"Im Jahr 1942 hat der spanische Diktator General Franco aus einer gewissen Sympathie zum nationalsozialistischen Deutschland in Spanien die Mitteleuropäische Zeit eingeführt. Somit tickten die Uhren im Gleichschritt mit Hitlers Berlin und Mussolinis Rom. Das ist bis heute so und der Grund, warum wir diese, vom Sonnenlauf unlogische Zeitverschiebung, auf dem spanischen Festland haben."

So schauts aus in Spanien.

Zeitumstellung hat offensichtlich wenig mit Vernunft zu tun, dafür aber recht viel mit Politik.
So gesehen gibt mir die Umstellung auf osteuropäische Zeit zu denken....
Ich denke, dass wir eigentlich überall eine "unkorrekte" Zeit haben würden, wenn wir sie vom Sonnenlauf abhängig machen. Schon alleine in Österreich beträgt der Zeitunterschied (gemessen am Sonnenlauf) zwischen Deutsch Jahrndorf (Osten) und Feldkirch (Westen) 29 Minuten. In der Zeitzone MEZ beträgt der Zeitunterschied zwischen Ost und West fast 2 Stunden. In Vadø (östlichster Ort der Zeitzone) ging die Sonne heute um 6.57h,, in Kap Tourinán (westlichster Ort) um 8.47h auf. Somit hat die Zeit, egal ob "ewige" Winter- oder Sommerzeit ohnedies nichts mit der sogenannten astronomischen Normalzeit zu tun und hat schon gar nichts, da gebe ich @barbera uneingeschränkt Recht, mit Vernunft zu tun.
Ein Aspekt wurde noch nicht erwähnt:

In einer Info zur Zeitumstellung konnte ich heute lesen, dass „der Lauf der Sonne durch die Zeitumstellung nicht beeinflusst wird. Unsere Uhren zeigen nur eine andere Zeit an ….“.

Dies also, falls jemand angenommen hat, die Bewohner vom Planeten Erde wären mal kurz zu ihrem Stern gedüst und hätten da ein paar Stellschrauben nachgezogen …Das Problem mit den schmelzenden Schraubschlüsseln ist leider noch nicht gelöst...
Was für ein Hype um die Zeitansage! Als ob wir noch nie etwas von Einstein gehört hätten! Der Verlauf der Sonne lässt sich davon nicht beeindrucken, wie wir unsere Zeit messen. Schlecht für unseren Biorhythmus ist nur die ständige Umschalterei. Alles andere ist eine Frage der Position auf dieser Erde. Persönliche Vorlieben sind da wenig gefragt. Aber es ist schon amüsant zu lesen, dass es bei Beibehaltung der Sommerzeit im Winter "mehr dunkle Stunden" geben soll. Wo liegt der Unterschied in unseren Breiten, ob es nun von 8 bis 15 Uhr oder 9 bis 16 Uhr hell ist? Noch schöner finde ich das Argument, uns wird mit der Sommerzeit "1 h Lebenszeit geklaut". Ich stelle mir vor, in der letzten Sekunde meines Lebens wird die Uhr wieder zurückgedreht. Lebe ich etwa deswegen noch eine Stunde länger, als ursprünglich vorgesehen???
Ich wünsche mir, dass die Menschheit keine größere Sorgen hat als die Zeitumstellung.............
Oh Figges, das bleibt wohl ein frommer Wunsch.

Die Zeit ist ja ohnehin lediglich ein von Menschen erschaffenes Konstrukt und exisitiert nicht wirklich. In diesem Kosntrukt habe ich jeden Tag 24 Stunden Zeit, deshal kann ich nicht nachvollzeieh, weshalb jemand keine Zeit hat. Jeder hat doch diese 24 Stunden oder sehe ich das falsch. Von wann bis wann dann die Sonne oder der Mond scheint ist doch völlig egal.
D'accord, denn meine Standardantwort auf die wirklich gedankenlose, um nicht zu sagen dumme Plattitüde, dass Renter|innen "ja nie Zeit haben", ist genau diese. dass Ich, wie jede(r) von uns, täglich 24 Stunden Zeit um zu leben. Und dafür benötige ich meist auch keine Uhr ... :D
derzeit läuft auf ard-alpha eine sehr interessante Sendung zum Thema "Innere Uhr", in der letztlich für die Beibehaltung der Winterzeit plädiert wird:

https://www.ardmediathek.de/tv/Planet-W ... d=57089626
Richtig Valentin, auch ohne Uhr ist doch einfach immer jetzt, da gibt es nichts daran zu rütteln.
Es gibt so etwas wie Standards.

Zum Beispiel, dass mittags die Sonne am höchsten steht, und dass ihre Richtung, jedenfalls auf der Nordhalbkugel, dann Süden heißt. Dass drumherum die Sonne im Durchschnitt um 6 Uhr früh aufgeht und abends um 6 Uhr unter; im Sommer länger und im Winter kürzer.

Weil der mittägliche Höchststand regional unterschiedlich stattfindet, haben schlaue Köpfe die Zeitzonen erfunden, alle Stunde eine andere. Weil der Tag 24 Stunden hat, und der Globus 360 Grad, gibt es 360/24 = alle 15 Grad eine neue Zeitzone, so in etwa. Wenn man mit den Flieger von Ost nach West reist, hat man das Phänomen der Zeitverschiebung.

In Europa sind Zeitzonen nach 0° (Greenwich bei London; westeuropäische Zeit = WEZ, auch Standardzeit (UTC) oder Weltzeit, früher auch GMT) benannt;

15° (Görlitz an der Neiße) markiert die mitteleuropäische Zeit (MEZ, UTC+1).
Da der Gültigkeitsbereich in der Regel in 7,5°-Streifen beiderseits des Bezugsmeridianes berechnet wird, erstreckt sich der "natürliche Geltungsbereich" der MEZ etwa vom Rhein / französische Grenze Im Westen bis Lublin jenseits der Weichsel in Polen. Der 22,5°-Streifen berührt die Ostgrenzen von Polen, Ungarn und Serbien.

Östlich davon ist nach 30° östlicher Länge die osteuropäische Zeit (OEZ) definiert, das ist in etwa die ukrainische Hauptstadt Kiew.

Schaut man sich die Praxis an, so haben sich allerdings west- und mitteleuropäische Staaten ziemlich vom "natürlichen Geltungsbereich" verabschiedet:

WEZ gilt offiziell nur auf den Britischen Inseln, in Portugal und auf Island. Frankreich (zieht nie gleich mit dem Nachbarn jenseits des Kanales), die Benelux-Staaten, und auch Spanien (wie wir oben gelesen haben), haben sich der MEZ angeschlossen. Was bedeutet, dass dort der mittägliche Sonnenhöchstand irgendwann am Nachmittag stattfindet. Aber man muss nicht jeden Unsinn nachmachen.

MEZ gilt (noch) in den DACH-Staaten, Skandinavien (ohne Finnland), Polen, Tschechien/Slowakei, Ungarn, Italien und den südslawischen Staaten.
Deutschland liegt westlich von Görlitz a.d. Neiße und tendiert daher "natürlich" zur WEZ. In Österreich verläuft der 15°-Meridian etwa auf der Linie Gmünd (im Waldviertel)-Leoben, also etwaas mittiger. Die Schweiz liegt beiderseits der 7,5°-Grenze und kann es sich raussuchen.

OEZ haben sie in Finnland, den baltischen Staaten, Ukraine, Weißrußland, Griechenland, also von uns aus ziemlich weit im Osten.

Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) bedeutet, dass man temporär auf OEZ umschaltet. Hat den netten Effekt, dass es abends länger hell ist, und der astronomische Mittag ist gegen halb zwei.

Da es in unseren Breiten keinen dauerhaften Sommer gibt, kann es auch keine dauerhafte Sommerzeit geben. Deutschland würde sich dann dauerhaft der OEZ anschließen mit dem o.g. sommerlichen Vorteil, und dem Nachteil, dass es winters in der Früh schauderhaft lang dunkel bleibt - bis nach 9:00.

Es bleibt jedem überlassen, zu welcher Zeit er/sie aufstehen und ins Bett gehen mag. Meinetwegen lebt einer auch nach Hawaii-Zeit (HST = UTC-10).
Ich sehe nur nicht ein, warum die Standard-Zeiten ohne Not im dreiviertelten Kontinent um eine Zeitzone nach Westen verschoben werden sollen. Das stellt den Sinn des Systemes einfach auf den Kopf.
Danke für den Hinweis auf Hawaii :lol:
Dort geht die Sonne im Juni, wenn bei uns die Tage am längsten sind, um 19 Uhr unter und um 19.30 Uhr ist es stockfinster. Die Menschen haben es überlebt,
ja sie haben sogar das sonnigste Gemüt, das ich auf meinen vielen Reisen je erlebt habe. Immer Sommer mag da auch dazu beitragen. ☼ ☼ ☼
Ich finde es mal wieder typisch deutsch, sich irgendwelchen "Standards" anzupassen. Prompt werden dazu auch gleich die passenden Studien geliefert, die belegen sollen, was "normal" zu sein hat. Ich kenne andere Studien, die besagen, dass der Mensch ohnehin einen 25-Stunden-Rhythmus hat, alles andere ist Anpassung an äußere Bedingungen.
Früher sind die Menschen -ohne Uhr- aufgestanden, wenn es hell wurde und bei Einbruch der Dunkelheit schlafen gegangen. Sicher hätten sie so eine Diskussion, was "normal" ist oder nicht, absurd gefunden. Aber unnormal ist auf jeden Fall die ständige Umstellung auf einen anderen Rhythmus. Völlig nebensächlich finde ich dabei, ob jemand Dunkelheit um 9 Uhr oder um 15 Uhr "schauderhaft" findet, ich mag ohnehin die hellen Stunden mehr, ganz egal, was meine Uhr gerade anzeigt.
Aber wie schon gesagt, das sind persönliche Vorlieben, ich würde nicht darauf pochen, sie zum Standard erheben zu wollen oder daraus abzuleiten, was normal ist.
Vielleicht sollten wir grundsätzlich wieder mehr auf natürliche Gegebenheiten achten und nicht zwanghaft einmal festgelegten Standards folgen!
Tja, @Herbstrose,

"natürliche Gegebenheiten" klingt natürlich viel hipper, als "Standards", auch wenn in diesem Fall exkat dasselbe gemeint ist.

"Dauerhafte Sommerzeit" ist das gesunde Bio-Label, das woll'n wir ham.

OEZ hingegen klingt nach miefiger Ex-DDR, das will niemand.

Kaufen aber alle gerne, sobald das Bio-Label drauf pappt ... wie typisch was ist das denn?
Also diesen unsinnigen Standard mit der Gravitation fand ich auch schon immer schräg. Und erst die Lichtgeschwindigkeit – wer kam bloß auf diese unsinnige Idee, dass die gelten soll? Ein alter Herr mit weißem Bart vielleicht … aber da könnte ja jeder daherkommen :wink:

Aber danke - BB - dass du dir die Mühe gemacht hast, das Ganze mit den verstellten Zeiten mal aufzudröseln.

Ich lebe meistens auf dem 13. Längengrad und habe deshalb mit der MEZ ohne Zeitumstellung gute Chancen, dass Mittag ist, wenn die Sonne am höchsten steht. – Und so hätte ich es denn auch gerne.
Ich hatte nichts davon geschrieben, dass ich die Sommerzeit als die einzig natürliche Variante ansehe! Mir geht nur diese fanatische Verteidigung einer Variante mit gleichzeitiger Abwertung der anderen Variante auf den Keks. Beide Varianten haben ihre Berechtigung nach bestimmten Kriterien, aber es bleibt eine willkürliche Festlegung, die wenig mit der Natur des Menschen (25-Stunden-Biorhythmus!) zu tun hat und auch nicht völlig passfähig zu sonstigen Gegebenheiten ist, sonst würden wir nicht hin und wieder einen Schalttag oder eine Schaltsekunde einschieben.
Jede Festlegung bleibt also eine menschengemachte Größe und hat mit naturgegebenen Standards nur wenig zu tun!
Unnatürlich bleibt lediglich die ständige Umschalterei, es soll ja auch Studien zu gesundheitlichen Problemen von Vielfliegern geben, aber ob es dazu statistisch relevante Aussagen gibt, kann ich nicht sagen.