Kann mich dem guten Vorbeitrag anschließen
bis auf die uneingeschränke Empfehlung Vorlagen zu verwenden.
Für die Vollmacht stimmt das, damit sie juristisch einwandfrei ist,
wobei auch dabei gut zu überlegen und indiviuell zu entscheiden ist, für welche Bereiche sie gelten soll. Es können auch verschiedene Personen für verschiedene Bereiche bevollmächtigt werden.
Zu erwähnen ist noch der Unterschied zwischen einer Vollmacht und einer Vorsorge-Vollmacht. Erstere gilt grundsätzlich unmitelbar, letztere dagegen erst, wenn ein Arzt den eingetretenen Vorsorgefall darauf schriftlich attestiert.
Die davon zu unterscheidende Patientenvefügung sollte dagegen möglichst individuell und persönlich formuliert werden, denn die Vorstellungen wie man sein Leben beenden möchte, sind sehr verschieden. Dazu ist es allerdings nötig, sich mit dem Sterben auseinanderzusetzen, was viele Menschen scheuen.
Eine Patientenverfügung sollte gut erkennen lassen, welche Einstellung der Betreffende zu diesen Fragen hat. Sie kann sich auch im Laufe des weiteren Lebens mit neuen Erfahrungen ändern und sollte deshalb von Zeit zu Zeit noch einmal überdacht und bestätigt oder modifiert werden. Unbedingt bedacht werden sollte die Situation einer fortgeschrittenen Demenz, in der ich zwar noch sprechen kann, aber nicht mehr wirklich Entscheidungsfähig bin.
Ja, so ist es korrekt, nur ist die Realität eine andere. Angehörige sind meist hilflos und kennen nicht die Rechtslage. Und sehr vielen -leider- ist es eienfach wurscht.....
cajun_forever ..... sorry, daß ich Dich nicht direkt angesprochen habe mit meiner Einschätzung zu Deinem Bericht. Es ist korrekt was Du schreibst, aber, wie geschrieben, ist die Realität eine andere. Trotz Patientenverfügung wurde mit der alten Dame all' das auf der Intensivstation unternommen, was sie überhaupt nicht wollte. Gestern wurde sie in ein anderes Krankenhaus verlegt. Es dürfen nur noch die Angehörigen diese Dame besuchen. Auch das ist eine Maßnahme, die ich nicht nachvollziehen kann.
lerchenau .... Patientenverfügung und Vollmacht gehören zusammen. Jeder sollte diese Vorsorge treffen. Ich betone JEDER!
Auch in den Seniorenwohnanlagen sollte darauf hingewiesen und eine Kopie dieser wichtigen Dokumente bei der Aufnahme in die Akte gelegt werden. Oft wurden Vollmacht und Patientenverfügung vom Bewohner "verlegt" und im Todesfall zu spät gefunden. Auch bei den Vollmachten, und das ist richtig, was Du schreibst, gibt es Unterschiede. Generalvollmacht, Vollmacht, Vorsorge-Vollmacht. Bei einer Vollmacht sollte dann auch der Zusatz "....über den Tod hinaus..." stehen. Eine Vollmacht erlischt mit dem Tode des Vollmachtgebers.
danke für Eure Beiträge - ich lese hier interessiert mit.....

habe mir fest vorgenommen, Ende dieses Jahres diesen Komplex in Angriff zu nehmen....irgendwie sträubt sich da bei mir aber alles dagegen....
dabei ist es - gerade in meinem Fall - sehr wichtig, dass ich später nach allen Richtungen abgesichert bin ....sowohl von der Pflege her - als auch vom vererben.....
ich möchte meine (Rest-)familie in KEINEM Fall damit belasten.....
Ahthisha hat geschrieben: cajun_forever ..... sorry, daß ich Dich nicht direkt angesprochen habe mit meiner Einschätzung zu Deinem Bericht. Es ist korrekt was Du schreibst, aber, wie geschrieben, ist die Realität eine andere. Trotz Patientenverfügung wurde mit der alten Dame all' das auf der Intensivstation unternommen, was sie überhaupt nicht wollte. Gestern wurde sie in ein anderes Krankenhaus verlegt. Es dürfen nur noch die Angehörigen diese Dame besuchen. Auch das ist eine Maßnahme, die ich nicht nachvollziehen kann.


Ahthisha, kennst du die Patientenverfügung im Detail? Und gibt es eine Vorsorge-Vollmacht bzw. weißt du, an wen diese ausgestellt ist?

Es besteht auch die Möglichkeit, dies, am besten mit Hilfe eines Zeugen, beim Verwaltungschef des Krankenhauses an zu zeigen. Zwangsbehandlungen sind verboten und stellen letztendlich eine Körperverletzung dar.

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 630d Einwilligung

(1) Vor Durchführung einer medizinischen Maßnahme, insbesondere eines Eingriffs in den Körper oder die Gesundheit, ist der Behandelnde verpflichtet, die Einwilligung des Patienten einzuholen. Ist der Patient einwilligungsunfähig, ist die Einwilligung eines hierzu Berechtigten einzuholen, soweit nicht eine Patientenverfügung nach § 1901a Absatz 1 Satz 1 die Maßnahme gestattet oder untersagt. Weitergehende Anforderungen an die Einwilligung aus anderen Vorschriften bleiben unberührt. Kann eine Einwilligung für eine unaufschiebbare Maßnahme nicht rechtzeitig eingeholt werden, darf sie ohne Einwilligung durchgeführt werden, wenn sie dem mutmaßlichen Willen des Patienten entspricht.
(2) Die Wirksamkeit der Einwilligung setzt voraus, dass der Patient oder im Fall des Absatzes 1 Satz 2 der zur Einwilligung Berechtigte vor der Einwilligung nach Maßgabe von § 630e Absatz 1 bis 4 aufgeklärt worden ist.
(3) Die Einwilligung kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen werden.

Der von dir beschriebene Fall bestätigt mein Denken, sich sehr wohl zu überlegen, wen man als Vertrauensperson ein setzt und diese vorab auch auf zu klären, was dies im Ernstfall bedeutet. Ab zu wägen, kann er/sie meinen Willen tatsächlich im Ernstfall auch durch setzen, ist er/sie intellektuell wie auch emotional fähig? Hat er/sie entsprechende Durchsetzungsfähigkeit, um mich zu vertreten? Ebenso wie sich jede Vertrauensperson dahingehend vor einer Einwilligung überprüfen sollte.


Gundulabella hat geschrieben: danke für Eure Beiträge - ich lese hier interessiert mit.....

habe mir fest vorgenommen, Ende dieses Jahres diesen Komplex in Angriff zu nehmen....irgendwie sträubt sich da bei mir aber alles dagegen....
dabei ist es - gerade in meinem Fall - sehr wichtig, dass ich später nach allen Richtungen abgesichert bin ....sowohl von der Pflege her - als auch vom vererben.....
ich möchte meine (Rest-)familie in KEINEM Fall damit belasten.....


Gundulabella, warum erst Ende des Jahres? In dem Bewusstsein, dass es morgen, unabhängig vom Alter, schon zu spät sein kann?

Ich kann nachvollziehen, dass sich vieles in dir dagegen sträubt, aber sind solche Verfügungen nicht auch Zeichen dafür, Selbstverantwortung zu übernehmen und diese nicht auf andere abschieben zu wollen? Vielleicht fällt es dir leichter, wenn du es mal von dieser Seite aus betrachtest.. ;-)
cajun_forever ... nein, die Patientenverfügung kenne ich nicht mehr im Detail. Sie wurde vor langer Zeit erstellt. Ganz wichtig, die alte Dame wollte keine lebensverlängerten Maßnahmen. Den Sohn habe ich telefonisch (AB) darauf hingewiesen. Er schweigt sich aus, die Tochter macht Urlaub.
Sie ist -wie schon geschrieben- Privatpatient und möglicherweise ein Probant.
Mehr kann ich nicht dazu schreiben.
Gundulabella ich kann Dir nur den Tipp geben, befolge den Rat von cajun_forever. Worauf wartest Du denn? Ende des Jahres sind alle guten Vorsätze verblasst.
dieses Jahr mache ich es - versprochen !
letztes Jahr habe ich die Segel gestrichen, nachdem das alles schwieriger war, als ich erwartet hatte....
hab wohl das Pferd von hinten aufgezäumt .....da wurde zuerst verlangt, dass ich einen Bevollmächtigten angebe - wie soll ich das machen, wenn ich keinen Familienangehörigen angeben will und sonst niemanden weiß ?
und woher weiß ich, dass der Bevollmächtigte sich nicht bereichert ?
Gundulabella, wenn es in deinem persönlichen Umkreis keine Vertrauensperson gibt, dann wird es eng. Die Alternative wäre dann ein Betreuer von Amts wegen, und ich kann nur sagen, dass deren Augenmerk nicht immer auf den besten Vermögenserhalt gerichtet ist. Aber es geht ja nicht nur um Finanzielles, auch das solltest du dir vor Augen halten, sondern es geht im worstcase z.B. darum, wie und wo du lebst, wenn du selbst nicht mehr entscheidungsfähig bist.

Lies mal im BGB nach und blättere durch entsprechende Seiten. Ziehe es dir so lange rein, bis du es verstanden hast, Suchmaschinen können da Hilfe leisten. Das ist zwar mühsam, aber es geht ja um dich und eine evtl. Zukunft, für die du jetzt noch vorsorgen kannst. Notfalls beiss' in den sauren Apfel und geb' ein paar Kröten für ein Beratungsgespräch bei einem Fach(!)-Anwalt aus, wappne dich vorher mit allen ungeklärten Fragen und notiere dir dort die Antworten auf.

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 1896 Voraussetzungen

(1) Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer. Den Antrag kann auch ein Geschäftsunfähiger stellen. Soweit der Volljährige auf Grund einer körperlichen Behinderung seine Angelegenheiten nicht besorgen kann, darf der Betreuer nur auf Antrag des Volljährigen bestellt werden, es sei denn, dass dieser seinen Willen nicht kundtun kann.
(1a) Gegen den freien Willen des Volljährigen darf ein Betreuer nicht bestellt werden.
(2) Ein Betreuer darf nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist. Die Betreuung ist nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten, der nicht zu den in § 1897 Abs. 3 bezeichneten Personen gehört, oder durch andere Hilfen, bei denen kein gesetzlicher Vertreter bestellt wird, ebenso gut wie durch einen Betreuer besorgt werden können.
(3) Als Aufgabenkreis kann auch die Geltendmachung von Rechten des Betreuten gegenüber seinem Bevollmächtigten bestimmt werden.
(4) Die Entscheidung über den Fernmeldeverkehr des Betreuten und über die Entgegennahme, das Öffnen und das Anhalten seiner Post werden vom Aufgabenkreis des Betreuers nur dann erfasst, wenn das Gericht dies ausdrücklich angeordnet hat.


Immerhin besteht auch die Möglichkeit, 2 Vertrauenspersonen an zu geben, die gemeinsam entscheiden, mit dem Effekt, so einen gewissen Kontrollmechanismus ein zu bauen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, das Ganze im "Vorsorgeregister" zu registrieren, darauf hat z.B. das Betreuungsgericht Zugriff für den Fall, dass von einem Arzt eine amtliche Betreuung beantragt wir.

Beschäftige dich weiterhin mit den Begriffen "Betreuungsrecht", hier z.B. Vorschriften für den/die Bevollmächtigten sowie "Betreuungsgericht".

Oder schau mal hier: https://www.justiz.nrw/Gerichte_Behoerden/ordentliche_gerichte/FGG/Betreuungsverfahren/index.php, eine recht gute, aufklärende Seite.

Man muss sich da einfach, wenn auch mühsam, durch wuhlen ;-), den inneren Schweinehund mit Disziplin überwinden, anstatt das Ganze wieder zur Seite legen. denn schließlich geht es ja um uns, halte dir das am besten immer wieder vor Augen. Gundulabella, ich weiß, von was ich spreche, auch ich musste mir diesbzgl. das eine oder andere für meinen persönlichen Fall hart erarbeiten, nach denken, reflektieren.. etc. etc. Denke dabei an all die vielen Menschen, die von heute auf morgen betroffen sein können, auch du oder ich, halte dir das immer wieder vor Augen, um dich selbst an zu spornen. Stell' dir vor, du liegst irgendwo, hilflos, bekommst noch vieles mit.. Such' dir Vertrauenspersonen, sprich deine Mitmenschen darauf an, reflektiere ihre Meinungen dazu, etc. etc.

Evtl. könnte man hier auch über Diverses lose diskutieren, evtl. gibt es hier auch Fachleute. Der eine oder andere hat solche Vollmachten bereits aufgesetzt oder fachliche Antworten bekommen.

Vorausgesetzt, der thread wird nicht wieder durch Blablatrallala geschreddert, das nimmt nämlich jedem ernsthaft Interessierten die Lust an einer Teilnahme, denn das seitenweise *offtopic-scrollen ist zeitraubend und nimmt den roten Faden. Einen Versuch ist es aber allemal wert..

Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel Erfolg in dieser Angelegenheit, Gundulabella, du schaffst das!
Bei der Verbraucherzentrale gibt es unter anderen wertvolle Tipps und ausreichend und verständliches Lesematerial zu diesem Thema.
Die 83-jährige, alte Dame ist nach nun fünf einhalb Wochen auf der Intensivstation verstorben. Freunde, Nachbarn durften nur nach Rücksprache mit dem Sohn die alte Dame besuchen. Der Sohn schirmte seine Mutter ab. Anscheinend durfte keiner das langsame Sterben dieser Frau sehen.
Endlich, endlich hat diese alte Dame, eine mir vertraute Nachbarin, ihre Ruhe und ihren Frieden gefunden.
Es bleibt aber die Frage ... wozu eine Patientenverfügung?
und ich muss mich endlich aufraffen und alles auf die Reihe bekommen, denn ich will KEINE Familie dabei haben...
Betreuungsverfügung - Patientenverfügung - Vorsorgevollmacht....

gut dass Du mich erinnert hast ....... :?
Ahthisha hat geschrieben: ..
Es bleibt aber die Frage ... wozu eine Patientenverfügung?


Um für andere dann da zu sein, wenn es wirklich darauf an kommt und um sich selbst vorsorglich zu schützen, Ahthista. Zumindest sind/waren das meine Beweggründe, diverse Verfügungen auf zu setzen bzw. meine Einwilligung als Bevollmächtigte zu unterzeichnen.

Für den einen oder anderen mag der Schutz von Vermögen ebenfalls eine gewisse Rolle spielen, aus welchen Gründen auch immer.

Ich selbst bin in der glücklichen Lage, zwei absolut verlässliche Menschen an meiner Seite zu haben, die im worst case für meine Wünsche einstehen werden. Unser gegenseitiges Vertrauen hat sich über viele Jahre in vielfacher und unterschiedlichster Weise bewährt.

Die Problematik, die du ansprichst, ist mir nicht unbekannt, könnte ich doch inzwischen, wie man so schön sagt, ganze Bücher damit füllen, zu was Menschen alles fähig sind, wie die Uhren in unterschiedlichsten Familien ticken, aber auch welche Schwächen Menschen selbst mit sich bringen können.. etc. etc. "Freunde" kann man im Leben viele haben, vor allem, wenn es einem gut geht und sie dann mit zehren können. Doch um wirkliche Freunde erkennen zu können, dazu bedarf es vieler Erfahrungen und auch einer daraus resultierenden gewissen Reife.Zumindest sehe ich das so..
cajun_forever ich stimme Dir zu, nur ist die Realität -wie auch Du schreibst- eine andere. Auch ich mußte leider erfahren, wie sich sog. "Freunde" langsam zurückzogen, als mein Mann an Parkinson mit allen Facetten erkrankte. Heute bin ich mit meinem Hund allein und muß mir einen neuen Kreis aufbauen. Es ist in meinem Alter sehr, sehr schwer, jeder hat seinen eigenen Trampelpfad.

Für mich sehr beruhigend, daß meine Kinder immer für mich da sein werden. Zumal sie von meinen Erfahrungen als ehrenamtliche Mitarbeiterin in einer Seniorenwohnanlage wissen. Dort leistete ich (nach vorheriger Ausbildung) u.a. auch Sterbebegleitung. Meine Kinder wissen, was ich will und was ich ablehne.

Zurück zur Patientenverfügung. Ob nun ambulant oder in all' den Krankenhäusern, mein Mann war (Privatpatient) immer wieder ein Probant, wenn ich nicht aufgepaßt hätte. Nur zu guter Letzt haben sich die Ärzte im Krankenhaus über die Patientenverfügung hinweggesetzt. Schwerstbehindert wurde mein Mann reanimiert und wurde operiert.Trotz meiner Beschwerde haben die Götter in weiß immer die besseren Argumente.