Wer kann mir einen Tipp geben, wie man sich im folgenden Fall verhalten soll:
Ein mir sehr nahestehender Mensch erkrankte in diesem Jahr häufiger.
Sein Gesundheitszustand und die Stabilität wurde immer schlechter.
Vor allem fiel er oft, meistens nach hinten, er verlor einfach manchmal das Gleichgewicht.
Vor 15 Jahren hatte er einen Schlaganfall, zunächst ohne erkennbaren Schaden. Offensichtlich sind aber einige Nerven im Beinbereich geschädigt.
Verschiedene Untersuchungen wurden gemacht, MRT des Kopfes, Untersuchung beim Ohrenarzt, aber keiner konnte sagen, warum diese Stürze sich häuften. Bei einem Sturz wurde im Sommer der Meniskus verletzt, OP gelungen, aber danach war keine Stabilität der Beine mehr da. Kaum möglich alleine auf die Toilette zu gehen, alleine zu Duschen usw. Natürlich wurde KG gemacht, viel hat es nicht gebracht 2x pro Woche.
Dann schnellte plötzlich der Blutdruck gefährlich in die Höhe, ein Krankenhausaufenthalt erfolgte.
Nach 10 Tagen Entlassung, er kam nach Hause, vor der Tür wieder ein Zusammenbruch mit kurzer Ohnmacht, Blutdruck war wieder in die Höhe geschnellt, wieder ins Krankenhaus, sogar das gleiche Zimmer und Bett.
Nach einem Gespräch beim Chefarzt wurde angesprochen, ob eine Reha Maßnahme evtl. die Stabilität der Beine, des Rückens , verbessern könnte.
Dem wurde  nachgegeben, Versicherung hat's genehmigt, er ist übrigens Privatpatient. 

Nun ist er in einem Krankenhaus, speziell für ältere in der Reha Abteilung.

Am Wochenende gibt es keine Reha . Ansonsten auch nicht jeden Tag und wenn manchmal eine halbe Stunde für alle, da werden Lockerungsübungen gemacht. 2 x in der Woche eine halbe Stunde mit der Therapeutin. Visite gibt es nur einmal in der Woche.
Bei der ersten Visite klagte er über Rückenschmerzen, Ärztin sagte, sie will sich was einfallen lassen , aber das war's. Bei der nächsten Visite noch  mal nachgefragt, Chef war auch nicht zufrieden mit den Maßnahmen, sagte dann, er bekäme ein Fahrrad auf sein Zimmer. Nichts passiert.
Ich selber habe dann noch mal mit der Ärztin gesprochen, das kann doch nicht sein, daß man in der Reha ist und nichts  wird gemacht und der Patient meisten im Bett liegt. Personalprobleme, war die Entschuldigung.
Sie meinte dann, sie haben so viele Angebote wie kochen, Erzählcafe, Werken usw. Er hatte übrigens keine Kenntnis davon. Gestern beim Kochen  dabei gewesen, Salat gewaschen, ist ja alles okay, aber in meinen Augen Beschäftigung, sicher besser als im Bett zu liegen, aber es ist doch keine Reha Maßnahme. In einer Woche ist die Zeit abgelaufen,  schade, viel Geld für nichts.
Sicher wird die Rechnung auch höher ausfallen als bei Kassenpatienten, obwohl nichts, absolut nichts, anders, besser,  war. Im übrigen gibt es keinen integrierten Fernseher oder Radio am Bett. Wenn man es will, so einer zur Verfügung steht, muß jeder 2.50€ pro Tag bezahlen.
Aber das ist es nicht, was ich kritisiere, man hätte höchstens annehmen können, daß Privatpatienten diesen Vorzug haben.
Meine Frage ist folgende:
Wo kann man sich beschweren, wenn man mit der Leistung nicht zufrieden ist, bzw. es keine Leistung gibt. 
Kann man eine Rechnung schmälern, wenn ein höherer Satz festgelegt wird (für Privatpatienten)
man aber die gleiche Leistung wie ein Kassenpatient bekommt.
(Das soll nicht überheblich klingen, find es nur nicht gerecht, der Versicherung gegenüber) 

Wir sind einfach enttäuscht, hatten große Hoffnung auf die Reha gesetzt, aber zu Hause ist, , wird er kaum in der Lage sein, Treppen zu steigen und alles andere allein zu bewerkstelligen.
Hallo Igelstachel,

leider kann ich Dir keinen Tip geben. Das Ganze müßte aber die Versicherung interessieren...
Sehr schade was hier NICHT passiert. Einen Menschen einfach in Reha zu schicken und fertig, das bringt doch gar nix...und zu Hause klappt dann nix...kein Wunder. Die Enttäuschung wird immer größer, und das war's. Schön daß Du Dir Gedanken machst und hoffentlich noch hilfreiche Tips bekommst.

Viele Grüße aus Düsseldorf  
Igelstachel, es gab die "Unabhängige Patientenberatung", die man anrufen konnte, sie hatten auch Büros in manchen Städten. Ich habe gehört, daß das jetzt unter anderer Trägerschaft läuft.
Habe früher wegen diverser unterschiedlicher Problemen dort immer wirklich gute und fundierte Ratschläge bekommen.

Vielleicht lässt sich herausfinden, wer das nun macht. Ich würde diesen Thread immer wieder hervorholen. Am besten abends.


Wenn die Reha nichts taugt, könnte er auch sofort abbrechen, um weitere Kosten und weiteren Ärger zu ersparen, vorausgesetzt, zuhause ist alles auf ihn eingerichtet. Ist vielleicht auch eine Pflegestufe notwendig ?

Liebe Grüße  
 
Ach ja, der VDK fällt mir noch ein. Die haben auch viel Erfahrung, 
Meine Mutter war 2 x auf Reha, einmal nach Knie OP, einmal nach Hüfte...

Es war beides unbefriedigend  in  beiden Fällen waren die Wirkl. THerapiestunden  spez.für die Op ständig ausgefallen, das Einzige was beständig war, waren Vorträge etc.
dazu hätte sie nicht in die Reha gemusst ! Bei einem Gespräch mit einem befreundetet. 
Physioth. Sagte der uns intensive Krankengym. Im Hause wäre oft viel sinnvoller für den Patienten, aber die Häuser müssen ja gefüllt werden.    
Ich würde mich bei meiner Krankenkasse beschweren, eindeutig. Oder, wenn die Kasse nicht der Kostenträger war, dann bei der Stelle, die die Rehakosten getragen hat. Viel Erfolg! Oder wende dich ans Fernsehen WISO oder so, oder die Presse.
igelchen, spreche mit seiner krankenkasse, erzähle, was da los ist und nicht gemacht wird, dass es mehr oder weniger nur eine beschäftigungstherapie ist.

und wenn die rechnung an ihn kommt (weiss nun nicht, ob ihr bei reha auch in vorkasse trefen müsst, nicht zahlen, nochmal mit krankenkasse sprechen) aber am besten im vorfeld alles vortragen

und ja, vdk kann dir auch möglicherweise weiterhelfen, wie melissa schon sagte.

drück dich, und liebe grüsse an deinen lieben
Ich kann nur Positives über meine Reha vor 7 Jahren vermelden, als Kassenpatient!
Jeden Tag Therapie - Physiotherapie, Wassergymnastik, Massagen - außer natürlich am Wochenende, aber da konnte man eigenständig tätig werden. Und ich würde diese Maßnahme jederzeit wieder einer sog. ambulanten Reha vorziehen. Mir hat sie sehr viel gebracht. Vielleicht lags ja an der Rehaklinik.
Ja Münchnerin, ich kenne das auch anders. Wenn man in die normale Reha kommt, ist man den ganzen Tag mit Reha Maßnahmen beschäftigt.
Dieses Krankenhaus hat nur ältere Patienten, die z.B. nach einem Schlaganfall dort liegen.
Dann gibt es noch eine Reha Station. Die Patienten können ihre Mahlzeiten außerhalb des Zimmers einnehmen, sind also nicht bettlägerig.  Toilette und Bad ist  auch außerhalb des Zimmers,  dies immer mit 2 Patienten belegt. 
Heute ist z.B. wieder eine Therapie ausgefallen, nennt sich Arm - und Beinarbeit. Dann wird Fahrrad gefahren.
Heute hat er das versprochene "Fahrrad" bekommen. Es handelt sich um das kleine Fußgerät, was so manch  einer zu Hause hat.
Wenn wir das gewusst hätten,  dann wär er auf alle Fälle mit einer ambulanten Therapie besser aufgehoben gewesen.
Er kann jetzt mit dem Rollator gehen, schön wäre es gewesen, wieder allein gehen zu können.
Hallo Igelstachel,

es tut mir leid, dass Dein Bekannter so gar keinen Nutzen aus der Reha ziehen kann. Das passiert aber öfter, als man denkt. Manchen gehts danach mitunter noch schlechter als vorher.

Ärzte empfehlen mitunter gerne eine Reha. Mir wurde heuer nach einem Krankenhausaufenthalt auch eine angeboten, die ich aber abgelehnt habe. Was soll ich in Reha, wenn ich mich 8 Wochen nicht anstrengen darf?

Am Wochenende werden in Reha-Klinken keine Anwendungen gemacht, - höchstens am Samstag bis Mittag. Was die Kochkurse anbelangt so ist es so, dass dort gezeigt wird, wie man gut und bei Bedarf auch kalorienarm kochen kann. Auch ein bisserl Ernährungskunde ist dabei. Ich fands nicht schlecht.

Was das Fahrrad anbelangt, so würde ich mich an eine Schwester wenden, denn die sind in der Regel auch dafür zuständig, also für das Bringen. Wenn nichts passiert, dann ruhig ein bisserl "härter" werden.

Was die Anwendungen betrifft, würde ich nochmal nachhaken und sagen, dass man mit den bisherigen nicht ausgelastet ist.

In Bezug auf die Rechnung würde ich mich auch an die Versicherung wenden und den Sachverhalt darstellen. Mal schauen, was die dazu sagen.

Wenn es Deinem Bekannten weiterhin so schlecht geht und die Reha nichts bringt, dann würde ich im Januar eine Pflegestufe beantragen. Ab Januar deshalb, weil sich ab 1.1.2017 die Pflegestufen ändern. Ich setze Dir nachfolgend einen Link zu diesem Thema:

https://www.verbraucherzentrale.de/Pflege-2017

Alles Gute für Deinen Bekannten.

AK
Danke AK, nur was das Kochen  anbelangt, das war kein Kochkurs. Es wurde Pizza gemacht, 9 Damen ein Mann, er durfte nur den Salat waschen. Pizza hat nicht geschmeckt, die Damen waren alle älter (kleiner Scherz)  das wurde aber nicht kritisiert.  Es war wirklich nur eine Beschäftigung.
prinzipiell ist es so, das man zuerst eine Beweislast mitbringen muss. Was heißt, das in der Reha eine Tagesablauf erstellt sein muss, wer wo wann und wie oft etc.
Desweiteren sollte man eine Auflistung machen, wann man tatsächlich in Behandlung war und wie lange. Ohne diese Beweislast wird es schwer etwas dagegen zu unternehmen.
Wenn alles soweit aufgegriffen worden ist und niedergeschrieben, 1/2 Std., dann unbedingt den Kostenträger anrufen und ihm klar machen, das man für die Kosten der Reha soweit nicht aufkommt, wie sie Berechnet worden ist. Denn die Leistung wurden seitens der Rehaeinrichtung nicht erbracht.
Auch wichtig ist, das man sich bei den Stationsärzten bzw. Chefärzten über die zurückhaltenden Anwendungen mündlich wie schriftlich beschwert. Das bitte nicht nur einmal dort vornehmen und schriftlich in den Briefkasten der Rehaeinrichtung einwerfen.
Es ist allerdings auch für uns hier schwer zu beurteilen, ob die geplanten Behandlungen und die Zeiten dafür gerechtfertigt sind oder nicht.
Wichtig ist allerdings die umgehende Meldung an den Kostenträger, damit nicht zuviel Zeit verloren geht.
Ich wünsche viel Glück bei der Beanstandung