Patient als Beute
Frankreich und Deutschland leisten sich eine Gesundheitsversorgung, die zu den teuersten der Welt zählt...


Dienstag, 1. September 2009 um 21.00 Uhr
Wiederholungen:
04.09.2009 um 09:55
12.09.2009 um 09:45
Patient als Beute
(Deutschland, 2008, 52mn)
ZDF
Regie: Martin Gronemeyer, Robert Cibis

Frankreich und Deutschland leisten sich eine Gesundheitsversorgung, die zu den teuersten der Welt zählt. Dennoch scheint eine ausreichende Patientenversorgung nicht länger gewährleistet zu sein. Die Filmemacher richten ihren Blick hinter die Kulissen der Gesundheitssysteme beider Länder. Die recherchierten Fallbeispiele zeigen langfristige Strategien und Motive der wichtigsten Akteure im Gesundheitswesen auf - jenseits von Tagespolitik und Talkshowpolemik.
Die Gesundheitssysteme in Deutschland und Frankreich gehören zu den kostspieligsten der Welt. Trotzdem verschlechtert sich die Patientenversorgung. Lange Wartezeiten, gehetzte Ärzte, schnelle Untersuchungen und steigende Zuzahlungen gehören längst zum Alltag. Was passiert mit dem Geld aus den Beiträgen der Versicherten?
Eindrückliche Fallbeispiele illustrieren die Umwälzungen in den Gesundheitssystemen und ihre Konsequenzen. Nach der Privatisierung eines Krankenhauses häufen sich Kunstfehler und Todesfälle. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Aus Geldgier soll der neue Besitzer und Chefarzt Menschen unnötigerweise operiert und anderen lebensrettende Behandlungen verweigert haben. Die Dokumentation beleuchtet diesen Extremfall, die gegenwärtige Privatisierungswelle von Krankenhäusern und sie fragt nach, an wen und warum Gemeinden ihre Kliniken verkaufen.
Nach der Injektion eines neuen Impfstoffs gegen Gebärmutterhalskrebs bekommt ein Mädchen Lähmungen. Später erfährt sie, dass der Schutzeffekt dieses Mittels umstritten ist. Warum hat man sie darüber nicht aufgeklärt? Und warum bezahlen Krankenkassen die teure Impfung trotz der Zweifel an ihrer Wirksamkeit? Die Kontroverse um die HPV-Impfung verdeutlicht die Macht der Pharmaindustrie über die Entscheidungsträger des Gesundheitswesens. Wie groß der Einfluss der Hersteller sogar auf die Gesetzgebung ist, zeigt der Fall eines neuen Wirkstoffes in der Augenheilkunde.
Im Streit um die Gesundheitsmilliarden konkurrieren niedergelassene Ärzte direkt mit Pharmazeuten und Krankenhausbetreibern. Seit Jahren beklagen die Ärzte stagnierende Honorare: Zu den niedrigen Kassentarifen sei die Versorgung nicht aufrechtzuerhalten. Die Dokumentation analysiert, mit welchen Methoden manche Ärzte versuchen, ihre Interessen durchzusetzen. Aber sie zeigt auch, was manche Ärzte trotz aller Sparzwänge tun, um ihren Patienten beizustehen.

Quelle: Arte Teletext Seite 323 vom 1.9.2009
@ Sally

Da Du in der Eröffnung auch Frankreich ansprichst möchte ich dazu ein kurzen eigenen Bericht dazu abgeben.
Ich habe in drei unterschiedlichen Fällen in keinem der Krankenhäuser, Royan , Rochefort und La Rochelle die Hektik oder die Stresssituation des Personals wie in Deutschland festgestellt. ( Mentalität ? )
Mein Schwager mit Hinterwandinfarkt wurde auch über Weihnachten in aller Ruhe versorgt, Vielleicht weil er Ausländer war, keine Ahnung.
MeinOnkel wurde in Royan am Oberschenkelhalsbruch mit 85 Jahren operiert ( geschraubt und Genagelt ) 5 Jahre später humpelt er zwar aber sonst geht es ganz gut.
Seine Lebensgefährtin 80 Jahre alt erst am Bruch operiert alles gut verlaufen will zur Toilette , stürzt , ebenfalls Oberschenkelhalsbruch auch Ihr geht es nach Op und Reha eigentlich jetzt nach einem halben Jahr sehr gut.
Hat das Französische Pflegepersonal mehr Zeit ?
Denn auch die Nachversorgung zu Hause ist nach meinem Dafürhalten besser wie in Deutschland. Krankengymnastik usw.
Im Videotext gelesen: Einige Krankenhäuser bezahlen an Ärzte bis zu 1 000 Euronen pro Patienten damit sie diesen zu ihnen überweisen. Grund: Angst vor Schließung wegen unrentabilität! Das kannst doch nicht sein!
@ Sally
Noch etwas
Schweinegrippe , und da gebe ich Dir vollkommen recht zu den Pharma Konzernen, Impfen ist ein Millionen geschäft aber der Impfstoff zur Vorbeugung ist doch der größte Massenversuch am Menschen.
Panikmache hoch 3
Also -

vergangene Tage hörte ich auf SWR I - meinem Haussender - eine interassante Sendung über die praktische Anwendung und Verteilung von Gesundheit in Deutschland.
Ein schlauer Oberprofessor wurde interviewt.

Gesundheit wie anner Tanke.
Ranfahren, vollmachen - und ab die Post.
Behandlungsdauer durchschnittlich 4-5 Minuten, Rezepte in Höhe von ca 75.- € durchschnittlich und - jetzt wirds witzisch:

Hausärzte machen inzwischen für Nicht-Kassenleistungen sehr viel Werbung und z.T. ein Drittel ihres Umsatzes.
Bisschen Hygiene Vorsorge, After Work Relaxing, Meditationen, und tausend andere Leistungen.

Wie anner Tanke. Im Vorbeigehen nochn Kaugummi, ne Butterbrezel, Käffchen, Schelladdi und und und.
Edeldiscounter Onkel Doktor.
Dabei verdient ein gewöhnlicher Hausarzt zwischen 100 000 und 140 000 Eusonen pro Jahr. Nach Steuern.
Fachärzte dürfen natürlich noch was draufsatteln.
Privatärzte noch viel.

Ich geh nur noch zu Doc Morris. Da war Sonderangebot. Paracetamol für 0,99 € . Das hilft bei allen Zipperleins. Und auch der Kasse.

Hebbe :twisted:
die apotheken sind ebenfalls zur tanke mutiert, angebot über angebot, und nichts wird außen vor gelassen :!:
Das trifft sich ja gut!
Denn gerade vor zwei Tagen hat auch Sandra Maischberger
schon recherchiert.
Mir scheint es, mit der Gesundheit kann man sogar
den Filmpreis sogar gewinnen!
2008 blieb der Preis allerdings aus.

Im Bericht war noch ein Phänomen klar.
Und alle habe das bestätigt, die im Film interviewt wurden:

nämlich die bereits feste Tatbestand der Zweiklassen Medizin!

Leistungen, die für einem privat versicherten Klienten selbstverständlich sind,
werden nicht selten dem Klientel der gesetzlichen grundsätzlich versagt!
Dafür ist ihnen jedes Mittel recht.
Wenn man aber die ungeheure Summe, die die Gesetzlichen Jährlich
einnehmen - schließlich sind 90% aller Versicherten gesetzlich versichert -
dann müsste da schon mehr dabei herauskommen!
Kommt auch!
Schaut doch mal die Glaspaläste an, wo AOK und all die gesunden Kassen
residieren. Das dient schließlich auch wem...
....alle Krebspatienten sollen die Chance der Hautkrebs-Früherkennung nutzen.
Also hin zum Dermatologen - na ja - ist alles ok. - ABER sie sollten einmal ihre Falten unterspritzen lassen ehe sie größer und tiefer werden.

Preis der Mimikfalten - Unterspritzung (Botox) € 500

Danke - und raus aus der Praxis - aber schnell.......

Übrigens - es ist eine superelegantepraxis und sicherlich auch sehr teuer eingerichtet - muss/soll das der PatienTen bezahlen - neeeeeeeeeeeeee
@zit:
"Dabei verdient ein gewöhnlicher Hausarzt zwischen 100 000 und 140 000 Eusonen pro Jahr. Nach Steuern..."




interessant zu lesen, aber ich möchte gerne nachfragen:
was zeichnet den "gewöhnlichen" hausarzt aus (bzw. unterscheidet ihn vom aussergewöhnlichen) und wie hoch darf denn sein jahreseinkommen sein um als "angemessen" akzeptiert werden zu können?
Provence hat geschrieben: ....alle Krebspatienten sollen die Chance der Hautkrebs-Früherkennung nutzen.
Also hin zum Dermatologen - na ja - ist alles ok. - ABER sie sollten einmal ihre Falten unterspritzen lassen ehe sie größer und tiefer werden.

Preis der Mimikfalten - Unterspritzung (Botox) € 500

Danke - und raus aus der Praxis - aber schnell.......

Übrigens - es ist eine superelegantepraxis und sicherlich auch sehr teuer eingerichtet - muss/soll das der PatienTen bezahlen - neeeeeeeeeeeeee


Ein Hautkrebs-Screenig habe ich im Rahmen der Vorsorge, bei meiner HAUSÄRZTIN durchführen lassen.
Im Turbo-Schnelldurchlauf, hat sie mich am "ganzen Körper" abgecheckt, also wenn das kein "Akkord" war :shock:
das nächste mal geh ich besser zum Hautarzt, aber wer weiß, vieleicht will der was "wegschnippeln" wo gar nix ist :? :(
irgendwie waren die Alternativen auch schon mal besser.
Sally, an einem kommen wir aber nicht drumherum. :)
Für ein Rectum Karzinom ist es wichtig,
dass der Hausarzt - anatomisch gesehen - die richtige
Fingerlänge hat, sonst könnte es ziemlich böse werden.
Auch die Krebsvorsorge hingt am Tropf...
Hester2009 hat geschrieben: @zit:
"Dabei verdient ein gewöhnlicher Hausarzt zwischen 100 000 und 140 000 Eusonen pro Jahr. Nach Steuern..."




interessant zu lesen, aber ich möchte gerne nachfragen:
was zeichnet den "gewöhnlichen" hausarzt aus (bzw. unterscheidet ihn vom aussergewöhnlichen) und wie hoch darf denn sein jahreseinkommen sein um als "angemessen" akzeptiert werden zu können?


Also -

den gewöhnlichen Hausarzt unterscheidet vom außergewöhnlichen, dass er tatsächlich durchschnittlich nur 5 Min Zeit für den Patienten hat - dafür aber keine Hausbesuche mehr macht.
Der außergewöhnliche legt ne Schippe drauf. Er nimmt sich mehr Zeit und macht Hausbesuche.

Von mir aus darf ein Hausarzt ruhig 10000.-/mon. haben.
Wenn er gut ist.
Und wenn er nich mit Tränen erstickter Stimme was von seinem Ruin rumquakt.

Man vergleiche doch mal die Gehälter des gewöhnlichen Stationsarztes dazu.
Dieser träumt doch nur von solch einem Einkommen.

Nönö - ein sachliches Gehalt für gute Leistung is ok.
Aber den selbstdefinierten Lebensstandard mancher Drs zu garantieren, dafür muss der Patient nich herhalten.
Dann muss eben Frau Dr. mal mitnem Panda zum einkaufen statt mit der M-Klasse.

Hebbe :twisted: