Mich würde mal interessieren, was andere User hier im Forum bei Operationen im Krankenhaus erlebt haben..
Jetzt ist es mir das zweite Mal passiert, dass ich von einem Assistenz Arzt, also ein Arzt, der sich noch in der Ausbildung befindet, operiert wurde..
Vor Jahren hatte ich ( auch von einem Assistenz Arzt ausgeführt) eine Handgelenks OP, die fehlerhaft ausgeführt wurde. Vor einer kürzlichen Nierenstein OP habe ich deshalb gefragt, wer mein Operateur ist und bekam wieder die für mich sorgenvolle Aussage, das wäre ein Assistenz Arzt mit einem Oberarzt in Rufweite.
Die OP ist erst mal gut überstanden, was ja auch anders - wegen Unerfahrenheit - hätte verlaufen können.
Meine Frage dazu: kann ich als Patient die Operation eines Assistenz Arztes verweigern und auch als Kassenpatient einen Facharzt für meine OP verlangen??
Vielleicht solltest Du Dich erst einmal informieren, was ein Assistenzarzt ist:

Ein Assistenzarzt ist ein approbierter Arzt ohne leitende Funktion. Assistenzärzte befinden sich meist unter der Bezeichnung Arzt in Weiterbildung (AiW) in der Facharztweiterbildung. In dieser Zeit werden sie von einem Facharzt, meistens einem Oberarzt oder dem Chefarzt, angeleitet. Diese stehen dem Assistenzarzt bei Fragen und Problemen zur Seite. Ein Assistenzarzt führt im Krankenhaus unter Anleitung und Aufsicht auch aufwändigere Behandlungen durch (z. B. Operationen, Herzkatheteruntersuchungen). Die Facharztweiterbildung als Assistenzarzt dauert – je nach Fachrichtung – in der Regel fünf bis sechs Jahre. Während der Facharztweiterbildung muss man einen Weiterbildungskatalog erfüllen, der von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist und von den jeweiligen Ärztekammern festgelegt wird. Assistenzarzt wird auch als Bezeichnung für einen Arzt genutzt, der seine Facharztweiterbildung bereits abgeschlossen hat, im Krankenhaus aber nicht als Ober- oder Chefarzt angestellt ist.

Der Assistenzarzt untersteht dem Oberarzt und dem Chefarzt und erledigt im Krankenhausbetrieb die Routinearbeit auf der Station. Ein Assistenzarzt kann im Verlauf seiner Weiterbildung für einen Teil einer Station als Stationsarzt verantwortlich sein. Er führt die Morgenvisite durch, erledigt die Blutentnahmen, verschreibt die Medikamente für den Tag, ordnet Untersuchungen an und ist Ansprechpartner der Patienten bei Problemen. Weitere Aufgaben eines Assistenzarztes sind Aufnahmeuntersuchungen, Patientenaufklärungen, Dokumentation von Behandlungsabläufen und die Durchführung medizinischer Eingriffe (Operationen, Anästhesien etc.): Letzteres findet in der Weiterbildung grundsätzlich unter Aufsicht eines Facharztes statt (Facharzturteil).

Ja, ich bin zweimal von Assistenzärzten operiert worden, und ich war voll zufrieden. Meinst Du wirklich, ein Chefarzt könnte alle OPs machen?
Ein Chefarzt hat außer den chirurgischen auch noch organisatorische Aufgaben, und auch sein Tag hat nur 8 Dienststunden.
Kassenpatienten werden normalerweise vom diensthabenden Stationsarzt behandelt, der sowohl ein Oberarzt als auch ein Assistenzarzt sein kann.

Es steht jedoch jedem Kassenpatienten frei, zu eigenen Lasten mit dem Krankenhaus einen Wahlleistunsvertrag abzuschliessen, das geht vom Einzelzimmer bis hin zur Chef- oder Wahlarztbehandlung.

Kläre das doch (falls nochmal irgendeine OP erforderlich wird, bereits vorher mit dem Krankenhaus.

Mir hat einmal ein Assistenzarzt während einer OP in Auseinadersetzung mit dem Chirurgen sehr geholfen (d.h., den Schaden klein gehalten)! Er hat mir das nach der OP zwar nicht so unverblümt gesagt, aber ich habe es dennoch gut verstanden. Eine Arztschülerin hat mir sogar auf dem Röntgenbild gezeigt, wo es eine Komplikation gegeben hatte... Ich habe dieses Wissen nicht ausgenutzt für Beschwerden oder gar Klagen. Aber ich war dankbar für die Informationen.

Alle wirklich guten Ärzte fangen mit ihren Ausbildungen an, lassen aber schon früh ihre natürliche Kompetenz inkl. Verantwortungsbereitschaft erkennen. - Und andersrum, das gibt es ja leider auch: Unsichere, brachiale, unempathische Oberärzte und sogar Chefärzte. Alles schon mal erlebt!



Für mich wären bei einer Operation im Krankenhaus weniger die akademischen Titel bzw. die formale Stellung des OP-Arztes in der Krankenhaus - Hierarchie interessant, sondern vielmehr seine einschlägigen Erfahrungen in der spezifischen OP-Technik.

Ich hätte auch keine Probleme, nach seiner „Erfolgsstatistik“ bzw. weitere qualitätsrelevante Aspekte zu fragen.

Es wäre mir auch ziemlich egal, wie oft und in welchen Fachjournals der OP-Arzt bereits publiziert hat – nicht egal wäre mir allerdings, wie oft er eine vergleichbare OP bereits ausgeführt hat und wann das letzte Mal….
Danke Fliesermutzel für Deine ausführliche Erklärung,wobei mir trotzdem bei einem Assistenzarzt immer ein bißchen mulmig ist, denn ob er mir auf die Frage, wie oft er diese OP schon gemacht, die ehrliche Antwort " das ist die zweite oder gar erste" geben wird, ist fraglich. Natürlich ist der Weg bis zum Facharzt lang und er braucht zahlreiche OP Bescheinigungen, ich bin nur nicht so gerne das Versuchskaninchen, aber das läßt sich wohl nicht ändern.
Mir bescheren solche Bedenken einen Schmunzler. Wie schon oben erwähnt, hat sich auch ein Assistenzarzt bereits medizinische Qualifikationen erworben und "darf auf die Menschheit losgelassen werden"(Vorsicht, könnte Ironie enthalten). Meines Wissens kann sich selbst bei vereinbarter Chefarzbehandlung ein Chefarzt von einem entsprechenden Fach-Spezialisten vertreten lassen.

Als Privatpatient (allerdings "nur" im Standardtarif) wurde bei mir 2018 eine Knieoperation durchgeführt, ich verzichtete ausdrücklich auf Chefarztbehandlung (neben weiterer Eigen-Kosten vor allem wegen der damit einhergehenden Zusatz-Formalitäten) und was soll ich sagen "super Sache das", was aber jetzt nichts mit Kijimea zu tun hat .o)

Bei einer Lobotomie allerdings würde ich schon vehement Wert darauf legen, daß der Chefarzt selbst Hand anlegt, Mann gönnt sich ja sonst nichts .o)
Tja, nicht nur bei der Arztwahl gibt es Unterschiede......auch das Pflegepersonal wird gezielt und unterschiedlich eingesetzt. Ich erklär es mal mit einer Kurzgeschichte:

Ein junger Medizinstudent macht mit dem betreuenden Arzt einen ersten Rundgang durchs Krankenhaus. Sie kommen an einem offenen Zimmer vorbei, in dem ein Mann auf dem Bett liegt, der wie wild masturbiert.

Der Student fragt: "Was ist denn mit dem los?

" Worauf ihm der Arzt antwortet: "Tja, seine Hoden produzieren zu viele Spermien - deshalb muss er dauernd onanieren, damit sie nicht platzen!"

"Wow!!" denkt der Student. Kurze Zeit später sieht er in einem anderen, etwas luxuriöserem Zimmer, wie eine hübsche Krankenschwester - mit atemberaubendem Dekolleté - bei einem Patienten auf dem Bett sitzt und ihm einen bläst.

"Und was hat der da?" fragt der Student neugierig. "Gleiches Problem, aber privat versichert."
BruceWillis hat geschrieben: Tja, nicht nur bei der Arztwahl gibt es Unterschiede......auch das Pflegepersonal wird gezielt und unterschiedlich eingesetzt.

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Kurze Zeit später sieht er in einem anderen, etwas luxuriöserem Zimmer, wie eine hübsche Krankenschwester - mit atemberaubendem Dekolleté - bei einem Patienten auf dem Bett sitzt und ihm einen bläst.

"Und was hat der da?" fragt der Student neugierig. "Gleiches Problem, aber privat versichert."



Ach du meine Güte! Was bist Du denn für ein Flachw.....r? :roll:
ich könnte mir vorstellen, dass jüngere Assistenzärzte mehr auf dem neuesten Stand sind als ältere Chefärzte, die mit Verwaltungsaufgaben zugeschüttet werden......

abgesehen davon würde ich jedem raten, keinen OP Termin freitags zu machen.....
denn dann trifft man als frisch Operierter auf eine knappe und sowieso schon überlastete WE Belegschaft ....
Hach.. ich hab ungeplant an einem Sonntag entbunden, noch dazu in den Herbstferien. Mit - auch ungeplant- Kaiserschnitt!

Chefarzt in Urlaub
Oberarzt in Urlaub
der diensthabende Stationsarzt musste sich der Sache annehmen.

Ich hatte keinerlei Bedenken, dass was schief gehen könnte.
...da ich mit OP Tischen kaum Erfahrung habe,
bin ich froh,dass mein Orthopäde gleichzeitig Chirurg ist und ich ihn schon lange kenne ,vertraue ihm.

Er operiert 1x wchtl. im nahen Krkhs.wo er Belegbetten hat.

Nur wurde leider wg.CoronaHotspot in dem Krkhs.meine morgige Hüft OP auf Februar verschoben....
BruceWillis hat geschrieben: Tja, nicht nur bei der Arztwahl gibt es Unterschiede......auch das Pflegepersonal wird gezielt und unterschiedlich eingesetzt. Ich erklär es mal mit einer Kurzgeschichte:

Ein junger Medizinstudent macht mit dem betreuenden Arzt einen ersten Rundgang durchs Krankenhaus. Sie kommen an einem offenen Zimmer vorbei, in dem ein Mann auf dem Bett liegt, der wie wild masturbiert.

Der Student fragt: "Was ist denn mit dem los?

" Worauf ihm der Arzt antwortet: "Tja, seine Hoden produzieren zu viele Spermien - deshalb muss er dauernd onanieren, damit sie nicht platzen!"

"Wow!!" denkt der Student. Kurze Zeit später sieht er in einem anderen, etwas luxuriöserem Zimmer, wie eine hübsche Krankenschwester - mit atemberaubendem Dekolleté - bei einem Patienten auf dem Bett sitzt und ihm einen bläst.

"Und was hat der da?" fragt der Student neugierig. "Gleiches Problem, aber privat versichert."


Findest Du das eigentlich hilfreich mit Deinen schlüpfrigen Witzchen?
Wes Geistes Kind bist Du denn?
Es gibt eine Gruppe im Krankenhaus, die genau sagen kann, ob ein Arzt ein guter Chirurg ist: die Anästhesisten
Sie begleiten über viele Jahre die Tätigkeiten und kriegen alle "Schwächen" und "Heldentaten" mit. Unter ihnen sprechen sich auch besondere Tendenzen herum.
Es kommt oft vor, dass der Oberarzt besser ist als der Chefarzt.
Nun, vor der Operation wird man vom Anaerhesisten aufgeklärt. Also dann.

Felix
BruceWillis 17:03....Entgegen manch anderer Meinungen fand ich deine Erzählung nicht schlecht und musste grinsen. Muss aber zugeben, dass ich ein Faible für solche "schmutzigen" Witze habe :D