Frohe Botschaft aus Brüssel: die Zeitumstellung soll abgeschafft werden - "die Menschen wollen das, wir machen das" hört der obrigkeitsgebeutelte Bürger mit Verwunderung. Ja, mehr noch: dauerhafte Sommerzeit soll es in Zukunft sein. Das hört sich doch gut an; ewiger Urlaub und Sonnenschein pur, die urbane Spassgesellschaft hat mehr oder weniger nur gewartet auf diesen Coup.

Nun bedeutet Sommerzeit, dass wir zeitmäßig eine Anleihe bei den östlichen Nachbarn machen: wir tun so, als wäre die Sonne am Aufgehen, und stellen den Wecker danach. Da wir aber nach wie vor immer noch unverrückt in Mitteleuropa wohnen, geht die Sonne halt eine Stunde später auf, und abends entsprechend eine Stunde später unter. Letzteres ist wohl der Clou, auf den alle so abfahren, weil früh in der Dunkelheit steht eh niemand mehr auf.

Dauerhafte mitteleuropäische Sommerzeit bedeutet faktisch aber nichts anderes als die Einführung der osteuropäischen Zeitzone (UTC/GMT +2) in Mitteleuropa, und falls Frankreich und Spanien mitmachen, sogar in Westeuropa. Im Sommer ist das ganz lustig, lange Biergartenzeiten und siehe oben. Zwischen Heiligem Abend und Neujahr sieht es hingegen so aus, dass der Abend tatsächlich erst um halb fünf statt um halb vier anbricht (was kaum auffallen dürfte), dass hingegen in der Früh die Sonne erst um Neun aufgeht statt um Acht, was sehr wohl auffällt, weil das ist elendiglich spät.

Vielleicht erklärt einer der beteiligten Politiker uns Bürgern einmal das Warum - warum wir das angeblich wollen sollen? Lebenslang im Dunklen aufstehen, wegen ein paar hellen Sommerstunden am Abend? Dauerhafte Ukraine-Zeit aus Klitschko-Solidarität?
Ich versteh den Sinn einfach nicht.
Die Österreicher sind dran schuld!
Beim Besuch von Herrn Putin bei der Hochzeit unserer Frau Außenministerin wurde beschlossen, dass Europa ein wenig nach Osten rückt.
Zeitmäßig gesehen, natürlich.

Kraft der Ratspräsidentschaft dieses kleinen Landes soll ein Zeichen der Freundschaft Gesetz werden.
Frau Minister schläft gerne lange....

Beim Denken an eine Zeit ohne Zeitumstellung dachte ich eigentlich, dass eine durchgehende Winterzeit kommen sollte....

Ich bin neugierig, was die Spanier und die Portugiesen davon halten, in tiefster Finsternis das Bett verlassen zu müssen.
Ob Winter-oder Sommerzeit, das ist mir so ziemlich wurscht.
Hauptsache, diese blödsinnige Umstellerei hört endlich auf.

Kaum hat sich mein Körper an die eine Zeit gewöhnt, wird schon wieder umgestellt und alles geht von vorne los.

Das kann nicht gesund sein.
Man konnte doch bei der Abstimmung auch angeben welche Zeit man dauerhaft möchte.

Ich habe auch für die Sommerzeit gestimmt. Ich finde frühes Aufstehen sowieso ätzend.
Müsste ich nicht arbeiten würde ich freiwillig nicht vor 9Uhr aufstehen.

Auf der Arbeit ist es mir auch egal, ob ich eine Stunde länger im Dunklem sitze.

Die längere Helligkeit in der Freizeit und am Abend ist mir wichtiger.
Nun, persönlich kommt mir die helle Abendstunde auch sehr entgegen, aber ich bin nicht der Nabel der Welt... :shock:

Wer denkt denn an die kleinen Kinder, an die ABC-Schützen, die zur Schule oder KITA müssen? Auch bei der althergebrachten Uhrzeit sind einige harte Winterwochen dabei, sie müssen sich noch bei Dunkelheit auf den Weg machen, bzw. früh aus dem Schlaf gerissen werden.

Und es gibt Berufe, da gibts keine "Luxus"-Verschiebung á la Rentnerdasein, z. B Altenpflege, Landwirte usw.
Manchmal schaut man in der Früh so alt aus,
daß es besser ist, wenn es noch dunkel ist
Mir ist es egal ob die Sommerzeit bleibt, oder die Winterzeit wieder dauerhaft eingeführt wird.
Als Rentner kann ich ja lange schlafen.
BilderBerger hat geschrieben: Das hört sich doch gut an; ewiger Urlaub und Sonnenschein pur, die urbane Spassgesellschaft hat mehr oder weniger nur gewartet auf diesen Coup.
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Vielleicht erklärt einer der beteiligten Politiker uns Bürgern einmal das Warum - warum wir das angeblich wollen sollen? Lebenslang im Dunklen aufstehen, wegen ein paar hellen Sommerstunden am Abend?
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Ich versteh den Sinn einfach nicht.



20 grüne Daumen für diesen Thread @BilderBerger. Richtig, die meisten denken nur von jetzt bis Spaß.

Ich stehe um 5h auf und geh um 6h aus dem Haus, da ist es jetzt schon stockdunkel, im Winter dann darf ich bis 9.30h im Dunkeln im Büro sitzen. Die morgendliche Dunkelheit passte mir nicht Mal im Ruhestand. Ich mag gar nicht bis Mittag schlafen. Ich lebe morgens mit dem Tageslicht auf.

Und das Ganze Procedere für vielleicht Mal drei Monate im Jahr mit lauen Abenden draußen. Im Dezember ist's doch völlig egal, ob's um 16 oder 17h dunkel wird.

Meine innere Uhr lebt nach der herkömmlichen MEZ.

Meine Kinder mussten um 7h zum Schulbus (eigentlich und gefühlt 6h), manche noch früher und das dann auch im Winter!

Dann noch lieber die Zeitumstellung.
Naja es bezieht sich ja nicht nur auf 3 Monate im Jahr. Die richtig dunklen Monate sind ja nur November und Dezember ab Januar geht es ja wieder aufwärts.
Und laue Sommernächte haben wir in Deutschland auch nicht so viele.
Aber wie schon gesagt ich brauche die Helligkeit nicht auf der Arbeit. Das ist wie mit Badewetter... Wenn ich auf der Arbeit sitze habe ich nichts davon.
Ich hoffe aber, dass alle Kritiker mit abgestimmt haben und so ihre Bedürfnisse mit einbringen konnten.
Aber auch in einer Demokratie ist man mal der Baum oder der Hund.
Und ob jetzt alles überhaupt zeitnah umgesetzt wird... who knows.
Sicher ist mein Text überspitzt zu sehen, das lag auch in meiner Absicht. Es sind aber gefühlt nicht mehr als 3 Monate in denen ich der Sommerzeit ab und an etwas abgewinnen kann. Nämlich in den Monaten Mai bis August. Der Rest bringt mir absolut nichts.

Diese EU-Abstimmung ist schon deshalb nicht ernstzunehmen, da die Meinungsabgabe nicht geprüft wurde. Hier konntest Du durch Angabe mehrerer Mailadressen Deine Einstellung mehrfach kundtun. Das kann man nun nicht als Meinung der Allgemeinheit sehen. Wenn Volksbefragung, dann bitte richtig.
Meines Erachtens liegt der wohl ideale Zustand in der alten einheitlichen Version, sozusagen "naturgegeben"...

Als kleines Plus-Erlebnis sind seit Einführung der Sommerzeit die längeren hellen Abende geworden, aber allenthalben wird auf die zweimal stattfindende Zeitverschiebung heftig gewettert!

Und da der Mensch an sich egoistisch geprägt ist, also am liebsten erstmal alle Rosinen pickt, gibts Probleme...

Empfehlung an alle Ruheständler mit Sommerzeit-Sympathie:
je südlicher, desto mehr Tag! Also notfalls auswandern, dem Äquator näher... :mrgreen:

Persönlich ist es mir "wurscht", ob diese oder jene Zeit, auch die Umstellungen zweimal im Jahr sind bei mir sofort integriert.
Aber es gibt durchaus belastete Menschen, vor allen Kinder, da wieder besonders die berufstätigen Eltern, die frühmorgens zur KITA hetzen müssen...
Ich habe volles Verständnis für alle Morgenmuffel, die Sonnenschein als persönlichen Angriff sehen. In diesem Fall aber ist es eh egal, ob man sich von OEZ oder gleich uigurischer Ortszeit nerven lässt. Hauptsache, keine Zeitumstellung, eh klar.

Dennoch bleibt die Frage unbeantwortet:
Welchen Sinn macht die dauerhafte Einführung der osteuropäischen Zeitzone in Deutschland?
Anders herum: was spricht gegen MEZ in Mitteleuropa?

@Chri: je näher Du dem Äquator kommst, desto mehr Tag-und-Nacht-Gleiche kriegst Du. Egal welcher Längengrad.
Mitternachtssonne gibt es nur im Polarkreis.
Dass es dann im Sommer abends nicht mehr so lange hell ist,

das spricht dagegen.

Das ist doch das einzige, das die Leute an der Sommer mögen.
[quote="BilderBerger"]Ich habe volles Verständnis für alle Morgenmuffel, die Sonnenschein als persönlichen Angriff sehen. In diesem Fall aber ist es eh egal, ob man sich von OEZ oder gleich uigurischer Ortszeit nerven lässt. Hauptsache, keine Zeitumstellung, eh klar.

Dennoch bleibt die Frage unbeantwortet:
Welchen Sinn macht die dauerhafte Einführung der osteuropäischen Zeitzone in Deutschland?
Anders herum: was spricht gegen MEZ in Mitteleuropa?

Naja, die Orientierung in Richtung Osten erfolgt immerhin über den Landweg.
Die ideologische Orientierung war in der letzten Zeit ja eher transatlantisch, aber es muss und wird nicht alles bleiben, wie es war.

Näher ran an die Visegrad-Länder.
Österreich voran!
ich finde diese Zeitumstellung echt ätzend und habe auch abgestimmt. Undzwar gegen das ewige Uhrenumstellung und gegen die Sommerzeit. Klar ist es im Sommer abends länger hell, aber im Winter morgens länger dunkel. Mir reicht die MEZ so wie vor der Zeitumstellung.
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