Hallo liebe Community,

Ich möchte erst einmal allen ein „Gesundes Neues Jahr!“ wünschen.

Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. So oder ähnlich geht ja wohl das Sprichwort….

Leider gibt es Situationen im Leben, in denen trotz aller Bemühungen die Gesundheit so sehr beeinträchtigt ist, dass man über „Pflege“ nachdenken muss. Das betrifft bedauerlicherweise in zunehmendem Maß doch einige von uns, die wir hier bei 50+ aus den verschiedensten Gründen zusammenkommen. Egal, ob nun die Eltern, Verwandte, Freunde betrifft oder man vielleicht selbst betroffen ist. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich meinen Beitrag bei „Freunde und Familie“ geschrieben habe, denn genau um unsere Familie und Freunde geht es ja.

Obwohl wir hier bei 50+ wirklich viele Themengebiete in unterschiedlichen Foren lebhaft diskutieren können, habe ich bisher keinen Thread zum Thema „Pflege“ entdeckt. Besonders gern beschäftigen sich wahrscheinlich nur sehr wenige mit diesem Thema – aber es gehört irgendwie doch zum Leben dazu und niemand weiß, was die Zukunft bringen mag.

Ich würde deshalb gern eine nachhaltige Diskussion zum Thema „Pflege“ im weitesten Sinn anregen wollen.

Welche guten oder vielleicht auch weniger gute Erfahrungen haben wir bisher gemacht? Was sind unsere Erwartungen, Hoffnungen oder auch Ängste? Pflegedienst oder Pflegeheim?

Je nachdem, wie die Interessenlage zu diesem Thema ist, könnte man Teilthemen in unterschiedlichen Threads behandeln oder auch über eine separate Themengruppe nachdenken.

Es sollte mich wundern, wenn es hier bei 50+ nicht auch Mitglieder gäbe, die beruflich mit der Pflege zu tun haben bzw. hatten und ihre Erfahrungen und Meinungen mit uns teilen würden.

Deshalb meine Fragen: Wer hätte denn grundlegend Interesse, das Thema zu diskutieren? Was sollte aus Eurer Sicht angesprochen werden?
"Pflegedienst oder Pflegeheim?"

Solange es geht sollte es den Betroffenen ermöglicht werden, in ihren eigenen vier Wänden und im gewohnten Wohnumfeld verweilen zu können.

Es kommt aber schon drauf an, wie pflegebedürftig man ist. Welche körperlichen und mentalen Einschränkungen man hat.

Möchtest Du das Thema Demenz hier mit behandeln oder ausklammern? Es gibt ja körperlich gesunde Menschen, die infolge des Nachlassens ihrer kognitiven Fähigkeiten anderer Hilfsangebot bedürfen als die, bei denen die körperlichen Kräfte schwinden.
"Welche guten oder vielleicht auch weniger gute Erfahrungen haben wir bisher gemacht?"

Gute: Die Mutter meiner Freundin wurde gut zwei Jahre lang von einem Pflegedienst zuhause versorgt, von zwei Pflegerinnen, die abwechselnd im Haus gewohnt haben und nur für sie da waren.

Schlechte: Eine Freundin nahm die Schwiegermutter bei sich auf, weil die nur noch eine Lebenserwartung von zwei Monaten hatte. Dank ständiger Zuwendung lebte die noch jahrelang, meine Freundin kam nur noch auf dem Zahnfleisch daher und zum Dank hat sich ihr Mann eine Freundin zugelegt..
"Was sollte aus Eurer Sicht angesprochen werden? "

Wohnmodelle für Senioren.
Hallo Translation,

Vielen Dank für Deine Beiträge, speziell für die Schilderungen aus Deinem persönlichen Umfeld. Es ist schon krass, was Deiner Freundin da zugestoßen ist.

Ich habe mir bewusst noch keine Gedanken gemacht, wie man das breitgefächerte Thema strukturieren könnte. Es ist ja erst einmal die Frage zu beantworten, ob grundlegend die Bereitschaft/Erfordernis besteht, solche Themen bei 50+ zu diskutieren. Es gibt ja zugegebenermaßen bedeutend angenehmere…

Allerdings sehe ich schon - auf Grund der Vielfalt des Themas, seiner Aktualität und Wichtigkeit sowie der großen Anzahl der Mitglieder - ein Potenzial, hier einen guten Mix an Themen und Meinungen zu diskutieren.

Mich persönlich beschäftigt derzeit vor allem die Frage, woran man denn eigentlich einen „guten“ Pflegedienst oder eben ein „gutes“ Pflegeheim erkennt. Für mich ist das alles sehr verwirrend und deshalb bin ich speziell an dieser Frage interessiert.

3/3
Ja, das würde mich auch interessieren.
Wie man "gute", empfehlenswerte Dienste oder Heime findet.
An welchen Kriterien man sie erkennt.

Oft eilt es ja in einem Pflegefall. Gut, dann muß man eh den Dienst oder das Heim nehmen, der gerade kann oder einen Platz freihat. Aber man kann da ja wechseln, sollte man nicht zufrieden sein.
Aber als vollkommener Laie, der von so einem Thema keine Ahnung hat, ist es eigentlich gar nicht möglich, das zu entscheiden und die richtigen Fragen zu stellen.


Meine Mutter, eine sehr, sehr schwierige Person, hatte zweimal je ein paar Monate lang eine osteuropäische Pflegerin, die bei ihr gelebt hat. Das hat ihr gefallen und sie war sogar sehr nett zu ihnen, was alle überrascht hat.
Bisher unabhängig, autark und stolz darauf kommt ein Jemand wegen eines ersten gesundheitlichen Problems in die Klinik. Dort stellt sich heraus, daß es nach einer Reha-Gnadenfrist kein Zurück mehr in die eigene Wohnung geben kann.
Wenn nun der Jemand und seine Angehörigen komplett ratlos da stehen - ist es eigentlich schon zu spät.

Wem die Selbstbestimmung wichtig ist, der sollte vorsorgen!

Sich beizeiten eine altersgerechte Wohnung suchen, auch wenn seine liebgewonnene im dritten Stock ohne Lift mit der Löwenfuß-Badewanne im Marmorbad, den niedrigen Sitzmöbeln, dem empfindlichen Parkett, den hohen, aber schlecht zu heizenden großen Räumen und dem antiken Bett so stilvoll ist.

Einem jüngeren Menschen, dem man unbedingt vertraut, eine Vorsorgevollmacht erteilen, bevor das Amtsgericht eine Betreuung an einen Profi vergibt, der noch für für 99 andere Leute zuständig und chronisch unerreichbar ist.

Eine Patientenverfügung verfassen und darin genau festlegt, welche lebensverlängernde Maßnahmen man zu ertragen bereit ist.
Sich in dem Zusammenhang auch mit dem Thema Tod und Organspende befassen und dabei nicht nur mit der Werbung der Bundesregierung.
(Eine Organspende schließt einen natürlichen Tod aus und denkt nicht, Alter schützt grundsätzlich vor der Brauchbarkeit von Ersatzteilen)

Freundschaften und Netzwerke pflegen, Hilfsbereitschaft kommt oft zurück.

Aus meiner Erfahrung: Vermeidet nach Möglichkeit Heime! Für das Geld, das die kosten, kann man sich eine Menge liebevolle Pflege ohne Akkordstress kaufen.
Alles klar,

beantwortet aber leider die Frage, wie man ein gutes Heim oder einen guten Pflegedienst erkennt, gar nicht :wink:


Wie hier ja schon öfter behandelt wurde, ist es nicht so einfach, einen jüngeren Menschen als Bevollmächtigten zu finden, der es tatsächlich machen will und kann, dem klar ist, was das real bedeutet usw.
Bis jetzt und auch jetzt noch nicht, hätte ich das für Nichtverwandte auch nicht gemacht. Ich würde es nur für die Kinder machen, und auch das nicht gerne.
"Ja, das würde mich auch interessieren.
Wie man "gute", empfehlenswerte Dienste oder Heime findet.
An welchen Kriterien man sie erkennt. "

Es gibt z.B. von der AOK einen sog. "Pflegenavigator":

https://www.pflege-navigator.de/

In diesem sind auch die dort genannten Pflegedienste bewertet. Ob man das nun 1:1 übernehmen kann, weiß ich auch nicht, aber es gibt zumindest einen gewissen Anhaltspunkt.

Ansonsten könnte man seinen Hausarzt/Facharzt fragen, ob er diesbezügliche Erfahrungswerte hat.

AK
Danke für den Link.
Gerne :)
Die Vorsorgevollmacht an einen jüngeren Menschen geben, dem man unbedingt vertraut...
Schön, wenn man so jemanden kennt, der es dann auch tun will und auch in der Nähe wohnt und erreichbar ist.
Ich kenne so jemanden nicht.

Berufsbetreuer sind nicht alle schlechte Menschen. Ich hatte gerade mit jemandem zu tun. Sie hat alles menschenmögliche für den betreffenden Klienten getan. Dieser ist HartzIV Empfänger, also sind keinerlei finanziellen Vorteile für die Betreuerin zu erwarten. Erreichbar ist sie in der Regel auch, natürlich gibt es auch weitere Klienten.

Ich würde gerne eine Vorsorgevollmacht ausstellen, habe aber keinen Adressaten.
Was kann man da tun?
Muss man überhaupt etwas tun?
Zum Thema "Pflege" könnte ich ein Buch schreiben.
Bei meinem vor einem Jahr verstorbenen Mann wurde 2013 ALS diagnostiziert. Ein Jahr vorher hatte sich die Krankheit schleichend angekündigt, aber es dauerte über ein Jahr, bis man sie erkannte. Für die, die ALS nicht kennen: Stephen Hawking war wohl der bekannteste Patient.
Die Krankheit verlief typisch und schleichend, so dass wir langsam in das Thema Pflege hineinwachsen konnten. Über den Daumen gepeilt kann ich sagen, dass alle halbe Jahre nach und nach die Funktion seiner Gliedmaßen ausfiel: rechter Arm, linker Arm, rechtes Bein, linkes Bein. Zum Schluss konnte mein Mann noch nicht einmal die Klingel mit der Hand drücken.
Anfangs schaffte ich seine Pflege, kam jedoch dann an einen Punkt, wo ich Hilfe benötigte.
Wir hatte nur Gutes von 24 Stunden-Betreuungen aus Osteuropa gehört und so recherchierte ich im Internet. Der Markt ist groß. Ich hatte dann eine Agentur in Süddeutschland ausgewählt, die mit einer Agentur in Polen zusammen arbeitet. Vermittlungsgebühr 790 €.
Nachdem ich online ein Formular ausgefüllt hatte, bekam ich etliche Vorschläge von angeblich versierten Fachkräften. Schnell hatten wir unsere Wahl getroffen und ich freute mich über die künftige Entlastung.
Ich versuche, nicht zu ausschweifend zu erzählen….
Ich wurde überrumpelt durch die 5 Tage verfrühte Anreise der Pflegerin. Mein Mann war noch im Krankenhaus und ich hinter Genua auf dem Heimweg von Südfrankreich, als ein Anruf kam, die Dame stünde vor dem Haus und keiner wäre da. Die Nachbarn erbarmten sich und nahmen sie bei sich auf. Die Frau war einfach vor unserem Haus abgesetzt worden und hatte nur 10€ in der Tasche. Von der Agentur in Deutschland hat sich niemand um sie gekümmert.
Am nächsten Tag war ich zuhause und holte sie ab. Seltsam, sie sah ganz anders aus als auf dem Profil. Als ich sie mit Namen ansprach, erklärte es sich: sie war eine andere. Die Pflegerin unserer Wahl wäre krank geworden. Wir hatten eine Frau mit sehr guten Deutschkenntnissen ausgewählt, unsere konnte sich kaum verständigen. Ich bekam keine Papiere von ihr, kein Profil, nichts.
Da man verpflichtet ist, sich zu informieren, ob die Pflegerin angemeldet ist, also nicht schwarz arbeitet, forderte ich von ihr und der Agentur die entsprechenden Unterlagen. Ich wurde immer wieder vertröstet. Da sie nicht wirklich eine Hilfe war (sie bestand immer darauf, dass ich ihr helfe), kündigte ich den Vertrag. Ich sah mich gezwungen, einen Rechtsanwalt einzuschalten.

Aufgrund der schlechten Erfahrung nahm ich dann eine Pflegeambulanz zur Hilfe. Morgens und abends kam eine Frau und wusch meinen Mann, kleidete ihn an und einmal die Woche wurde er gebadet. Das klappte hervorragend und diese Frauen verdienen meinen absoluten Respekt. Immer fröhlich und motiviert. Das hat auch meinen Mann sehr entspannt. Tagsüber und auch nachts betreute ich ihn und es lief sehr gut. Damit ich auch einmal tagsüber etwas erledigen konnte, holte ich über die Plattform betreut.de Personen zur Betreuung.
Mir war schnell klar, dass ich das aber nicht 365 Tage im Jahr durchhalten würde und so ging ich im Frühjahr und Herbst je zwei Wochen nach Südfrankreich in Urlaub. Organisiert hatte ich seinen Aufenthalt über Kurzzeitpflege in einem Seniorenheim.
Moralisch unterstützt wurde ich von einer Dame der Pflegebetreuung, die Kontakt aufnimmt, wenn jemand in eine Pflegestufe kommt.
Trotz all der Unterstützung merkte ich Ende 2016, dass ich mit meinen Kräften am Anschlag war, ich hätte es aber nie übers Herz gebracht, meinen Mann in einem Heim unterzubringen, solange es zuhause noch möglich war.
Ich versuchte mein Glück dann mit einer anderen Agentur und Pflegekräften aus Rumänien. Zwei Pflegerinnen und ein Pfleger kamen ins Haus. Nach jeweils einer Woche musste ich sie nach Hause schicken, weil sie unfähig waren.
Seine Krankheit schritt jedoch voran und im November 2016 musste er wegen Lungenproblemen ins Krankenhaus. Seine Lungenmuskulatur wurde schwächer und er musste ab da mit Druck beatmet werden. Da war für meinen Mann der Zeitpunkt gekommen, wo er nicht mehr nach Hause wollte. Er hatte Angst, zu ersticken und wollte immer geschulte Fachkräfte erreichbar haben.
Ich begab mich dann auf die Suche nach einer Beatmungs WG. Diesen Tipp hatte ich von einer Krankenschwester auf der Intensivstation bekommen.
Nun versuche ich, etwas zügiger fortzufahren. Was kam war fast ein Jahr in der Beatmungs WG. Da dort aber nur Wachkomapatienten lagen, war er bis auf Besuche sehr isoliert. Also suchte ich einen Platz in einem Altersheim mit Pflege. Ein schwieriges Unterfangen!!! So pflegeintensive Patienten will kaum jemand aufnehmen. Auch nicht die, die unter dem Mantel christlicher Nächstenliebe etc. ihre Pflegeeinrichtung vorstellen. Hinter Augsburg fand ich einen Platz. Zweimal die Woche Besuche bei ihm. 2,5 Stunden hin, 3 Stunden wegen Feierabendverkehr zurück. Drei Monate lag mein Mann dort und alle gaben sich wirklich Mühe. Nur hatte mein Mann Angst, so weit weg von mir zu sein, also wieder auf die Suche.
Ich hatte auch ein schönes Heim 30 Minuten von unserem Wohnort gefunden. Obwohl ich in Vorgesprächen mehrmals erklärt hatte, dass mein Mann druckbeatmet wird, und mir jedes Mal versichert wurde, das wäre kein Problem, erlebte ich eine bittere Enttäuschung. Ich hatte schon Pflegerollstuhl, Wäsche und mehr in sein künftiges Zimmer gebracht, als mich der Heimleiter nochmals zu sich bat. Trotzdem ich schon den Vertrag hatte, erklärte er mir, sie könnten meinen Mann doch nicht nehmen. Er wäre zu pflegeintensiv. Ich war am Boden zerstört und räumte wieder alles aus und in meinen Transporter ein.
Es folgten Zwischenstationen im Krankenhaus (weil ich nicht wusste, wo ich ihn unterbringen sollte) und dann auf einer Schwerstpflegestation. Dort wäre unser monatlicher Eigenanteil 3.700€ gewesen (damit man eine Vorstellung hat, was so etwas kostet).
Zwischenzeitlich hatte ich einen Antrag auf Aufnahme in einem Hospiz gestellt. Ich dachte immer, in ein Hospiz dürfen nur Sterbende oder Kranke, bei denen absehbar ist, dass sie nicht mehr lange leben. Dies ist nicht der Fall. Ins Hospiz dürfen auch Kranke, die unheilbar krank sind. Auch wenn sie noch lange leben.
Dies war die beste Entscheidung und ich bin sehr dankbar, dass Anfang Januar 2018 der Anruf vom Hospiz kam, für meinen Mann wäre ein Zimmer frei.
Mit welcher Liebe und Fürsorge mein Mann dort gepflegt wurde. Das war unglaublich. Für uns Beide war es ein so tiefes Glücksgefühl, dass er solch einen schönen Platz bekommen hatte. 11 Tage durfte er dort sein, dann kam sein überraschender Tod, der eine Erlösung war. In absehbarer Zeit wäre ein Luftröhrenschnitt unvermeidbar geworden. Das ist ihm erspart geblieben.
Es gäbe noch viel mehr zu berichten, aber es ist schon länger geworden, als ich vorhatte. Falls jemand einen ähnlichen Pflegefall in seiner Familie oder Freundeskreis hat, kann man mich gerne anschreiben.
Liebe neugierige Stierfrau,

danke für Deinen ausführlichen Bericht, der auch DEIN Leiden beschreibt, ich wünsche Dir, nach diesem Schreiben geht es Dir besser.
Erhole Dich gut, Du bist eine starke Frau, die das alles geschafft hat!

Liebe Melissa,
diese Heimbeurteilungen kann man in die Tonne treten, da wird die Schriftgröße einer Speisenkarte mit der selben Punktezahl bewertet, wie massive Pflegemängel, kein Heim hat eine Note unter Eins Komma irgendwas.

Der Fehler liegt im System, Pflegeheime gehören heute meist als Ketten Kapitalgesellschaften, deren einziges Interesse im maximalen Gewinn liegt.
Bei den kirchlichen Besitzern: dito!
Dazwischen sind noch Pächter, Subunternehmer, Leiharbeitsfirmen, Lieferanten, Makler... Für die Pfleger und die zu Pflegenden ist dann vom reichlich vorhandenem Geld nichts mehr übrig.
Jeder unbesetzte Arbeitsplatz bringt noch mehr Profit.
Und, wenn Pflegekräfte so knapp wären - warum bezahlt man ihnen nicht einmal so viel, daß sie von ihrem Einkommen leben können?
Dafür leisten die Schwerstarbeit im Akkord, wer versucht, den Bewohnern noch ein wenig gerecht zu werden, arbeitet regelmäßig seine Pause durch, irgendwann gibt jeder auf, der ein Gewissen hat. Übrig bleiben die, den die "Ausgelieferten" wurscht sind und die, die nichts anderes finden.

Es soll auch Ausnahmen geben.

Ein gutes Heim? Erkennt man am Geruch zuerst, es muß nicht überall nach Fälkalien stinken.
Oder daran, daß induviduelle Wünsche ernst genommen werden, daß die Leckereien, die Angehörige mitbringen, nicht verschwinden oder im Nachttisch vergammeln.
Daß das Essen nicht ausschließlich aus Fertigfutter besteht.
Daß dem Kranken zwar beim Anziehen geholfen wird, er aber bestimmt, was. Daß die Bewohner mit Respekt und Freudlichkeit und Geduld behandelt wird, auch wenn sie dement sind.
Daß er gesiezt wird.
Daß die Bewohner nicht inkontinent gemacht werden, sondern jemand die Zeit hat, sie bei Bedarf auf die Toilette zu begleiten, statt in eine Windel zu stecken.
usw.

Gegen den § 1 des GG wird nirgends so oft verstoßen, wie in den Pflegeheimen.

Ausländische Pflegerinnen?
Kann gut gehen, muß nicht. Oft wird bei den Agenturen viel versprochen und wenig gehalten. Am Besten, die Leute, die die Pflege leisten, selbst bezahlen und nicht eine oder zwei beteiligten Agenturen, die wenig der Einnahmen weitergeben.
Ich finde, man kann nicht völlig unbekannte Menschen einander überlassen, von denen sich zumindest einer nicht wehren kann. Ausprobieren, ob es paßt!
Die optimale Lösung: Irgendwo hat ein Kranker sein Leben vollendet, die Pflegerinnen sind im Laufe der Zeit Familienmitglieder geworden, denen man dankbar ist. Die brauchen aber einen neuen Job...

Könnte noch lang über das Thema schreiben - ich habe eine Alternative entwickelt - ein ander Mal....
...was ich nur jedem empfehlen kann, ist eine zusätzliche Pflegeversicherung.
Für den Fall der Fälle ist das eine große Entlastung und Erleichterung.