Der Messprozess bietet auch eine Interpretation von „Schrödingers Katze“.

1. Präparation: Radioaktive Substanz bereitstellen
2. Wechselwirkung: Substanz und Messapparat, nämlich Giftkapsel und Katze, in Kiste sperren und die Halbwertszeit abwarten
3. Registrierung: Kiste öffnen, Katze tot oder Katze lebendig

Tierfreunde können das Experiment auch mit einer Uhr durchführen, die beim Zerfall angehalten wird.

Selbstverständlich unterliegen auch makroskopische Objekte den Gesetzen der Quantenmechanik. Weshalb aber können wir deren seltsame Effekte im Alltag nicht beobachten? Als Beispiel betrachten wir einmal ein „Staubkorn“:
Das Staubkorn hat eine Masse von m = 10^-15 kg. Der Ort sei auf Δx = 0.01 μm genau bestimmt und die Geschwindigkeit Δv = 1 mm/s genau. Dann resultiert für das Produkt: Δx·Δp = 1.5·10^7·h. Die Einschränkung durch die Unschärferelation würde sich hier bei Steigerung der Genauigkeit um je vier Dezimalstellen bei Ort und Geschwindigkeit bemerkbar machen.

Aber den Ort des Staubkorns auf Nanometer, also der Wellenlänge des Lichts oder von Atomradien, zu bestimmen, ist aber sinnlos bzw. gar nicht möglich bei seiner tatsächlichen Größe.

In meiner beruflichen Tätigkeit war ich ca. 70 000 Km pro Jahr unterwegs und habe in Flensburg im Lauf der Zeit viele Punkte gesammelt. Eine Überlegung war, die Ergebnisse der Geschwindigkeitskontrolle mit Hinweis auf die „Unschärferelation" anzufechten.

Berechnung der „Radarkontrolle im Straßenverkehr":
Der Ort des Fahrzeugs sei bei der Radarkontrolle bis auf ±1 m genau bestimmbar, d. h. Δx = 2 m. Die Unbestimmtheit der Geschwindigkeit wird mit Δv = 1 km/h angenommen und die Masse mit m = 1000 kg. Daraus ergibt sich eine Impulsunschärfe von Δp = m·Δv = 270 kg m/s. Damit resultiert für das Produkt: Δx·Δp = 8·10^35·h. Die Einschränkung durch die Unschärferelation würde sich daher erst bei Steigerung der Genauigkeit um je 18 Dezimalstellen bei Ort und Geschwindigkeit bemerkbar machen. Es ist offensichtlich, dass das Radarsignal das Fahrzeug bei der Messung praktisch nicht beeinflusst.

Ich habe dann davon abgesehen und mich um andere Ausreden bemüht.
Um die Bellsche Ungleichung nochmal etwas zu verdeutlichen, kann man einfach die Häufigkeiten bei den Messungen betrachten. Dabei sind A, B, C drei Observable, die jeweils zwei Werte annehmen können. Dabei können an einem System immer nur 2 der Observablen gemessen werden, beispielsweise weil sie nicht alle kommutieren, aber die Messung selbst kann an beliebig vielen gleichen Systemen wiederholt werden.

Die jeweiligen Messungen ergeben dann A+ oder A-, B+ oder B- bzw. C+ oder C- als Werte; also zB. der Spin der Teilchen oder die Polarisation.
Für die Häufigkeiten, also N(A+,B-) ist die Anzahl, wie oft A den Wert + und B den Wert – annimmt. Es gilt dann:
N(A+,C-) + N(A-,C+) <= N(A+,B-) + N(A-,B+) + N(B+,C-) + N(B-,C+)


An einem Beispiel ausgedrückt: Die Anzahl der jungen Nichtraucher plus die Anzahl der weiblichen Raucher aller Altersstufen ist größer oder gleich der Gesamtzahl aller jungen Frauen (Raucher und Nichtraucher).

Nun nehmen wir einmal statt der Teilchen Vesperdosen. Eine Mutter hat zwei Kinder. Sie bereitet jeden Morgen drei Vesperdosen, die sie nebeneinander aufstellt. In jeder Dose ist ein Brot, entweder mit Wurst oder Käse belegt. Die beiden Kinder können sich jeweils eine Dose aussuchen, die sie dann in der Schule öffnen.
Aber statt der sich im „EPR-Sinne“ ergebenden Häufigkeiten geschieht etwas anderes: Immer, wenn die beiden Kinder zwei benachbarte Dosen nehmen (also die mittlere Dose und entweder die rechte oder die linke), haben sie denselben Brotaufstrich. Doch wenn sie die beiden äußeren Dosen nehmen, finden sie einen verschiedenen Brotaufstrich. Wie kann das sein? Die Inhalte von A und B bzw. die Inhalte von B und C sind (fast) immer gleich, aber die Inhalte von A und C sind verschieden. Wenn man hier ausschließt, dass die Kinder ihre Dosen nicht frei aussuchen (sondern von der Mutter beeinflusst wurden), bleibt nur die Möglichkeit, dass die Inhalte der Dosen erst nach der Wahl der Dosen ”entstehen“.
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Weitere Beiträge zum tragischen Ableben meines Urgroßvaters möchte ich mir energisch verbitten!
Jetzt wüsste ich gerne, wie der Urgroßvater den Weg aus seinem Dilemma geschafft hat.

Ich habs - er hat sich , bevor ihn Schrödinger in die Box gesteckt hat, noch schnell verliebt und fortgepflanzt.
Theoretisch sitzt er ja immer noch drin und stellt sich die Frage nach Sein oder Nichtsein.
dick01 hat geschrieben: Bild

Weitere Beiträge zum tragischen Ableben meines Urgroßvaters möchte ich mir energisch verbitten!


Das geht wirklich zu weit.
Du kannst doch nicht ein Foto meiner gespaltenen Persönlichkeit einstellen.
Also wirklich.... :twisted: