Gundulabella hat geschrieben: ein Firmenchef ist nur so gut, wie er die Probleme drumrum sieht/sehen kann....
und ich weiß wovon ich rede.....
wir haben vor einigen Jhren eine Chef vor die Nase gesetzt bekommen, den wir - im Laufe der nächsten Jahre - als leicht autistischen Menschen eingestuft haben......

er wollte uns kontrollieren, weil er nicht mit uns umgehen konnte....
die meisten Mitarbeiter hatten zum Schluss Mitleid mit diesem Menschen.......einem Menschen, der in der Forschung - ohne jeglichen menschlichen Kontakt - besser aufgehoben worden wäre.....

Trump sieht sich als Firmenchef - einem Chef, der der USA als einer Riesenfirma vorsteht.........
ein Präsident ist aber vorrangig ein "Staatsdiener".....
der Präsident ist ein höchstrangiger Angestellter im öffentlichen Dienst - im Dienst für sein Land.....

die Aufgabe eines Präsidenten ist es zu versuchen, das Beste für ALLE Menschen in seinem Land rauszuholen......
leider ist er mit seiner Denke meilenweit entfernt davon.... :?


Da hast du recht........

Es wurde da jemand gewählt, der nicht mal im Ansatz irgendeine Kompetenz hat, die man als Politiker dringend braucht, Vernunft, Weitsicht, den Blick für das große Ganze, diplomatisches Verhandlungsvermögen, Augenmaß. Ich sehe bei Trump und seinem Schattenkabinett nichts davon und das stimmt nicht eben optimistisch.
Trump setzt nicht auf Erfahrung, sondern auf bedingungslose Loyalität.
Der Bruch zwischen den Kulturen wird größer werden und die Staatsverschuldung wird enorm steigen ohne dauerhaften gesellschaftlichen Mehrwert zu erzeugen.
Auf "spiegel-online" fand ich folgenden Link zu einem Artikel des "New York magazine":

http://nymag.com/daily/intelligencer/20 ... tter_nymag

Der Autor ist entsetzt darüber, wie unsere Staatsmänner auf den skrupellosen Machtmenschen Trump bei dem Gipfeltreffen reagierten.
Er ist davon überzeugt, daß christliche Werte die Grundlage der Verfassung der USA sind, also das Fundament der westlichen politischen Philosophie, und daß Trump diese Werte negiert.
die einen sagen - Europa wehrt sich zu wenig oder zu viel
die anderen sagen - alleine Diplomatie führt zum Ziel

fest steht: wir leben alle auf dieser Welt
grenzt sich ein Land aus - sind dessen gute Tage gezählt....
hab zufällig diesen alten Thread angeklickt ......
heute bin ich nach wie vor dieser Meinung ......verstärkt !
Verdandi hat geschrieben:
Migranda hat geschrieben:
» 02.07.2018, 11:25
im Thread "Die Wirklichkeit, das Mögliche und das Nichts"

@ Verdandi

Keineswegs hatte ich die Absicht, diesen Thread in ein politisches Fahrwasser zu lenken!!
Aber es wäre wohl besser gewesen, ich hätte keine Anspielung gemacht auf Deine Haltung bezüglich rechtsorientierter Menschen, denn darum ging es mir primär gar nicht.
Sondern nur darum, daß ich mich wirklich mit allen allen Menschen auf einer gewissen Ebene verbunden fühlen möchte, auch mit denen, die ich als feindlich erlebe, also auch diejenigen, die ich politisch bekämpfe.


Antwort von Verdandi » 02.07.2018, 14:00

Wow, @Migranda, das ist doch mal eine klare Aussage zu einer Haltung, über die ich nur staunen kann. Mir ist sie völlig fern, aber ich akzeptiere sie natürlich bei anderen.
Wären wir hier in Deinem Thread "Politische Philosophie", würde ich Dich allerdings bitten zu erklären, wie Du diese "Verbundenheit" mit Feinden der Demokratie ereichen kannst, ohne Zugeständnisse in deren Richtung machen zu müssen.*

Ich finde den Thread "Politische Philosophie" übrigens sehr interessant und aufschlussreich; ich habe ihn mir in diesen Tagen noch einmal durchgelesen und bin auf viele gute Beiträge gestoßen. Ich selbst hatte dort mal die Merkmale der Politischen Philosophie – im Gegensatz zur Tages- und Realpolitik – zusammen gestellt und in einigen Beiträgen auch meine Haltung in Punkto Demokratie mehrmals, in verschiedenenen Zusammenhängen und unter diversen Bezügen, ausgeführt.

*Ich werde mir erlauben, Deinen o.a. Beitrag im Zusammenhang mit meiner Antwort dort zu zitieren, so dass wir den politisch-philosophischen Fragen dort auch weiter nachgehen können. Ich hoffe, Du bist damit einverstanden.

https://www.50plus-treff.de/forum/viewtopic.php?f=61&t=75310&p=4667819#p4667819



... was hiermit geschehen wäre! :)


@Verdandi

Heute wollte ich doch einen Beitrag schreiben bezüglich der Protest in Frankreich, aber nun schrieb ich leider schon im Thread über die Gelbwesen von froschzauber, und muß leider gleich weg zum Arzt. (erst am Mo. kann ich hier wieder mitmachen.)
Deswegen nur ganz kurz: Zunächst war ich erschrocken wegen der Gewalttätigkeit, und auch wenn ich mich freute, daß Du mich darauf hingewiesen hast, daß sie diese ablehnt, so befürchte ich trotzdem, daß zukünftig vor allem sehr narzistische und auch rhetorisch hochbegabte Politiker mit Charisma gewählt werden, da sie in der Lage sind, ausreichend viele Anhänger zu finden, weil sie eben auch sehr kommunikativ sind, und sich der Ängste der weniger Gebildeten annehmen können, z.Bsp. auch vor der nicht endenden Armutsmigration...-
Aber dank der Beiträge von Georg Blume auf spiegel-online bejahe ich nun trotz der Gewalttätigkeit diese Demos, und hoffe, wenn wir es schaffen, Entscheidendes zu ändern, (Christoph Guilluy, Marxist, schrieb in der FAZ einen sehr guten Artikel, werde ihn suchen), dann können wir hoffen, die Demokratie zu sichern...
(Wünsche Dir ein erholsames WE!)

Liebe Migranda,

leider hast Du in Deinem o.a. Beitrag versäumt, zu erwähnen, wer mit „sie“ gemeint war – nicht die Gelbwesten, sondern Sarah Wagenknecht, von der Du im anderen Thread behauptet hattest, dass sie die Gewalttätigkeit der Demos in Frankreich gutheiße. Ich habe dazu anhand eines Artikels belegt, dass das nicht stimmt, sondern sie die Gewalt ausdrücklich bedauert hat und mittels eines weiteren Artikels darauf hingewiesen, dass der „Linke“-Chef Riexinger sogar Vorbehalte gegen die Demos geäußert hat – alles hier im anderen Thread nachzulesen“:

Dein Beitrag:
https://www.50plus-treff.de/forum/die-wirklichkeit-das-moegliche-und-das-nichts-t75310-s765.html#p4809871

Meine Replik dazu (s. Schluss, unter „OT“):
https://www.50plus-treff.de/forum/die-wirklichkeit-das-moegliche-und-das-nichts-t75310-s765.html#p4811691

Ansonsten möchte ich noch feststellen, dass ich keine Anhängerin der „Linke“ bin, irgendwelche politischen Anhänger- oder Gegnerschaften hier in diesem Thread aber auch nicht thematisieren will und werde, weil das persönliche Gesinnung und Tagespolitik betrifft, was in einem philosophischen Forum keinen Platz haben sollte.

Dieser Beitrag hier jetzt diente nur dem Verständnis, da Du mich in Deinem Beitrag hier zwar erwähnt aber nicht vollständig zitiert hattest.

Nix für ungut. Ich freue mich auf Deine neuen Beiträge unter der Prämisse dieses Threads „Politische Philosophie“. :)
https://www.50plus-treff.de/forum/politische-philosophie-t77452.html#p4103409

LG, V.



PS

Ich finde es generell zwar richtig, seine politischen Gegener zu bekämpfen, aber auf sachlicher Ebene. Sie irgendwelcher psychischen Krankheiten oder Störungen zu bezichtigen, zum Beispiel des „Narzissmus“, würde ich doch vermeiden, weil dabei nur allzu deutlich wird, dass dies ein Mittel der Schmähung ist, so dass es als solches nur auf denjenigen zurück fällt, der dieses von sich gab. Es lässt eine gewisse Schwäche vermuten, dass nämlich der Betreffende mit seinen sachlichen Argumenten am Ende zu sein scheint.

Mich hat man übrigens hier letztens auch wieder mehrfach als „narzisstisch“ geschmäht... Das scheint hier sehr üblich zu sein. Also, was bedeutet das schon auf sachlicher, argumentativer Ebene? Nichts! Eben.



@Verdandi

Ok, da hast Du Recht, es ist kein politisches Argument, wenn ich S.W. als narzistisch erlebe, aber meine Skepsis ihr gegenüber hat mit vermutlichem Narz. auch nichts zu tun, denn Narzissmus ist ja nicht pathologisch, er könnte sich bei extremer Übersteigerung pathologisch auswirken...Damit wollte ich sie also keineswegs schmähen, das ist mir ganz fremd..
Ich hab nur große Probleme damit, daß sie Anhänger so überzeugen kann, daß die Sanktionen gegen Russland nicht verlängert werden sollten, und daß man sie bedingungslos aufgeben sollte...
Narzistisch strukturierte Menschen leisten oft sehr viel mehr als andere, sie gründen Bewegungen, wie z.Bsp. damals Gautama Buddha und Jesus, sie wurden sehr bedeutende Künstler, usw.
Und als Politiker sind sie in der Lage, sehr viele Anhänger zu finden, weil große Selbstsicherheit gerade weniger Gebildete besonders anzieht...
Ich selbst bin eher depressiv strukturiert, hatte aber nie Depressionen, aber vielleicht wäre ich sehr großen Belastungen nicht so gewachsen wie z.Bsp. meine narzistisch strukturierte beste Freundin seit 50 Jahren, sie hat Bewundernswertes geleistet, und hat , wie meine Mutter, kein Problem damit, neue Freunde zu finden, sie war immer sehr beliebt...
Andere sind eher anders strukturiert (2 andere Varianten fallen mir gerade nicht ein, sorry, z.Zt. hab ich wegen meiner Gehirnschwäche seit der Blutung oft große Schwierigkeiten, mich korrekt zu erinnern an die Struktur-Theorien renommierter Psychologen und Psychoanalytiker, und inzwischen hat man ja sicher darauf aufbauende Persönlichkeitstheorien entwickelt, ich werde mich informieren! Bin froh, daß ich durch Dich intellektuell immer angeregt werde, danke!) es geht nur darum, daß nichts übersteigert werden sollte, denn erst dann wird es pathologisch...
Ohne einen gewissen Narzissmus geht es in der Politik vielleicht gar nicht mehr, gutes Aussehen wird immer wichtiger, befürchte ich (die telegene Wirkung ist heute extrem wichtig), sehr große Selbstsicherheit ebenso, Durchsetzungsfähigkeit sollte man ausstrahlen können, eine gewisse Härte, usw, bei Frauen ist Attraktivität natürlich auch in der Politik ein großes Plus, es geht also immer mehr um eine sehr überzeugende Selbstdarstellung, eine gelungene 'Performance', das ist meine Befürchtung, nur darum geht es mir! Trump z.Bsp. fand seine Fans, und Macron hätte wohl nicht siegen können, wenn er nicht in der Lage gewesen wäre, wie ein Präsident, ein neuer "König" sozusagen, auf sehr viele zu wirken...
Ein Glück war es, aus meiner Sicht, daß ein so sympathischer, ganz sicher narzistisch strukturierter, sehr gut aussehender und auch rethorisch hochbegabter Mann (er war immer ein 'Überflieger', in allem der Beste; nach allem, was ich las, auch von seiner mir sehr sympatischen Frau, neigt er leider dazu, ganz stur seinen eigenen Weg zu gehen, wenn er ganz sicher ist, daß es der richtige sei. Deshalb verließen ihn 2? Minister, was mich enttäuschte) gegen Le Pen siegte.
Ich befürchte also, daß linker und rechter Populismus immer attraktiver wird... ---

Leider muß ich mich nun schon verabschieden, denn ich habe neue gesundheitliche Probleme, mit denen ich noch nicht umgehen kann.

Würde mich sehr freuen, liebe Verdandi, Dir hier wieder zu begegnen im Neuen Jahr!
Anfang Januar werde ich hier wieder reinschauen. (Ins polit. Forum schaue ich z.Zt. gar nicht mehr, so sehr hatte es mich verschreckt, wie manche reagierten beim letzten Mal.) -
Ich selbst liebe es, immer zu schreiben, wie ich emotioanal reagiere, für mich gehört es dazu, auch bezüglich Philosophie, die für mich auch eine Herzenssache ist...
Aber natürlich respektiere ich es, wenn Du das persönlich Emotionale ganz raushalten möchtest, ich werde also nie nachfragen, wie Du denn gefühlsmäßig auf etwas reagierst...-

Mit guten Wünschen!
Migranda
Bild

Liebe Migranda, vielen Dank für Deinen letzten Beitrag! Da ich wie Du erst im Januar wieder hier sein werde, hat meine Antwort ja noch ein bisschen Zeit. Ich freue mich also auf unseren weiteren Austausch an diesem Ort im kommenden Jahr!

Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute, ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch! :D




Liebe Migranda,

ich hoffe, Du hattest trotz gesundheitlicher Einschränkungen auch eine schöne Zeit „zwischen den Jahren“, wenn Du hier wieder hereinschaust, um zu sehen, was ich Dir geantwortet habe... :D
... Das will ich jetzt mal eben nachholen:

Was das nicht öffentliche Bekennen von Emotionen betrifft, habe ich Dir ja bereits einmal ausführlich geschrieben und um Verständnis gebeten. Auf intimerer, also privater Ebene ist das wirklich kein Problem für mich. Hier aber, in einem öffentlich zugänglichen Forum, in dem auch jeder mitlesen kann, der mir nicht wohlgesonnen ist, werde ich das ganz sicher auch weiterhin nicht tun. Wenn Du also auch solche Gefühle von mir kennen lernen willst, die ich nicht jedem Fremden preisgebe, solltest Du mich privat danach fragen.

Der, dessen Herz an der Philosophie hängt (was auch bei mir der Fall ist), liebt doch gerade das, was sie als Geisteswissenschaft ausmacht: Sie regt das Denken nicht nur an, sondern fordert es geradezu heraus, zwingt den himmelstürmenwollenden Impuls in die strengen Bahnen ordnender Logik. Es erfordert viel Disziplin aber auch Vorstellungskraft, sich die Denkgebäude der großen Philosophen, die alle mehr oder weniger aufeinander Bezug nehmen, auch nur annähernd zu erschließen und dabei zugleich einen eigenen Faden zu spinnen und zu verfolgen.

Da wir als Hobbyphilosophen aber selbst keinen wissenschaftlichen Anforderungen gerecht werden müssen, steht es uns frei, zu entscheiden, ob und ggf. wofür wir unsere gewonnenen Erkenntnisse verwenden wollen.

Vielleicht betrachten wir sie bloß als schöne Ergebnisse unserer nie ermüdenden Bereitschaft, uns weiter zu bilden und unser Wissen um uns selbst und die Welt zu komplettieren?

Vielleicht aber ist uns auch sehr daran gelegen, einen praktischen Nutzen aus dem erworbenen Wissen im alltäglichen Umgang mit Menschen und Situationen in unserer Lebensumwelt zu ziehen?

Für mich ist beides interessant, aber erst der Praxisbezug ermöglicht mir eine Art „Lebenshilfe“ in Eigenarbeit, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.

Liebe Grüße,
Verdandi




Liebe Verdandi,

danke für Deinen sehr schönen Bild-Gruß zum Jahresende, und Deine erklärenden Erläuterungen!!

Werde mich vorläufig 1 mal wöch. wieder an den Debatten hier beteiligen. ---

Ich wollte jetzt eigentlich über die Bewegung der Identitären nachsinnen, die mich sehr interessiert, z.Bsp. über Caroline Sommerfeld, deren Artikel über Kategorienfehler - bezüglich Luhmann und anderen im Blog "sezession" ich gestern las. (Für mich ist es mühsam, ihr Schreiben zu verstehen.)
Sie ist mit dem bekannten linksliberalen Literaturwissenschaftler Lethen verheiratet ist, aber selbst eine Ikone der Neurechten...

(Die Bewegung der Gelbwesten finde ich gut und berechtigt, aber weiß zu wenig, um verstehen zu können, warum sie weiterhin demonstrieren.
Befürchte, Méchelon und LePen werden sehr von den Schwächen Macrons bezüglich seines Führungsstils profitieren...)

Ich bin konservativer als Du, und war gegen Merkels Flüchtlingspolitik. Auch halte ich manche Forderungen der AfD für berechtigt, aber wegen der Rechtsradikalen kann ich sie leider nicht wählen. (Schrieb darüber im Thread über Rosa L.)
Eine gewisse ethnische Komponente für das Gefühl, in Deutschland beheimatet zu sein, halte auch ich für wichtig.
Allerdings erschreckt und empört mich natürlich die oft inhumane Radikalität der Rechtsradikalen...
Hätte ich nur die Wahl zw. rechts- und linksradikal, würde ich mich resigniert für die Wahl Linksradikaler entscheiden.

Freue mich, daß Du, Acul, Jacaranda und Gambler über Luhmann debattieren werdet!

Liebe Grüße
Migranda


Liebe Migranda,

schön, dass Du zurück bist und wieder mitmachen möchtest.

Ein kurzer Hinweis zu Deiner Schlussbemerkung: Ich hatte nicht vor, über Luhmann zu diskutieren, sondern hatte (im Thread von Gambler) nur der angekündigten Diskussion zwischen Gambler und acul folgen wollen, die aber dann dort nicht stattfand. Ich verstehe selbst zu wenig davon und meinte, dadurch etwas dazulernen zu können. Jetzt werde ich selbst recherchieren müssen.

▬▬▬__________


Ja, wir beide haben unsere Positionen bezüglich der neuen Rechten schon häufiger einander erklärt. Da es sich hier um ein philosophisches Forum handelt, könnten wir uns vielleicht darum bemühen, die grundsätzlichen Fragen herauszuschälen aus dem, was uns täglich so umtreibt?

Meine Ablehnung der Rechten hat viel mit dem Holocaust und mit Auschwitz zu tun, nicht weil ich denke, dass wir Deutsche eine aktuelle kollektive Schuld trügen, aber ich denke sehr wohl, dass wir Verantwortung dafür tragen – und dass werden wir m.E. immer tun, auch in die weitere Zukunft hinein! – , dass so etwas nie wieder geschieht! Weder bei uns noch anderswo. Aber vor allem nicht hier bei uns!

Meine Position ist diese: Wenn eine rechte Partei in ihren Reihen Holocaustleugner und Personen mit faschistoidem Gedankengut duldet, dann kann sie noch so viele „berechtigte“ Vorstellungen und Wünsche hegen, die damit angeblich nichts zu tun haben: Ich werde sie insgesamt ablehnen müssen, um meiner Überzeugung treu zu bleiben. Und das ist nicht verhandelbar für mich. Denn wenn ich auf sie zuginge, um ihre „harmloseren“ Forderungen zu bedienen, mache ich mich zu ihrem Erfüllungsgehilfen – auch in all den Dingen, die ich an ihnen ablehnen muss.

Man kann nicht mit Rassisten und Menschenverachtern über die von ihnen geforderte höhere Achtung ihnen gegenüber sprechen! Alle möglichen scheinbar noch so „neutralen“ Nebenschauplätze sind von ihrer Gesinnung überstrahlt und vergiftet.



Du erwähnst, dass Du über die Identitären „nachsinnen“ möchtest. Wikipedia beschreibt sie so:


>>Als Identitäre Bewegung (auch Identitäre Generation, kurz Identitäre) bezeichnen sich mehrere aktionistische, völkisch orientierte Gruppierungen, die ethnopluralistisch-kulturrassistische Konzepte vertreten. Sie gehen von einer geschlossenen „europäischen Kultur“ aus, deren „Identität“ vor allem von einer Islamisierung bedroht sei. Fachjournalisten und Wissenschaftler ordnen die Gruppe dem Rechtsextremismus zu. … Die Identitäre Bewegung entstand in Frankreich und fand Anhänger in weiteren Staaten Europas. Sie wurde auch von der 2003 in Italien gegründeten neofaschistischen CasaPound-Bewegung beeinflusst. … Vom österreichischen Verfassungsschutz wird die Identitäre Bewegung wie folgt eingestuft: >Die als „Bewegung“ auftretende Szene stellt die „Identität des eigenen Volkes“ in den Mittelpunkt ihrer Propaganda. Unter dem Deckmantel, das jeweilige Land respektive „ganz Europa“ vor einer „Islamisierung“ und vor Massenzuwanderung schützen zu müssen, wird auf einer pseudo-intellektuellen Grundlage versucht, das eigene rassistisch/nationalistisch geprägte Weltbild zu verschleiern. Die Distanzierung vom Neonazismus in öffentlichen Statements ist als taktisches Manöver zu werten, da sich in den Reihen der Bewegungseliten amtsbekannte Neonazis befinden und Kontakte in andere rechtsextremistische Szenebereiche bestehen.“< …<<

Was gibt es darüber „nachzusinnen“?

Vielleicht empfindest Du meine Frage jetzt als etwas provozierend. Aber das damit vermittelte Unverständnis auf meiner Seite ist authentisch. – Wir haben schon vor zwei Jahren hier darüber diskutiert – s. zum Beispiel Seite 3:



>> Migranda hat geschrieben:
Bezüglich der Neuen Rechten und ihrer Ablehnung weiterer Globalisierung:
Ich denke, Du nimmst das Bedürfnis vieler Menschen, sich ihre vertraute Heimat zu erhalten, nicht ernst genug.<<


Ich antwortete folgendes:
>>Du hast schon Recht, @Migranda. Und weißt Du warum? Ich kann es absolut nicht nachvollziehen, dass sich irgendjemand in Deutschland aufgrund der Flüchtlinge, die wir hier willkommen geheißen haben, und die hier wegen ihres Asylbewerberstatus‘ auch vorerst hier bleiben werden, so dass wir sie hier nun mit vereinten Kräften ernsthaft integrieren sollten (!), sich um den Erhalt seiner vertrauten Heimat ängstigen müsste!

Politiker müssen das sicher in einem gewissen Maße ernst nehmen, um Strategien dafür zu überlegen, wie sie in ihrem Wahlkampf darauf reagieren sollten. Denn sie müssen ja fast überall, wo sie auftreten, um für ihre Programme zu werben, (insbesondere im Osten) mit schmutzigsten Anwürfen rechnen – und dabei wären Tomaten sicher noch das geringere Übel. Aber Du wirst auch keinen Politiker dazu bewegen können, sich Sonntags zum Frühschoppen in der nächsten Eckkneipe einzufinden, um sich das faschistoide Stammtischgewäsch reinzuziehen.

Es stimmt schon, „links“ ist mir immer noch viel näher als „rechts“ es je sein könnte. Faschistoide „Argumente“ ekeln mich an. Dagegen kenne ich nur ein Rezept: Die meist zahlenmäßig weit überlegenen Teile der Gesellschaft, die deren Einfluss verhindert sehen wollen, müssen sich verstärkt aktiv zusammen finden und gemeinschaftlich dagegen angehen. Letztlich geschieht das auch zumeist, aber oft erst um fünf vor Zwölf - weil man das in früheren Zeiten gar nicht für nötig gehalten hatte. Jetzt aber gilt es, Flagge zu zeigen!

Zum Beispiel die europäische, leuchtend Blaue mit dem Kreis aus goldenen Sternen … <<



▬▬▬__________


Ich denke, liebe Migranda, wir sollten von den bisherigen zu grundsätzlicheren Themen gelangen, zum Beispiel diesen (s. Seite 1 dieses Threads):

• Begründung und Schutz ethischer Prinzipien in der Gesellschaft
• Bestimmung und Begrenzung politischer Planung
• Verhältnisbestimmung von Politik und Moral
• Fragen der sozialen Gerechtigkeit

Ich würde mich freuen, wenn wir ein Thema finden könnten, das viele Menschen berührt und meines Erachtens noch vor irgendwelchen Richtungsentscheidungen und Schuldzuweisungen eine Rolle spielen sollten. So wären wir auch nicht gezwungen, uns von vornherein auf bestimmte parteipolitische Positionen zu begeben. (Ich bin noch nie Mitglied einer Partei gewesen und habe noch nie Kandidaten bloß nach Parteizugehörigkeit gewählt. Mich interessieren grundsätzliche Haltungen in wichtigen Fragen und der Mut, Farbe zu bekennen.)

Mich interessiert zum Beispiel die Frage ganz allgemein, warum unsere Demokratie von so vielen Bürgern als schlecht und diktatorisch abgestempelt wird, wo doch insbesondere Nord-Korea, Russland und die arabischen Staaten ständig deutlich zeigen, was Diktatur und Staatsterror wirklich bedeuten. – Auch darüber haben wir in diesem Thread schon diskutiert, aber vielleicht noch nicht genug?

Die Fragen der sozialen Gerechtigkeit sind meines Erachtens sehr wichtig aber auch schwerlich möglichst objektiv zu beantworten, wenn man sich nicht darauf beschränken will, bestimmten Parteien bestimmte Haltungen vor- oder zugutezuhalten.

Im Grunde muss die Kritik jeden Politiker treffen, der nicht in der Lage ist, die Bälle: Humanität – Umwelt – Wirtschaft – Transferleistungen für Einkommensschwache – Steuergerechtigkeit usw. gleichermaßen in der Luft und in Bewegung zu halten und wie ein guter Jongleur allen Themen zugleich die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie benötigen, damit die Probleme in einem optimalen Verhältnis zueinander gelöst werden können.

Ich sehe da abseits von Lobbyismus und Parteiproporz zurzeit die eine oder andere politische Persönlichkeit – und das quer durch die meisten Parteien im Bundestag (außer AFD) –, aber keine Partei speziell, die alles oder das meiste richtig machen würde. Darüber zu diskutieren würde bedeuten, nicht von vornherein eine bestimmte Position zu vertreten oder zu bekämpfen, sondern eigene Vorstellungen zu entwickeln.



@Verdandi

Ich reagiere eben anders als Du, Verdandi, aber keineswegs deswegen, weil ich weniger betroffen sei von unserer schrecklichen Vergangenheit als Du, und zu eher rechter Gesinnung neige......
Könnte es nicht sein, daß Deine moralische Empörung und Dein Bedürfnis, mutig "Flagge zu zeigen", Dich daran hindert, Bedürfnisse und Sorgen andere besser zu verstehen?
Aber es ist völlig ok für mich, wenn Du kein Bedürfnis hast, darüber "nachzusinnen"...
Ich respektiere also Deine Haltung.---


--- Es gibt ja immer einen gewissen Prozentsatz von Menschern, die das Fremde fürchten und aggressiv ablehnen, aber das Erstarken der AfD hängt aus meiner Sicht auch damit zusammen, daß unsere linksliberalen Regierungen der Armutsmigration bisher nicht gewachsen waren...
Und daß auch junge gebildete StudentInnen, die schon weit gereist sind, sich zunehmend für diese Bewegung interessieren, hat mit diesem neuen Problem der Globalisierung zu tun, das uns alle überfordert...

@ Migranda

Du sagst es zwar, aber Du respektierst meine Haltung nicht wirklich, wenn Du mich auf der persönlichen Ebene angreifst! Ich habe in meinem obigen letzten Beitrag sehr ausführlich für meine Positionen argumentiert. Von Dir hätte ich erwartet, dass Du das zumindest respektierst, wenn Du schon nicht darauf eingehen willst. Stattdessen wirfst Du mir in Form einer scheinbar nur rhetorischen Frage, tatsächlich aber sehr deutlich vor, zu moralisieren, anstatt mich mit den Bedürfnissen und Sorgen anderer zu befassen, was einfach nur eine üble Unterstellung ist, die einer pauschalen Verurteilung gleichkommt.*

Auch der Rest Deiner Äußerungen besteht nur aus unreflektierten Pauschalbewertungen, die Regierung und die Flüchtlingsfrage betreffend.

Dass die extreme Rechte auch höchst intelligente Anhänger in ihren Reihen aufweisen kann, wissen wir doch schon seit der Zeit des Nationalsozialismus! Auch Frau Weidel ist mit Sicherheit nicht dumm. Aber was besagt das schon, außer, dass die hohe Intelligenz einer Person allein keineswegs bereits eine humanistische Einstellung garantiert.

Im Gegenteil, wer darauf hofft, dass sich die extreme Rechte auf Schlägertypen mir dumpfer Gesinnung reduziert, verkennt das Problem samt Gefahrenpotenzial für unsere freiheitliche demokratische Grundordnung auf fatale Weise.

Aber ich glaube, dieses versimplifizierende Schubladendenken ist in den Vorstellungen der meisten Demokraten inzwischen ohnehin längst passé, spätestens, seitdem Gauland, Weidel & Co. im Bundestag und in den Länderparlamenten sitzen, um dort ihre zutiefst menschenverachtenden Überzeugungen zu legitimieren. Obwohl sie dort ihre eigentlichen Beweggründe noch ein wenig zu verschleiern versuchen – anders als ihr
Parteigenosse Höcke, der wenigstens öffentlich sagt, was er wirklich denkt und schon mal die Leugnung der Massenvernichtung der Juden im Dritten Reich als „Meinungsdelikt“ verharmlost und Holocaust-Leugner verteidigt.

Ich kann immer nur wieder betonen, dass wir das nicht dulden dürfen! Daraus spricht kein bloßes „Moralisieren“, sondern die tiefe Sorge darum, dass sich in unserem Land wiederholen könnte, was wir doch für immer ausschließen wollten!


____________________


*Ich räume aber, um noch einmal auf Deinen Vorwurf zurückzukommen, gern ein, dass ich mit Dir auch über „Sorgen über die Flüchtlingsfrage“ und über das Asylbewerberrecht und die -praxis, sowie über ein m.E. notwendiges Einwanderungsgesetz diskutiert hätte, wenn Du nicht immer wieder die Parteipolitik mit ins Spiel gebracht hättest! Aber über die „Sorgen“ von AFD- Anhängern bzw. die deren Haltung Tolerierenden möchte und werde ich inhaltlich nicht diskutieren, solange Nazis und Nazi-Einstellungen in dieser Partei geduldet werden.

Das philosophisches Forum wäre hierfür, wie schon oft von mir erwähnt, ohnehin der falsche Ort, anders als das politischen Forum, wo Du sicher eher Gesprächspartner finden würdest, die bereit wären, sich mit Dir über die Sorgen speziell von AFD-Anhängern und -Sympathisanten bezüglich der Flüchtlingsfrage auszutauschen.



nachdem nun unsäglich auf der AfD herumgehackt wurde, ihr Verständnis von Demokratie und ihrer Nähe zur rechten Szene zelebriert wurde, sollte doch mal die Frage gestellt werden: wie demokratisch ist unsere Demokratie wirklich noch? Sind wir nicht langsam aber sicher auf dem Wege zu einer linken "Demokratie", einer "Demokratie", die entscheidet, was gut und besser für uns ist, ohne uns wirklich zu fragen, geschweige denn zu verstehen. Leben wir wirklich noch in einer Zeit der Demokratie (global gesehen)? Oder ist es eher eine Zeit (in Deutschland), die uns unsere Meinung bildet, die uns verständlich macht, was wir zu denken und zu fühlen haben? Nicht aus Uneigennützlichkeit, nein, aus "politischer Verantwortung"! heraus. Trägt die Politik nicht eine Verantwortung gegenüber seinen Bürgern, seiner Gesellschaft? Wie will sie dieser Verantwortung gerecht werden, wenn wir alle in eine andere Richtung laufen? Sie muß, über die Medien, dafür Sorge tragen, dass die "Massen" in die gewünschte (demokratische) Richtung laufen. Dabei sind alle, meist nur die Rechten (inkl. der AfD), mit allen Mitteln zu bekämpfen. Die Medien spielen dabei eine entscheidende Rolle, mittlerweile machen diese selbst Politik, statt über Politik zu berichten.
Also, was die Politik versucht, ist ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gerecht zu werden, doch sind die Mittel dafür wirklich demokratisch, ehrlich und aufklärend? Ich habe meinen Zweifel, nein, ich bin sicher, es sind mehr als Zweifel. Daher lese ich gern auf dieser Seite

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