jetzt habe ich diesen Thread und alle (Schicksals-) Beiträge gelesen.....
weiß nicht was ich sagen soll.....werde mich nie mehr über meine chronischen Schmerzen beklagen .....und auch nicht über die tiefen Löcher, in die ich immer wieder gefallen bin.....

seelische Schmerzen sind genauso schlimm wie körperliche Schmerzen - und manchmal noch schlimmer....
Ich nehme dich beim Wort und werde dich bei Rückfällen daran erinnern.
"auf der Mauer auf der Lauer sitzt ne kleine Wanze".....*pfeifpfeifpfeif*.....
Pass auf, dass dir vor lauter pfeifen nicht die Luft ausgeht, sonst kommt dann wieder das Gejammer mit dem Bronchialsystem und dann fällst du von der Mauer, auf der du auf der Lauer liegst.
vollegranate hat geschrieben: Mein Mann ist nach 44 Jahren Gemeinsamkeit verstorben.
Ich war 16, er 21 als wir uns kennenlernten. Wir haben viele Höhen und Tiefen durchlebt. Geliebt, gelacht, gestritten, Kinder bekommen, Enkel bekommen. Naja
wir wurden gemeinsam alt und das Leben ging seinen Gang.
Und dann bumm, war alles anders. Es ging so schnell - der Arzt meinte es war ein "guter Tod".
Und jetzt?
Ich vermisse ihn, fühle mich aber irgendwie auch frei.
Ich kann tun und lassen wie und was ich mag.
Tagsüber ist alles prima, Familie, Freunde, dasTagesgeschäft, fast alles ohne
Zwang. Nur Dinge tun, die ich möchte, Supi, aber am Abend, da ist ein riesiges Loch. -Stille- Am meisten vermisse ich all die Dinge, die mich genervt haben.
Wer kennt das? Wie geht Ihr damit um?

hallo,

mir ergeht es gerade so.Tagsüber geht es.Hat alles beide Seiten,brauche nicht mehr jeden Tag zu kochen.Die letzten 2 J. bin ich alleine in Urlaub geflogen,hatte am Urlaubsort aber Bekannte ,habe es auch genossen.Mein Mann hatte teilweise aus gesundh.Gründen,teilweise aus Unlust keine Lust mehr mit zu fliegen. Aber ganz alleine ist es zu Hause auch nicht schön.
Vermissen kann man aus vielen Gründen, die auf den ersten Blick nicht gleich zu erkennen sind.
Sehr oft tut nicht so sehr die verlorenen Liebe weh, sondern der Verlust von Gewohnheiten und des (Paar-)Bekanntenkreises, die Erkenntniss der eigenen Unselbständigkeit und Kontaktschwäche, die Realität zu Lasten überhöhter Erinnerungen oder Erwartungen, die verschlechterte finanzielle Lage, Entscheidungen selbst bzw. alleine treffen zu müssen, die Wahrheiten, die sich erst nach dem Tod herausstellen, ...
Es ist halt ein neues Leben. Packen wir's an und sind glücklich dabei.
Es ist wirklich wie in einem falschen Traum. Bei mir werden es im Mai 3 Jahre. Wir hatten eine sehr glückliche Beziehung und der Tod kam ohne Vorankündigung. Von jetzt auf gleich Witwe. Ich will jetzt nicht groß über den Schock, die Trauer, die Verzweiflung schreiben. Das kennt ihr alle.
Ich möchte Mut machen, dass es sich lohnt durchzuhalten. Mein Weg war, mich bewusst dem Schmerz zu stellen. Sehr geholfen hat mir eine Trauergruppe, denn als Berufstätiger erwartet man, dass du schnell wieder funktionierst .Mir ging es schlecht. Wo stehe ich heute, frage ich mich oft. Ich kann an meinen Mann denken, ohne das mir immer die Tränen in die Augen schießen. Ich kann wieder lachen. Freue mich, dass ich Oma werde. Habe neue Freunde gefunden, habe meine Freizeit organisiert und bin froh zu leben. Das Leben ist anders, ich vermisse die Partnerschaft, aber doch schön und lebenswert. Liebe Grüße an alle Mitbetroffenen. Es wird nicht besser, aber leichter. Ich wünsche allen, dass ihr wieder lächeln und herzhaft lachen lernt.
cron