoanalyse (C. G. Jung war hingegen bereits sehr ressourcenorientiert und keinesfalls defizitorientiert).

Natürlich gibt es auch diese ressourcenorientierte und sogar spirituelle Psychologie und entsprechende Therapieformen, die oft dem Stoizismus nahe stehen oder aus diesem entwickelt wurden, indem eben auf die Selbstheilungskräfte der eigenen Intuition gesetzt wird (dazu gehört die Gestalttherapie). Das moderne Coaching macht das ja auch und dies dann sehr pragmatisch und weniger theoretisch.

Youtube: Boris Grundl - Steh (innerlich) auf! - sagt querschnittgelähmter Spitzensportler
https://youtu.be/Wlg66dDZ41I

Youtube: Boris Grundl - Motiviert bleiben nach Formel: Energie = Zielvision x Selbstvertrauen
https://youtu.be/FZNCYwySncs

Youtube: Deniz Deke - Stoizismus - Die Kunst cool zu bleiben
https://youtu.be/yGjcehH6BS4

Youtube: RedeFabrik - Kommunikation & Charisma - Lehren des Stoizismus für deinen Alltag
https://youtu.be/kXOvxJ7h20s

"Amor fati" hat der Rhetorik-Experte Benedikt Held im RedeFabrik-Video sehr plausibel & überzeugend aufgeschlüsselt, sodass ich es nun gut mit meinen eigenen Erfahrungswerten in Übereinstimmung bringen kann. Vorher hing dieser Satz noch irgendwie ohne Bezug zu mir in der Luft.

Ich lese und höre zwar lieber die Original-Werke von Marc Aurel, Seneca etc., aber gerade wenn ich es noch nicht so richtig für mich festmachen kann mit meinem eigenen Leben, können solche Videos von modernen Stoikern helfen, die mehr in Richtung Coaching gehen und das Spirituelle des Stoizismus offen lassen oder nur andeuten. Immerhin träumte ich ja sogar vom Coaching-Aspekt des Stoizismus, also ist es wichtig wegen der Berg- und Vogelperspektive und der pragmatischen Umsetzung.
Laura_Maelle hat geschrieben: Immerhin träumte ich ja sogar vom Coaching-Aspekt des Stoizismus, also ist es wichtig wegen der Berg- und Vogelperspektive und der pragmatischen Umsetzung.


Heute Nacht erlebte ich wieder einen aufschlussreichen Traum zum Thema Veränderung. Ich befinde mich im Traum in einer Kirche, wo meine 14-jährige Nichte eine Flötenvorführung mitmacht. Sie möchte, dass ich in ihrer Nähe bei den Zuschauern warte, nicht unweit von meiner Schwester bzw. ihrer Mutter, die etwas weiter entfernt in einer mittleren Zuschauerreihe sitzt, denn es wäre ihr peinlich, ganz vorne zu sein. Ich muss also meiner Nichte Rückhalt geben und sitze neben der Lehrerin auf der rechten Seite des Raums, gleich rechts von der Bühne, wo meine Nichte sich präsentieren muss mit ihrem Flötenspiel.

Es kommt jedoch zum Unterbruch, denn meine Nichte weiß nicht weiter. Das führt zu einem Dialog mit der Lehrerin, die leise und harmlos ihre kohärenten Gedanken dazu einbringt. Dadurch kommt es zu einem Gesprächskontext zwischen meiner Nichte, der Lehrerin, eines unmittelbar in der ersten Reihe sitzenden Mannes und mir, wobei dieser Mann aus dem Dialog-Kontext etwas Falsches und Negatives drehen will wie ein Klatsch-Reporter, sodass ich ihm vorsorglich drohe, von diesem unguten Vorhaben abzusehen, denn ich könne mich durchaus wehren als beruflich Schreibende, womit ich ihn gerade noch knapp in seine Grenzen verweisen kann.

Ich werde mir meiner Macht als beruflich Schreibende bewusst und wie wichtig es ist, dass ich mich nicht zuhause verstecke und eingrabe, sondern selbstbewusst und handlungsfähig sein kann, mich also auch bühnenreif präsentabel und unangreifbar mache, um in dieser Welt zu bestehen, etwas zu werden, beruflich passende Freunde und eine erfüllende Beziehung zu finden und meiner Familie helfen zu können. Das Leben ist wie dieser feierliche, gottgeweihte Kirchenauftritt, den ich wie meine Nichte bestehen muss, um jemand zu sein, wahrgenommen zu werden, Einfluss zu haben und etwas zu bewirken, was mir durchaus gegeben ist, wenn ich mich nicht mehr geschlagen gebe und am Boden liege, sondern mutig aufstehe mit Selbstvertrauen und stoischer Zuversicht in Gott, auch wenn es mit Schmerzen verbunden ist.

Es gibt nur diese Zielrichtung für mich und ich sehe im Vergleich zu vorher einen Fortschritt, denn nach dem Tod meiner Mutter Anfang 2017 träumte ich, wie ich immer schwächer wurde, was sich bewahrheitete in den darauffolgenden Jahren. Auch dort befand ich mich in einem Saal, damals als Schülerin, die aber immer weniger nach vorne sehen und dem juristischen Unterricht nicht mehr voll folgen konnte, obwohl es mich interessierte. Aber mein Körper klappte zusammen. Ich suchte Hilfe bei meinem Arzt, der neben mir döste und mir nicht helfen konnte. Ich bekam eine Heidenangst, entmündigt zu werden, wenn ich es nicht schaffe, mich zusammenzureißen. Denn was nützt mir all mein juristisches Wissen, wenn ich es nicht umsetzen kann in meiner Hinfälligkeit und Erschöpfung. Der damalige Traum endete ziemlich wackelig und unsicher, indem ich draußen vor dem Saal, der sich mitten im Dorf an der Dorfstraße unseres früheren Wohnorts meiner Mutter befand, mit einer Jura-Studentin redete, aber auch sie war noch ziemlich unsicher und fühlte sich überfordert. Sie war noch nicht richtig belastbar.
Danke für die Links, liebe Laura__Maelle,

und Deine Beiträge, bin leider im Stress z.Zt., werde bald Deine Links auf mich wirken lassen, und Deine Beiträge lesen!
Im Traum ist Alles machbar!

Ich lag und schlief, da träumte mir
ein wunderschöner Traum;
es stand auf unserm Tisch vor mir
ein hoher Weihnachtsbaum.

Und bunte Lichter ohne Zahl,
Die brannten ringsumher,
Die Zweige waren allzumal
Von goldnen Äpfeln schwer.

Und Zuckerpuppen hingen dran:
Das war mal eine Pracht!
Da gab´s, was ich nur wünschen kann
Und was mir Freude macht.

Und als ich nach dem Baume sah
Und ganz verwundert stand,
Nach einem Apfel griff ich da,
Und alles, alles schwand.

Da wacht´ ich auf aus meinem Traum.
Und dunkel war´s um mich:
Du lieber, schöner Weihnachtsbaum,
Sag an, wo find´ ich dich?

Da war es just, als rief er mir:
„Du darfst nur [bzw. "du musst bloß"] artig sein,
Dann steh´ ich wiederum vor dir —
Jetzt aber schlaf nur ein!

Und wenn du folgst und artig bist,
Dann ist erfüllt dein Traum,
Dann bringet dir der Heil´ge Christ
Den schönsten Weihnachtsbaum.

(Hoffmann von Fallersleben, 1798-1872)


In der heutigen Zeit, wo die Heilserwartungen ins Unermessliche gestiegen sind, ist Niemand mehr ohne Not bereit, als Diener eines Herrn die Unterdrückung und Ausbeutung freiwillig zu ertragen, sodass die Aufforderung, stoisch seinen Dienst zu verrichten, um eines Tages vielleicht dafür mit einem Weihnachtsbaum belohnt zu werden, ebenfalls nicht mehr zeitgemäß erscheint.

Was nun die Seelenruhe (und nicht etwa den „Frieden mit sich selbst“) betrifft, so ist die dem Ungeduldigen nur dann vergönnt, wenn er den Lohn für seine Arbeit möglichst zeitnah erhält, was bedeutet, dass er ihn notfalls auch gegen den Willen des jeweiligen Herrn erkämpfen muss, wenn der ihn mit faulen Ausreden dazu nötigen will, sich bis zum St. Nimmerleinstag stoisch in Geduld zu üben.