@ Filippa,

oh, eine "sehr spezielle Art", mich von der Seite anzugehen, hast gerade Du, wie ich schon vor vielen Jahren feststellen musste, als ich noch ziemlich arglos war, was Dich betrifft.

Im Übrigen wirst Du mir nicht den Mund verbieten können, was ein Segen ist. Wenn wir hier verschiedene Meinungen in der Sache äußern, sehe ich das aber nicht als persönlichen Angriff. (Ich kenne Dich doch gar nicht persönlich!) Das muss man schon aushalten, wenn es um politische Themen geht.

Aber was die private Auseinandersetzung betrifft, wäre es doch viel souveräner von Dir gewesen, mich per PN direkt anzuschreiben, als mich zu sperren - was Du ja, nach eigenen Angaben, äußerst selten machst. Warum dann gerade bei mir? Habe ich Dich durch irgendetwas gekränkt? Das hätte man klären und richtigstellen können. Ich bin ja kein Unmensch. Aber Du bist vielleicht zu empfindlich und verstehst gerne mal etwas als persönlich, was sachlich gemeint war? ...Keine Ahnung. Da tappe ich im Dunkeln, solange Du das nicht erklärst.

Jedenfalls empfinde ich es als Chuzpe, mir eine "sehr spezielle Art" vorzuwerfen und sich dann aus dem Staub zu machen, anstatt es zu begründen.


Verdandi hat geschrieben:
Du lügst: Du hast mich schon seit etlichen Wochen gesperrt!

Außerdem müsstest Du nicht auf das Profil desjenigen, den Du sperren willst – das geht auch in den Einstellungen.

Das stimmt - zweimal!
Filippa1 hat geschrieben: Nee, weil ich die Hoffnung nicht aufgebe, warst Du inzwischen schon entsperrt. Das wirste nicht gemerkt haben.
Ich kenne nur diesen einen Weg zu sperren. Und weißt Du auch warum? Weil ich in all den Jahren (neune sinds) nur ZWEI Personen gesperrt habe, habe also nicht viel Erfahrung.

Wer sind denn die zwei gesperrten Personen?
filofaxi hat geschrieben: -------

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In der gleichen scheindemokratischen Manier werden auch heute noch die Republiken zentralistisch regiert, und nicht nur verwaltet, sodass der Machtkampf von Regenten um die Vorherrschaft ein niemals endender ist – auch wenns so dargestellt wird, wie ein Fußballspiel, an dem sich alle ergötzen, wenn eine Mannschaft die andere nach allen Regeln der Kunst - dh im 4 Jahresrhythmus - propagandistisch bekriegt, um sich ihren Sieg anschließend mit Stimmenmehrheit legitimieren zu lassen.


@ Filofaxi

Du sagst es, „propagandistisch“ bekriegt. Kriege brauchen immer Finanzierer.
Und in den USA geht das so, …trotz oder wegen ?.... der traditionsreichen 200jährigen Erfahrung mit der Demokratie:

(Die Kenntnis, dass PACS Gelder für den Wahlkampf aus diversen Quellen einsammeln, setze ich als bekannt voraus.)

Der Einfachheit halber zitiere ich:

„Die Schaffung von Super PACs
2 Gerichtsenscheidungen 2010 machten es möglich, dass plötzlich Corporations (Firmen) sowie Unions (Arbeitsvertretungen, Gewerkschaften), aber auch Individuen unbegrenzte Geldmittel an PACs geben konnten -- diese PACs werden als Super PACS bezeichnet. Die eine Entscheidung fällte der U.S. Supreme Court ("es kann Unternehmen und Gewerkschaften nicht verboten werden unabhängige politische Aktivitäten zu finanzieren") und die zweite massgebliche Entscheidung fällte der U.S. Court of Appeals for the D.C. Circuit ("keine Begrenzung in Umfang und bezüglich der Quelle dieser Finanzierungen").
Klartext:
Firmen und Lobbyisten können also seit 2010 unbegrenzt mit Geld Einfluss auf den Wahlkampf und damit auf die Wählerentscheidung nehmen. Schon 2012 ist mehr Geld der Superpacs in den Wahlkamps geflossen, als die Parteien selbst beigetragen haben.
Muss ich erläutern, für welche Interessen diese Superpacs eintreten? Gewiss nicht.
„Zum Zeitpunkt dieses Artikels sind die Super PACs nicht verpflichtet zu sagen, wer hinter den Geldspenden steht. Opponenten dieser Regelung unterstützen den DISCLOSE 2012 Act, der die Transparenz u.a. durch Nennung der Spendengeber fordert. Bislang ist DISCLOSE 2012 nicht Gesetz.“
Somit ergibt sich als weiteres , höchst bedenkliches Merkmal der „Demokratie“ in den USA, das die große Machtfülle eines Präsidenten eher nicht vorrangig zu den Menschen lenkt, die eigentlich in besonderem Maße den Schutz des Staates und seiner vorsorglichen Gesetzgebung brauchen und die Mehrheit darstellen. Der Weg, die Zuwendungen UNBEGRENZT zuzulassen, wurde gerichtlich frei gemacht, auch das alarmierend in seiner Offenkundigkeit.
http://www.magazinusa.com/us/info/show. ... lkampf-usa
(Ich habe die Seite nicht akribisch überprüft, weil gestern Abend diese Informationen auch im ZDF Auslandsjournal gebracht wurden. In hübsch bebilderten Hochglanzwerbebroschüren liest man davon nichts.)





Psychologisch gesehen ist es jedoch zutiefst „men[/b]schlich“, wenn religiöse Fanatiker (Anhänger irgend einer Ideologie) sich nicht mit Argumenten davon überzeugen lassen, dass ihr Idealbild von der Realität nicht der Realität selber entspricht, um sich nicht am Ende offen zu ihrem eigenen nationalistischen Vormachtsstreben bekennen zu müssen, welches sie bislang so sorgfältig hinter demokratistischem Gehabe versteckt haben, weil damit ihr schönes Selbstbild vom lupenreinen Demokraten Schaden nehmen täte.

Also muss sich der aufklärende Filosof damit begnügen, die Mechanismen aufzuzeigen, wonach ein Anführer sich nicht etwa aus Solidarität mit den anderen Parteigenossen in Führungspositionen hat wählen lassen, weil die ihn für den Posten geeignet hielten, wie er gerne den Anschein erweckt, sondern weil er diese Position von Vornherein mit aller Macht angestrebt hat, um dort schalten und walten zu können, wie er es selber für richtig hält, nachdem er alle Konkurrenten im Kampf um die Vormacht aus dem Feld geschlagen hat, sodass man keinesfalls sagen kann, die Mutter habe keine Ahnung gehabt, wie sie zum Kinde oder der Vater zu seinem Land gekommen ist, und sei daher ein unbeschriebenes Blatt.


@Filippa

Danke für Deine Antwort auf Filofaxi!
Ja, diese unheilvolle Deregulierung seit Mitte der 2000er (las gerade, motiviert durch Deinen wichtigen Beitrag, darüber:
/www.bpb.de/internationales/amerika/usa/311280/geld-im-us-wahlkamp) ist katastrophal für die Demokratie in den USA!)
Ich kann nicht anders als weiterhin zu hoffen, dass die Demokraten daran Entscheidendes ändern werden, dass sie also trotz ihrer Vorhaben genug Spender finden für ihren Wahlsieg.-

-Ich glaube jedoch nicht, dass allen Evangelikalen nationalistisches Vormachtsstreben angelastet werden kann, denn für viele geht es wirklich nur um Abtreibung, und ihren christlichen Glauben, der ihnen Halt gibt in dieser politisch chaotischen, und wegen Corona, Wirtschaftskrise und zunehmender Wetterextreme aufgrund des Klimawandels (den leider viele Trump-Anhänger noch immer bestreiten) besonders schweren Zeit.
Es ist für diese gläubigen Menschen ja wirklich so, dass Abtreibung, egal aus welchen Gründen, Mord ist.
Was ihnen außerdem sehr am Herzen liegt: Die Wiederkunft Jesu in Jerusalem, auf dem Tempelberg. Ich war echt erschrocken, als ich davon zum 1. Mal erfuhr, dass tatsächlich viele glauben, Jesus könne erst dann wiederkommen, wenn die Juden über ganz Jerusalem und das von Gott verheißene Land herrschen.
Der sich so extrem unchristlich verhaltende Trump sorgte also dafür, dass Jesus bald wiederkommen kann, das rechnen sie ihm hoch an.
Dieser abstrus irrationale Wahnsinn macht sprachlos...

Oft sind sie eher unpolitisch, glaube ich, nach allem, was ich las, wichtig ist ihnen allein, dass Trump seine Versprechen gehalten hat, und dass sie weniger Steuern zahlen müssen.-

Leider glauben nicht wenige in den USA an diese total verrückte QAnon-Verschwörungstheorie, sie sind sicher, daß die Elite der Demokraten pädokriminelle Ringe finanziell fördert...
Trump ist ihr Mann, denn er hört nicht auf diese Elite, er schützt die KInder vor pädophilen Verbrechern...
Irrationalität spielt offenbar in den USA eine ebenso große Rolle wie Geld.

(Ich muss gestehen, ich wünschte Trump nichts Gutes, als ich von seiner Infektion erfuhr, denn ich befürchte sehr, er könnte es nochmal schaffen.)
In der katholischen Kirche gilt nur ein toter Heiliger als ein echter Heiliger, der dann zur Sicherheit erst 100 Jahre nach seinem Tode seliggesprochen wird, damit er nicht zwischendurch noch die Gelegenheit hat, durch Untaten an seinem guten Rufe Etwas zu ändern, sodass er der posthumen Ehre - für die er sich ja leider Nix mehr kaufen kann, und die die Ehrenden auch Nix weiter kostet - auch tatsächlich würdig bleibt.

Dass ein Diktator sich selber als Sohn der personifizierten Güte (also Gottes Sohn) verherrlicht, um sich bereits schon zu Lebzeiten anbeten und lobpreisen lassen können, ist ja nun auch nichts Neues, sodass ein Aufgeklärter diese Machtstrategien leicht durchschauen kann und sich nicht davon beeindrucken lässt, wenn Jemand ihm den Himmel auf Erden verspricht.

Zu meinen, Jemand könne allein bereits mit einer einzigen Wählerstimme und mit seinem Wunsche ans Universum einem Anderen nutzen oder mit der Verweigerung Derselben schaden, falls die Verfluchung alleine nicht reicht, wenn der gar nicht auf seine Gunst angewiesen ist - wie etwa, wenn man aus anderen Herrschafts- oder Kulturbereichen kommt, und gar nicht dazu berechtigt ist, Jemanden zu seinem Anführer zu wählen - , entspringt dem selben Größenwahn, wie die Vorstellung, es käme bei der Wahl auf Mehrheiten an, wenn Diese gar nicht auf der Anzahl der Wählerstimmen beruhen, sondern auf einer nachträglichen Bildung von Koalitionen, bei der Minderheiten den Ausschlag dafür geben, welche Koalition letztlich den Anführer stellt.

Daher wäre es wichtig, zunächst erst einmal seine falsche Vorstellung von Demokratie und von Demokraten zu korrigieren, um zu erkennen, wo und womit man überhaupt als Einzelner oder in der Masse Irgendetwas bewirken kann, und nicht etwa die Demokratie als gesellschaftliche Idealvorstellung gleich mit zu verteufeln, wie es auch beim Kommunismus und Sozialismus der Fall war, sobald man feststellte, dass man als Machtloser unter Machtlosen gar nicht dazu in der Lage war, um gesellschaftlich das zu bewirken, was man gerne bewirken wollte.
@Verdandi
ich habe jetzt diesen Satz von Dir in den Thread politische Philosophie übertragen, damit wir nicht weiter im falschen Thread diskutieren...

Trump ist eindeutig ein Psychopath...

Ich vermisse den philosophischen Bezug! :?



als ich heute morgen Beiträge zu diesem Thema gelesen habe - war mein erster Gedanke
warum sind immer noch so viele Anhänger von Trump begeistert ?
Biden liegt "nur" ca. 10 Punkte zurück und bei diesem Wahlsystem ist das nicht allzuviel....
wollen die Wähler lieber einen narzisstischen Präsidenten mit Unterhaltungswert - anstatt sich für den weiteren Weg ihres Landes und für Politik zu interessieren ?

was sagt das über eine "liberale" Demokratie aus ?

hier zeigt sich eine andere Denkweise:

Amerikas Wilder Westen ist Trumpland
https://www.nzz.ch/international/wahlen ... obal-de-DE

Wir wissen es doch schon lange, dass hier kein demokratisches, sondern ein amerikanisches Problem vorliegt. Speziell mit der Mentalität der Bevölkerung des mittleren Westens. ...Was man dank des von Dir verlinkten Artikels der NZZ mal wieder gut erkennen kann.



ich weiß.....
es schadet dennoch den Demokratien weltweit, denn die USA hatten lange Zeit eine Vorbildfunktion inne....
Wenn sich Nationalisten als Republikaner bezeichnen (wobei „Nation“ und „Republik“ das selbe sind), und Sozialisten als Demokraten (wobei die Bedeutung des lateinischen Begriffs „sozialis“, was gemeinschaftsbezogen heißt, der des griechischen „demoi“ entspricht), handelt es sich in Amerika doch um die gleichen Interessengruppen, wie in allen anderen Ländern der Erde auch, wo sich Jeder Demokrat nennt, weil er sich der mehrheitlichen Wahl durch seine vorher durch populistische Versprechungen günstig gestimmten Anhänger stellt.

Die babylonische Sprachverwirrung ist dann perfekt, wenn man beide Interessengruppen nicht mehr auseinanderhalten kann, nachdem sich eine dritte Partei „nationalsozialistisch“ nennt, um als scheinbare Alternative bei der Wahl zwischen gleichwertigen Übeln die Gunst aller Wähler für sich zu gewinnen und sich dann demokratisch (bzw. mehrheitlich) zur alleine herrschenden Regierungspartei wählen zu lassen – auch ohne extra Koalitionen mit der einen oder anderen Partei eingehen zu müssen, um das Zünglein an der Waage zu spielen.
Ja, eine 3., nationalsozialistische Partei kann eine fatale Rolle spielen...

Aber Entscheidung zwischen gleichwertigen Übeln bei Rep. und Demokraten in den USA??
Jedenfalls ich werde jubeln, falls es Biden schaffen sollte...-

- Wenn wir nach Belarus schauen, können wir z.Zt. sozusagen "live" "mitverfolgen", wie ungeheuer schwer es ist, nach vielen Jahren der Diktatur, eine Demokratie zu begründen, wenn der Diktator nicht bereit zu Neuwahlen ist, auch weil eine Großmacht ihm weiterhin den Rücken stärkt, und seine Wahl anerkannt hat.
Und welch eine fatale Rolle wirtschaftliche Abhängigkeit von einer autoritären, illiberalen Demokratie spielt, falls eine echte Demokratie ersehnt wird.
Die Belarussen fühlen sich eng verbunden mit der russ. Kultur, und sie konnten dank finanzieller Unterstützung Putins in den letzten beiden Jahrzehnten so einigermaßen über die Runden kommen.
Ermordung von etwa 3 (?) Oppositionellen durch die Sonderpolizei (Omon?) vor etwa 10 J. (?) nahmen sie hin, verdrängten sie irgendwann...-
Polizei und Armee stehen weiterhin zu Lukaschenko, nur wenige Soldaten und Polizisten wagten es, die Seiten zu wechseln, bzw. können es sich finanziell leisten, falls sie Kinder haben.-
Die bewundernswert mutige Oppositionelle Kolesnikowa, die an der Grenze ihren Ausweis zerriss, als sie abgeschoben werden sollte, und nun in Haft ist, hegte die Hoffnung, mit Putin verhandeln zu können.
Sie bat ihn darum, sich nicht einzumischen, und es den Belarussen zu ermöglichen, einen eigenen Weg zu finden, trotz tiefer Verbundenheit mit Russland.
Aber schon bald danach versprach Putin eine massive finanzielle Unterstützung Lukaschenkos.
Du schreibst u.a.:
Aber schon bald danach versprach Putin eine massive finanzielle Unterstützung Lukaschenkos.

dahinter steckt wahrscheinlich die Angst Putins, dass es ihm und seiner Regierung irgendwann genauso gehen könnte.....
und diese Angst ist meiner Meinung nach berechtigt.....
die Bevölkerung wird unzufriedener, denn die gegen Rußland verhängten Sanktionen belasten das (rohstoffexportierende) Land zunehmend - dazu kommt die Pandemie.......
Migranda hat geschrieben:

Ja, eine 3., nationalsozialistische Partei kann eine fatale Rolle spielen...

Aber Entscheidung zwischen gleichwertigen Übeln bei Rep. und Demokraten in den USA??
Jedenfalls ich werde jubeln, falls es Biden schaffen sollte...-

- Wenn wir nach Belarus schauen, können wir z.Zt. sozusagen "live" "mitverfolgen", wie ungeheuer schwer es ist, nach vielen Jahren der Diktatur, eine Demokratie zu begründen, wenn der Diktator nicht bereit zu Neuwahlen ist, auch weil eine Großmacht ihm weiterhin den Rücken stärkt, und seine Wahl anerkannt hat.
Und welch eine fatale Rolle wirtschaftliche Abhängigkeit von einer autoritären, illiberalen Demokratie spielt, falls eine echte Demokratie ersehnt wird.
Die Belarussen fühlen sich eng verbunden mit der russ. Kultur, und sie konnten dank finanzieller Unterstützung Putins in den letzten beiden Jahrzehnten so einigermaßen über die Runden kommen.
Ermordung von etwa 3 (?) Oppositionellen durch die Sonderpolizei (Omon?) vor etwa 10 J. (?) nahmen sie hin, verdrängten sie irgendwann...-
Polizei und Armee stehen weiterhin zu Lukaschenko, nur wenige Soldaten und Polizisten wagten es, die Seiten zu wechseln, bzw. können es sich finanziell leisten, falls sie Kinder haben.-
Die bewundernswert mutige Oppositionelle Kolesnikowa, die an der Grenze ihren Ausweis zerriss, als sie abgeschoben werden sollte, und nun in Haft ist, hegte die Hoffnung, mit Putin verhandeln zu können.
Sie bat ihn darum, sich nicht einzumischen, und es den Belarussen zu ermöglichen, einen eigenen Weg zu finden, trotz tiefer Verbundenheit mit Russland.
Aber schon bald danach versprach Putin eine massive finanzielle Unterstützung Lukaschenkos.

@ Migranda,
ich stimme mit Deinem Beitrag sehr überein. :)

Ein wesentliches Übel in den USA ist das Mehrheitswahlsystem, wie ich es hier schon mal ausführlich dargelegt habe, weil es eine ungute Blockbildung gefördert hat, die wiederum weit davon entfernt ist, den Bürgerwillen annähernd differenziert auszuführen.

So hat sich sowohl aus den Republikanern als auch den Demokraten jeweils ein Sammelbecken verschiedenster politischer Orientierungen gebildet – bilden müssen, weil das System keine weiteren, kleineren Parteien zulässt, deren Kandidaten eine Chance haben würden, nach einem Verhältniswahlsystem über Liste gewählt zu werden.

Natürlich greifen sich Vertreter der beiden großen Parteien jeweils den radikalsten Flügel bei der gegnerischen Partei heraus, um alle Parteimitglieder anzuprangern, so zu sein. (Bei Trump sind alle Demokraten Ultralinke, die dem Volk die Freiheit nehmen wollen usw.)

Wer im Vergleich dazu das gelegentlich wechselnde Koalitionsgebaren zwischen den größeren und kleineren Parteien in unserem Land verunglimpft, wie Filofaxi das ja gerne immer mal wieder tut, weiß leider nicht zu schätzen, wie gut wir es hier haben!

Er müsste sich dabei nur vorstellen, wie amerikanische Verhältnisse sich bei uns auswirken würden: Da gäbe es auf der einen Seite einen Block aus heutiger CDU/CSU, FDP und AfD – und auf der anderen Seite einen aus heutiger SPD, Grünen und Linke. ... Also, na gut – ich hätte es da nicht sonderlich schwer mit meiner Wählerstimme. :wink: Aber so mancher Konservative mit Sicherheit schon ...

Und das Experiment Schwarz/Grün wäre in dieser Konstellation schlicht unmöglich. Ob das nun wirklich schade wäre, weiß ich nicht. Aber die große Koalition, die m.E. einige soziale Verbesserungen gebracht hat, hätte es natürlich nie geben können. Und so mancher ehemalige SPD-Anhänger sagt jetzt, der Klimaschutz habe heute absoluten Vorrang vor dem Schutz vor Arbeitslosigkeit (z.B. in der Verbrennungsmotor-Autoindustrie!), so dass er tatsächlich auf Schwarz/Grün setzt.

Ich finde jedenfalls, dass die freie („blockübergreifende“) Möglichkeit, immer mal wieder neue Konstellationen von Koalitionen zu bilden, nicht nur hilfreich dafür ist, Denkblockaden zu überwinden, sondern insbesondere auch sehr geeignet dafür ist, die Potentiale des Parteiensystems auszuschöpfen und dieses flexibel zu halten – zum Nutzen unserer Demokratie.

(... Natürlich ganz abgesehen davon, dass ich mir als zweites Standbein der Bürgerbeteiligung abseits des parlamentarischen Parteiensystems die Installation von Bürgerräten wünschte, wie ich ebenfalls schon des Öfteren dargelegt und begründet habe.)






Wie es heute Nacht in einer Doku mit dem Titel "Eberl entdeckt den Iran" im WDR gezeigt wurde, geht man dort aufgrund der nationalistischen Berichterstattung davon aus, dass die ungläubigen Amerikaner kleine Kinder töten, um sie aufzufressen, und dafür eines schönen Tages mit der Hilfe Allahs vom iranischen Militär besiegt und zum Guten zwangsbekehrt werden.

Ähnliche propagandistische Horrormeldungen hört man auch von Seiten amerikanischer Nazis über deutsche, iranische, russische und chinesische Nazis, bei denen natürlich alle anderslautenden Berichte der - von der ebenfalls nationalistischen Regierung nicht genehmigten - Lügenpresse entspringen.

Solche Sprüche hier im Filosofieforum zu zitieren, um für diejenige Partei zu agitieren, welche die eigenen Interessen vertritt, macht es zu einem Religionsforum, wo sich Jeder zu der Weltanschauung bekennt, die man ihm eingetrichtert hat – selbst wenn sie sogar den eigenen Interessen widerspricht, weil er sich in einer ganz anderen wirtschaftlichen Situation befindet, als in derjenigen, in welcher die Wahl der jeweils dazu passende Partei für ihn sinnvoll wäre.

Insofern wäre es angebrachter, beim Thema zu bleiben, und über die Mechanismen von Machtpolitik als solcher zu diskutieren, mit der politische Entscheidungen (die Alle betreffen, und nicht nur die Hälfte von Allen) so sozialverträglich gefällt werden können, wie möglich, und mit so wenig Einschränkungen der persönlichen Freiheit, wie nötig.

Die Erkenntnis, dass die Coronabedingte, angeblich 40%ige Minderung des Schadstoffausstoßes im Kfz-Verkehr nicht klimarelevant sei, müsste eigentlich genauso in die überregionalen, politischen Entscheidungen miteinfließen, wie die Statistik der Neu-Infizierten in nationale Entscheidungen miteinfließen müssten, und nicht ausschließlich Sache von regionalen Sheriffs sein dürfen, die sich durch Kleinstaaterei die Alleinherrschaft in ihrem politischen Einflussbereich sichern wollen, wozu ihnen jede Krise gelegen kommt, um sich als heldenhaften Erlöser feiern zu lassen, sobald die eigens für diese Zwecke aufbereitete Statistik dies zulässt.

Wenn es dann schon um das Mehrheitsprinzip bei der Wahl einer politischen Interessenvertretung geht, an der Jeder beteiligt wird, wäre es nötig, zumindest dem Personenkult bei einer Präsidenten- oder Kanzlerwahl entgegenzuwirken, indem man stattdessen die Ziele der zur Wahl stehenden Parteien in den Vordergrund stellt, während die Wahl des Parteivorsitzenden dann anschließend Sache der Abgeordneten bleibt.
Verdandi hat geschrieben:
Migranda hat geschrieben:

Ja, eine 3., nationalsozialistische Partei kann eine fatale Rolle spielen...

Aber Entscheidung zwischen gleichwertigen Übeln bei Rep. und Demokraten in den USA??
Jedenfalls ich werde jubeln, falls es Biden schaffen sollte...-

- Wenn wir nach Belarus schauen, können wir z.Zt. sozusagen "live" "mitverfolgen", wie ungeheuer schwer es ist, nach vielen Jahren der Diktatur, eine Demokratie zu begründen, wenn der Diktator nicht bereit zu Neuwahlen ist, auch weil eine Großmacht ihm weiterhin den Rücken stärkt, und seine Wahl anerkannt hat.
Und welch eine fatale Rolle wirtschaftliche Abhängigkeit von einer autoritären, illiberalen Demokratie spielt, falls eine echte Demokratie ersehnt wird.
Die Belarussen fühlen sich eng verbunden mit der russ. Kultur, und sie konnten dank finanzieller Unterstützung Putins in den letzten beiden Jahrzehnten so einigermaßen über die Runden kommen.
Ermordung von etwa 3 (?) Oppositionellen durch die Sonderpolizei (Omon?) vor etwa 10 J. (?) nahmen sie hin, verdrängten sie irgendwann...-
Polizei und Armee stehen weiterhin zu Lukaschenko, nur wenige Soldaten und Polizisten wagten es, die Seiten zu wechseln, bzw. können es sich finanziell leisten, falls sie Kinder haben.-
Die bewundernswert mutige Oppositionelle Kolesnikowa, die an der Grenze ihren Ausweis zerriss, als sie abgeschoben werden sollte, und nun in Haft ist, hegte die Hoffnung, mit Putin verhandeln zu können.
Sie bat ihn darum, sich nicht einzumischen, und es den Belarussen zu ermöglichen, einen eigenen Weg zu finden, trotz tiefer Verbundenheit mit Russland.
Aber schon bald danach versprach Putin eine massive finanzielle Unterstützung Lukaschenkos.

@ Migranda,
ich stimme mit Deinem Beitrag sehr überein. :)

Ein wesentliches Übel in den USA ist das Mehrheitswahlsystem, wie ich es hier schon mal ausführlich dargelegt habe, weil es eine ungute Blockbildung gefördert hat, die wiederum weit davon entfernt ist, den Bürgerwillen annähernd differenziert auszuführen.

So hat sich sowohl aus den Republikanern als auch den Demokraten jeweils ein Sammelbecken verschiedenster politischer Orientierungen gebildet – bilden müssen, weil das System keine weiteren, kleineren Parteien zulässt, deren Kandidaten eine Chance haben würden, nach einem Verhältniswahlsystem über Liste gewählt zu werden.

Natürlich greifen sich Vertreter der beiden großen Parteien jeweils den radikalsten Flügel bei der gegnerischen Partei heraus, um alle Parteimitglieder anzuprangern, so zu sein. (Bei Trump sind alle Demokraten Ultralinke, die dem Volk die Freiheit nehmen wollen usw.)

Wer im Vergleich dazu das gelegentlich wechselnde Koalitionsgebaren zwischen den größeren und kleineren Parteien in unserem Land verunglimpft, wie Filofaxi das ja gerne immer mal wieder tut, weiß leider nicht zu schätzen, wie gut wir es hier haben!

Er müsste sich dabei nur vorstellen, wie amerikanische Verhältnisse sich bei uns auswirken würden: Da gäbe es auf der einen Seite einen Block aus heutiger CDU/CSU, FDP und AfD – und auf der anderen Seite einen aus heutiger SPD, Grünen und Linke. ... Also, na gut – ich hätte es da nicht sonderlich schwer mit meiner Wählerstimme. :wink: Aber so mancher Konservative mit Sicherheit schon ...

Und das Experiment Schwarz/Grün wäre in dieser Konstellation schlicht unmöglich. Ob das nun wirklich schade wäre, weiß ich nicht. Aber die große Koalition, die m.E. einige soziale Verbesserungen gebracht hat, hätte es natürlich nie geben können. Und so mancher ehemalige SPD-Anhänger sagt jetzt, der Klimaschutz habe heute absoluten Vorrang vor dem Schutz vor Arbeitslosigkeit (z.B. in der Verbrennungsmotor-Autoindustrie!), so dass er tatsächlich auf Schwarz/Grün setzt.

Ich finde jedenfalls, dass die freie („blockübergreifende“) Möglichkeit, immer mal wieder neue Konstellationen von Koalitionen zu bilden, nicht nur hilfreich dafür ist, Denkblockaden zu überwinden, sondern insbesondere auch sehr geeignet dafür ist, die Potentiale des Parteiensystems auszuschöpfen und dieses flexibel zu halten – zum Nutzen unserer Demokratie.

(... Natürlich ganz abgesehen davon, dass ich mir als zweites Standbein der Bürgerbeteiligung abseits des parlamentarischen Parteiensystems die Installation von Bürgerräten wünschte, wie ich ebenfalls schon des Öfteren dargelegt und begründet habe.)



gute Zusammenfassung - sauber auf den Punkt gebracht !
(sogar für mich - bin partei-/demokratiemäßig nicht so sehr fit)

Vielen Dank, liebe Gundula! :D