@Migranda
Du schreibst u.a.:
Stimme Dir voll zu, in bezug auf diese Bürde mit dem Klimawandel, der zunehmenden Kluft zwischen Linken und Rechten angesichts der uns überfordernder Probleme, und der Ungerechtigkeit bezüglich der Rentenzahlung.

ja - der Klimawandel ist eine große Bürde, den die nächsten Generationen schultern müssen

....die Kluft zwischen Linken und Rechten habe ich nicht angesprochen....
ich bin ein parteiloser Mensch, der versucht, die großen Zusammenhänge zu begreifen....einbringen tu ich mich dennoch und hoffentlich mit Erfolg....

die in Zukunft geringere staatliche Rente ist keine Ungerechtigkeit sondern eine Tatsache, denn in nächster Zeit werden viele Alte rel. wenigen arbeitenden Jungen gegenüber stehen....und auf ein immer gut gefülltes Staatssäckel würde ich mich nicht verlassen...
d.h. die nächsten Generationen müssen ihre geringere gesetzliche Rente selber aufstocken....z.B. ihr Erspartes in (Rentner-)Aktien anlegen - wie es uns die Amerikaner u.a. schon lange vormachen.....
unsere Firma hatte eine Betriebsrente - d.h. uns wurde jeden Monat ein bestimmter Betrag vom Gehalt abgezogen....ich war mehr als 25 Jahre in dieser Firma....ohne diese zusätzliche Betriebsrente wäre es knapp geworden mit meiner Rente....
ps:
egal wie der Staat das Rentenproblem versucht zu lösen - für jeden gerecht wird es nie sein können....

@filofaxi
Du schreibst u.a.:
Wer sich hier also auf nationaler Ebene sozial betätigt, und gleichzeitig auf internationaler asozial, kann nicht grundsätzlich als sozial oder asozial bewertet werden, als ob dies ein wichtiges Persönlichkeitsmerkmal als Voraussetzung zur Tauglichkeit für ein politisches Amt sei, sondern da muss die jeweilige Untat unabhängig vom Täter bewertet werden - auch wenn er wegen anderer Wohltaten zu Recht ein entsprechend hohes Ansehen genießt.

ein guter Ansatz.....
gegen die jeweilige Untat angehen, egal welcher Politiker sie begangen hat...
Abgesehen davon, dass man eine Ideologie (Idealvorstellung von der Welt) nicht komplett in die Tat umsetzen kann, ist sie aber – genau wie das Vaterland - auch keine Person, der man sich unterordnen, oder für die man zum machtgierigen Diktator werden kann, denn das muss man schon vorher sein, um sie für die eigenen, asozialen Zwecke zu missbrauchen.

So ist eine Systemkritik immer von der Kritik an Denen zu unterscheiden, die aus dem System Etwas machen, was gar nichts mehr mit der Idee zu tun hat, wie etwa den sogenannten „Kommunismus“, der eben nicht die „Diktatur des Proletariats“ über die sogenannten „Adeligen“ darstellte, sondern die Diktatur eines durch Militärputsch oder durch eine demokratische Wahl von Parteigenossen im Parlament an die Macht gelangten Diktators, der genauso über die Proletarier herrschte, wie zuvor die Großgrundbesitzer, die man auch „Geldadel“ nannte – so, als sei auf Kosten Anderer erwirtschafteter Reichtum ein moralisches Verdienst, welches Raubtierkapitalisten plötzlich zu edlen Menschen macht, die sich ihre politische Vormachtstellung als Zeichen ihrer wohlverdienten Würde zu Recht erworben haben.

Genauso wenig kann man es der Christlichen Morallehre mit ihren sozialen Forderungen nach Gnade und Barmherzigkeit anlasten, wenn sie von Diktatoren dazu missbraucht wird, um daraus einen Götzenkult zu machen, wo nicht mehr die Menschen und ihre sozialen Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen, sondern nur sie selber, die sich als die fleischgewordene Söhne eines erfundenen Hirngspinstes verehren lassen, welches ihnen angeblich persönlich die Legitimation zur Ausübung ihres Terrorregimes erteilt hat.

Kommentare namhafter Demagogen, welche ganz gezielt die Begriffe dazu missbrauchen, um Diejenigen zu verwirren, die diese Täuschung nicht durchschauen, dann auch noch zum „Glaubensbekenntnis“ zu machen und weiterzuverbreiten, ist noch verbrecherischer, als ihnen einfach nur blind aus Angst vor Benachteiligung gegenüber gehorsameren Anhänger zu folgen, und sich damit durch zulassendes Nicht-Handeln mitschuldig an der Diktatur zu machen.

Daher ist es wichtig, soziale Werte nicht nur als eine „unverbindliche Empfehlung für Unentschlossene“ zu proklamieren, sondern auch ihren Sinn zu erklären, um sie für Jeden einsehbar zu machen, damit sie so weit wie möglich von Jedem verwirklicht werden können, der dazu bereit ist, sodass die Welt auch für die Ärmeren zu einem lebenswerten Ort wird, was sie definitiv jedoch noch nicht ist - selbst wenns in einigen Ländern heute viele sozialen Errungenschaften gibt, die es früher nicht gab, und vielleicht auch in Zukunft nicht so bald wieder geben wird.

Zur Verwirklichung von sozialer Gerechtigkeit gehört auch die Erhaltung dieser Kultur, indem man sie gegen die Machenschaften asozialer Egoisten verteidigt, welche nur ihr eigenes Wohl im Sinne haben, und Anderen ihre sozialen Werte, für die sie auch bereit sind, auf einen Vorteil gegenüber Anderen zu verzichten, madig machen, indem sie sie relativieren oder sogar schlecht reden, um statt dessen ihre Utopie von einer rücksichtslosen Dienstleistungsgesellschaft, bei der es angeblich den Dienern genauso gut ergeht, wie den Herren, überall salonfähig zu machen.

Aus einem Saulus zum Paulus zu werden (wobei der Unterschied vielleicht gar nicht so groß war, wie immer dargestellt), obliegt natürlich Jedem selber, weil man Niemanden zum freiwilligen Verzicht auf seinen Vorteil zum Nachteil Anderer zwingen kann (denn dann wäre er ja nicht mehr freiwillig).

Die Chance zur freiwilligen Besserung sollte man jedoch Jedem einräumen, sofern er seine Übeltaten bereut und zum Schadensausgleich bereit ist, anstatt ihn trotz Bußwilligkeit dafür zu bestrafen, was ja dann keinen Sinn macht, denn ihn zur Strafe genauso zu unterdrücken, wie er vorher Andere unterdrückt hat, wäre keine Bestätigung für die Richtigkeit seines Sinneswandels und daher einer Besserung abträglich.

https://www.youtube.com/watch?v=nJnag6Sq3YY

https://www.youtube.com/watch?v=Ee6uq2p8eSs
Gundulabella hat geschrieben: ja - der Klimawandel ist eine große Bürde, den die nächsten Generationen schultern müssen

Jede Generation hat ihre eigenen Herausforderungen, denen sie sich zu stellen hat. Wenn es der Klimawandel für die nächsten Generationen sein sollte, dann geht es doch darum, den Umgang mit der Natur neu zu überdenken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die im Interesse aller liegen. Schuldzuweisungen und einseitiger blinder Aktionismus sind da absolut kontraproduktiv.
....die Kluft zwischen Linken und Rechten habe ich nicht angesprochen....
ich bin ein parteiloser Mensch, der versucht, die großen Zusammenhänge zu begreifen....einbringen tu ich mich dennoch und hoffentlich mit Erfolg....

Das kann ich für mich auch so sagen. Es ist unwichtig für mich, welches Parteibuch jemand hat, es kommt noch nicht einmal darauf an, welche Meinung jemand zu bestimmten Themen vertritt, entweder ich teile diese Meinung oder habe andere Auffassungen, die ich bis zu einem gewissen Punkt gern diskutiere, um meinen eigenen Standpunkt zu hinterfragen. Doch wenn ich dazu keine Resonanz spüre, kann ich das auch akzeptieren, ohne gleich den ganzen Menschen zu demontieren und eine künstliche Kluft aufzubauen. Auf diesem Weg lasse ich mich auch nicht von bewusst geschürten Hasstiraden zu einzelnen Menschen oder ganzer Gruppen von Menschen abbringen.

die in Zukunft geringere staatliche Rente ist keine Ungerechtigkeit sondern eine Tatsache, denn in nächster Zeit werden viele Alte rel. wenigen arbeitenden Jungen gegenüber stehen....und auf ein immer gut gefülltes Staatssäckel würde ich mich nicht verlassen...
d.h. die nächsten Generationen müssen ihre geringere gesetzliche Rente selber aufstocken....z.B. ihr Erspartes in (Rentner-)Aktien anlegen - wie es uns die Amerikaner u.a. schon lange vormachen.....

Diese Sicht ist zwar ganz brauchbar, wenn man selbst noch in der glücklichen Lage war/ist, private Altersvorsorge zu betreiben! Doch die Generation meiner Kinder lebt weitgehend von der „Hand in den Mund“, sie hat in der Mehrzahl gar keine großen Möglichkeiten, Rücklagen für das Alter zu bilden und die Situation verschärft sich noch mit den steigenden Ausgaben „für das Klima“, frei nach dem Motto, „damit wir morgen überleben können, müssen wir heute verhungern“.
Wem hilft da die Feststellung einer Tatsache? Jeder, der unter Ungerechtigkeit leidet, hat auch das gute Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen und es ist die Aufgabe der Gesellschaft, Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Damit abfinden kann sich am Ende nur derjenige, der gar nicht betroffen ist!

ein guter Ansatz.....
gegen die jeweilige Untat angehen, egal welcher Politiker sie begangen hat
...

Da wäre dann allerdings die Frage zu klären, was denn jeder so als "Untat" versteht! In der Regel hält sich doch jeder selbst für untadelig, die "Täter" sind immer die anderen!

Mein folgender Beitrag sollte zuerst eine Antwort an @Filofaxi werden, verselbständigte sich dann aber, so dass ich ihn nicht mehr an eine bestimmte Person richten kann. Aber ich bedanke mich bei ihm für seinen an mich adressierten Beitrag vom 30.01.2010, 16:06h, auf den ich evtl. später noch gesondert eingehen werde. – Dies gilt auch für den an mich gerichteten Beitrag von @Migranda vom 30.01.2020, 10:49h.


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Man sollte zunächst tatsächlich alles genauestens unterscheiden. Das ist in jedem Fall angebracht, um den Gegenstand seines Interesses so tief wie möglich zu durchdringen. Man muss ihn ja begreifen, um ein Verhältnis zu ihm gewinnen zu können.

Es wäre nicht klug, von vornherein zu leugnen, dass auch ein Mensch, der einer Ideologie anhängt, die bestimmte Menschengruppen die Existenzberechtigung abspricht oder sich ihnen gegenüber auf sonst eine Weise feindselig, denunzierend oder abwertend verhält, in der Lage sein kann, wissenschaftlich oder auch literarisch-künstlerisch relevante Erkenntnisse zu gewinnen.

Allerdings neigt der Mensch dazu, Fakten zu gewichten, zu relativieren und nach seinen Vorlieben zu bewerten. Insofern existieren keine Erkenntnisse, die keinen Bezug zu denen hätten, die sie gewonnen haben.

In der Quantenphysik nennt man die an einer Forschung beteiligten Wissenschaftler Beobachter, die durch den Prozess der Beobachtung das Ergebnis derselben manipulieren – und zwar ganz unwillkürlich.

Aber das ist ja hinlänglich bekannt. Worauf ich hinaus will, ist zunächst die Notwendigkeit, sich dessen immer bewusst zu bleiben und insofern fähig und bereit zu sein, die persönlichen Motivationen der eigenen Betrachtungsweise stets gegenwärtig zu halten.

Persönliche Motivationen lassen sich meist auch von objektivierbaren Gründen, wie historisch belegten Fakten, gut untermauern. Und wo sie fehlen, lassen sie sich oft gut konstruieren, was akzeptabel scheint, wenn nur genügend andere diese als Wahrheit annehmen oder annehmen wollen, weil es ihren Absichten nutzt.

Es ist vielleicht auch bekannt, dass ein guter Psychotherapeut, der dazu fähig werden soll, andere professionell zu begutachten und zu behandeln, zuallererst sich selbst weitgehend erfasst und verstanden haben und seine frühkindlichen Erlebnisse so gut wie seine davon abhängigen und unabhängigen persönlichen Eigenarten und Bedürfnisse mitsamt der im Spannungsfeld unterschiedlicher Anforderungen von außen und innen entstandenen Widersprüchlichkeiten seines Wesens kennen muss.

Übertragen wir das auf die Einordung und Bewertung politischer Ambitionen und Ziele anderer, wird uns vielleicht eher bewusst, dass wir die meiste Zeit im Dunkeln stochern.

Davon nehme ich mich selbst nicht aus. Trotzdem muss ich mich immer wieder für oder gegen etwas entscheiden, eine Auswahl treffen – allein schon bei der nächsten Wahl, wem ich da meine Stimme geben werde. Aus allem heraushalten kann ich mich nicht, wenn ich weiß, dass ich erwachsen, grundlegend gebildet und selbstreflektiert – also mündig genug bin, um mich, zumindest in einem demokratischen Rechtsstaat wie dem unseren, in allen Bereichen des Lebens frei bewegen zu können und zu müssen – was immer wieder auch Entscheidungen von mir erfordert.

Wie aber kann ich das Fehlen eines vollkommenen Wissens über mich, andere und die Welt ausgleichen, um sicher zu stellen, dass ich mich möglichst meistens auf einem guten und alles in allem nicht völlig falschen – also möglichst dem annähernd richtigen – Weg befinde und vor allem nach Ab- und Umwegen immer wieder zu ihm zurückkehre kann?

Meine persönliche Antwort und Lösung des Problems besteht darin, meine eigenen Haltungen und Handlungen stets und unablässig zu hinterfragen und bei diesen Prozessen auch stets bereit zu sein, andere Perspektiven einzunehmen und neue Informationen aufzunehmen, aber auch bisher Erkanntes und Beurteiltes neu zu betrachten und zu bewerten.

Nur wenn ich dazu bereit bin und diesem eigenen Anspruch an mich selbst weitestgehend gerecht werde, kann ich herausfinden, was für ein Mensch ich für mich selbst und ggf. für andere bin und welche Werte im Kern unverrückbar für mich geworden sind.

Auf diese Weise komme ich immer wieder erneut zu bestimmten Ergebnissen, die ich dann voller Überzeugung auch nach außen hin vertreten kann.

Was allerdings nicht bedeutet, dass ich die Menschen, die diese Sicht der Dinge für sich ablehnen und stattdessen eine Sicht entwickelt haben, die ich wiederum für mich ablehnen muss, bereits „kennen“ würde – ganz und gar nicht. Aber das ist auch nicht notwendig, um z.B. einen politischen Diskurs führen zu können.

Nur diejenigen, die das nicht wissen und einräumen können oder wollen, verwechseln ständig die sachliche mit der persönlichen Ebene. Diese Neigung ist in allen Lagern zu beobachten.

Björn Höcke verurteile ich nicht wegen seines Charakters, sondern wegen seiner öffentlichen Äußerungen, die dem nationalsozialistischen Gedankengut sehr nahe stehen und wegen seiner Ankündigungen, bei Erringung der Macht entsprechend seiner Worte auch zu handeln.

Ein verurteilter Mörder wird nicht wegen seines dunklen, „bösen“ Wesens bestraft und vielleicht danach in Sicherheitsverwahrung genommen, sondern um die Gesellschaft und insbesondere potenzielle künftige Opfer vor seinen in der Vergangenheit belegten und durch Gutachten erwiesenen Neigungen zu weiteren Morden zu schützen.

Daher gelten Personen im Umfeld der Täter oder der Oper auch als zu befangen, um ein gerechtes Urteil sprechen bzw. daran in irgendeiner Funktion (als richterliche Beisitzer, Schöffen) mitwirken zu dürfen.

Es wäre auch gut, wenn politische Diskurse bedachter und sachlicher geführt werden könnten, so dass weder menschenverachtende Hass- und Hetztiraden, noch fanatische Arien der Verherrlichung der Äußerungen der Anführer egoistischer Interessen, sowie eine Verharmlosung oder gar Verleugnung belegter historischer Gräueltaten wie der millionenfache Genozid im Holocaust auf fruchtbaren Boden fallen und gedeihen könnten.

Es ist natürlich sehr schwer, immerzu sachlich zu bleiben und die vorhandenen negativen Emotionen nicht in seine Argumente einfließen zu lassen, selbst wenn man einschätzen kann, mit welchem Gegner man es tun hat. Aber es nutzt gar nichts, bloß auf den anderen einzuschlagen – selbst mit den besten Argumenten im Hinterkopf nicht.

Wir müssen stattdessen klug sein und danach handeln, um zu erreichen, dass unsere Freiheit und Zugewandtheit allen Menschen gegenüber erhalten bleibt und sich ausbreiten kann in der Welt. Mit Gewalt – auch die der Worte (nicht zu verwechseln mit Unmissverständlichkeit und Entschlossenheit) – erreichen wir das nicht, zumindest nicht auf Dauer.

Die Zugewandtheit allen Menschen gegenüber schließt mit ein, den politischen Gegner fair und mit legalen demokratischen Mitteln zu bekämpfen.

Politische Gesetzesbrecher in einem demokratischen Rechtsstaat sind allerdings zu bestrafen, so wie jeder andere Verbrecher auch. Verfassungsfeindliche Aktivitäten können unterbunden und ihre Gruppierungen verboten werden, wobei es hier einen Ermessensspielraum gibt, ob solche Verbotsanträge gestellt werden – denn nicht jede krakeelende Gruppe ist schon als staatsgefährdend zu betrachten.

Erreicht eine solche Gruppierung dagegen sogar eine gewisse Mehrheit im Volk und verfügt dann über Repräsentanten im Parlament, ist besondere Besonnenheit im Umgang mit ihr gefragt. Da sie nun nicht nur im Fokus verstärkter Öffentlichkeit, sondern insbesondere auch unter der besonderen Kontrolle des Parlaments und seiner Institutionen steht, ist es bei verfassungsfeindlicher Grundhaltung allerdings nur eine Frage der Zeit, bis sie ihre diesbezüglichen Schwächen und entsprechende Verstöße offenbart. Das war zuletzt bei der FPÖ in Österreich so und zeigt sich auch schon bei der AFD in Deutschland verstärkt. – Immerhin ist gerade die politische Immunität von Herrn Gauland aufgehoben worden, um ihn wegen Steuerhinterziehung strafrechtlich belangen zu können.



Da einer rücksichtslosen Verteidigung der eigenen Rechte (statt Werten) gegenüber denen, die man bereit ist, Anderen zuzugestehen, rechtliche Grenzen gesetzt sind, geht es natürlich nicht an, dass man die unliebsamen Andersdenkenden mit Gewalt attackiert, um sie zum Schweigen zu bringen, ohne sich dabei strafbar zu machen.

Ebenso geht es auch nicht an, Diejenigen, die sich doof stellen, indem sie behaupten, sie hätten keine Ahnung davon, was Untaten überhaupt sind (nämlich genau die, von denen sie selber auch nicht wollen, dass man sie ihnen antut), mit Gewalt dazu zu zwingen, öffentlich zuzugeben, dass sie gelogen haben, weil sie genau wussten, was sie taten, als sie sich auf Kosten Anderer einen Vorteil verschafften.

Dazu ist nur Derjenige in der Lage, der auch die Machtbefugnis hat, sie etwa mittels eines mittelalterlichen Gottesgerichtes hochnotpeinlich nach ihrer tatsächlichen Meinung zu befragen, wobei sie die freie Wahl haben, ob sie dafür als Hexe ersaufen oder lieber den Flammentod sterben wollen, bei dem sie automatisch von ihren Sünden bzw von der Schuld des Schadensausgleichs befreit werden (dh durch vorzeitigen Tod daran gehindert werden, weiter sündigen zu können).

In den Staaten, wo nach der Zeit der Aufklärung die Todesstrafe als Methode göttlicher Läuterung abgeschafft worden war, blieb immer noch die gesetzlich als zulässig definierte Folterung, mit der man legal ein Schuldeingeständnis erzwingen durfte, aufgrund dessen man den Dissidenten anschließend im Namen des Volkes mit dem nächsten Gefangenentransport nach Australien verfrachtete, wo er dann zeitlebens auch Niemandem mehr gefährlich werden konnte.

Im Rahmen der Machbarkeit blieb und bleibt da nur noch die aufklärerische Gegendarstellung zu den in der Presse veröffentlichten Kommentaren irgendwelcher unmaßgeblicher Hetzredner, die den heutigen "medialen Priestern im Auftrag der Regierenden" dazu dienen, das Volk an der Nase rumzuführen, wie es schon seit der Antike die Aufgabe von Satirikern war, und wie es auch heute noch ausgezeichnete Kabarettisten tun.

https://www.youtube.com/watch?v=-1Gy8LfaE_s

https://www.youtube.com/watch?v=dr6efp7nlx4

https://www.youtube.com/watch?v=6f3pfjHmpuE

Leider reden sie oft vor die Wand, wenn sie die realen, politischen Zustände beschreiben, denn die Unwissenden lehnen Aufklärung meist ab, weil sie meinen, sie wüssten schon Alles, weil sie aus Eitelkeit nicht zugeben wollen, dass sie es nicht wissen, oder rennen offene Türen ein bei den Wissenden die nicht mehr aufgeklärt zu werden brauchen.

Dennoch sind sie für einen funktionierenden Sozialstaat unverzichtbar- und sei es nur, um sich nicht vorwerfen lassen zu müssen, Nichts dafür unternommen zu haben, weil der Nutzen in keinem Verhältnis zum Aufwand steht:

https://www.youtube.com/watch?v=a3-pBVj ... dio=1&t=15
@Herbstrose
Du schreibst u.a:
Diese Sicht ist zwar ganz brauchbar, wenn man selbst noch in der glücklichen Lage war/ist, private Altersvorsorge zu betreiben! Doch die Generation meiner Kinder lebt weitgehend von der „Hand in den Mund“, sie hat in der Mehrzahl gar keine großen Möglichkeiten, Rücklagen für das Alter zu bilden und die Situation verschärft sich noch mit den steigenden Ausgaben „für das Klima“, frei nach dem Motto, „damit wir morgen überleben können, müssen wir heute verhungern“.
Wem hilft da die Feststellung einer Tatsache? Jeder, der unter Ungerechtigkeit leidet, hat auch das gute Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen und es ist die Aufgabe der Gesellschaft, Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Damit abfinden kann sich am Ende nur derjenige, der gar nicht betroffen ist!


Ungerechtigkeit hin oder her - wenn das Staatssäckel leer ist, ist es leer.....
die Staaten müssen in den nächsten Jahrzehnten nicht nur immer mehr Geld für die klimawandelbedingten Schäden ausgeben u.a. wegen Dürren und Überschwemmungen.....Landwirtschaft im Umbruch - Bauern müssen subvensioniert werden.....
um den Klimawandel in den Griff zu bekommen, wird der Staat in allen Bereichen mehr Geld ausgeben müssen......

wenn ich heute 30 bis 40 wäre, würden da bei mir alle Alarmglocken klingeln - ich würde mich NICHT auf eine staatlich garantierte Rente verlassen....

die meisten von uns haben es noch von den Eltern gelernt wie man Rücklagen bildet - und ja - bei den Generationen nach uns wird diese Fähigkeit wohl seltener anzutreffen sein....
doch auch die Älteren haben da manchmal Schwierigkeiten....
eine ehemalige Kollegin ist 3 Jahre vor mir in Rente gegangen....
als wir noch gearbeitet haben, habe ich bemerkt, dass ihr manchmal gegen Ende des Monats das Geld knapp wurde.....
als ich sie darauf angesprochen habe, sagte sie zu mir, dass sie halt ihr Geld für die Kinder und Enkelchen ausgibt und dass sie ihre große Wohnung braucht, damit Platz ist, wenn alle zu Besuch kommen......
außerdem sei die Miete für eine große Wohnung fast genauso hoch wie für eine kleine......
dann mache wenigstens diesen Prämiensparvertrag solange du noch arbeiten gehst .......das habe ich ihr bestimmt 20 Jahre lang immer wieder gesagt....und dass man die 39 Euro, die einem monatlich abgezogen werden doch gar nicht bemerkt......sie sagte mir, dass sie keine 39 Euro im Monat übrig hätte.....
als sie dann ein neues Auto gebraucht hat, mußte sie es auf Raten kaufen......
als dieses Auto irgendwann ebenfalls den Geist aufgegeben hat, hat sie immer noch die Raten abbezahlt ! ....(ich habe mir noch nie ein neues Auto gekauft - Autos sind Geldvernichtungsmaschinen)....
heute hat sie kein Geld, um einmal im Jahr Urlaub machen zu können und ihre Kinder haben ihre eigenen Sorgen....
@Gundulabella,
die Behauptung, dass unser „Staatssäckel leer ist“, halte ich für leicht übertrieben. Immerhin stehen noch genügend Mittel zur Verfügung, um unsere neuen Mitbürger, einschließlich der neu produzierten und noch zu erwartenden mit Sozialleistungen zu versehen. Auch die geplante Aufstockung des Rüstungsetats lässt nicht auf „Ebbe in der Kasse“ schließen, ganz abgesehen von den vielen uneffektiven sinnlosen Ausgaben unter dem Vorwand des „Klimaschutzes“. Ich möchte nicht darüber streiten, welche Wirkung all diese Subventionen und Ausgleichszahlungen tatsächlich haben, das wird sich erst in der Zukunft erweisen, aber ich bin der Meinung, das Klima lässt sich von finanziellen Transaktionen wenig beeindrucken.
Von daher sehe ich beim Staat gewisse Parallelen zu den von Dir beschriebenen Zeitgenossen, die immer schreien, dass sie kein Geld haben, aber ständig sinnlose Ausgaben tätigen. Ich stimme Dir zu, dass es genügend Menschen gibt, die nicht fähig sind, mit Geld umzugehen, aber von denen rede ich hier nicht, sondern von denen, die trotz aller Sparsamkeit mit Niedriglöhnen oder Mindestrenten die steigenden Lebenshaltungskosten kaum mehr bewältigen können.
Grundsätzlich sehe ich es ja auch so, dass die Verantwortung für das eigene Leben bei jedem selbst liegt und ich kenne aus meiner beruflichen Erfahrung viele Menschen, die es bequemer finden, einfach nur die Hand aufzuhalten und sich vom Staat ernähren zu lassen, doch sollte man darüber nicht diejenigen vergessen, die keine Möglichkeiten zur eigenen Vorsorge haben, dazu nennen wir uns ja schließlich „Sozialstaat“!
Was würdest Du denn tun, wenn Du heute 30 oder 40 Jahre alt wärst, außer Deine „Alarmglocken zu läuten“, wenn Du z. B. trotz guter Ausbildung nur eine Anstellung im Niedriglohnsektor findest, weil den Firmen qualifizierte Fachkräfte zu teuer sind und sie lieber Billiglöhner aus dem Ausland beschäftigen? Wie würdest Du dann mit einem Lohn, der kaum zum Leben reicht, vor allem mit Familie, auch noch Rücklagen bilden?
Ich kann es nur wiederholen, es ist immer leicht, die Kälte schön zu finden, wenn man selbst am warmen Ofen sitzt, doch ich sehe den Staat in einer Pflicht, der er in keiner Weise gerecht wird und auch gar nicht gerecht werden will! Und genau das ist der Punkt, der bei den Regierenden - aus für sie "guten" Gründen - auf taube Ohren stößt, bzw. die ganzen Ablenkungsmanöver produziert!

@ Migranda (30.01.2020 /10:49h)

Du wirfst mit einem Mal alle möglichen Namen von Rechten in den Ring mit der Aufforderung, dass ich explizit mein Verhältnis zu ihnen erläutern solle, ohne dass Du dieses Ansinnen auf eine ernst zu nehmende Weise begründet hättest.

Meine Haltung gegenüber rechtem Gedankengut dürfte Dir inzwischen hinlänglich bekannt sein.

Aber darauf, dass Du Hannah Arendt und Martin Heidegger in einem Atemzug erwähnst und behauptest, Du und sie hätten ihm „verziehen“, werde ich jetzt eingehen, um klar zu machen, dass man es so lapidar nicht ausdrücken sollte – zumindest nicht für einen anderen.


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Der schlechte Mensch – mit guten Einsprengseln?

Ganz abgesehen davon...

... dass Hannah Arendt zu Beginn ihres Studiums als sehr junge Frau die (weder erste noch letzte) Geliebte ihres um 17 Jahre älteren Philosophieprofessors Heidegger wurde, der verheiratet und Vater von zwei Kindern war und daher für strengste Geheimhaltung ihrer Affäre sorgte...

... Und auch abgesehen davon, dass er sie als Jüdin vor den Kopf gestoßen hatte wegen seiner sehr frühen (seit 1933 schon bestehenden) NS-Parteizugehörigkeit, von der er sich trotz aller Gräuel der Nazis, insbesondere der Shoah, nie öffentlich distanziert hat...

... Natürlich auch abgesehen davon, dass ein einzelner Mensch einem anderen nicht einfach „verzeihen“ kann, Mitglied und Anhänger einer Partei gewesen zu sein, die ein totalitäres System geschaffen und darüber dann Millionen Menschen vernichtet hat....

... Also insgesamt abgesehen davon, dass er sie persönlich, charakterlich und menschlich zutiefst enttäuscht hat und sie ihm nichts verzeihen konnte, was sie selbst nicht betraf bzw. weit über sie selbst hinaus anderen unendliches Leid verursacht hatte...

... hat sich Hannah Arendt später insbesondere fachlich deutlich von Heidegger distanziert!

Hauptkritikpunkt war war die Hauptaussage seines Hauptwerkes, nämlich dass der Mensch an sich nichts wert sei; dass er sich einen Wert nur über die Philosophie, also über das höhere Denken verschaffen könne.


Hannah Arendt hatte sich im Laufe der Zeit mit allen wichtigen Ideologien intensiv auseinandergesetzt. Die menschenverachtenden und zu den Mitteln des Terrors greifenden totalitären Ideologien (insbesondere der Nationalsozialismus und der Leninismus/Stalinismus) basierten für sie auf der tiefen Überzeugung deren Gründer und Anhänger, dass der einzelne Mensch keinen Wert und somit auch keine Daseinsberechtigung habe – im Hinblick auf die Idee für das große Ganze.

Arendt hat Heidegger insofern maximal das „verzeihen“ können, was in ihrer Macht lag – was sie ganz persönlich betraf. Sie war so klug, zu erkennen, dass ein solches „Verzeihen“ sie auch endgültig von ihm befreien würde.


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Weil Du Heideggers liebevolle Zugewandtheit zu seiner Familie ins Spiel bringst: Das erinnerte mich an ähnliche familienbezogene, also scheinbar „gute“ Persönlichkeitsmerkmale von mörderischen Nazis, z.B. von Rudolf Höß, dem Lagerkommandanten von Auschwitz, der 1947 als Kriegsverbrecher hingerichtet wurde. Es existieren filmische Belege über sein kultiviertes, musisches und sehr familienfreundliches Privatleben – nur ein paar hundert Meter von den Gaskammern des KZ entfernt. Der Zaun seiner Villa grenzte direkt an das Gelände des KZ, wo unzählige Menschen zur gleichen Zeit dahinvegetierten, verhungerten, gefoltert und ermordet wurden.

Das erinnert mich wiederum an den Eichmann-Prozess in Israel, den Hannah Arendt im Gerichtssaal mit verfolgt hatte, wo sie den Massenmörder als lächerlich und banal erlebte. Ihr Werk „Die Banalität des Bösen“ hatte damals für sehr viel Aufregung und Kritik auch im eigenen Lager gesorgt, was sehr verständlich war angesichts des noch so frischen Leides, das Eichmann und all die anderen Nazi-Verbrecher verursacht hatten. Aber dennoch werden selbst die schlimmsten Täter immer auch ihre anderen Merkmale haben, die sie freundlich gegenüber ihrem eigenen insbesondere familiären Umfeld und unbedarft gegenüber ihrer eigenen Schuld erscheinen lassen.


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Der gute Mensch

Gestern sah ich einen Film in der arte-Mediathek aus der französischen Reihe „Philosophie“ von und mit Raphaël Enthoven mit dem Thema...

>> Ein guter Mensch sein <<
https://www.arte.tv/de/videos/092170-004-A/philosophie/

...der mir die (für mich) überraschende Erkenntnis brachte, dass Moral nichts mit Gefühlen zu tun hat. Im Gegenteil: Wer sich anrühren lässt vom eigenen Gut-Sein, der folgt nicht einer Moral, sondern erliegt seiner eigenen Rührseligkeit mit einem egozentrischen Hang zur Selbsterhöhung.

Die Absolutheit von Gutem und Schlechtem kann nicht relativiert werden! Auch wenn mich niemand beobachtet bei einer Tat, die mir selbst als schlecht erscheint (z.B. ein gefundenes Portemonnaie zu behalten), werde ich mein eigener Zeuge sein und mich selbst verurteilen dafür.

Jemand, der das ausblenden oder gar negieren kann und es auch tut mit irgendwelchen Ausreden, handelt unmoralisch. Dabei sind die wenigsten bewusst unmoralisch (böse, teuflisch), sondern schwach, beeinflussbar, obrigkeitshörig, dem Mainstream folgend und darin ihren Vorteil suchend usw. usw. – Man kann diese Eichmanns und Höß' gar nicht zu fassen bekommen in einer ihnen zugedachten ausdrücklich bösen Kernpersönlichkeit.

Die anderen aber, die in selbstverräterischer Weise von ihren Widersachern als „Gutmenschen“ beschimpft werden, haben alle im Kern etwas gemein:
Eine Moral, die keine Rollen und Verkleidungen, keine Verstellung und keine Verdrängung kennt, die immer das ist, was sie ist: nackt und verletzbar, authentisch, wahr.



Bild

Graffito von BeneR1 und koart an Arendts Geburtshaus mit der Aufschrift: „Niemand hat das Recht zu gehorchen.“ Im Original aus dem Radiointerview mit Joachim Fest 1964: „Kein Mensch hat bei Kant das Recht zu gehorchen“ (Wikimedia Commons)



Man kann weder eine politische Institution, noch den Staat oder das Volk (bzw sein Pseudonym namens Jahwe oder Zeus) bitten oder verklagen, sondern immer nur die Personen, die der Bitte statt geben können oder die man zur Verantwortung für ihre Taten ziehen kann, selber.

Damit wird die öffentlich geäußerte Kritik am Verhalten dieser Personen, anstatt an den Missständen allgemein, zum Angriff auf diese Person, weil damit ihre Vormachtstellung in Gefahr gerät, und nicht etwa der Staat selber unterzugehen droht.

Um einem Tyrannen, der Millionen von Kriegstoten auf dem Gewissen hat, ohne deshalb – sehr zum Leidwesen Derer, die auf eine ausgleichende Gerechtigkeit nach seinem Tode hoffen – schlecht zu schlafen, dingfest zu machen und ihn vor ein internationales Tribunal, wie dem in den Haag zu zerren, braucht es auch Jemanden, der die nötige militärische Macht dazu hat.

Dass der sie dann auch zu eigenen, wirtschaftspolitischen Zwecken einsetzt, um etwa unliebsame Diktatoren loszuwerden und durch kooperativere zu ersetzen, liegt ebenso nahe, wie es die Patriarchen oder Matriarchen in einer Großfamilie tun, wenn sie nach Sympathie bestimmen, wer welchen Posten in der hierarchischen Pyramide der Macht zugebilligt bekommt, nachdem er sich mit dauerhaftem, vorauseilendem Gehorsam dafür würdig erwiesen hat, um sicher zu gehen, dass er nicht an ihrem Stuhl sägt, sobald sie ihm mal den Rücken zukehren.

Diese Berufung in ein politisches Amt geschieht also aufgrund der Geeignetheit dafür, und nicht aufgrund des zufälligen Ergebnisses beim Würfelspiel. Insofern sind es keine unbeschriebenen Blätter, die zur Wahl stehen, um demokratisch in die höchsten Positionen gewählt zu werden, sondern Günstlinge Derer, die scheinbar namenlos im Hintergrund stehen, und sie nach Kräften fördern, solange sie ihnen gefällig sind.

Daher ist es naiv zu meinen, es seien keine Lobbyisten, die dort sitzen und im Namen ihrer Wählerschaft bestimmen, wo die Gelder aus Steuereinnahmen hinfließen – ganz egal, ob es sich dabei um Berufspolitiker mit Parteibuch handelt, die innerhalb einer Stadtverwaltung als Beamte auf Lebenszeit arbeiten, oder ob sie nur bis zur nächsten Legislaturperiode im Amt sind, und sich nachher direkt bei den Konzernen als Vermittler betätigen, um für sie die optimalen Konditionen mit der jeweiligen Regierung auszuhandeln.

Was die Anzahl der Herrschenden innerhalb eines sozialen Organismus, wie dem Staat oder seiner Institutionen, sowie den mehr oder weniger politisch einflussreichen Familien betrifft, so gibt es davon genau so viele, wie es Dienende gibt, denn selbst in einer Zweierpartnerschaft gibt es meist Einen, der stärker ist, als der Andere, und somit in der Lage, dem Anderen Angebote zu machen, die er nicht ausschlagen kann – selbst wenn er sich dafür der Hilfe eines teuflischen „Paten“ bedienen muss, dem er dafür seine Seele verkauft.

Da „das Volk“ jedoch keine Lobby hat, bleibt ihm nur zu hoffen, nicht unter die Räder zu kommen, wenn sich zwei Diktatoren um die Alleinherrschaft streiten, indem sie die Menschen im Lande bei ihren Kriegen als ihr persönliches Humankapital opfern, sondern vielleicht sogar noch wie in Kindertagen davon als lachender Dritter zu profitieren, wenn die Eltern sich uneins sind, sodass man sie als ihre Kinder gegeneinander ausspielen kann, indem man sich bei der nächsten Wahl wechselseitig für oder gegen Einen von ihnen entscheidet.


@ Verdandi

...der mir die (für mich) überraschende Erkenntnis brachte, dass Moral nichts mit Gefühlen zu tun hat. Im Gegenteil: Wer sich anrühren lässt vom eigenen Gut-Sein, der folgt nicht einer Moral, sondern erliegt seiner eigenen Rührseligkeit mit einem egozentrischen Hang zur Selbsterhöhung. …


Genauso ist es, denn es geht bei der Moral (Rechts- bzw Unrechtsbewusstsein) des Menschen um die (seelisch-)soziale Einstellung gegenüber seinen Mitmenschen, und nicht danach, wie er sich gerade körperlich fühlt, oder in welcher Stimmung er sich gerade befindet.

Hier gibt es kein „Schuldgefühl“, weil man - im Gegensatz zur Angst vor Strafen - „Schuld“ selber nicht körperlich fühlen kann, sondern statt dessen ein "Schuldbewusstsein", mit dem man die vorgestellte oder reale Schuld, die man bei Anderen bewirkt hat, geistig (an-)erkennen kann, um sie dann auf eine miteinander vereinbarte Weise zu tilgen.

Ebenso ist es auch mit der „Pflicht“, die man Anderen schuldet, wenn man in Frieden mit ihnen zusammen leben will, oder mit der „Verantwortung für seine Taten“, die man Denen schuldet, die man geschädigt hat, um sich durch einen angemessenen Schadensausgleich wieder mit ihnen versöhnen zu können – auch wenn man meint, man habe das nicht nötig, weil man als der politisch Stärkere die Rache des schwächeren Gegners nicht fürchten muss.

Die öffentlich vorgeheuchelte Freundschaft zwischen zwei hochrangigen Politikern aus demselben Kader sollte man nicht für bare Münze nehmen, denn sobald Einer von Beiden seine Chance zur Vormacht sieht, wird er sie notwendigerweise auch rücksichtslos zu seinem Vorteil nutzen, um nicht selber der Unterlegene zu sein.

Ebenso illusorisch ist es zu meinen, es gäbe eine Freundschaft zwischen Ungleichen, wie den einfachen Leuten auf der Straße und ihren Regenten - auch wenn sie noch so frenetisch Beifall klatschen, wie es ihnen von Kindesbeinen eingetrichtert wurde, wenn Jene in goldenen Kutschen vorüber fahren, um nicht wegen Gehorsamsverweigerung bestraft zu werden.

Insofern gibt’s sowohl ein „eigenmächtig bestimmtes Anrecht des Stärkeren auf den Gehorsam des Schwächeren“, als auch eine „Gehorsamspflicht des Schwächeren gegenüber dem Stärkeren, der selber die Gesetze machen darf“ (Loyalität heißt zwar „Gehorsam gegenüber dem Gesetz“, gemeint ist aber der Gesetzgeber).

Das von Anna Arendt geforderte Recht auf die Freiheit, statt dessen (auch noch) jemand Anderem gehorchen zu dürfen, gibt es zB bei totalitären Despoten, die ihre Partner im Namen der Freundschaft versklaven, indem sie als die Stärkeren von Beiden exklusive Nutzungsansprüche an den Schwächeren stellen, nicht.

Wer diese Tatsache nicht zur Kenntnis nehmen mag, weil er als Diener „meint“ (und nicht „glaubt“), er sei selber der Herr, muss sich nicht nur durch Bestrafung als einer Art Zwangsbelehrung von der gegenteiligen Realität überzeugen lassen, sondern dient obendrein auch noch als mahnendes Beispiel für potenzielle Nachahmer, indem er dafür öffentlich gekreuzigt und hingerichtet wird, denn nach seinem Tode kann er sich ja nicht mehr „bessern“.

So gesehen sind soziale Forderungen wie das „Gewähren von Gnade und Barmherzigkeit“ realpolitisch natürlich bei den aktuell Regierenden niemals durchsetzbar, weil damit ihre Vormachtstellung als „göttlicher Gesetzgeber mit uneingeschränkter Machtfülle“, nicht mehr aufrecht zu erhalten wäre, und ein Anderer dafür ihre Stelle einnehmen täte, der dann mit eiserner Hand bestimmt, was als in seinem Sinne für richtig oder falsch zu gelten hat, während er selber Jenseits des Gesetzes steht, und damit für das Volk, über welches er (demokratisch!) herrscht, indem er es zwischen zwei gleichwertigen Übeln wählen lässt, unangreifbar bleibt.

Der Moralfilosof kann also kein Realpolitiker sein, wenn er davon ausgeht, dass die Gruppenmitlieder einer Gemeinschaft die selben Rechte hätten, wie ihr Anführer, was ja nicht der Fall ist, sondern muss sich mit der Erörterung der Frage nach dem Wesen dessen zufrieden geben, was FÜR eine positive Beziehung zwischen den Menschen (die man auch „Freundschaft“ nennt) gut ist, und was ihr schadet, weil es nur für Einen von beiden Partnern gut ist.

Begrifflich ist das, was für die ganze Gruppe gut ist, kommunistisch gedacht, während das, was für die Partnerschaft mit einem Gefährten gut ist, sozialistisch gedacht ist. Das hingegen, was nur gut für Einen selber ist, und schlecht für Andere, ist egoistisch gedacht, und nicht dazu angetan, um als Richtlinie für richtiges Denken innerhalb von sozialen Gemeinschaften zu gelten, wo Alle gleichberechtigt und gleichverpflichtet sind.
filofaxi hat geschrieben:

@ Verdandi

...der mir die (für mich) überraschende Erkenntnis brachte, dass Moral nichts mit Gefühlen zu tun hat. Im Gegenteil: Wer sich anrühren lässt vom eigenen Gut-Sein, der folgt nicht einer Moral, sondern erliegt seiner eigenen Rührseligkeit mit einem egozentrischen Hang zur Selbsterhöhung. …

Genauso ist es, denn es geht bei der Moral (Rechts- bzw Unrechtsbewusstsein) des Menschen um die (seelisch-)soziale Einstellung gegenüber seinen Mitmenschen, und nicht danach, wie er sich gerade körperlich fühlt, oder in welcher Stimmung er sich gerade befindet.

Hier gibt es kein „Schuldgefühl“, weil man - im Gegensatz zur Angst vor Strafen - „Schuld“ selber nicht körperlich fühlen kann, sondern statt dessen ein "Schuldbewusstsein", mit dem man die vorgestellte oder reale Schuld, die man bei Anderen bewirkt hat, geistig (an-)erkennen kann, um sie dann auf eine miteinander vereinbarte Weise zu tilgen. ...


@ Filofaxi


Deine Aussage bestätigt meine Aussage – jedoch nicht in zureichender Weise. Denn Gefühle sind viel mehr, können zumindest so viel mehr sein als körperliche und seelische Augenblicksbefindlichkeiten!

Ein gutes Beispiel für meinen Einwand ist das sehr stark und dauerhaft sein könnende Gefühl der Verbundenheit mit einer anderen Person, das sich wiederum aus verschiedenen Teil-Gefühlen, die gleichzeitig oder sich zeitlich einander ablösend hierzu beitragen können: Sympathie, Verliebtheit, sexuelle Anziehung, Bewunderung, Respekt, Loyalität, Sorge, Verantwortlichkeit, Vertrauen – bis hin zur scheinbar bedingungslosen, selbstlosen, lebenslangen Liebe.

Dass Gefühle dennoch nichts mit Moral zu tun haben, liegt nicht nur an ihrer möglichen Flüchtigkeit und der Tatsache, dass sie oft Schwankungen unterliegen, sondern – z.B. in Bezug auf eine beständige, dauerhafte Verbundenheit mit anderen Menschen – auch daran, dass Gefühle von ihrer spontanen Entstehung her tatsächlich niemals bedingungslos sind, sondern sich stets an den eigenen Vorlieben orientieren. Die eigenen Kinder werden natürlich immer mehr positive Gefühle hervorrufen als fremde. Dagegen kann man gar nichts machen.

Moral ist etwas ganz anderes: Du beschreibst es mit Rechts- bzw. Unrechtsbewusstsein und beziehst es auf die seelisch-soziale Einstellung gegenüber den Mitmenschen. Das in der Philosophie-Sendung von Raphaël Enthoven zitierte Beispiel aus Victor Hugos Roman „Die Elenden“ ist sehr drastisch. Ich habe kürzlich eine gute Verfilmung des Stoffes gesehen, in der diese Problematik sehr anschaulich in Szene gesetzt worden war. – Wohnt man dem als Zuschauer (Beobachter) bei, fiebert man mit dem vom Leben dermaßen erschütterten Protagonisten mit und wünscht ihm, dass er das Ganze nicht beachten und Ruhe finden möge – versteht aber dennoch nur allzu gut seine Entscheidung, dem moralisch einzig richtigen Weg zu folgen, auch wenn es seinen Untergang bedeutet.

Gefühle müssen nichts flüchtiges, unsicheres, schlechtes sein – nur weil man Partei für jemanden ergreift und sich das schwerere Los für jemanden anderen wünscht, der einem weniger nahe steht. Aber moralisch ist das eben nicht. Man muss aber moralisches Handeln nicht gegen Gefühle aufwiegen, egal ob sie dafür oder dagegen sprechen – sie sind einfach nicht entscheidend!

Das „wusste“ ich sicher auch schon vorher „irgendwie“ – aber die klarere Sicht darauf habe ich nun dieser kleinen aber feinen Sendung zu verdanken.

Du schreibst dann, dass es kein „Schuldgefühl“ gibt. Ich finde aber, dass eine falsche moralische Entscheidung ein Schuldgefühl hervorrufen kann – und dass das sehr gut dafür ist, um zu dem richtigen Weg zurückfinden zu können. Gefühle können also Helfer sein und in dieser Rolle wertvolle Dienste leisten. Nicht zuletzt machen sie uns menschlich.

Im Übrigen können wir gar nicht anders, als stets auch etwas zu fühlen... Das ist auch gut so! Mir wäre jedenfalls ein Mensch, der über mich richten soll, der sich bewusst bemühen muss, seine Gefühle im Zaum zu halten, um bedingungslos gerecht sein zu können, allemal lieber, als jemand, dem das keine Mühe macht, weil er ohnehin gefühlsarm ist. Moral allein macht uns nur gerecht, aber noch nicht menschlich. Zur Menschlichkeit gehören auch die Schwächen, u.a. die, für bestimmte Menschen Sympathie empfinden zu können. Ein kluger Mensch kann sich seine Liebesfähigkeit zu einem Ziel werden lassen, bei dessen Erreichung er auch andere Menschen davon profitieren lassen kann, als nur die, die ihm besonders nahestehen.

Gefühle sind nie überflüssig, man muss sie nur richtig einordnen und bei Bedarf bewusst hintanstellen – also dafür nutzen können, um ein guter Mensch zu werden.




Es werden gern die beiden körperlich spürbaren GEFÜHLE wie Lust und Schmerz und die vier Gesamt-STIMMUNGEN, wie Angst, Freude, Wut und Trauer, welche in der FOLGE als körperlich fühlbare Indikatoren für die seelisch EMPFUNDENE Gesamtbefindlichkeit eines Lebewesens dienen, mit der URSACHE für diese Befindlichkeit verwechselt, die ja nicht nur von ganz verschiedener Art sein, sondern auch von Person zu Person ganz unterschiedlich seelisch empfunden werden kann.

So wird die eigene Befindlichkeit als Wohlsein oder Übelkeit empfunden, und der Zustand der sozialen Beziehung, die man mit Jemandem teilt, positiv als Freundschaft oder negativ als Feindschaft beurteilt, nachdem man sie aufgrund entsprechender Vorkommnisse intuitiv als solche erkannt hat.

Was das EMPFINDEN für die fremde Befindlichkeit betrifft (welches sich bei genügend Fantasie natürlich auch auf die eigene körperliche Stimmung auswirken kann), was man neuerdings als EM-PATHIE (Mitempfinden) anstatt von SYM-PATHIE (als positiven Gleichklang empfinden) bezeichnet, so kann es sein, dass man unwillkürlich in Tränen des Mitleidens ausbricht bei der VORSTELLUNG, wie schlecht es Jemandem gerade gehen mag, oder aber dass man zu Freudentränen gerührt ist, bei der Vorstellung darüber, wie erleichtert man selber wäre, wenn Einem auch ein solches Glück im Unglück widerführe, wie es bei Demjenigen der Fall ist, dem man sein Glück von Herzen gönnt.

Ein „Rechtsempfinden“, wie man die „Moral(-vorstellungen)“ eines Menschen auch gerne nennt, fußt ebenfalls auf geistig verinnerlichten Vorurteilen darüber, was als richtig und als falsch zu gelten hat in Bezug auf das persönliche Verhalten innerhalb einer Partnerschaft mit Anderen – ganz unabhängig davon, ob die Vorurteile selber richtig oder falsch sind, oder ob sie nur so empfunden werden, weil sie den eigenen Zwecken dienlich sind.

Da immer ein Verwendungszweck bei der Bewertung einer Sache nötig ist - und sei es nur der, sich im sozialen Umfeld orientieren zu müssen, um nicht ständig anzuecken und bei Anderen den Kürzeren zu ziehen - ist eine indifferente Haltung genau in der Mitte zwischen „positiv, weil nützlich“ und „negativ, weil unnütz“, keine dauerhaft praktikable Option.

Wenn es darüber hinaus auch noch darum geht, sich auf Jemandes Wohlwollen zu verlassen (was fälschl. auch als „Vertrauen-Können“ bezeichnet wird), wobei man sich ihm auf Gedeih und Verderb ausliefern muss, auch wenn der sich bislang nicht als vertrauenswürdig erwiesen hat, geht es ohne die „Selbsttäuschung durch Milchmädchenrechnung zu Gunsten des eigenen Wohlbefindens“ gar nicht, wenn man nicht als Schwächerer vor Wut über die Misshandlung von Seiten des Stärkeren platzen, oder diesen Impuls des spontanen Draufhauens nicht selber an Schwächeren abreagieren will, die damit ursächlich gar Nichts zu tun haben, nur um auf diese Weise wieder in eine bessere Stimmung zu gelangen, die Einem natürlich wichtiger ist, als die Stimmung Anderer, die dabei unter Einem leiden müssen.

Dieses auf mangelnder Sensibilität beruhende, rücksichtslose Verhalten - etwa von ehemaligen "Märchenprinzen", die fanatisch nach immer mehr Geltung streben, um wieder in "Amt und Würden zu gelangen" und sich dann mit dieser Macht für eine erlittene narzisstische Kränkung an der ganzen "bösen Welt" rächen zu können - gilt ebenfalls als höchst partnerschaftsfeindlich, dh als „asozial“ (anstatt „amoralisch“ , weil es keine Unmoral im Sinne einer fehlenden Moral gibt, sondern nur ein falsches Rechts- und Unrechtsbewusstsein, mit dem man bewusst asozial denkt, oder ein mangelhaftes Rechtsempfinden, mit dem man spontan asozial handelt, ohne extra drüber nachzudenken).
Herbstrose47 hat geschrieben: @Gundulabella,
die Behauptung, dass unser „Staatssäckel leer ist“, halte ich für leicht übertrieben. Immerhin stehen noch genügend Mittel zur Verfügung, um unsere neuen Mitbürger, einschließlich der neu produzierten und noch zu erwartenden mit Sozialleistungen zu versehen. Auch die geplante Aufstockung des Rüstungsetats lässt nicht auf „Ebbe in der Kasse“ schließen, ganz abgesehen von den vielen uneffektiven sinnlosen Ausgaben unter dem Vorwand des „Klimaschutzes“. Ich möchte nicht darüber streiten, welche Wirkung all diese Subventionen und Ausgleichszahlungen tatsächlich haben, das wird sich erst in der Zukunft erweisen, aber ich bin der Meinung, das Klima lässt sich von finanziellen Transaktionen wenig beeindrucken.
Von daher sehe ich beim Staat gewisse Parallelen zu den von Dir beschriebenen Zeitgenossen, die immer schreien, dass sie kein Geld haben, aber ständig sinnlose Ausgaben tätigen. Ich stimme Dir zu, dass es genügend Menschen gibt, die nicht fähig sind, mit Geld umzugehen, aber von denen rede ich hier nicht, sondern von denen, die trotz aller Sparsamkeit mit Niedriglöhnen oder Mindestrenten die steigenden Lebenshaltungskosten kaum mehr bewältigen können.
Grundsätzlich sehe ich es ja auch so, dass die Verantwortung für das eigene Leben bei jedem selbst liegt und ich kenne aus meiner beruflichen Erfahrung viele Menschen, die es bequemer finden, einfach nur die Hand aufzuhalten und sich vom Staat ernähren zu lassen, doch sollte man darüber nicht diejenigen vergessen, die keine Möglichkeiten zur eigenen Vorsorge haben, dazu nennen wir uns ja schließlich „Sozialstaat“!
Was würdest Du denn tun, wenn Du heute 30 oder 40 Jahre alt wärst, außer Deine „Alarmglocken zu läuten“, wenn Du z. B. trotz guter Ausbildung nur eine Anstellung im Niedriglohnsektor findest, weil den Firmen qualifizierte Fachkräfte zu teuer sind und sie lieber Billiglöhner aus dem Ausland beschäftigen? Wie würdest Du dann mit einem Lohn, der kaum zum Leben reicht, vor allem mit Familie, auch noch Rücklagen bilden?
Ich kann es nur wiederholen, es ist immer leicht, die Kälte schön zu finden, wenn man selbst am warmen Ofen sitzt, doch ich sehe den Staat in einer Pflicht, der er in keiner Weise gerecht wird und auch gar nicht gerecht werden will! Und genau das ist der Punkt, der bei den Regierenden - aus für sie "guten" Gründen - auf taube Ohren stößt, bzw. die ganzen Ablenkungsmanöver produziert!


Du redest vom "Jetzt"-Zustand....ich versuche mir vorzustellen, was auf die nächste und übernächste Generation zukommen wird....
den Klimawandel in den Griff zu bekommen - das wird teuer werden !
der Staat neigt dazu, sich bei Bedarf auf anderen Gebieten etwas abzuknapsen....
und dazu gehört die "garantierte" Rentenhöhe.....
selbstverständlich wird vor der Wahl von allen Parteien u.a. die Rentenhöhe garantiert....ich habe bereits damals schon nicht an den Weihnachtsmann geglaubt und meine Rente selber aufgebessert - auch weil ich wußte dass sie in meinem Fall gering ausfallen wird....

tun ?
mit 30+ hatte ich eine zeitlang hohe Kosten....
also habe ich zusätzlich zur Arbeit in der Spätschicht Akkord gearbeitet....
die 5 Stunden bringen rel. viel, weil eben Spätschicht...
außerdem habe ich 12 Jahre lang morgens die Zeitung ausgetragen und erst damit aufgehört, als diese Minijobs versteuert wurden und die Lücken zwischen den Häusern größer, weil immer weniger Leute Zeitung gelesen haben....
außerdem hat meine Schulter sich gemeldet (habe mit Wägelchen und Schultertasche ausgetragen)....
allerdings muss ich dazusagen, dass ich nie kleine Kinder zu versorgen hatte !
@ Herbstrose

...
"Was würdest Du denn tun, wenn Du heute 30 oder 40 Jahre alt wärst, außer Deine „Alarmglocken zu läuten“, wenn Du z. B. trotz guter Ausbildung nur eine Anstellung im Niedriglohnsektor findest, weil den Firmen qualifizierte Fachkräfte zu teuer sind und sie lieber Billiglöhner aus dem Ausland beschäftigen? Wie würdest Du dann mit einem Lohn, der kaum zum Leben reicht, vor allem mit Familie, auch noch Rücklagen bilden?
Ich kann es nur wiederholen, es ist immer leicht, die Kälte schön zu finden, wenn man selbst am warmen Ofen sitzt, doch ich sehe den Staat in einer Pflicht, der er in keiner Weise gerecht wird und auch gar nicht gerecht werden will! Und genau das ist der Punkt, der bei den Regierenden - aus für sie "guten" Gründen - auf taube Ohren stößt, bzw. die ganzen Ablenkungsmanöver produziert!"


Was mich an deinem Artikel stört - ist die Einseitigkeit. Ich kenne eine andere Welt - in Hessen, wie in Thüringen. Die Unternehmer in meinem Wohnumfeld jammern alle, weil sie keine geeigneten Arbeitskräfte bekommen. Aufträge im Handwerk können nicht angenommen werden, weil kein Personal da ist. Im Hotel- und Gaststättenbereich fehlen Auszubildende und teilweise müssen Einrichtungen wegen Personalmangel geschlossen werden. Das ist alles harte Arbeit, aber bei diesem Lohn verhungert keiner.
Wenn ich bei uns im Betrieb die Menschen mit dem geringsten Einkommen sehe, dann sehe ich auch, dass diese sich kein "klassisches" Frühstückbrot mitbringen, sondern vor der Arbeit im Supermarkt waren, um sich belegte Brötchen oder so zu kaufen. Manchmal müssen sie Mittag noch mal hin fahren. Da werden am Tag mindestens 3 Euro ausgegeben, macht im Monat 60 Euro und im Jahr 720 Euro.

Ich sehe da schon ein deutliches Sparpotential von etwa 30 Euro im Monat.

Ich könnte noch mehr schreiben, wo einkommensschwachen Familien mit Kindern Geld und Zuschüsse von Staat nicht abrufen oder beantragen.

Jeder Mensch kann Rücklagen bilden, der Unterschied ist nur, wie viel das ist. Nur derjenige, der auch sparen möchte, der kann auch sparen. Es gibt auch Menschen mit hohen Einkommen, die nichts sparen.

Wenn Kinder lernen, Geld zu sparen, dann können sie meistens auch später mit Geld umgehen. Schon nach einem Jahr, wirft fast jedes Vermögen einen Ertrag ab, der zwar minimal ist, der aber häufig die jährliche Inflationsrate übersteigt.

Vom Jammern wird man nicht reicher. Nur wer selbst für sich etwas tut, der bekommt etwas dazu. Die Wege sind verschieden.
Gundulabella hat davor beschrieben, dass sie nicht gejammert hat, sondern dass sie sich verschiedene Lösungen überlegt und durchgeführt hat.

Ich habe meinen drei Kindern, als sie 16 Jahre alt wurden, jeweils einen Riester-Vertrag "aufgedrückt". Die Sparbeiträge gehen zu einem großen Teil in Aktienfonds. Vermögen sollte man so früh wie möglich beginnen aufzubauen. Über einen langen Zeitraum kann man mit kleinen Beiträgen viel erreichen. Daher verstehe ich nicht, worum man bis 30 oder 40 mit dem Sparen warten sollte.
@Gundulabella,
natürlich rede ich vom „Jetzt“, denn es ist die einzige Zeit, die wirklich existiert! Jetzt ist die Zeit, in der die Weichen für die Zukunft gestellt werden, eine vage Vorstellung davon, was in Zukunft alles passieren könnte, hilft niemandem. Es ist nicht die Zeit, sich in düsteren Zukunftsvisionen zu ergehen, es ist aber auch nicht die Zeit, sich einzubilden, dass der Mensch das Klima „in den Griff bekommen“ kann. Seit wann ist der Mensch in der Lage, festzulegen, welche Temperaturen auf der Erde zu herrschen haben? Das Einzige, wozu der Mensch als Teil der Natur fähig ist, wäre, wirksame Maßnahmen zu treffen, um im Einklang mit der Natur zu leben. Nur genau das macht er eben nicht! In einer beispiellosen Überheblichkeit wird sich auf ein einziges Symptom gestürzt, dazu noch primär nur in Deutschland, und der gläubigen Masse wird eingeredet, dass sie damit beteiligt ist an der „Rettung der Welt“.
Ich sagte bereits, ich diskutiere darüber nicht, wer das glauben will, der soll es tun. Aber es lenkt so herrlich von den Problemen ab, die wir tatsächlich zu lösen haben!
Da kann ich Deine Meinung, dass wir uns mit Ungerechtigkeiten abzufinden haben, nicht teilen. Jede Ungerechtigkeit, die von Menschen verursacht wurde, kann auch nur von Menschen beseitigt werden. Für mich selbst kann ich mich nicht damit zufrieden geben, mich beruhigt zurückzulehnen und mich darüber zu freuen, in relativem Wohlstand zu leben. Natürlich bin ich dafür sehr dankbar, sehe es jedoch gleichzeitig als Verpflichtung, in meinem Rahmen auch gegen jede Benachteiligung anderer einzutreten.
Deshalb hat Dein Beispiel, wie Du es in der Vergangenheit geschafft hast, für Deine Zukunft zu sorgen, auch nur für Dein Leben und für Deine Vergangenheit Gültigkeit, daraus allgemeingültige Verhaltensmaßregeln für die heutige Zeit ableiten zu wollen, zeugt von wenig Verständnis für die Situation der Betroffenen.
Sicher ist der Handlungsspielraum für den Einzelnen sehr eingeschränkt, doch der erste Schritt in die falsche Richtung besteht in der Akzeptanz von Ungerechtigkeit und führt genau in Richtung einer Zukunft, um die Du Dir heute Sorgen machst!

@CornusMas,
sicher ist es eine gewisse „Einseitigkeit“, von der ich rede! Um die Seite, der es gut geht, um die Seite, die nicht mit Geld umgehen kann, auch nicht um die Seite, die ständig am „Jammern“ ist, geht es mir, sondern um diejenigen, die trotz aller Bemühungen in dieser Gesellschaft keine Basis finden. Nicht immer sind z. B. Obdachlose „selber schuld“ an ihrer Situation, da finde ich es schon ein wenig vermessen zu sagen, „wer sparen möchte, kann auch sparen“! Ich könnte Dir jede Menge Gegenbeispiele bringen, aber vielleicht ist die Einseitigkeit auch auf Deiner Seite, mit der Du nur das siehst, was Du sehen möchtest! Ich bestreite nicht, dass es die von Dir benannten Beispiele gibt, ich selbst war zum Glück auch immer in der Lage, mir selbst helfen zu können, doch wie schon oben ausgeführt, kann es nicht darum gehen, sich selbst zum „Maß aller Dinge“ zu machen. Da geht es dann auch nicht um die Fälle, bei denen alles „gut“ ist, sondern genau um die andere Seite, um diesen Menschen auch ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen!

@ Herbstrose

Wow! – Wenn ich das von der Seitenbande (Eures Spieles) her und als Nichtadressat trotzdem mal einwerfen darf:
Ich war noch nie so einverstanden mit einem Deiner Beiträge. Genauso sehe ich das auch – und zwar in allen erwähnten Details.