In der Medizin werden radioaktive Strahler und Substanzen zur Markierung, Diagnostik und Therapie verwendet. Dabei fallen unterschiedlich stark strahlende radioaktve Abfälle an.

Hochradioaktive Strahlenquellen in der Medizin sortiert nach der Halbwertszeit (Stand Feb 2012; Prozentzahlen = Anteil des Isotops an den Strahlenquellen in Deutschland): [11]

Plutonium-238 - 6 Stück: Herzschrittmacher, Halbwertszeit 87,7 Jahre
Caesium-137 - 11 %: Bestrahlungsgeräte, Teletherapie (und Industrie), Halbwertszeit 30,2 Jahre
Cobalt-60 - 32 %: Bestrahlungseinrichtungen, Bestrahlungsgeräte, Teletherapie (und Industrie), Halbwertszeit 5,3 Jahre
Iridium-192 - 44%: Brachytherapie (und Industrie), Halbwertszeit 74 Tage
Iod-125 - 3 Stück: Medizin und Industrie, Halbwertszeit 59,6 Tage
Radium-226 <0,1 %: Ra/Be-Quellen wurden früher in der Medizin verwendet, Halbwertszeit 1600 Jahre

Mit Stand Dezember 2010 waren im „International Catalogue of Sealed Radioactive Sources and Devices (ICSRS)“ der IAEA ca. 300 Hersteller, 170 Verteiber und 650 Hersteller von Vorrichtungen, in die hochradioaktive Strahlenquellen eingebaut werden, erfasst.

Weitere Strahlenquellen: [12]

Niedrigdosisleistungsquellen (LDR-Quellen):

schwach-radioaktives Jod-125, Halbwertszeit 59,6 Tage
Palladium-103, Halbwertszeit 17 Tage

Beta-Strahler:

Ruthenium-106, Halbwertszeit 1,02 Jahre
Lutetium-177, Halbwertszeit 6,6 Tage

„Radiopharmaka stellen eine relativ junge und sehr spezielle Gruppe von Arzneimitteln dar, die sich erheblich von klassischen Medikamenten unterscheiden. Für die nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie sind mittlerweile zahlreiche Präparate kommerziell verfügbar.“ [13] In der Diagnostik werden radioaktive Isotope verwendet, die mit γ- oder Positronenstrahlern markiert sind, u.a.:

Kohlenstoff-14, Halbwertszeit 5568 Jahre
Thalliumchlorid-201, Halbwertzeit 3 Tage
Indium-111, Halbwertszeit 2,8 Tage
Iod-123, Halbwertszeit 13,2 Stunden
Technetium-99m, Marktanteil ca. 80%, Halbwertszeit 6 Stunden
Fluor-18, Halbwertszeit 110 Minuten
Gallium-68, Halbwertszeit 68 Minuten

In der Therapie werden radioaktive Isotope verwendet, die mit β- oder α-Strahlern markiert sind, u.a.:

Strontium-89, Halbwertszeit 50,5 Tage
Phosphor-32, Halbwertszeit 14,3 Tage (auch zur Diagnostik verwendet)
Erbium-169, Halbwertszeit 9,4 Tage
Iod-131, Halbwertszeit 8,1 Tage (auch zur Diagnostik verwendet)
Rhenium-186, Halbwertszeit 3,7 Tage
Yttrium-90, Halbwertszeit 64 Stunden
Samarium-153, Halbwertszeit 46,3 Stunden

In Deutschland werden medizinisch genutzte Strahlenquellen, Radiopharmaka und Geräte vor allem von Eckert & Ziegler (Braunschweig / Berlin) hergestellt.

http://www.atommuellreport.de/themen/at ... aelle.html
Aha,
fragt sich jetzt nur, was soll uns das nun sagen?

Ich jedenfalls bin froh, dass es diese "Abfälle" gibt und mir damit eine Heilung (nach derzeitigem Stand) ermöglicht wurde.

Von Isotopen mit Halbwertszeiten von wenigen Stunden oder Tagen, wie sie hauptsächlich in der Therapie verwendet werden, geht m.W. eine wesentlich geringere Umweltgefährdung aus als von den massenhaft in die Kanalisation gespülten und nur von wenigen Klärwerken gefilterten Hormonen der Verhütungspillen.
tom_dullard hat geschrieben: Aha, fragt sich jetzt nur, was soll uns das nun sagen?


Das hatte ich mich auch gefragt.
Da ein Kommentar fehlte, blieb allerdings viel Raum für eigene Gedanken und ... aufkommende Schuldgefühle, war doch auch ich Gast in der Nuklearmedizin. Was soll ich nun dazu sagen? Mir ist es sehr unangenehm, dass alle Menschen den Preis für mein Leben auf diese Weise mitzahlen müssen.
Mir ist ganz kalt geworden, ich drehe mal die Heizung an.
Bonbonchen hat geschrieben: ... aufkommende Schuldgefühle, war doch auch ich Gast in der Nuklearmedizin. Was soll ich nun dazu sagen? Mir ist es sehr unangenehm, dass alle Menschen den Preis für mein Leben auf diese Weise mitzahlen müssen.


Mir ist das weder unangenehm noch habe ich Schuldgefühle wegen der strahlenden Abfälle meiner beiden Radiojod-Therapien.
Ich weiß, wie das Zeug in den Kliniken gehandhabt und behandelt wird und mit dem bischen Hintergrundwissen aus meinem Studium kann ich einschätzen, wie groß (bzw. gering) der entstandene Schaden für die Allgemeinheit ist.

Ja, es entstehen (vermeidbare) Abfälle, die in Summe eine Umweltbelastung darstellen.
Wer aber Strahlenquellen wie Rauchmelder installiert, noch alte Fernsehgeräte oder Monitore nutzt oder irgendwo Granit als Baumaterial verwendet, hat deswegen auch kein schlechtes Gewissen, oder?

Wer mir die durch meine Behandlungen verursachte Strahlung vorwirft sollte bitte nicht mehr in seinen Keller gehen (Radon), keine Mineralwässer trinken (Radium, Uran) oder gar fliegen (kosmogene Nuklide).
cron