Hallo, ich möchte euch fragen ob ihr euch vielleicht vorstellen könnt einen Platz für eine Pflegemiez anzubieten?

Da ich hie und da im Tierschutz unterwegs bin sehe und höre ich immer wieder daß es viel zu wenige Menschen gibt die einer Katze vorrübergehend ein Heim anbieten.

Was wäre die Vorraussetzung?

Platz, klar.
Wenn schon eine oder mehrere Katzen im Haushalt sind sollte der/die Neue ein eigenes Zimmer haben um in Ruhe ankommen zu können. Außerdem sollten dann die eigenen Katzen geimpft sein um damit Sicherheit vor Krankheiten zu haben.
Wenn keine Katze im Haushalt lebt braucht man vielleicht trotzdem ein ruhiges Zimmer für den Anfang damit sich die Katze nicht irgendwo verstecken kann wo man sie dann nicht sehen kann, unter der Küchenzeile ist ein beliebter Platz.

Zeit.
Die Pflegekatze braucht keine 24 Stunden Betreuung. Wenn ihr also arbeiten geht ist das normalerweise kein Problem. Aber morgens und abends sollte man sich dann ein oder zwei (oder mehr) Stunden Zeit nehmen für das Pflegie.

Geld.
Leider kann nicht jeder Tierschutzverein die vollen Kosten für Futter und Katzenstreu übernehmen. Die meisten Vereine leben von Spenden und dem was die Mitglieder selber finanzieren. Wenn der Pflegemensch dann diese täglichen Kosten übernimmt ist das eine Hilfe. Tierarztkosten und ähnliches werden in aller Regel vom Verein übernommen.

Mobilität
Ist in aller Regel nicht zwingend nötig, wenn man kein Auto hat wird die Pflegekatze auch gebracht und wenn mal ein Tierarztbesuch ansteht helfen liebe Menschen aus der Nähe in aller Regel auch.

Liebe zum Tier
Die Vorraussetzung und manchmal auch der Grund warum man zum so genannten Pflegestellenversager wird. Das passiert wenn man sich dann doch so sehr in das Pflegie verguckt daß man es dann nicht mehr her geben mag. Kein Problem, dann bleibt es und es gibt meist eine Pflegestelle weniger. Dafür werden dann wieder neue Stellen gesucht.

Was ist noch wichtig.

Oft wird schnell ein Platz gesucht. Wenn man sich bereit erklärt hat eine Pflegestelle anzubieten sollte ein Vorrat an allem da sein was man braucht. Futter und Streu.
Katzenklo, ja braucht man auch. Wenn man keines kaufen kann/mag hilft da vielleicht der Verein.
Und einen Kratzbaum sollte man haben, dito.

Manchmal kommen die Katzen aus schlechten Verhältnissen!
Sie könnten Flöhe haben oder Ohrmilben oder auch mal Durchfall oder ähnliches.
Dann darf man nicht gleich Panik haben, das läßt sich alles behandeln!!

Manche Katzen haben Angst, manche Katzen sind scheu.
Dann braucht man Geduld und Zeit. Schön wäre es dann sich zu der Katze zu setzen und mit ihr zu reden, ihr vorzulesen (hilft sehr gut!) oder auf ander Art vorsichtig Kontakt auzunehmen.

Und wenn dann alles klappt zieht die Katze dann irgend wann wieder aus.
Ja, der Verein kümmert sich um die Vermittlung der Katzen, sucht ein neues endgültiges schönes Zuhause. Und wenn es passt zieht die Katze da hin um, dann heißt es Abschied nehmen und sich freuen daß sie es in Zukunkft gut haben wird. Da fließt auch die eine oder andere Träne aber man freut ich auch.
Schön wäre es auch für die eventuellen neuen Besitzer der Katze die Möglichkeit anzubieten die Katze anzusehen, kennen zu lernen.

Und eine Vorkontrolle steht vor allem anderen.
Da kommt dann ein Mensch des Vereins für den man die Pflegestelle anbietet zu dir nach Hause und redet mit dir, schaut sich alles an und erzählt wie der Ablauf ist und beantwortet alle Fragen.

Was habe ich davon eine Pflegestelle anzubieten?
Es ist gut für dein Herz! Du tust etwas sehr gutes, wichtiges.
Du bringst eine Samtpfote auf den Weg in ein glückliches Leben.
Du hast (für eine Zeit) eine samtpfotige schnurrende gemütliche Begleitung.
Und du hast eine Aufgabe die sehr viel Spaß machen kann.
Du bist nicht verpflichtet einem Tier für immer ein Heim zu geben, du kannst die schönen Seiten daran für eine begrenzte Zeit genießen.

Ich selber durfte schon einigen Samtpfoten den Weg bereiten und kann nur sagen, es ist sehr schön. Aber manchmal auch schwierig sich wieder zu verabschieden.
Und eines der Pflegis ist dann auch bei mir geblieben und begleitet mich seit über 10 Jahren, ich mag meinen Kater auch nicht mehr missen.

Wer Fragen hat kann sie hier gerne stellen, ich werde sie so gut wie möglich beantworten.
Und wer sagt, ja, das mag ich gerne machen kann sich auch melden und mir seine PLZ sagen, ich würde dann versuchen einen Kontakt zu einem Verein herzustellen der in der Nähe ist und Pflegestellen sucht.
Schade, ich dachte bei so vielen Menschen die hier lesen hätte vielleicht irgend jemand Interesse an dem Thema.
Aber gut, ich bin ja hier und bleibe noch ein bischen.
Ihr dürft euch gerne jederzeit bei mir melden. 8)
Das Katzenproblem an der Wurzel packen.

Kastration ist oberstes Gebot.
Das stimmt.
In vielen Städten ist inzwischen die Kastration schon für freilaufende Katzen vorgeschrieben, ein erster und guter Schritt.

Aber das alleine löst nicht das Problem der zu vielen Katzen in Deutschland und der Welt.
Und es löst nicht das Problem wenn z.B. jemand stirbt oder in ein Pflegheim muß oder aus anderen Gründen eine Katze "Übrig" bleibt.

Manchmal braucht man dann relativ schnell Hilfe von Menschen die zum Beispiel eine Pflegestelle anbieten.
Schön, von der Möglichkeit einer Pflegestelle auf Zeit hier zu lesen. :)

Ich habe zur Zeit 2 Katzen und 2 Kater, die mit mir wohnen.
Eine Katze und ein Kater sind aus Ungarn zu mir gekommen, weil sie dort als kleine Kätzchen
meiner ungarischen Freundin in den Garten geworfen wurden. :mrgreen:
Sie selbst konnte sie nicht behalten (ursprünglich waren es nämlich 4), sie hatte selbst schon
7 Findelkatzen. Ich habe sie aufgezogen, und wir haben eine sehr gute mentale und verbale Kommunikation, ich könnte einen Film mit ihnen drehen. hihi :lol:

Einen Kater habe ich auf der Strasse aufgelesen. Er wurde irgendwo in der "Walachei"
zwischen zwei Dörfern in der Ferienzeit ausgesetzt. :mrgreen:
Er war bereits erwachsen und sehr zutraulich, schmust aber eher mit den ungarischen Katzen
als mit mir. smile smile :)
Nach einem Hundekontakt und vermutlich anschliessendem Autounfall musste ihm das rechte Hinterbein amputiert werden, es war leider nicht mehr zu retten. Seitdem hat er trotzdem seit
einigen Jahren ein lebenswertes Katzenleben, verträgt sich sehr gut mit den beiden anderen.

Seit über zwei Jahren habe ich via Tierschutz eine verwilderte Katze in einem Ferienhaus-Quartier gefangen und aufgenommen, die von ihren Besitzern einfach zurückgelassen worden war. :mrgreen:
Sie streunte herum und war bis auf die Knochen abgemagert, hatte grossen Hunger und schrie laut, woraufhin eine Nachbarn sich erbarmte und ihr Katzenfutter an die Strasse stellte, was von den übrigen Nachbarn aber nicht gerne gesehen wurde. :mrgreen:
Ich konnte sie auf meinem grossen verglasten Balkon halten, wo sie auch bei geöffneten Türen blieb. Sie kommt seit einiger Zeit aber nun auch in die übrige Wohnung und gewöhnt sich langsam an das häusliche Leben. Nach einem kurzen Ausflug nach draussen kam sie nach 3 Wochen wieder völlig abgemagert und verletzt zurück. Ich konnte sie wieder ins Haus locken, und nun versteckt sie sich
auch nicht mehr so lange und faucht nur noch hier und da ganz leise, wenn man ihr zu nahe kommt. Doch auch das wird sich mit der Zeit noch legen. Sicher wird sie es auch noch das Durchschlüpfen durch die Katzenklappe lernen. Völlig fremde Katzen können es ja auch! :wink:

Meine anderen drei haben kein Problem mit ihr, und sie nicht mit ihnen. :o
Es sind alles friedliche Tiere, und nur so war es möglich, sie alle zu behalten. :o

Sollte ich einmal ganz ohne Katzen sein, schliesslich sind sie schon über 10 Jahre bei mir und leben
ja auch nicht ewig, so werde ich sicher einen oder mehrere Pflegeplätze für Katzen anbieten,
wenn mir das dann noch möglich ist - vielleicht würde ich sogar einen Hund aufnehmen.
Die Gefahr besteht allerdings, dass mir ein Tier so ans Herz wächst, dass ich es behalten möchte - allerdings nur dann, wenn es keinen Besitzer hat und im Tierheim leben müsste. :(

Nachdem ich nun schon einige Jahre alleine wohne, suche ich umgekehrt auch Personen,
die während meiner Abwesenheiten bei mir wohnen möchten, Ferien am See machen können
und als Gegenleistung meine Katzen betreuen. :) 8)
Vielleicht findet sich ja jemand in diesem Forum. 8)

In hoffentlich absehbarer Zeit steht dafür auch eine kleine separate Wohnung zur Verfügung.
Katzenbetreuung geht eigentlich immer recht gut auf Gegenseitigkeit.
Hast du mal versucht in deinem Ort jemanden zu finden der auch Katzen hat und auch mal in Urlaub fahren will?
Ich habe eine nette Frau die auch einen Kater hat und wir betreuen unsere katzen auf Gegenseitigkeit, das klappt sehr gut schon seit vielen Jahren.
Dann kann man auch einen Katzensitter für Geld bestellen.
Oder einen netten Menschen suchen der in der Urlaubszeit bei dir wohnt so wie du es nun planst.
Je nach dem was du suchst und brauchst solltest du an unterschiedlichen Stellen suchen!

Hier im Forum scheint das Interesse an dem Thema eher nicht so groß zu sein. :wink:
Ja, Gegenseitigkeit klappte auch bei mir immer sehr gut.
Ich bin aber umgezogen, in einen fast rein französisch-sprachigen Ort.
Da gestaltet sich die Kontaktaufnahme nicht so einfach.

Trotzdem hatte ich auch eine gegenseitige Betreuung am Ort gefunden.
Zuerst war alles super. Es kam bei mir dann immer mehr Betreuungsbedarf auf,
so dass der gegenseitige Zeitaufwand nicht mehr im Einklang war.
Revanchieren konnte ich mich leider nicht, es wurde nichts angenommen.
Leider gingen die Ansichten mit der Zeit auch ziemlich auseinander.
Ich musste z.B. Füchse und Rehe füttern, und meine Katzen bekamen anderes Futter,
das als besser befunden wurde, und auch um sie zu "bestechen". Du meine Güte!

Mit der Zeit werde ich sicher hier am Ort wieder jemand auf Gegenseitigkeit finden.
Auch gegen Geld wäre wohl jemand zu finden.
Die Zeit, die dann mit den Katzen verbracht werden kann, wird sich aber auf tägliches Füttern
und Kistchen putzen beschränken.

Wenn ich nur ein paar Tage weg bin, kommt nun ein Freund, der ca. 30 km entfernt wohnt. :D
Ich lege aber auch Wert darauf, dass die Tiere nicht lange sich selbst überlassen bleiben.
Sie sind zwar selbständig und haben ihre Katzenklappe, können also machen, was sie wollen,
drin oder draussen. Trotzdem sind sie doch sehr an Gesellschaft gewöhnt und holen sich ihre Streicheleinheiten ab.
Wenn ich mal 2-3 Wochen oder auch länger verreisen möchte, wäre es auch sonst gut,
wenn in der Zeit jemand im Haus wohnt, mindestens auch nachts.

Und ja, du hast Recht, das Interesse hält sich in Grenzen. :wink:
Meine Familie hat in 3 Haushalten seit 1995 insgesamt 15 Katzen, von der Straße oder aus dem Tierheim bzw. Katzen, die ins Tierheim sollten, aufgenommen. Alles Tiere, die keiner mehr wollte. Einige waren schon älter, einige hatten Handicaps wie der Kater meiner Tochter Epilepsie.

Die erste Katze bei meinen Eltern sollte auch nur bleiben, bis ihre Kastrations-OP überstanden und die schlimmste Winterkälte vorbei war.... daraus wurden dann 16 Jahre!
Meine Mutter, inzwischen über 80 und verwitwet, hat jetzt nur noch eine Katze. Gern hätte sie wieder eine zweite dazu genommen, aber vernünftigerweise hat sie darauf verzichtet. Nun hat sie die Patenschaft für eine nicht vermittelbare Tierheimkatze übernommen.
Das ist auch eine gute Art, den Tierschutz zu unterstützen, wenn man selbst keine Tiere halten kann!

Mein Kater Timmi hat inzwischen 3 Mitbewohner überlebt. Jetzt ist er 16 und sehr sensibel, so dass ich ihm keinen neuen Stress zumuten möchte!
Eine Pflegekatze kommt daher für mich nicht infrage, so leid es mir tut. Aber wenn mein Timmi mal nicht mehr ist, werden wieder zwei Katzen bei mir ein Zuhause finden..... und natürlich werden sie aus dem Tierheim sein!
Die verwilderte Katze, die ich ja vor ca. 2 Jahren via Tierschutz eingefangen und "vorübergehend" aufgenommen hatte, würde ich nicht mehr hergeben, nicht nur, weil sie SO noch immer nicht vermittelbar ist.

Als wir noch in unserem "Stöckli" auf dem Land wohnten, brachte uns eine Bauernkatze, die angeblich nicht dem Bauern gehörte, immer ihre Jungen.
Wir konnten die kleinen Kätzchen nicht vermitteln, denn man soll sie mindestens 12 Wochen bei der Mutter lassen. Aber sie waren von Anfang an schon so süss und lieb, dass wir uns nie von ihnen trennen konnten.
Als wir dann schliesslich 14 Katzen hatten, 10 von dieser und 4 von einer anderen Bauernkatze, gab ich der Mieze die Pille. Weil wir auf dem Land wohnten und weil wir Katzenklappen in den Türen und einem Fenster hatten, verteilten sie sich - und es fiel gar nicht auf, dass wir so viele hatten. :)