Ein guter Bekannter ging im Juli nach einem befriedigenden, ausgefüllten Berufsleben in Pension (Rente). 2 Monate ging es ihm gut, er genoss die Zeit mit der Familie, vor allem dem kleinen Enkelsohn.
Im September veränderte er sich ... er hatte zu nichts mehr Lust, seine Freunde interessierten ihn nicht, mit dem Kleinen konnte er nichts mehr machen.
Diagnose: Depression
Nach anfänglicher ambulanter Behandlung kommt er morgen von einem vierwöchigen Klinikaufenthalt wieder nach Hause.
Seine Familie hat aber noch keine Besserung bei ihm festgestellt.........
Niemand kann verstehen (auch ich nicht) daß dieser immer lustige gut aufgelegte Mensch, der an so vielen Dingen Freude hatte, ein schönes Hobby pflegt plötzlich zu nichts mehr Lust hat, keine Freude am Leben. Spaziergänge zu anstrengend, ein Besuch nach 5 Minuten zu Panikattacken führt...........

Kennt Ihr so etwas, wie geht man als Angehöriger damit um, gibt es Ratschläge ..........
Wenn die Diagnose bereits festgestellt wurde, ist es wahrscheinlich am besten, wenn dein bekannter einen Psycohologen aufsucht. Die PVA zahlt die ersten Stunden (zumindest zur Hälfte). Oft ist das Problem schon nach 10 Sitzungen so gemildert, dass der depressive Mensch sich wesentlich besser fühlt. Die Gespräche mit "professioniellem Gesprächspartner" sind sicher sehr hilfreich, damit dein bekannter mit der geänderten Lebenssituation besser bis sehr gut umgehen kann.
Was ich eigentlich sagen will, er muss den "richtigen Psychologen seines Vertrauens" finden. Das kann einige Zeit dauern und auch einigen Wechsel mit sich bringen. Aber wenn der ihn gefunden hat, klappt es 100 %ig.
Midaz600 hat geschrieben: Was ich eigentlich sagen will, er muss den "richtigen Psychologen seines Vertrauens" finden. Das kann einige Zeit dauern und auch einigen Wechsel mit sich bringen. Aber wenn der ihn gefunden hat, klappt es 100 %ig.


Danke für den Hinweis. Er war ja nach einigen Wochen ambulanter dann auch drei Wochen in klinischer Behandlung. Jetzt ist er wieder in ambulanter Behandlung - aber Besserung gibts noch nicht.
Mit Medikamenten ist es zwar ein klein wenig besser - aber dafür haben die eben auch andere Nebenwirkungen.

Besonders schwer ists momentan für seine Frau und die Kinder.
Hallo,

das sind ja zwei verschiedene Themen.

1. Umgang mit dem Ende der Karriere, der Suche nach einem neuen Sinn

2. Panikattacken??

Aus meiner Coachingarbeit weiß ich, das die Sinnsuche und Neuorientierung Zeit und Unterstützung benötigen kann. Männer tun sich hier schwerer als Frauen. Hinter Panikattacken steht mehr, nämlich Ängste. Angst wovor? Existenzangst wegen verringertem Einkommen? Angst vor Veränderung? Angst vor Krankheit, Tod?

Mein Tipp: Falls die Bereitschaft zur psychologischen Betreuung nicht vorhanden, sich mit Experten der Industrie für bunr-out, Coaching, etc. in Verbindung setzen.

Gruß Ulrich
vielleicht ist es die Angst davor, dass das Leben nun nicht mehr "endlos" dauert, dass die Zeit, die man noch Dinge planen könnte, begrenzt ist, dass das meiste Leben an Jahren vorbei ist....?? Sicher fällt Männern das schwerer und nicht jeder hatte die Zeit im langen Berufsleben sich auf die Zeit danach vorzubereiten, bzw., die meisten hielten das nicht für nötig.?
Ich überlege auch manchmal, was ich alles nicht gemacht habe....