Frage in die Runde zur Abzocke und Verbraucherschutz:
Auf Bahnhöfen und Autobahntoiletten trifft man immer wieder auf Sanifair-Toiletten.
Für die Nutzung der Toilette muss man am Drehkreuz-Automaten 1 Euro einwerfen und bekommt dann einen Wertgutschein über 0,50 Euro raus, wirft man ein 2-Euro-Stück ein, bekommt man 1 Euro als Wechselgeld raus plus einen Wertgutschein über 0,50 Euro. Nach meiner Erfahrung kann man nicht nur 0,50 Euro einwerfen, 1,00 Euro ist offenbar Minimum.
Zwar steht oben am Automaten „Automat wechselt“, aber das ist Täuschung bzw. nur die halbe Wahrheit, denn man zahlt letztlich immer 1,00 Euro und bekommt dann als Wechselgeld den Bon über 50 Cent. Ich nenne das Irreführung. Will man dann, z.B. am Hauptbahnhof in Hannover den Gutschein über 50 Cent einlösen, hat man dort 16 Läden zur Auswahl. Einer dieser Läden bietet kleine Becher Süßspeisen für 2,50 Euro an, diese bekommt man in Supermärkten z.B. als Yoghurtbecher für weniger als 50 Cent. Unter’m Strich bezahle ich also 0,50 Euro für die Nutzung der Toilette plus 2,00 Euro für einen kleinen Becher Yoghurt, oder ich muss den Wertgutschein über 0,50 Euro verfallen lassen. Dann habe ich 1,00 Euro bezahlt für 1 x Pipi machen. Ich kann das nur Abzocke nennen und frage mich, ob das nicht eine Art von Betrug ist. Gibt es keinen Verbraucherschutz mehr?
Welche Erfahrung habt Ihr gemacht und wie findet Ihr das System?
Das ist keine Abzocke, das nennt sich freie Marktwirtschaft nach dem System "Die Nachfrage bestimmt den Preis".

P.S. Wenn es mal SEHR pressiert, ist mir die Erleichterung auch 1 oder 2 Euro wert,
:lol:
Ich sehe es genauso wie du und habe deshalb noch nie davon Gebrauch machen müssen.
T'schulligung! Der vorangegangene Beitrag wollte und wollte partout nicht akzeptiert werden und als ich alles neu schrieb, erschien er dann doch.


Ich sehe es genauso wie du und habe deshalb noch nie davon Gebrauch machen müssen.

Gleichwohl sehe ich, wenn ich in Begleitung auf Autobahnraststätten bin, wie sehr diese Orte frequentiert werden. Also, wie schon erwähnt, Angebot und Nachfrage!
Ja, seht das doch mal ganz anders. Die höchstpersönlichen Bedürfnissen haben ihren Wert und der wird in Geld ausgedrückt. Das ist doch eine sehr hohe Wertschätzung der Marktwirtschaft. Fühlt euch also einfach wohl dabei.
Die Toiletten sind erstklassig sauber, und allein das ist schon den Euro wert, wenn ich an die versifften Klos von früher denke. Außerdem gibt es an jeder Raststätte auch was für 50 ct zu kaufen oder man sammelt die Wertmarken einfach eine Weile.

@Medianne: du warst noch NIE auf Reisen auf einer öffentlichen Toilette? Gratuliere!
Genau das nehmen die, die so schnell mit dem Begriff "Abzocke" argumentieren, als ganz selbstverständlich hin. Dass aber die Menschen, die für saubere Toiletten sorgen, auch bezahlt werden müssen, sehen sie nicht. Viel Leistung für wenig bzw. ohne Geld verbietet das Gesetzt der Wirtschaft. Seien wir doch zufrieden, dass es diese Menschen gibt die für Sauberkeit sorgen, anstatt sich über die Kosten dafür aufzuregen.
Bisher waren die WCs in österreichischen Autobahn-Raststätten gratis..
In Deutschland kaufte ich halt dann mit dem Bon eine Schokolade oder ein Eis.
Ist mir immer noch lieber, als die stinkenden Häusls an Parkplätzen unterwegs.
Nein Hawai. Auch in Österreich gibt's das Prinzip schon länger. Ich hatte so einen Bon von vor zwei oder drei Jahren. Von einer Tankstelle bzw. Raststätte an der Autobahn am Weg nach Wien. Der war auch nur bei dieser gültig und nur etwa ein Jahr.
Ich bin froh über die sauberen Toiletten auf den Rastplätzen :D

Dass es bei den Sanifair-Bons ein Verfallsdatum gibt, ist mir noch nicht aufgefallen. Ich sammle sie und löse mehrere ein. Probleme gab es deshalb noch nie. Esswaren und Getränke kaufe ich wegen des erhöhten Preises selten. Ich bediene mich lieber bei den Zeitschriften und zahle den Normalpreis.
@maybe
wir haben Rosenberger, Landzeit, Asfinag... nicht alle kassieren.
ValentinAK hat geschrieben: Das ist keine Abzocke, das nennt sich freie Marktwirtschaft nach dem System "Die Nachfrage bestimmt den Preis".
P.S. Wenn es mal SEHR pressiert, ist mir die Erleichterung auch 1 oder 2 Euro wert,


Die "freie Marktwirtschaft" setzt aber voraus, dass es Konkurrenz bzw. Alternativen gibt, die gibt es jedoch nicht, abgesehen von dem Busch am Wegesrand, wo es oft ehelhaft aussieht. Wenn die Toilette alternativlos ist, ist dann jede Gebühr legitim?
Mangels Alternative ist die Pinkelgebühr dann doch recht hoch, meine ich. Würde die Reinigungskraft einen ordentlichen Studenlohn bekommen, könnte ich die Gebühr akzeptieren, ich bin jedoch sicher, dass die Putze nur einen erbärmlichen Hungerlohn bekommt. Bei 100 Toilettenbesuchern am Tag sind es 3000 Euro Gebühren im Monat, wer hat bessere Fantasien?
Mich ärgert, daß die Gutscheine so schnell verfallen. Ich habe noch einige in der Handtasche gefunden, für den Papierkorb. Inzwischen besitze ich eine gewisse Flasche für Damen, ergonomisch geformt und überall einsetzbar, auch diskret im Auto auf dem Rastplatz.. Der Vorteil ist, daß man trinken kann soviel wie man will, man braucht nicht mehr am einsamen Waldrand halten, um in die Büsche zu gehen, und die Pinkelgebühr spart man sich auch. Ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber für mich persönlich eine gute Lösung. :D
Auch ich kann nur sagen, zum Glück gibt es diese sauberen Toiletten auf den Rastplätzen.

@ewerharzer
der Automat wechselt wirklich. Die Nutzung kostet 70 Cent und davon bekommst du den Bon für 50 Cent zurück. Also tatsächlich nur eine Nutzung für 20 Cent.

und wie schon im Vorfeld gesagt, die Bons sind sehr lange gültig und können gesammelt werden.

:wink: