Inge, wir wissen es, in dein Bett darf nur die Schlange :wink:
Zur Schlange, nein nicht zu dieser in Inges Bett, fällt mir ein Rätsel ein:

Wie wäre es weitergegangen, wenn Adam & Eva Chinesen gewesen wären?
Kein Apfel, keine Erbsünde denn die hätten die Schlange gefressen :lol:
Es kommen ja nun bald die Rau(h)nächte, vom 21. Dezember bis zum 6. Januar.
Ich googelte danach. Aber: Wwas ich da fand, hat nichts mit dem zu tun, was mir
von einem "Wissenden" erzählt wurde.
Sie hatten ursprünglich nichts mit räuchern und böse Geister verjagen zu tun.
Zu dieser Zeit durften vor Urzeiten die germanischen Frauen entscheiden, ob sie bei ihren Männern bleiben wollten oder nicht.
Wollten sie es nicht, konnten sie samt ihrer Mitgift und ihren weiblichen Nachkommen zu ihrer Sippe zurückkehren.
Ihre Söhne musste die Germanin zurücklassen.
Wenn dieser Fall eintrat, gab es natürlich ein großes Durcheinander und sicher auch ein großes Wehklagen.
Daher die Bezeichnung "die rau(h)en Nächte".
Liebe Milafranzi,
das hast du sehr erkundet. Richtig aufregend der jährliche Check-up der Beziehungskiste. Da war sich Mühegeben im laufenden Jahr angesagt. Die Germaninnen hatte eine starke gesellschaftliche Position, schon die Römer haben sich nicht schlecht gewundert, dass die wilden germanischen Krieger so liebenswürdig zu ihren Ehefrauen waren.
Eine bescheidene Frage, das müsste doch erlaubt sein: Durfte der Mann auch sagen, "geh blos wieder zurück zu Deiner Mama, die Nachbarin hat ein Auge auf mich geworfen." Dann wären es ja so richtige Rau(h)nächte.
Felix
Milafranzi, bleib bitte am Ball. Der Römer Tacitus soll ziemlich geplaudert haben. Geschwindelt soll er aber auch haben.
Lieber Felix.
ich werde weiterforschen! Aber von Tacitus habe ich das nicht, falls du das meinst!
Und ganz ernsthaft: Mich interessieren solche Ursprünge von Gewohnheiten und Festen sehr.
Ich denke, da ist viel Wissenswertes von der Geschichte unserer Ahnen verlorengegangen.
Wohl auch auf Bestreben der Kirchen.
Übrigens: Wenn ein Germane das Oberhaupt einer Sippe getötet hatte, wurde er dazu verurteilt, für dessen Sippe zu sorgen!
Jahreswechsel - Silvester – Neujahr – Neues Jahr

Das neue Jahr ganz bald beginnt,
weil´s alte durch die Finger rinnt.

Da hilft kein zaudern und kein bummeln
Auch hilft nicht, an der Uhr rumfummeln

Du kennst das alte vergangene Jahr:
Wie es sein sollte – und wie es wirklich war.

Wir laufen hinterher dem Glück
Und schaun manchmal verzückt zurück.

Doch dann gibt´s auch die traurigen Seiten
Man hofft, sie vergehn ganz schnell beizeiten.

Man glaubt, es kann nur besser werden.
Privat und auf der ganzen Erden:

Die Liebe fehlt an allen Ecken.
Warmherzigkeit will sich verstecken.

Achtsamkeit ist unbequem.
Respekt verloren – nicht mehr genehm.

Es fragt so Mancher sich alljährlich:
Wird's besser? Wird's schlimmer?
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer lebensgefährlich!*

Doch will ich nicht gefährlich leben.
Einfach nur ehrlich und friedlich eben.

Ich gebe mir Mühe und hab Achtung:
Vor anderer Leut’s eigener Lebenshaltung.

Die ihre muss nicht meine sein.
Und meine nicht die ihre, nein.

Doch helfen sollte man sich gegenseitig schon.
Sonst wird es schwer – kein Zacken bricht aus der Kron.

Nur ehrliches Interesse, Einfühlung und Verständnis hilft.
Um zu erreichen ein gemeinsames Bild:


Vom Leben in Herzlichkeit und Freude.
So stell ich es mir vor, ihr Leute.

Wenn Zärtlichkeit und Liebe kommt dazu.
Was wollen wir mehr – was willst noch Du?

Und auch die Natur hat es verdient,
dass man sich nicht nur an ihr bedient.

Deshalb ist’s wichtig, respektvoll zu sein.
Achtsam zu spüren, was wichtig mag sein.

Für Menschen, die Erde, für Tiere und Pflanzen.
Denn schließlich es doch immer ums Ganze.

Einander helfen zum Wohlergehen.
Berühren der Seelen und Körper macht schön.

Und nicht nur denken an eigene Ziele.
Gemeinsam sind wir stark – wir sind doch Viele.

Das ist eine Macht, die Vieles bewegt.
Wenn wir nur wollen ... ich glaube, es geht.


Ich wünsche Euch ein frohes Jahr,
viel besser noch, als das alte war.

(copyright by luna15)

.......................................................................................................
*Quelle: etwas abgewandelt: https://natune.net/zitate/zitat/7841
Liebe Luna,
was für ein schöner Rückblick auf ein besonderes Jahr. Und Du hast auch einen besonderen Thread ausgewählt. Gedacht war er, um die Ähnlichkeit von moderner Meditation (Besinnung und das Lenken von Gedanken) und kreativem Schreiben zu veranschaulichen. Doch überschäumende Kreativität und Lebensfreude warfen alles schnell über den Haufen. Es war eine wunderschöne Zeit. Er trug uns bis auf den Regenbogen.
Ich wünsche auch Dir ein erfülltes neues Jahr
Felix
Eine Besonderheit möchte ich noch sagen: Es gab nie ein böses Wort, nie Anfeindungen. Außergewöhnlich für eine Kommunikation im Internet. In der Zwischenzeit kennen wir auch diese Problematik.
Ich war hier fleißige Mitleserin.
Bei Einigen konnte ich hinter den Zeilen den Menschen aus Fleisch und Blut erkennen,- das empfand ich als Bereicherung meines Lebens.

Im nächsten Jahr werde ich einige mir sympathische Schreiber(innen) besuchen, da ich sie auch durch die Kommunikationsformen von Sprache und Mimik kennenlernen will!

2019 soll euch viele beglückende Momente bescheren, -
So eine Kette aus wunderbaren Erlebnissen soll eure Leben schmücken!
Silvester bei Tantchen


Bild


Gerade rief mich Tantchen an und erzählte, sie habe die Weihnachtstage genutzt, um mit Nachdruck den passenden Topf zu ihrem Deckel zu suchen.

Ich überlegte laut: "Sagt man nicht andersherum: jedes Töpfchen findet sein Deckelchen?"

Da fauchte sie in den Hörer: "Genau aus diesem Irrtum heraus habe ich Monate verschenkt! Monate meiner wertvollen Lebenszeit! Ich hätte wissen müssen, dass gar kein Deckel zu finden ist, wenn nur Töpfe suchen! "

"Aber Tantchen, das sagt man doch nur so ..."

"Ach ja? Und warum ich bin ich jetzt immer noch allein?"

"Na ja, ich denke, so schnell geht d..."

"Kommen wir zum Grund meines Anrufs. Ich will Silvester auf keinen Fall allein verbringen und habe mir überlegt, dass Du mich ab morgen besuchen kommst."

"Oh, leider ... äh ..., also ... das sieht schlecht aus, weil ..."

"Wie gesagt, da ich noch keinen Topf gefunden habe, wird es rohen Fisch aus meinem Hofteich geben. Ich erwarte Dich pünktlich um 19:30 Uhr." KLONK

Na toll, ich werde also zusammen mit meinem verrückten Tantchen in das Jahr 2019 wechseln.

Bild


Tatsächlich werde ich auf eine kurze Reise gehen. Euch allen wünsche ich deshalb schon jetzt: kommt gut rüber! Ansonsten schließe ich mich Leonettas Wünschen an. Sie haben ein lichtes Bild vor meinem inneren Auge wachgerufen, das mir gut gefällt.
:)
Bild


Dialog in einem Hotelzimmer



„Wir hätten nicht hierher kommen sollen. Selbst das Wetter wäre zu Hause besser gewesen.“

„Sei nicht komisch. Wer hätte das vorher ahnen können?“

Sie hatte aus dem Fenster gestarrt und drehte sich zu ihm um.

„Das ist wohl typisch für dich? Ich hätte es wissen müssen: du liest wo du gehst und stehst!“

Er blickte von seinem Buch auf und lachte sie an.

„Du kennst mich also schon gut. Aber im Ernst: wer konnte diesen Jahrhundertregen voraussagen? Sei nicht so enttäuscht und versuche, nicht mir die Schuld zu geben, mein Schatz.“

Sie starrte ihn an, während er bereits weiter las.

„Schatz? So nennst du mich zum ersten Mal....“

„Hmm, gefällt dir das nicht?“
Er blickte weiter in sein Buch.

„Nennst du ... auch deine Frau so, ... alle Frauen so? ...Der wievielte Schatz bin ich für dich?“

Er klappte das Buch mit einem vernehmbaren Laut zu, behielt es für einen Moment zwischen seinen Handflächen, runzelte die Stirn, hob seinen Kopf, aber blickte an ihr vorbei zu der trotz des Unwetters weit geöffneten Terrassentür, vor der sich der weiße, transparente Vorhang in den Raum hinein blähte.

„Willst du die Tür nicht schließen, es zieht und es wird kalt.“

Sie hatte sich wieder zum Fenster gewandt und schwieg.

„Na schön, ich bin in der Bar. Komm nach, wenn du magst.“
Er verließ sie.

Vom Portier erfuhr sie, dass er das Zimmer im Voraus bezahlt hatte.


© Verdandi



@Verdandi,
so eine Überraschung, Du hier bei den Geschichtenerzählern. Und auch noch ganz schwierig, Dialog schreiben. Also ich bin baff, wie gut Du das hingekriegt hast. Ich verbeuge mich respektvoll.
Felix
Willkommen im neuen Jahr!
Na, immerhin hat er bezahlt :-)

Es gäbe auch noch die Variante:
Daß er das Zimmer WIE IMMER im voraus bezahlt hatte :-)

(Meiner hielts eher mit dem Englischen, er nannte mich Darling -
und manch andere wahrscheinlich auch, grins, ich hab noch nicht
nachgefragt) :-)
Klasse, Verdandi, eine interessante Szene, die reichlich Interpretationsspielraum lässt; dazu sprachlich schön gezeichnet.

Interessant für mich war, dass sich beim Lesen vor allem das Hotelzimmer in meiner Fantasie detailliert ausgestaltete (dem Beitragsbild übrigens unähnlich), während die beiden Personen - als vorgestellte Gestalten - kaum Konturen gewannen. Ja, so als sei all das, was sich mir beiläufig zwischen dem Mann und der Frau als bisherige Geschichte ausmalte, direkt in die Gestaltung des von mir fantasierten Hotelzimmers (Licht und Schatten, Raum, Farben, Dynamik des bewegten Vorhangs, usw.) geflossen. Was ich sagen will: vor allem in der Raumgestaltung scheint sich symbolisch wiederzufinden, was der von Dir geschriebene Dialog in mir als "Geschichte" zündete. Ähnlich einem Traum. Entsprechend kann ich mir jetzt auch meine Gedanken dazu machen.

Wow, viel mehr, zusätzlich zum Lesegenuss, kann man aus so einem Dialog wohl kaum mitnehmen, oder? :)
Männer sind wenig einfallsreich, Hauptsache nicht auffallen beim Namenverwechseln … ;)

Ich persönlich fand und finde in einer Beziehung schon immer einen auf den Mann persönlich zugeschnittenen Kosenamen incl. kleiner eingebauter Eselsbrücke :)


@VerdandI
ich finde, du hast die Situation sehr gut eingefangen, dieses kurze Gespräch hat eindrucksvoll gezeigt, da ist nichts mehr an gegenseitigem Interesse vorhanden. Ein, wenn auch unschöner Weg aus der Ausweglosigkeit einer lustlos gewordenen Beziehung wurde gegangen…
...
Sie stand allein im Zimmer , und der sich bauschende Vorhang sagte zu ihr : Geh!

Sie ging - sie ging hinunter - dorthin, wo sich alle treffen, die nicht wissen, wohin sie gehen sollen.

Sie verbrachte die Nacht in einem Zimmer, von dem sie nicht wusste, ob es vorbezahlt war.
Sie hat wieder einmal eine Nacht verbracht, in der sie nicht allein sein musste.

Auch diese Nacht wird nicht in den Erzählungen für die Enkel Erwähnung finden.
Es gibt Nächte, in denen man nicht allein ist und trotzdem einsam.

Die bauschenden Vorhänge könnten davon Geschichten erählen, aber sie schweigen.
Die Fenster sind geschlossen.
cron