Verdandi hat geschrieben:

@ Filippa

Ich kann Dir nur zustimmen in dem, was Du geäußert hast.

Ich denke allerdings, die Grundfrage ist letztlich immer eine „Gretchenfrage“:

„Nun sag, wie hast du’s mit …?“ In Abänderung des „Faust I“: „...mit dem Engagement fürs Ganze (Wohlergehen der Menschheit)?“

Keine einzelne Person wird daran glauben, etwas bewirken zu können – wenn sie nicht gerade eine mächtige Position innehat.
Aber ich glaube, nur so wird es funktionieren: Jede muss sich bewusst machen, wie groß ihr Einfluss auf andere ist, mit denen sie häufig kommuniziert. Ich zum Beispiel spreche heutzutage viel öfter mit Familienangehörigen, Freunden und guten Bekannten über Politik als früher und habe auch den persönlichen Eindruck, dass viel mehr Menschen meines Umfeldes sich dafür interessieren und sich eigene Gedanken über regionale bis globale gesellschaftspolitische Probleme machen.


Filippa1 hat geschrieben:

@ Verdandi

Nun ja, das mache ich natürlich auch, treffe aber in der Regel nur auf Gleichgesinnte, bei denen ich offene Türen einrenne.
Ich vergesse nie, dass wir eine repräsentative Demokratie haben, deren Wesen darin besteht, dass wir...das Wahlvolk...unsere Mitbestimmung mit der Stimmabgabe auch abgegeben haben, an die Volksvertreter. Ihnen obliegt es, meine Interessen wahrzunehmen und sie sind meine Ansprechpartner.
Das bedeutet, dass ich sie durchaus anschreibe und konfrontiere.


@ Filippa

So halte ich das auch. Ich treffe aber auch Familienmitglieder, Freunde und Bekannte, die oft ähnliche oder gleiche, manchmal aber auch weniger oder mehr – und manchmal auch ganz andere, zusätzliche Aspekte beleuchten oder aus Perspektiven argumentieren, die ich noch nicht bedacht hatte. Das ist dann für sie oder mich oder für uns alle oft erhellend. Und selbst wenn wir der vollkommen gleichen Meinung wären (was ja selten ist, wenn wir die Nuancen individueller Sichtweisen berücksichtigen), wäre das ein Gewinn. Je öfter wir über die Themen sprechen, je öfter denken wir auch darüber nach und der Geist entwickelt sich, wie wir wissen, immer weiter fort.



Verdandi hat geschrieben:


@ Filippa

Ich gebe @ Gundulabella recht: Es hat noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit so viele technische Innovationen gegeben, wie in den letzten 250 Jahren. Es ist doch im Vergleich zu vorher wahnsinnig beeindruckend, wie schnell wir heute Distanzen überwinden – sowohl räumlich wie auch kommunikativ. Das menschliche Gehirn weist zwar nach wie vor die uralten Entwicklungsmuster auf –hat sich aber zugleich rasant weiter entwickelt.

Dennoch sind seine Potenziale nicht optimal auf die Lösung menschengemachter Massenprobleme in der Zukunft ausgerichtet, sondern müssten da erst noch etliches an evolutionären „Altlasten“ (Egoismus) überwinden. Aber unmöglich scheint mir das nicht zu sein. Immerhin kennt fast jeder, ohne überlegen zu müssen, den Wertekanon eines aufgeklärten, zivilisierten Menschen. Es muss nur mehr Anreize dafür geben, diese Werte als maximal erstrebenswert empfinden zu können. Damit sollten sich die unabhängigen Think-Tanks beschäftigen, bzw. sollte es dafür ausreichende öffentliche Fördermittel geben.

Filippa1 hat geschrieben:

@ Verdandi

Was Du als "evolutionäre Altlast" bezeichnest , ist in seinem Ursprung wohl der Selbsterhaltungstrieb.
Der "Wertekanon eines zivilisierten Menschen" wurde unseren Vorfahren und auch noch unserer Generation bis zum Überdruss , aber nachhaltig durch die Kirche eingebläut. "Maximal erstrebenswert" war die Einhaltung durch das Versprechen des ewigen Lebens, das als verheißendes Ziel für die Durchquerung des Tales der Tränen winkte. Ehrlich gesagt, für etwas Ähnliches möchte ich keine öffentlichen Fördermittel ausgegeben sehen. Worin könnte denn ein ähnlich erstrebenswertes Ziel Deiner Meinung nach bestehen?


@ Filippa

Ja, genau: früher, als um die Ecke noch der Säbelzahntiger auf das Menschlein lauerte, war sich jeder selbst (inkl. seiner kleinen Horde) der Nächste. Dieser Selbsterhaltungstrieb hat natürlich bis heute funktionale Berechtigung – konnte aber evolutionär noch nicht an die stark veränderten Bedingungen der modernen Gesellschaft angepasst werden.

Ein (stark vereinfachtes) Beispiel: Wenn jemand heute von seinem Chef gerügt wird, und ihm das sehr peinlich oder sonst wie unangenehm ist, kämpfen der uralte Fluchtreflex und der Angriffreflex in ihm – mit allen typischen Symptomen auf der körperlichen Ebene (Schweißausbruch, starrer Blick, geballte Fäuste usw.) – denn er fühlt sich bedroht! Allerdings ist er es nicht mehr, wie früher, auf der körperlichen Ebene, so dass er jetzt von alledem, was sein Körper da veranstalten will, nichts tun darf. Um nicht psychosomatisch krank zu werden, muss er lernen, seine ursprünglichen Impulse zu erkennen und umzuleiten auf eine andere (subtilere, also geistige) Ebene, auf der er dann angemessen reagieren kann.

Während dieses Beispiel aber sicher allen einleuchtet, ist es bei anderen noch keineswegs für jeden so klar. Zum Beispiel dient der Egoismus nicht mehr der Selbsterhaltung, sondern ist Folge einer fehlgeleiteten „Transkription“ des sozialen Codes von Selbstschutz in Interessenwahrnehmung auf einer höheren Ebene (Nachbarschaft / Volk / Menschheit), was aber ganz sicher nicht jeder so sehen will.

Du hast mich bezüglich der von mir benutzten Begriffe „Wertekanon“ und „maximal erstrebenswert“ gründlich missverstanden!

Du solltest Dich nicht von diesen Begrifflichkeiten irritieren und in eine Deutungsrichtung (ver-)leiten lassen, die ich ganz sicher nicht gemeint habe!

Ich finde nicht, dass der Begriff „Wert“ durch missbräuchliche Nutzung in früheren Zeiten auf Dauer unbenutzbar geworden ist. Vielleicht weißt Du ja doch, was ich meine und suchst Dir einen anderen Begriff dafür? Und wenn ich davon spreche, dass etwas maximal erstrebenswert sei, meine ich natürlich altruistische Bestrebungen versus der egoistischen.

Und ich bin inzwischen in einem Alter, in dem ich mich von den Teilen der Erziehungsinhalten des Elternhauses, der Kirche und sonstiger Institutionen, mit denen nicht wirklich das Wohl des ihnen anvertrauten Individuums im Fokus stand, längst verabschieden konnte. Die Werte, von denen ich heute spreche, sind die, die ich mir selbst zu eigen gemacht habe!

Ein erstrebenswertes und daher m.E. unbedingt zu förderndes Ziel ist der mündige Bürger, der sich von allen gesellschaftspolitischen Ereignissen und Prozessen ein eigenes Bild macht und dieses mit anderen kommuniziert und für die Werte eintritt, die er sich zu eigen gemacht hat.



Verdandi hat geschrieben:

Was nun die totalitären Staaten betrifft, die zugleich Hegemonialmacht innehaben, sind uns die Hände gebunden. Das geht wohl tatsächlich nur über Verhandlungen und Appelle an das Selbstverständnis der Machthaber bezüglich ihres Ansehens in der Welt.


[keine Anm. von Filippa, also auch nichts weiter von mir dazu.]



Man kann Jemandem seine Erfahrungen, die er mit der Gefahr gemacht hat, aus der er sich nur mit rücksichtsloser Selbstrettung befreien konnte, natürlich nicht absprechen.

Dass er durch eine Wiederholung dieser Erfahrungen zum Paranoiker wird, der überall Lebensgefahr wittert, obwohl dies gar nicht der Fall ist, und sich daher - seinem Temperament entsprechend – schon im Vorhinein durch Flucht in Sicherheit bringt, oder sich verteidigt, oder sich in einen totenähnlichen Zustand als eine Art „Flucht nach Innen“ begibt, um sich zumindest erst einmal selber zu retten, bevor er Anderen hilft, ist auch nachvollziehbar.

Allerdings ist hier bereits eine geistig-weltanschauliche Filo-Therapie (anstatt lediglich einer Psycho-Therapie zum besseren Umgang mit den eigenen Stimmungen) zum Zwecke der Richtigstellung der falschen Vorstellung, dass überall nur noch Bedrohungen lauern, vonnöten, bevor er mit wichtigen Entscheidungsbefugnissen im Dienste der Gemeinschaft ausgestattet wird.

Die „Selbstsucht (Egoismus), mit der zwanghaft der eigene Vorteil gegenüber Anderen gesucht wird, um nicht ins Hintertreffen zu geraten“, und die „Herrschsucht über Andere, von denen man sich Nichts vorschreiben lassen will“, sind jedoch als Motiv, sich für ein Amt als Verwalter öffentlicher Angelegenheiten mit entsprechenden Machtbefugnissen zu bewerben, abzulehnen, denn sie stellen lediglich krankhafte Zerrbilder eines an sich gesunden Triebes zum Selbstschutz sowie dem Schutz Anderer, die man als zur eigenen Sippe zugehörig betrachtet, dar.

Da sowohl der Selbstschutz als auch der Schutz der eigenen Sippe dem Individuum zur Selbsterhaltung dient, welche wiederum die Grundlage zur Arterhaltung bildet, geht es bei der Formulierung der dazu notwendigen Verhaltensregeln darum, es auch dem bislang Unwissenden zu ermöglichen, sich später dieser Zielsetzung entsprechend auf angemessene Weise verhalten zu können.

Dass diese Unterweisung mit dem Ziel der Erzeugung eines Bewusstseins FÜR das Wohlbefinden der gesamten Gemeinschaft (und nicht etwa eines Bewusstseins, was die Gemeinschaft hat, die ja keine Person ist, welche ein solches hervorbringen kann), durch die Institution einer Schule erfolgt, die zu besuchen die Pflicht eines jeden Heranwachsenden ist, der später mal mitentscheiden dürfen will – nicht, weil er als der Schwächere dem Stärkeren gegenüber so unterwürfig und gehorsam ist, sondern weil er begriffen hat, dass er auch als Stärkerer auf die Hilfe Schwächerer angewiesen ist - , stellt keine willkürliche Schikane von Seiten der Herrschenden dar, sondern ist für das reibungslose Funktionieren einer Kulturgemeinschaft unverzichtbar.

Hier wäre es besser, die noch nicht dazu Fähigen zu fördern, um sie optimal für ihr zukünftiges Amt auszubilden, anstatt lediglich die Spreu vom Weizen zu trennen, indem man nur noch die Stärkeren fördert, und die Schwächeren den Bach runtergehen lässt, denn damit züchtet man sich die Rebellen von morgen heran, die nur Eines im Sinn haben: die verhassten Unterdrücker zu Fall zu bringen, und sich anschließend selber auf Kosten der Gemeinschaft ein schönes Leben zu machen.

Das bedeutet jedoch keineswegs das Ende des Unterdrückungssystems, sondern lediglich dessen Fortführung unter der Herrschaft von narzisstisch gekränkten Aufständischen, denn eine gemeinsam auf Kosten Schwächerer erkämpfte Unabhängigkeit bedeutet noch lange keine Selbständigkeit (oder Mündigkeit), welche nötig wäre, um sich selber und seine Anvertrauten auch ohne ständige Kontrolle durch Ordnungshüter auf sozial angemessene Weise am Leben zu halten, wie die weltweiten Stellvertreterkriege beweisen, mit denen die Diktatoren dieser Welt nach wie vor erfolgreich von der eigenen Unfähigkeit, die Belange der Menschen im Staate zur Zufriedenheit Aller zu regeln, ablenken.
@ Verdandi
Du hattest "Wertekanon" eines zivilisierten Menschen" ja nicht näher ausgeführt. Wenn "zivilisiert" im Spiel ist, bietet es sich für mich an, zu untersuchen, wie Menschen im Laufe ihrer mittlerweile wohl 300 000 Jahre alten Geschichte zu einem zivilisierten Umgang zueinander gefunden haben und worin er besteht. Da spielten und spielen noch immer mMn die Religionen eine große Rolle. Wenn man ihren , ich nenne es mal „Glaubensüberbau“ weglässt, bleibt ein Kanon an Verhaltensregeln, basierend auf moralischen Grundsätzen, der immer noch Gültigkeit für ein zivilisiertes Zusammenleben hat. Im Christentum hat das Gebot der Nächstenliebe Vorrang vor allen Einzelgeboten. Anhäufen von Besitz und Reichtümern (Mammon) wird verdammt und als Raub an den Armen bezeichnet. Heute aktueller denn je.

So wurde dem Egoismus des einzelnen begegnet, der ja offenbar schon vor Jahrtausenden als Grundproblem gesehen wurde. (Schon die Aufforderung „Morde nicht!“ in den alttestamentarischen Gesetzestafeln, später dann : …Du sollst nicht töten! …zeigt, wo „zivilisieren“ einmal ansetzen musste.)
Bei der Erhaltung unserer Ressourcen und der Bewahrung der Lebensgrundlagen für die nachfolgenden Generationen ist für mein Dafürhalten …und da greife ich auf @ Filofaxi zurück, der Selbstschutz der Ausgangspunkt, dann aber in konsequenter Folge der „Schutz der eigenen Sippe, die dem Individuum zum Selbsterhalt dient, welche wiederum die Grundlage zur Arterhaltung bildet“.
Mir ist immer noch nicht klar, wie man das Bewusstsein in der westlichen Welt, in der in den letzten Jahrzehnten das persönliche Glück, das Individuum so in das Zentrum des Bemühens jedes einzelnen gerückt ist , das Bewusstsein einer Gesellschaft, in der das Carpe diem im Vordergrund steht, so verändern kann, dass auch die in der Zukunft liegende Arterhaltung eine wichtige Rolle spielt. Jede tierische Spezies in der freien Wildbahn steuert ihr Leben danach, wir erklären es als Instinkt. Dieser Instinkt scheint der Menschheit weitgehend verloren gegangen zu sein.
es stimmt, dass unser Instinkt sehr viel weniger geworden ist....

dafür unser reflektierender Verstand mehr.....

mit diesem Verstand müssen wir arbeiten - auch wenn unser bewußtes Denken nur ca. 10 bis 12 % ausmacht.....

früher war für die Arterhaltung der Menschen die jeweilige Familie/die Horde maßgebend....
die Nachbarhorde war bereits "der Feind"
später waren die Nachbarländer der Feind

heute müssen wir versuchen, unser globales Denken zu aktivieren, damit wir als Menschheit überleben zu können.....

denn nur wenn wir ALLE - die gesamte Menschheit - an einem Strang ziehen - können wir unsere Art erhalten.....

für mich ist das nicht nur ein "nettes Lied".....sondern ein Grundsatz:
https://www.youtube.com/watch?v=9AjkUyX0rVw
@ Filippa

Okay. Ich merke, bei Dir muss man vorsichtig mit Begriffen sein, die schon irgendwann einmal missbräuchlich verwendet worden sind...
...Hmm, aber ehrlich: welche wurden das noch nicht? Eigentlich dürfte man – so gesehen – heute gar nichts mehr äußern.

Mit „zivilisiert“ meine ich jedenfalls – weniger moralisch als technisch betrachtet – das Kennzeichen der zeitgenössischen Menschheit, speziell die der Industriegesellschaft, zu der wir beide gehören, ob es uns nun gefällt oder nicht.

Jedenfalls bin ich nicht wie Du auf die Religionen verfallen, speziell die christliche, weil die Werte die Du daraus hervor schälst, tatsächlich durch alle Epochen hinweg überwiegend missbraucht worden sind bis in die Gegenwart hinein.

Zur Sache - Du schreibst:


>> Mir ist immer noch nicht klar, wie man das Bewusstsein in der westlichen Welt, in der in den letzten Jahrzehnten das persönliche Glück, das Individuum so in das Zentrum des Bemühens jedes einzelnen gerückt ist , das Bewusstsein einer Gesellschaft, in der das Carpe diem im Vordergrund steht, so verändern kann, dass auch die in der Zukunft liegende Arterhaltung eine wichtige Rolle spielt. <<


Um diese Frage aus meiner Sicht adäquat beantworten zu können, lass mich erst zurückkommen auf einen Gedanken dazu, den ich hier ebenfalls schon geäußert habe und den ich gern fortführen würde. Ich schieb:

>> Keine einzelne Person wird daran glauben, etwas bewirken zu können – wenn sie nicht gerade eine mächtige Position innehat.
Aber ich glaube, nur so wird es funktionieren: Jede muss sich bewusst machen, wie groß ihr Einfluss auf andere ist, mit denen sie häufig kommuniziert. Ich zum Beispiel spreche heutzutage viel öfter mit Familienangehörigen, Freunden und guten Bekannten* über Politik als früher und habe auch den persönlichen Eindruck, dass viel mehr Menschen meines Umfeldes sich dafür interessieren und sich eigene Gedanken über regionale bis globale gesellschaftspolitische Probleme machen. ...

*...die oft ähnliche oder gleiche, manchmal aber auch weniger oder mehr – und manchmal auch ganz andere, zusätzliche Aspekte beleuchten oder aus Perspektiven argumentieren, die ich noch nicht bedacht hatte. Das ist dann für sie oder mich oder für uns alle oft erhellend. Und selbst wenn wir der vollkommen gleichen Meinung wären (was ja selten ist, wenn wir die Nuancen individueller Sichtweisen berücksichtigen), wäre das ein Gewinn. Je öfter wir über die Themen sprechen, je öfter denken wir auch darüber nach und der Geist entwickelt sich, wie wir wissen, immer weiter fort. ... <<


Hinter meinen o.a. Worten steht der Grundgedanke, dass m.E. jeder, der sich Sorgen um die Zukunft der Menschheit macht, damit beginnen sollte, sich zunächst seiner eigenen Potenziale bewusst zu werden und diese dann optimal zu nutzen: Sich selbst hinsichtlich seiner Gedanken, Bedürfnisse und Verhaltensweisen – also seine ganze Haltung – zu hinterfragen und mit Blick auf das Ganze zu optimieren. Es könnte ja sein, dass er merkt, es tatsächlich ernst zu meinen, so dass er …

• seinen Lebensstandard zugunsten der (weltweiten) Umwelterhaltung verändert,
• sich bis ins hohe Alter täglich aus verschiedenen Quellen über das aktuelle Weltgeschehen informiert und sich weiter bildet, um bei wichtigen Themen informiert zu bleiben und mitreden zu können,
• nachhaltiger zu konsumieren beginnt,
• sich klar darüber wird, wem er bei der nächsten Wahl seine Stimme geben sollte: der Partei, die seine Rente erhöhen oder die, die eine Umweltabgabe davon einbehalten wird (ist nur ein plakatives Beispiel),
• sich politisch mehr engagieren wird – zumindest, wie schon beschrieben, in seinem engsten Umfeld durch Gespräche und Diskussionen – ggf. organisiert mit Gleichgesinnten in einer gesellschaftspolitischen Gruppierung und auf einer der möglichen Ebenen,
• usw...

... anstatt das immer nur von anderen zu erwarten. Zumindest wäre man dann aktiv und müsste sich als Individuum nicht ganz so machtlos fühlen. Ich denke, niemand sollte seine eigenen potenziellen Einflussmöglichkeiten unterschätzen oder gar negieren. – Und je mehr sich daran halten, umso besser wird es sein für die Gesellschaft.

Im Übrigen bin ich hiervon überzeugt:

Wir brauchen nicht mehr Instinkt, sondern mehr geistige Klarheit und charakterliche Stärke, um unsere Instinkte zu überwinden. „Think Big!“ ist das Gebot der Stunde, nicht mehr auf die Arterhaltung von Individuum und Sippe bezogen, sondern auf die Erhaltung unseres Globus als Grundlage allen Lebens – nicht nur des menschlichen –, und in seiner noch immer nicht gänzlich zerstörten natürlichen Schönheit und Prosperität.

Keine andere Spezies nimmt uns diese Verantwortung ab. Wenn uns das misslingt, werden wir hoffentlich so aussterben, dass wir nicht den ganzen Globus mit ins Verderben reißen. – Aber der hat sich ja schon oft von Katastrophen erholen können.

Vielleicht blieben sogar einige von uns übrig, um eine neue, umweltkompatiblere Genese beginnen zu können ...?



@ Verdandi
Allem, was Du schreibst, kann ich zustimmen.
Aber ich bin nicht so optimistisch zu glauben, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten freiwillig größere finanzielle Opfer bringen wird, wenn eine Partei das in ihrem Wahlprogramm hat.
Die erste Klimaschutzkonferenz war 1979, also vor 40 Jahren. Bedauerlicherweise hat aber der Klimawandel Fahrt aufgenommen, wir haben nicht nur Zeit verloren, sondern die Probleme weiter verschlimmert. Die Anpassungsbemühungen des Menschen müssen ja , das steht wohl außer Frage, einen Wettlauf mit der Zeit gewinnen.
Die Diskussion hat ihren Anfang genommen bei der Frage, ob die heutige Weltbevölkerung von fast 8 Milliarden (um 1900 1,6 Milliarden) ernährt werden kann oder könnte. Könnte, ja. Aber jeder neunte ist unterernährt. Die Zahl der Hungertoten such ich jetzt mal nicht. Seit ich denken kann, weiß ich, dass es Hunger in der 3. Welt gibt. Das Problem nimmt zu, statt ab.
Beide Probleme, Klimawandel und Ernährung der Weltbevölkerung stehen ja in engem Zusammenhang.
Ich hoffe sehr, dass Deine Zuversicht berechtigt ist. Wünsche es mir
und hoffe auf ein Zukunftsszenario, das für die Menchen von Freiheit und Gleichheit geprägt ist.

@ Filippa

Ich glaube nicht, dass man aus einer Untergangsstimmung heraus noch wichtige Entscheidungen zu treffen vermag. Ein Beharren auf Schuldzuweisungen (ich beziehe mich dabei auf niemanden explizit) lässt einen auch nur auf der Stelle treten.

„Realistisch“ betrachtet (d.h., aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen) ist zwar alles schon „viel zu spät“... Ich glaube aber, dass wir immer wieder gut dafür sind, uns selbst zu überraschen... Einerseits den notwendigen Ernst an den Tag zu legen, aber andererseits die Zuversicht zu bewahren, hält uns handlungsfähig und kann daher nicht schaden.

Ich weiß, dass dies nur eine allgemeine Durchhalteparole ist. Aber zu mehr können wir hier rein theoretisch ohnehin nicht beitragen. Ich sehe nach wie vor die einzige praktische Möglichkeit für jeden, zu einer Gesamtlösung adäquat beizutragen, darin, das eigene Leben in jedem Aspekt bewusst nachhaltiger zu gestalten.





Aber ich bin nicht so optimistisch zu glauben, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten freiwillig größere finanzielle Opfer bringen wird, wenn eine Partei das in ihrem Wahlprogramm hat

das ist der Schwachpunkt einer Demokratie, denn sie setzt auf mündige Bürger.....
Also auf Bürger, die sich auch bei der Wahl verantwortlich für das Wohlergehen der ganzen Gesellschaft fühlen, und nicht nur besorgt auf ihren eigenen Geldbeutel achten.
Ein warnendes Beispiel, das zur Skepsis mahnt, sind die USA: Viele, die damals die Republikaner wählten, sind inzwischen angewidert von Trump, und würden Biden den Vorzug geben, aber trotzdem ist zu befürchten, Trump könnte nochmal gewählt werden, da die Demokraten die Steuern für Wohlhabende erhöhen werden, um ihre Versprechen einlösen zu können.
Die Wirtschaftskrise spielt dabei sicher eine große Rolle.---

----- Was mir gerade einfällt in bezug auf das Streben nach dem individuellen Glück, dem Glück im Hier und Jetzt: Im Buddhismus geht es ja auch um das Glück des Individuums, aber dieses Glück wird sich eben nur dann einstellen, wenn ich mich mit allen Lebewesen verbunden fühle, da ich ohne sie gar nicht existieren könnte. Alles hängt mit allem zusammen...
Religionen können eben sehr wirkungsvoll Werte der Zivilisation in der Psyche verankern, und dadurch gewissermaßen den schwächer gewordenen [u]Instinkt ergänzen, indem Werte wie Nächstenliebe, Mitgefühl (für sich selbst und für andere) und das Streben nach Weisheit heilig werden...
Da das Christentum für die meisten Gebildeten an Überzeugungskraft verlor, könnte der Buddhismus (der in Europa auch wegen seines Strebens nach einem erwachten Leben, nach Weisheit und Mitgefühl, immer mehr Anhänger gewinnt) zunehmend ein wichtige Rolle spielen; in immer mehr Schulen wird zu kurzen Meditationen angeleitet wird, ebenso zu Tai Chi und Qi Gong, wodurch manche einen Zugang zu Meditation und Buddhismus finden.
Zum Glück gibt es auch viele junge, sensible und gebildete Menschen, ohne diesen Hintergrund, für die Humanität, Natur-und Tierschutz Herzensanliegen sind...
Aber jetzt die Katastrophe des Corona-Virus, und als Folge die einbrechende Wirtschaft, viele junge Menschen haben nun große Probleme bei Ausbildung und Arbeitssuche, bei der Lebensplanung...
Die Vorstellung, Teil einer Gemeinschaft zu sein, funktioniert nur innerhalb eines überschaubaren Rahmens instinktiv auf eine richtige Art und Weise, wobei das eigene Betroffensein noch eine vorrangige Rolle spielt.

Sobald dieser soziale Zusammenhang nicht mehr erkennbar ist, existiert er für das Individuum geistig auch nicht mehr – selbst wenn man ihm noch so plausibel erklärt, dass es auf der Welt auch noch ganz andere Menschen gibt, auf die es Rücksicht zu nehmen gilt, wenn nicht der größte Teil der Menschheit dem Egoismus einiger Weniger zum Opfer fallen soll, und sie nicht etwa nur eine Illusion sind, die künstlich auf einem Fernsehbildschirm erzeugt wird, und die beliebig oft wieder neu abgespielt werden kann, ohne dass es soziale Konsequenzen jenseits der Flimmerkiste hätte.

Bei der Vermittlung eines Weltbildes von einer "idealen, funktionstüchtigen, menschlichen Gemeinschaft" kann zwar der christliche und buddhistische Appell an die eigene Leidensfähigkeit (wobei das keine Fähigkeit ist, die man erst erwerben muss, sondern die Eigenschaft, Leid als schmerzhaft zu empfinden, welche von Geburt an bereits schon da ist) als kulturelle Errungenschaft angesehen werden, aber ob deshalb Jemand ohne Not die Möglichkeit, auch selber mal Hunger leiden zu müssen, in Betracht zieht, während er immer genug zu Essen hat, ist zu bezweifeln.

Auch eine krude Ursachenzuschreibung, mit der der Selbstgerechte durch die Welt fährt, und das Elend fremder Menschen als von ihnen selbst verursacht ansieht, weil sie angeblich für die Übeltaten ihrer Vorfahren büßen wollen, während er sich selber seines Wohlstandes erfreut, den er legal von seinen Vorfahren ererbt hat, für deren Wohltaten er angeblich stellvertretend belohnt wird, führt nicht zur Einsicht in die Notwendigkeit, dass nur er selber als der Vermögende dem Unvermögenden dabei helfen kann, auch zur Glückseligkeit zu gelangen, anstatt sich umgekehrt noch an den Ärmsten der Armen über alle Maßen zu bereichern, auf dass ihm Niemand mehr seinen Wohlstand streitig machen können möge, während der Rest der Menschheit zum Teufel geht.

Nun kann man es auch als ein natürliches Regulativ ansehen, dass bei ungebremster Vermehrung sich am Ende die Armen gegenseitig zerfleischen, um in ihrer Armseligkeit nicht noch das eigene Leben zu verlieren, während die Reichen die lachenden Dritten dabei sind, die letztendlich überleben und die Zukunft nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten, womit auch auf ganz natürliche Weise der Fortbestand der Menschheit gesichert ist.

Daraus, dass es einen Europäer schon stört, wenn in Asien ein Sack Reis umfällt, kann man dann schließen, dass er möglicherweise persönliche Freundschaften zu Menschen dort pflegt, sodass es ihm eben nicht mehr wurschtegal ist, was dort passiert.

Insofern bildet das Reisen auch weltanschaulich, sofern man nicht nur als reicher Tourist irgendwohin fährt, um sich dort lediglich weiterhin auf Kosten Ärmerer ein schönes Leben zu machen, wie man es von Zuhause gewohnt ist, sondern darüber hinaus auch am Schicksal von den Menschen Anteil nimmt, die nicht zur nächsten Verwandtschaft zählen, und die man dann als wahlverwandt oder seelenverwandt bezeichnen kann.

Hier kann jeder Einzelne freiwillig aktiv ein kleines Stück weit dazu beitragen, dass der Himmel auch für seine Mitmenschen auf Erden mitbewirkt wird, und nicht nur die Hölle – auch wenns für ihn selber nicht lebensnotwendig erscheint.

Außerdem kann er – technisch gesehen - sogar dazu gezwungen werden, Rücksicht auf Andere zu nehmen, falls er es nicht freiwillig zu tun bereit ist, sofern der Staat oder die Staatengemeinschaft soweit zivilisiert ist, dass das Raubrittertum moralisch (per Gesetz) überall gleichermaßen verboten wird, und es eben nicht dem Dafürhalten einiger weniger, mehrheitlich gewählter Verbrecher überlassen bleibt, welche die ihnen verliehene Macht der politischen Entscheidungen rücksichtslos zum eigenen Vorteil ausnützen, dieses zur eigenen Religion zu erklären.

Auch die Überheblichkeit, zu meinen, die heutige Menschheit sei zivilisierter als etwa die im Mittelalter oder in der Steinzeit, ist durch Garnichts zu rechtfertigen, wenn man mal davon ausgeht, dass es die Menschheit bereits seit 2 Millionen Jahren gibt, und sich seitdem nur unwesentlich was am Aufbau ihrer Gehirne verändert hat, sodass ein Gemeinschaftsbewusstsein auch damals bereits existierte, sofern man es mit Hilfe von guten Lehrern bei den einzelnen Individuen erzeugte, denn von Alleine reicht es eben nur mal gerade so weit, wie man mit dem physischen Auge blicken kann, und das Wesentliche bleibt dabei für den selbstbezogenen Egozentriker unsichtbar.
@ Filofaxi
„Die Vorstellung, Teil einer Gemeinschaft zu sein, funktioniert nur innerhalb eines überschaubaren Rahmens instinktiv auf eine richtige Art und Weise, wobei das eigene Betroffensein noch eine vorrangige Rolle spielt.“ schreibst Du.
Dem stimme ich zu. Voll und ganz.
Die fehlende Überschaubarkeit ist eine der großen Barrieren, die verhindert, dass wir Konsumenten uns konsequent klimafreundlich verhalten.
Unsere Politiker und die Wirtschaft greifen da in engem Schulterschluss zu einem altbewährten Mittel: Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd and're an“..
Ich führe jetzt mal nur ein Beispiel in aller Konsequenz aus.
Um also die eigenen klimaschädlichen Treibgasemissionen zu senken und damit der Erreichung der Klimaziele näherzukommen, gibt es seit einiger Zeit an der Tankstelle „Biodiesel“ und E10, das durch den Anbau von Agrospritpflanzen (Soja, Raps, Ölpalmen) gewonnen wird. Dafür werden nicht nur bei uns enorme Agrarflächen für „Essen im Tank“ zweckentfremdet. Weltweit machen Urwälder…hauptsächlich in Indonesien…, Savannen und Moorlandschaften den Anbauflächen für Palmplantagen etc Platz. Mit verheerenden Folgen. Erstens einmal steigen also anderenorts die klimaschädlichen Emissionen etwa durch das Verschwinden der Regenwälder enorm an. Die Abholzung der Regenwälder ist darüberhinaus finanziell besonders lukrativ, weil gleichzeitig immer noch ein schwunghafter illegaler Handel mit Tropenhölzern betrieben wird. Denn weitab von anderem menschlichem Treiben werden illegal Tatsachen geschaffen. Die Wertsteigerung allerdings kommt erst an den Weltmärkten, die Einwohner selbst werden abgespeist und verkaufen ihren Reichtum für ein Linsengericht. Ist der Boom vorbei, wird man sie auf dem verwüsteten Land sitzen lassen und weiterziehen wie Heuschrecken auf ihrem unheilvollen Lauf.
Illegal werden ca 80 % der indonesischen Tropenhölzer abgeholzt.Und für die Arbeiterkolonnen, die das machen, gibt es dann zur schnellen und kostenlosen Versorgung Bushmeat…gegrillte Menschenaffen. Dass der Lebensraum der uns am nächsten stehenden Primaten immer stärker eingeschränkt wird, viele heimatlos und verelendet sterben, gibt allenfalls Stoff für ein paar Reportagen, der Autofahrer tankt seelenruhig weiter seinen Biosprit. Und wir genießen unsere herrlich dahinschmelzenden Pralinen….mit Palmöl, ohne es zu wissen.
Für den Ottonormalverbraucher ist das alles nicht überschaubar, er konsumiert und hat die restliche Zeit genug damit zu tun, sein Geld für diesen Konsum tagtäglich mit Überstunden zu verdienen. In wievielen Produkten z.B. Palmöl enthalten ist, ist kaum vorstellbar. Im Geschäft die Inhaltsstoffe studieren? Dann muss er sogar noch die anderen Bezeichnungen für Palmöl und seine Derivate kennen .
Fazit: Auch durch die räumliche Distanz zum Beginn und weiteren Verlauf von Produktions- und Wertschöpfungsketten ist die „Überschaubarkeit“ unseres Handelns nur mehr eingeschränkt möglich. Zusätzlich wird sie uns erschwert dadurch, dass den Produzenten immer dreistere Verschleierungstaktiken vom Gesetzgeber gestattet werden.
aber es reicht doch, wenn wir die Klimaziele für Deutschland erreichen. Wir müssen die Klimaerwärmung in Deutschland stoppen!!! :roll: :roll: :roll:

Weder für die Veganer, den Grünen usw. spiel es eine Rolle, wo die Ressourcen für die Eindämmung der Klimaerwärmung geschaffen werden. Dieses Thema läßt sich auch getrost beim Elektroauto fortsetzen. Auch hier spiel es keine Rolle für unsere Klimaaktivisten, wo und wie die Ressourcen für die E-Autos geschaffen werden. Hauptsache in D. wird E-Auto gefahren ....

Für viele Menschen sind komplexe Themen einfach nicht gefragt, es ist ihnen zu kompliziert Zusammenhänge zu erkennen. Das ist menschlich! Ich gehöre auch zu diesen Menschen, jedenfalls ... zu oft! 8) 8) 8)
Die Erzeugung von Biosprit war ursprünglich gedacht als Resteverwertung von organischem Abfall.
Tolle Idee.
Aber wie immer wird eine gute Idee ausgenützt für für eine Billigproduktion in ungeahnten Mengen.

Das senkt die Preise, und die ursprüngliche Idee wird zu teuer, muss subventioniert werden und verschwindet irgendwann.

Und übrig bleibt die grenzenlose Ausbeutung der Ressourcen.
Es ist teuflisch.
Die Beispiele, die sich auf die Machenschaften von Unternehmern z.B. in der internationalen Sprit-Industrie beziehen, können auch nur für diese Unternehmer gelten, weil nur die einen Einfluss darauf nehmen können. Diese Machenschaften sind jedoch nur möglich, wenn man eine gute Rechtfertigungsfilosofie besitzt, wie etwa der Zwang des Konkurrenzdruckes bei stehts drohender Pleite.

Wer nun in dieser Branche als Arbeiter beschäftigt ist, muss seine Seele dem Teufel verkaufen, weil er sonst ja ebenfalls pleite zu gehen droht. Im Rahmen der Firmenfilosofie wird er in seinem Arbeitsvertrag überdies auch noch meist von vornherein zum Stillschweigen verpflichtet, wenn er keine fristlose Kündigung in Verbindung mit einer Konventionalstrafe riskieren will, sobald er sich öffentlich auf negative Weise über die asozialen Zustände in der Firma äußert, wie es jetzt von der chinesischen Regierung mit dem Verbot der herrschaftsfreien Meinungsäußerung auch in Hongkong angeordnet worden ist.

Da hilft es auch nicht, dass er am innerbetrieblichen Vorschlagswesen mitwirken darf, und für inhumane Rationalisierungsmaßnahmen mit einer extra Gratifikation belohnt wird, wenn ihm gleichzeitig nicht gestattet wird, eine teurere Verbesserung vorzuschlagen, die nur den Arbeitern nutzen oder dem Allgemeinwohl dienen, und nicht den Betreibern.

Insofern wäre es produktiver zu fragen: „Was kann ich selber in meinem Umfeld verbessern, wo ich auch über die dafür notwendige Macht verfüge, wenn ich kein Unternehmer oder Spitzenpolitiker bin, sondern nur Jemand, der für das Wohl seiner Familie zuständig ist?“

Das setzt voraus, dass man seine Rechtfertigungsstrategien, die man sich aus Angst vor Bestrafung zurechtgelegt hat, für einen Moment außer acht lässt, und seine eigenen Missetaten auch dann, wenn man sie nicht vorsätzlich begangen hat, einmal hinsichtlich der Auswirkungen auf die Leidtragenden betrachtet.

Erst anschließend kann man sich vornehmen – und zwar gerade dann, wenn kein Schadensausgleich mehr nötig oder gar möglich ist - , in Zukunft achtsamer zu sein, wodurch – einmal die Bereitschaft vorausgesetzt – zumindest die unbeabsichtigten Schädigungen aus Unachtsamkeit, die man nachträglich billigend in Kauf nimmt, weil man sie erstens nicht mehr rückgängig machen kann, und außerdem nicht mehr selber dafür belangt werden kann, nachdem man erfolgreich die Bußschuld des Schadensausgleichs auf Andere abgewälzt hat, in Zukunft verhindert werden.

Dass da, wo gehobelt wird, natürlich auch Späne fallen, ist nicht zu vermeiden, aber der vorsätzliche Betrug am Anderen um seine Rechte zu dessen Nachteil, ohne einen adäquaten Schadensausgleich, schon!
Auch als Rentnerin, und ohne berufliche Verantwortung sollte man sich täglich fragen, finde ich, was man selbst tun könnte in seinem jeweiligen Umfeld, um zu einer Verbesserung der polit. Lage beizutragen.
Eine Nachbarin erzählte mir gestern begeistert, dass ihr Sohn mitgemacht hätte bei der Anticorona-Demo in Berlin, denn sie mißtraut unserer Regierung zutiefst, und ebenso den Mainstream - Medien.
Ich nahm mir viel Zeit für unser Gespräch, wer weiß, vielleicht hat das ja etwas bewirkt, und ihre Wut wegen der Maßnahmen etwas besänftigt.
Denn auf einen gewissen Vertrauensvorschub in Regierung und Presse ist jede Demokratie angewiesen.