@ mehusae

…..Die Filmschaffende Barbara Miller sagte an der Vernissage zu ihrem Film „female pleasure“ unter Anderem, dass sie nicht richtig hingeschaut habe was da mit den Frauen in Indien passiert.

https://youtu.be/QID9ZUxh-aQ

Es ist doch Tatsache, dass solange es den Menschen nicht selbst betrifft, das Leid der Anderen eben nicht so sehr beschäftigt.....


Wenn Menschen aus Wohlstandsländern gerne in Ländern wie Indien Urlaub machen, um dort die Exotik der fremden Kultur zu konsumieren, wozu uch die Religion gehört, oder auch nur den Luxus dort zu genießen, den sie sich zu Hause nicht leisten können, kann das schon mal leicht den Blick für die Realität sowohl für Hüben als auch für Drüben trüben, und sie in einem schöneren Licht erstrahlen lassen, als sie es tatsächlich ist.

Hierbei muss immer die Frage gestellt werden: „Gut für wen und wofür?“, um einen wirklichkeitsgetreuen Eindruck zu erlangen, was genau so zum Handwerk eines kritischen Redakteurs oder Regisseurs einer solchen Dokumentation dazu gehört, wie die passenden Gestaltungsmittel, um diesen realistischen Eindruck auch bei den Zuschauern zu erzeugen.

…..Sobald jedoch, über was für Hilfsmittel auch immer, bewusst gemacht wird, wie sowas vonstatten geht, ist der Mensch fähig, sich darüber Gedanken geschehen zu lassen und ausser betroffen zu sein auch als nicht Betroffene/r zu erkennen, wie Machtstrategien zum Leid Anderer von Befürwortern weiterhin erfolgreich angewendet und zugelassen werden. …..

Das setzt aber nicht nur das lyrische, schöngeistige Element im Theater voraus, sondern auch das kritisch epische, wie Brecht die rationale Auseinandersetzung mit den Machtverhältnissen, durch die das menschliche Elend bewirkt worden ist, nannte, denn sonst dient der ganze Aufwand lediglich dem widerlichen, gefühlsduseligen Eklektizismus derer, die sich dabei freuen können, selber glücklicherweise bislang noch nicht zu den Betroffenen gehört zu haben.

….An wem auch immer eine solche Schnetzelei vorgenommen wird, ob an Knaben oder Mädchen, es ist menschenverachtend und daher kann die Aufklärung über solches Vorgehen nicht nur Betroffenheitstheater sein, sondern auch zur Abschaffung solcher Gräueltaten beitragen. ….

Nein, damit alleine ändert man es leider noch nicht, solange man nicht die Täter selber daran hindert, damit fortzufahren.

Aber dieser Videobeitrag, der wohl von dir als Plädoyer speziell gegen die Misshandlung von Mädchen gedacht ist, welche weit über die reine Missachtung hinausgeht, beinhaltet genügend Zündstoff für das damit zusammenhängende Genderproblem, was besonders die systematische Unterdrückung, Ausbeutung und Misshandlung von Frauen betrifft, und einen oder sogar mehrere ganz spezielle Untersuchungen dazu wert ist, sodass ich noch an späterer Stelle ausführlicher Etwas dazu schreiben möchte.

Bis dahin erst mal meinen herzlichen Dank für die wie immer treffsichere Anregung von dir dazu!


@ Verdandi

…...Das war ähnlich wie mit Deinem thematischen Schwenk, in Deinem vorletzen an mich adressierten Beitrag, hin zu klerikalen Themen ("Götzen"), die ich nicht nur nicht erwähnt hatte, sondern zu denen mein Beitrag, auf den Du Dich bezogen hattest, nicht einmal den geringsten Anlass gab. …...

Der Hinweis auf den Götzen, mit Hilfe dessen man das Volk dazu zwingen kann, sich wohlzuverhalten, war eine Antwort auf deine Frage, wie das denn am Einfachsten zu bewerkstelligen sei. Also: erst mal richtig hinschauen, bevor man blindwütig zurückschießt!

…..Du kannst natürlich schreiben, worüber Du willst. Aber wenn Du etwas an mich richtest, solltest Du meinen jeweiligen Beitrag nicht als Anlass nehmen, etwas loszuwerden, was meine Aussagen darin gar nicht betrifft. …...

Wozu denn sonst? Nur um deine Sichtweise der Dinge als die einzig richtige zu akzeptieren und dich darin zu bestärken?

….Glauben und Glaubensbekenntnisse sind jedenfalls für mich keine Themen mehr, egal ob sich diese auf Religion oder irgendwelche Ideologien beziehen. Du solltest mich eigentlich inzwischen auch so gut kennen, um zu wissen, dass die Philosophie der Freiheit mein bevorzugtes Thema ist, das ich allerdings ganz undogmatisch betrachten und behandeln kann, auch wenn ich manchmal sogar vehement für etwas eintrete, das ich für wahr halte. ….

Ein undogmatischer Umgang mit dem Thema Freiheit, wie es durch die existenzialistische Brille betrachtet wird, toleriert auch eine Kritik daran und setzt sich auf undogmatische Weise mit dem Thema auseinander, anstatt dem Kritiker sein Recht auf Kritik abzusprechen und ihm mit Gesprächsabbruch zu drohen, wie es unter fanatischen Götzenanbetern üblich ist.

…..Du hast ja selbst darauf angespielt, wenn auch in einem für meine Wahrnehmung verächtlichen, zumindest herablassenden Kontext, in dem Du im Zusammenhang meines Interesses an Sartre die Begriffe "Guru", "neue soziale Religion", "Heldenverehrung" und "Heiligsprechung" erwähnst und mir indirekt Kritiklosigkeit unterstellst. …..

Das was du blindgläubig „für wahr nimmst“, ohne dich zu vergewissern, ob es auch der Realität entspricht, ist das Selbe, was die Anhänger einer Heilslehre ihrem glaubwürdigen Sektierer kritiklos glauben, den sie gegen jede Kritik mit Klauen und Zähnen zu verteidigen bereit sind, um dafür seine Sympathie und den damit verbundenen Schutz vor enttäuschender Aufklärung durch Nichtgläubige genießen zu dürfen.

….Das ist kein faires Diskussionsgebaren mehr, in dem Du nicht nur Deine eigene abweichende Meinung darlegst und begründest, sondern immer wieder vor dem Zug mir als Deiner Gesprächspartnerin falsche und negative Motivationen in Bezug auf meine andere Meinung zu unterstellen versuchst, dazu noch in einer zumeist herablassenden bis zynischen Weise, was vermutlich als zusätzlich disqualifizierendes Mittel fungieren soll. …..

Das Erwähnen deiner persönlichen Motivationen oder Befindlichkeiten sind für mich nur insofern relevant, als dass ich mich damit in angemessener Weise auf die Diskussion mit dir einstellen kann, die – wie schon öfters erwähnt - für mich KEIN Streitgespräch, sondern lediglich eine Gesprächsrunde unter Gleichberechtigten darstellt, wie es auch der Bedeutung des Begriffs entspricht.

Einen besonderer Anlass zur besonderen Rücksichtnahme (Respekts) aufgrund eines Mangels an Intelligenz hast du mir bisher nicht geboten, sodass sie mir auch nicht nötig zu sein scheint.

Was hingegen deine soziale Kompetenz betrifft, bin ich mir da nicht so sicher, denn wer Alles ständig auf sich persönlich bezieht, was ihn gar nicht selber betrifft, und verallgemeinert, wo nur eine bestimmte Gruppe von Menschen gemeint ist, kann schlecht sachlich bleiben, und macht die Gesprächsrunde zu seinem persönlichen Schlachtfeld, wo er sich ständig gegen angebliche Angriffe zur Wehr setzen kann, um nach Herzenslust seine Streitsucht zu kultivieren.

Im Übrigen sollte man zwischen ironisch (spöttisch), sarkastisch (abfällig) und zynisch (menschenverachtend) unterscheiden, wenn man die Einstellung von Anderen bewertet, mit denen sie Einem ihre kritischen Meinungen zu irgendwelchen Themen zum Ausdruck bringen.

…..Ich als Ansprechpartnerin sehe mich jedenfalls auf diese Weise regelmäßig über den Tisch gezogen von Dir. ….

Tja, so ist das mit den Gefühlen und den falschen Ursachenzuschreibungen. Ich habe meinerseits gar kein Interesse daran, Jemanden im Verlaufe einer Schlacht über den Tisch zu ziehen, weil ich das moralisch nicht dazu geeignet finde, um eine gleichberechtigte Partnerschaft zu führen.

…..Falls Du mich als potenzielle Gesprächspartnerin behalten willst, empfehle ich Dir, meine Ansichten zunächst zu respektieren, bevor Du sie aus Deiner Sicht zu widerlegen beginnst. So, dass Du das dann auch in sachlicher Weise tun kannst......

Naja, du kannst gerne deinen blindgläubigen Schäfchen erfolgreich mit Exkommunikation drohen, für den Fall, dass sie dein Evangelium nicht annehmen, aber nicht mir, lach...

…...Okay, soweit hierzu. Zu den übrigen Statements, die auf meine Aussagen replizieren, noch folgendes – aber nur noch zum inhaltlichen Extrakt:....

Danke!

….Ein bisschen Verständnis habe ich schon dafür, weil ich selbst dazu neige, Inhalte durch Drastik auf die Spitze zu treiben, um sie augenscheinlicher zu machen. Aber nicht jeder versteht ein solches Ansinnen gleich, zumal, wenn jeder Hinweis auf die erforderliche Lesart fehlt.....

Das mag sein, aber da kann er ja nachfragen!

....Nicht jeder, zumal älterer, Erwachsene fühlt sich besonders respektiert, d.h. auf "Augenhöhe" behandelt, wenn ein anderer Erwachsener versucht, ihn über apodiktisch klingende Behauptungen zum Widerspruch zu reizen, mit dem Hintergdanken, ihn überhaupt einmal an das Thema heran zu führen. Ich nenne das Manipulation, auch wenn diese Art ohne destruktive Absicht erfolgt. Sie hat allerdings etwas Bevormundendes, "Oberlehrerhaftes", was mich zumindest stört.....

Ich weiß, dass viele Menschen selbst noch im Alter an Belehrungsphobie leiden, weil sie sich nie von der unangenehmen Kindheitserfahrung, durch Zwangsbelehrung bevormundet, statt als gleichberechtigter Partner anerkannt worden zu sein, distanzieren konnten, und daher auf Erklärungen jeder Art allergisch reagieren. Daran sollten sie arbeiten, damit sie nicht ständig Alles in den falschen Hals bekommen – um der guten Kommunikation mit Anderen und damit auch um ihrer selber Willen.

….Das kann ich fast alles aus meiner Sicht bestätigen, bis auf diese Feststellung: >>...sodass der Irrtum aus der Quantenphysik...<< , die bereits einer bestimmten, relativen Perspektive entspringt und damit im Widerspruch zur allgemeineren, sie einbettenden Aussage steht. ….

Nun – auch da erlaube ich mir, als unorthodox denkender Mensch anderer Meinung zu sein.

….Bei 1390 Beiträgen auf 93 Seiten solltest Du mit solchen Hinweisen auch den Fundort (Seite) erwähnen, damit ich Deine Aussage aus heutiger Sicht dazu nachvollziehen kann, ohne erst alle Seiten durchforsten zu müssen......

Es waren nicht 1390, sondern nur ein einziger Beitrag der dafür in Frage kommt, und auf den du in einer schönfärbenden, unkritischen Weise reagiert hast. Um den wiederzufinden, gibt es eine Filterfunktion, in die man nur „Scheindemokratie“ einzugeben braucht, und schon werden die in Frage kommenden Beiträge angezeigt, falls es dich wirklich interessieren sollte.

…..Wie gut, dass es bei uns (im Deutschen Bundestag) auch sehr integere Abgeordnete gibt, die mehr ihrer innersten Überzeugung und ihrem Rechtsempfinden und Gewissen verpflichtet sind (so wie es ihnen lt. GG zusteht) als dem Fraktionszwang ihrer Partei, wenn es darauf ankommt. …..

Sie sollten weder dem verpflichtet sein, was sie persönlich mögen, noch dem, was der Parteiführer vorschreibt, sondern einzig und allein dem Interesse ihrer Wähler. Dass es löbliche Ausnahmen unter den Abgeordeten gibt, ändert nichts an der gesetzlichen Schieflage, die deren persönlichen Geschmack den Vorzug gibt und damit auch der Korrupierbarkeit durch Lobbisten Vorschub leistet.

…..Ich kenne welche, die sich u.a. sehr für die Abschaffung des Lobbyismus einsetzen. Auch hier ist jedes Pauschalurteil für eine möglichst differenzierte Sicht nur schädlich – vor allem wenn es dazu führt, nur allzu leicht und rasch vom angeblich bereits eingeläuteten Ende unserer Demokratie bzw. von "Scheindemokratie" (die es gibt, aber unsere ist keineswegs eine solche!) zu unken. Ich wünsche niemanden, der dies so leichtfertig betreibt, die wahrlich undemokratischen Verhältnisse eines Staates mit einem totalitären Regime irgendwann mal am eigenem Leib erfahren zu müssen. ….

Die Übersetzung des griechischen Wortes Demokratie mit „Volksherrschaft“ oder – nach Karl Marx – sogar mit „Diktatur des Proletariats“ täuscht raffiniert darüber hinweg, dass es sich dabei eben nicht um ein gleichwertiges Verhältnis zwischen Herrschern und Beherrschten handelt, sondern um ein einseitiges.

Dass eine Hierarchie zur Organisation eines funktionsfähigen Staatsorganismus unumgänglich ist, heißt jedoch nicht, dass Diejenigen, die im Management sitzen, das Recht haben, genau so diktatorisch über alle Anderen zu herrschen, wie man es von der Monarchie oder Oligarchie her kennt.

Dort ist es nämlich nicht mehr „die Sache Aller“, womit „Demokratie“ heute gern übersetzt wird, sondern nur noch – wie einst in Griechenland - „die Sache einiger weniger Einflussreicher“, die mit dem Begriff „Scheindemokratie“ noch sehr verharmlost wird, und - als gesetzlich abgesicherte, ebenfalls als demokratisch geltende Staatsform Ostdeutschlands - auch schon schon mal treffend als „Parteidiktatur“ bezeichnet wurde.

…....Die Schweizer NZZ ist dieser Frage mal genauer, d.h., erfreulich kritisch* nachgegangen:
https://www.nzz.ch/feuilleton/was-ist-d ... 1.17840250
(Georg Franck, 24.11.2012)

Ein sehr wichtiger, einschränkender Satz daraus bezügl. der notwendigen Begrenzung von Mehrheitsabstimmungen:

>>Die Demokratie wird, anders gesagt, erst dadurch im wohlverstandenen Sinn demokratisch, dass die zentrale Abstimmung durch eine rechtsstaatliche Verfassung eingeschränkt wird. Es versteht sich, dass auch der Rechtsstaat filternde Wirkung auf die Übersetzung individueller Ziele in kollektive Resultate hat.<<

*Denn wir müssen bei aller Liebe für die Demokratie ihr gegenüber immer kritisch bleiben und sie ständig im Blick behalten......


Eben!

..Mark Twain ist allein schon aufgrund seiner Lebensdaten (1835 – 1910) nicht als Kenner moderner Demokratien, insbesondere nicht der unseren nach 1945 bis heute, heranzuziehen, wenn es darum geht, diese, und sei es noch so scharf und satirisch, in treffender Weise anzuprangern. Und unter den zeitgenössischen Kritikern kann ich niemanden, der nicht rechts wäre, finden, der Deutschland heute für einen ausgesprochenen „Unrechtsstaat“ halten würde. (Oder die Schweiz.)....

Soviel zu den unsachlichen Schmähungen unliebsamer Autoren, die nicht der eigenen Meinung sind!

Mark Twain wird das allerdings genau so wenig kratzen, wie einen Baum, wenn ein Schwein sich an ihm reibt,

Ansonsten können sich nur lebende Menschen – ganz gleich, ob sie nun rechter oder linker Gesinnung sind - in ihrer Würde, die in diesem Falle nur ein eitles, überhöhtes und damit falsches Selbstbild darstellt, verletzt sehen, wenn man auf sachliche oder unsachliche Weise ihre nicht ausreichend begründete Meinung oder ihr asoziales Verhalten als der jeweiligen Gesprächssituation unangemessen kritisiert.

... Im Internet gibt es wirklich nichts, was es nicht gibt an ... Weltbildern. Das begegnet einem im persönlichen Umfeld gar nicht alles. Ich komme aus dem Staunen immer noch nicht heraus ....

Das kommt davon, wenn man Künstlichkeit mit eingebildeter Irrealität verwexelt, wobei hier Alles ganz real und nur das Kommunikationsmedium Internet künstlich ist, während die Gesprächspartner, mit denen man kommuniziert, selber, sowie die Kommunikation mit ihnen, ganz echt real sind, und auch ganz natürlich.
@ filofaxi

Du schreibst:

>>...bevor man blindwütig zurückschießt!<<

Du meinst, ich sei blindwütig?

>> ...wie es unter fanatischen Götzenanbetern üblich ist.<<
Du zählst mich zu "fanatischen Götzenabetern"?

>>..Das was du blindgläubig „für wahr nimmst“,..<<
Du hältst mich für "blindgläubig" in meinen Wahrnehmungen?

>>..ist das Selbe, was die Anhänger einer Heilslehre ihrem glaubwürdigen Sektierer kritiklos glauben,..<<
(Meintest Du nicht eher "unglaubwürdigen"?) "Das selbe" bedeutet (anders als "das gleiche") = identisch! Du behauptest also, mit mir direkt eine kritiklose Anhängerin einer sektiererischen Glaubenslehre identifiziert zu haben?

>>..denn wer Alles ständig auf sich persönlich bezieht, was ihn gar nicht selber betrifft,..<<
Am Ende redest Du Dich immer heraus! Oder, besser gesagt, versuchst es. Du hast zwar in eindeutig schmähender Weise auf meinen Beitrag reagiert und alles abgewehrt, womit ich Dich persönlich angesprochen habe. Aber Du konntest es mal wieder nicht unterlassen, mir allerhand Abschätziges über in Deinen Augen verachtenswerte Figuren vor Augen zu führen, - aber ohne damit zugleich irgendeinen Zusammenhang mit mir herzustellen? Wie unglaubwürdig und unglaublich feige wäre das denn?

>>Ich weiß, dass viele Menschen selbst noch im Alter an Belehrungsphobie leiden,..<<
Nur, weil ich es gewagt habe, darum zu bitten, als gleichberechtigte Gesprächspartnerin von Dir behandelt zu werden, erzählst Du mir (natürlich ohne jeden Bezug zu mir?) von geistig Kranken???
Wie krank wäre das denn?

_________

Ich frage zwar zur Sicherheit noch einmal nach, obwohl Du mich m.E. mit Deinen Worten an mich bereits eindeutig mit einer Vielzahl abwertender Adjektive überzogen und insgesamt versucht hast, mich mit unglaublicher Selbstgerechtigkeit zu schmähen und zumindest als unglaubwürdig zu verleumden.

Aber m.E. hast Du Dich ja schon genug offenbart. Du darfst also diese Fragen gern auch als bloß noch rhetorische, als eine Form der Entgegnung betrachten. Mir wäre es sogar lieber, gar nichts mehr zu vernehmen, als von dem immer gleichen Dreck (nicht dem selben, der ist schon abgewischt) noch eine weitere Ladung mitten ins Gesicht zu bekommen. - Sehr schade eigentlich, denn wir hätten m.E. andernfalls durchaus eine Chance gehabt, gute Streitgespräche miteinander führen zu können; die findet man nicht alle Tage.

_________

Deine weiteren Ausführungen (zur Demokratiekritik eines Mark Twain, der eine Person des 19. Jahrhunderts war), bezogen sich auf meine Replik auf den Beitrag einer anderen Userin, die sicher sehr gut für sich selbst sprechen könnte, wenn sie es wollte, was ich jedenfalls abwarten würde, bevor ich bereit wäre, darauf noch einmal explizit einzugehen. - Mal abgesehen davon, dass das Thema Staatsformen eher in den Bereich der Politik, zumindest aber in den der politischen Philosophie gehörte (s. den entsprechenden Thread in diesem Forum).



http://www.andreasladner.ch/dokumente/a ... 0_2004.htm

Davon hier noch Etwas zum Thema Demokratie und der Ausübung von Wahlen, bei welchen das Volk angeblich an der Machtausübung im Staat teilhat.

Zunächst zum Problem der Aggregation:
Bei Wahlen und Abstimmungen stehen wir vor einem Konflikt zwischen Fairness des Verfahrens und Konsistenz der Ergebnisse. Vor mehr als fünfzig Jahren bewies der spätere Nobelpreisträger Kenneth Arrow dieses Paradox. Verkürzt sagt uns sein Theorem, dass eindeutige Ergebnisse von Abstimmungen oder Wahlen letztlich einen Diktator erfordern. Wenn wir keinen solchen haben wollen, müssen wir inkonsistente Kollektiventscheide in Kauf nehmen. Was das Volk entscheidet, hängt selbst bei stabilen Präferenzen der Einzelnen davon ab, wie abgestimmt wird. Dabei gibt es ein gutes Dutzend Abstimmungsregeln, die alle ihre Vor- und Nachteile haben und jeweils mindestens eine von Arrows Minimalbedingungen für Fairness verletzen. Das gilt insbesondere auch für die Regel der einfachen Mehrheit, sobald mehr als zwei Alternativen vorliegen. Bei fast allen Sachfragen gibt es jedoch mehr als zwei Optionen. Werden nur zwei davon dem Stimmbürger vorgelegt, erkennt man die Macht der «Agenda-Setter», die bestimmen, worüber, wie und wann abgestimmt wird. Früher konnte man z. B. bei Volksinitiativen mit Gegenvorschlag zweimal nein, aber nicht zweimal ja stimmen, heute ist Letzteres auch möglich. Spalteten sich früher die Veränderungswilligen gegenüber dem Status quo in zwei Lager, ist das nicht mehr der Fall – eine Stärkung der Position der Initianten.

Ein zweites Problem stellt die Deliberation dar:
Vor einer Volksabstimmung muss für angemessene Informations- und Diskussionsmöglichkeiten gesorgt werden. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, so widerspiegeln die Voten bloss zufällige oder absichtlich geschürte Emotionen, wenn nicht gar Illusionen. Das Nein zum Elektrizitätsmarkt-Gesetz als Denkzettel gegen die Abzocker? Das Nein zur erleichterten Einbürgerung eine Demonstration gegen die balkanischen Raser? Wird nur ein Bruchteil der Stimmen so abgegeben, sind Qualität und Legitimität des Volkswillens zumindest fragwürdig. Wer dies offen ausspricht, handelt nicht elitär, sondern ethisch. Ich darf die Überzeugung vertreten, dass in der dritten Generation hier geborene Ausländer ein moralisches Recht auf Einbürgerung haben. Ob eine Mehrheit so denkt oder nicht, ist bei derartigen Gesinnungsfragen völlig egal. Es ist etwas anderes, wenn ich abschätzen soll, wie viele Münzen in einem Kartoffelsack verpackt sind, oder gefragt werde, was ich von der Stammzellenforschung halte. Im ersten Fall tue ich gut daran, dem Urteil einer möglichst grossen Mehrheit zu folgen, weil die Schätzfehler durch die grosse Zahl «eingemittet» werden. Bei ethischen Fragen jedoch ist die Mehrheit weder Massstab noch Orientierungshilfe. Im Endeffekt kann, ja muss man auch über ethische Prinzipien abstimmen, aber nur nach qualifizierter Deliberation.

Aus den beiden ersten Einwänden folgt, dass Wahlen und Abstimmungen immer manipulierbar sind. Dazu existiert ein wissenschaftlicher Beweis (Gibbard-Satterthwaite-Theorem). So kann man bei mehreren Alternativen allein durch eine geschickte Reihenfolge oder Wahl des Abstimmungsprozederes das Ergebnis vorbestimmen. Oder man kann irrelevante Alternativen einführen, die das Resultat verfälschen – wie bei der EWR-Abstimmung von 1992. Eigentlich ging es um die Frage: EWR-Vertrag ja oder nein. Kurz zuvor wurde eine Option EU-Beitritt ins Spiel gebracht, jedoch nicht zur Abstimmung gestellt. Dies spaltete die EWR-Befürworter. Viele, die zum EWR eigentlich ja gesagt hätten, stimmten jetzt nein, weil sie nicht in ein «Trainingslager der EU» wollten.


https://www.directupload.net/file/d/535 ... hh_png.htm
@ mehusae

…..Verkürzt sagt uns sein Theorem, dass eindeutige Ergebnisse von Abstimmungen oder Wahlen letztlich einen Diktator erfordern. Wenn wir keinen solchen haben wollen, müssen wir inkonsistente Kollektiventscheide in Kauf nehmen. …...

Die Alternative ist leider nicht nur eine theoretische, sondern auch eine praktikable, indem vom Wahlergebnis Enttäuschte sich aufgrund eines mehrheitlichen Wahlverfahrens, welches mit Demokratie als der „Sache Aller“ nichts mehr zu tun hat, um das zugebilligte Menschenrecht auf Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse betrogen sehen, und sich daher dazu entschließen, dieses Verfahren mehrheitlich abzuwählen, sobald ein landesväterlicher Messias auftritt, der ihnen zusichert, sich um ihre sozialen Belange zu kümmern, wie es in der Nazi-Diktatur der Fall war, und von militanten Rechtsradikalen sogar heute wieder öffentlich gefordert wird.

Dass linke Radikale ebenfalls nach irgend einer Art von Diktatur verlangen, ist dabei weniger offensichtlich, läuft aber auch darauf hinaus, weil letztlich Jemand dafür sorgen muss, dass die Menschen vor dem göttlichen (weil für Alle guten) Gesetzgeber gleichgeschaltet werden, um gleich berechtigt und gleich verpflichtet zu sein.

Ob das von Seiten einer Adelskaste, die nach historischer Vorgabe das Militär befehligt, oder vom Klerus erfolgt, der die Menschen mit dem geistigen Schwert im Namen eines grundgütigen Vaters im Himmel manipuliert, oder von Seiten reicher Bürger, die mit ihrem materiellen Besitz die Menschen versklaven, bleibt für die Mehrheit der Menschen, die man als „das Volk“ bezeichnen könnte, gleich, denn Vertreter aus den drei Herrschaftskasten können vernünftigerweise nur die Vertretung der Interessen der eigenen Kaste im Sinn haben, und sind – sofern sie etwas Anderes behaupten, um sich von der Überzahl des Volkes mehrheitlich ins Parlament wählen zu lassen – für Letztere niemals vertrauenswürdig sein.

So ergibt sich für das niedere, wahlberechtigte Fußvolk nur die Alternative, sich zwischen zwei Übeln entscheiden zu dürfen, die beide nicht demokratisch - dh dem Interesse der Mehrheit des Volkes dienlich – sind, denn wenns tatsächlich darum ginge, würden Volksvertreter aus diesen Ständen überhaupt nicht ins Parlament gewählt.

Das Argument, dass damit auch keine Fachleute als Entscheidungsträger berufen würden, ist ebenfalls nicht stichhaltig, weil dies auch in bisherigen System nicht der Fall ist, denn auch hier sind die Abgeordneten von der Beratung von Fachleuten abhängig, weil sie nicht überall kompetent sein können.

Was Berufspolitiker jedoch können sollten, wäre: sich auf praktikable Kompromisse einigen, anstatt sich mit gekauften Mehrheiten das Recht auf diktatorische Alleinbestimmung zu erschleichen, was einen schwerwiegenden Fehler im politischen Entscheidungsprozess aufgrund eines mehrheitlichen Wahlverfahrens gegenüber Denjenigen darstellt, deren Interessen sie zu vertreten haben.

Somit würde im Grunde genommen jeweils ein/e einzige/r Abgeordnete/r aus dem Lager der Stärkeren und eine/r aus dem der Schwächeren ausreichen, um sich innerhalb einer gleichberechtigten Partnerschaft auf einen allgemein praktikablen Kompromiss zu einigen, wie es auch in jeder anderen sozial verbindlichen Lebensgemeinschaft der Fall ist, ohne den sie das Parlament abends nicht verlassen dürften.

Dies würde lediglich einer dritten Instanz zur Beurteilung der Geeignetheit von Personen für diesen Beruf bedürfen und zur Durchführung einer ständigen Kontrolle der Ausgewogenheit ihrer Entscheidungen, damit sich nicht Beide am Ende gemeinsam gegen die Diejenigen stellen, deren Interessen sie zu vertreten haben, indem sich Einer von Beiden vom Anderen zum gemeinsamen Vorteil bestechen lässt.

Vielfach ist das soziale Modell der herrschaftsfreien Regierung bereits in vielen kleinen Gemeinschaften bereits verwirklicht, und auch in großen rudimentär vorhanden, was aber kein Grund ist, dort nicht weiter zu kritisieren, wo noch Einiges im Argen liegt.

Da diese Regierungsform des diplomatischen Kompromisses schwieriger ist, als die undiplomatische Diktatur mittels von radikaler Kompromisslosigkeit, die durch Stimmenmehrheit legitimiert wird, anstatt durch Eignung zur gerechten (dh den Interessen Aller angemessenen) Entscheidungsfindung, muss immer wieder aufs Neue miteinander verhandelt werden, um gleichberechtigt gemeinsam zu entscheiden, anstatt nur rumgestritten werden, um als der Stärkere am Ende alleine entscheiden zu können.

Vielleicht sollte man den Begriff der "Demokratie" auch besser ausschließlich dem "Mehrheitsentscheid" vorbehalten, und die "Sache Aller" einfach "Politik" nennen, wie es seiner ursprünglichen Bedeutung entspricht.

Wie es in der BRD hingegen mit der tatsächlichen Berechtigung zur Selbstbestimmung des Einzelnen bestellt ist, wird im folgenden Gespräch beschrieben:

https://www.youtube.com/watch?v=MBMnqZls7l4
filofaxi hat geschrieben:

Wie es in der BRD hingegen mit der tatsächlichen Berechtigung zur Selbstbestimmung des Einzelnen bestellt ist, wird im folgenden Gespräch beschrieben:

https://www.youtube.com/watch?v=MBMnqZls7l4


Unglaublich !!! :shock: :shock: :shock:

... dass im obigen Beitrag ein Interview mit der "Reichsbürger"-nahen Heike Werding verlinkt wurde!

https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/verstoerendes-interview-in-berlin-hier-sprechen-die-reichsbuerger/20514462.html

https://wiki.sonnenstaatland.com/wiki/Heike_Werding#Der_.C3.A4u.C3.9Ferst_rechte_Rand


Die so genannten "Reichsbürger" erkennen den Staat nicht an, sind u.a. antidemokratisch, rassistisch, antisemitisch (Holocaust-Leugner) und werden daher vom Verfassungsschuz beobachtet.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Reichsb%C3%BCrgerbewegung


Der Interviewer Michael Vogt mit seinem "Querdenken-TV" gehört ebenfalls der rechten Szene an.

https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Vogt





@ Verdandi

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Dass sowohl Rechtsradikale als auch Linksradikale sich darüber beschweren, dass sie erst dann ein Recht zur Selbstbestimmung erlangen, wenn sie eine Anzahl Gleichgesinnter zu einem Verein um sich geschart haben, scheinst du ja am besten zu wissen und diese Vereinsmeierei auch fleißig zu praktizieren, wie man an deinen Internetaktivitäten unschwer erkennen kann.

Schade für dich, dass die anderen User hier dein Spiel bisher auch alle durchschaut haben. Ich brauche solche machtgierigen Rechthaber jedenfalls nicht unter meinen Gesprächspartnern, und werde dich in Zukunft ignorieren – so wie du es verdient hast!

Und damit weiter zu der Sachfrage nach dem Recht auf freie, kritische Meinungsäußerung und dem Recht darauf, auch andere Meinungen, als die eigene zur Diskussion stellen zu dürfen, damit nicht Alles in einem schönen, unkritischen Friede-Freude-Eierkuchen versinkt, den sich die echten Bösewichter anschließend schmecken lassen, während sie ihre von Diskriminierungen stinkende Suppe Diejenigen auslöffeln lassen, denen sie sie durch ihre üble Nachrede eingebrockt haben.

Das ist eine ziemliche wirre Antwort. Ich habe sie, zumindest den ersten Absatz nach Deinem Glashaus-Gemeinplatz, auch nach mehrmaligem Lesen nicht verstehen können – außer den darin enthaltenen Diskriminierungsversuch, einen wohl eher der Ablenkung dienen sollenden nebulösen Rundumschlag ins Blaue: „Internetaktivitäten“? Was meinst Du denn damit? Pass nur auf, dass Du mir nichts Übles nachredest!

Ich habe Dir übrigens nicht übel nachgeredet, sondern nur darauf hingewiesen, wer diese Leute sind, deren Aussagen Du zur Bestätigung Deiner Meinung heranziehst. Was ja unschwer jeder oben nachlesen kann.

Wenn Du Dich nur in der Auswahl vertan hättest, hättest Du es ja dann noch sagen können. Niemand ist frei von solchen versehentlichen Fehlgriffen im Eifer des Gefechtes, wenn nur auf Inhalte, nicht aber auf die Provenienz derselben geachtet wurde.

War es also kein Fehlgriff aus Deiner Sicht?

In Österreich ist übrigens die Rädelsführerin einer solchen Gruppierung (wie in unserem Land die sogenannten „Reichsbürger“ – dort nennen sie sich „Staatenbund“) von einem Grazer Gericht wegen Anstiftung zum Hochverrat zu 14 Jahren Haft verurteilt worden.

FAZ, Online-Artikel vom 25.01.2019 von Stephan Löwenstein:
Prozess wegen Hochverrats : „Staatsverweigerer“ in Österreich verurteilt

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/hochverrat-staatsverweigerer-in-oesterreich-verurteilt-16008415.html




https://youtu.be/uVoHvnTNhNc

Dazu noch viele Worte zu verlieren wäre nur müssig
und überflüssig.
Wer nicht erkennen kann, will, was abgeht, ist nur noch
zu bedauern.
Es wäre, als würde man einen Basler nach dem Morgen-
straich fragen: "Was ist eine Mehlsuppe?"

https://www.directupload.net/file/d/535 ... 65_jpg.htm
Kluge Betreiber von Internetplattformen freuen sich meistens genau so, wie Bankbesitzer, wenn Jemand kritischerweise auf Sicherheitslücken aufgrund von Schwachstellen im System hinweist und stellen sogar gezielt einen Hacker ein, damit er in ihrem Sinne tätig wird und seine Energie nicht für kriminelle Zwecke verwendet.

Kriminell heißt, dass Jemand einen Anderen dabei bewusst zu dessen Nachteil schädigt. Dies ist auch das Kriterium für staatsfeindliche Aktivitäten, wobei hier konkret die gewählte Regierung gemeint ist, die damit in der Ausübung ihres Amtes beeinträchtigt wird, oder der Gesetzgeber, der durch Missachtung seiner Gesetze an Autorität verliert, wenn im Übermut Niemand mehr Angst vor Strafen hat, womit er notfalls zum Einhalten derselben gezwungen werden kann.

Nach biblischer Vorgabe galt bis vor kurzem die Majestätsbeleidigung und die Gotteslästerung (Blasphemie) als Straftaten, wobei im Zeitalter der demokratisierten Politik in einer Republik (durch Beseitigung der Monarchie) und der Säkularisierung (durch Entmachtung der Kirchenführer als Gesetzgeber von Gottes Gnaden) die entsprechenden, teilweise immer noch existierenden Paragrafen obsolet geworden sind, weil sie international gültigen und daher vorrangigen Menschenrechten widersprechen, die teilweise sogar im Grundgesetz verankert sind, welches eigentlich selber nicht zur Diskussion stehen sollte, wenn es ausgereift wäre.

Dass dies dennoch immer wieder mehrheitlich geändert werden konnte, wird am deutlichsten bei der Wiederbewaffnung Deutschlands, bzw seiner Regierung, durch die Bundeswehr und bei der Durchsetzung ihrer Beteiligung am Kosovo-Konflikt sichtbar, obwohl genau das in der Verfassung nach 1945 nach dem Willen der Alliierten eigentlich für immer ausgeschlossen werden sollte.

Hier führt ein Zuviel an Liberalität angesichts eines zweifelhaften Kriegseinsatzes für Friedenszwecke das ganze System ad absurdum, womit die zuständigen Gesetzgeber ihre Vertrauenswürdigkeit genau so einbüßen, wie wenn sie ganz offen ihren Bestrebungen nachgingen, das Gesetz für extremistische (diktatorische) Zwecke umzustrukturieren.

Daher MUSS man diese Machenschaften – ganz gleich, von wem sie auch immer betrieben werden – im Interesse des Allgemeinwohls auf den Tisch bringen, und Falschbehauptungen sachlich widerlegen, anstatt sie zu ignorieren (duldend hinzunehmen) oder die Verkünder einfach totzuschreien, bzw sogar totzuschlagen, womit man an dem Missstand selber nicht das Geringste ändert, weil immer wieder neue nachwachsen.

Nur dadurch, dass jeder einzelnen Bürger die Möglichkeit des vernünftigen Abwägens bekommt, wird vermieden, dass er blindgläubig den Blendern und heilsversprechenden, selbsternannten teuflischen Gottessöhnen dieser Welt seine Stimme schenkt, denn die haben – wie die Geschichte deutlich zeigt – nur ihr eigenes Wohl durch die Inanspruchnahme eines selbstbestimmten Rechtes auf grenzenlose Freiheit zu Lasten der Allgemeinheit im Auge, und niemals das ihres Nächsten.

Um sich hier im Rahmen der eigenen Weiterbildung durch ein vielfältiges Informationsangebot möglichst umfangreich aufklären zu lassen, dazu dienen auch öffentliche Diskussionsforen, die von der Pluraliät der zur Diskussion gestellten Meinungen leben und nicht von parteipolitischer Indoktrinierung mit Androhung von Hexenverbrennung für den Fall, dass der kritische Ketzer nicht widerruft, um zu verhindern, dass dabei scheinheilige Kühe geschlachtet und überhöhte Selbstbilder von größenwahnsinnigen Vereins- oder Sektengründern beschädigt werden, die keine Götter neben sich dulden

Zur Entstehung der klassischen Form der Demokratie in Griechenland sei auf folgenden Vortrag hingewiesen:
https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/22978

Und zu den unterschiedlichen Formen der Demokratie kann man sich hier informieren:
http://www.politischebildung.com/pdfs/28_demomod.pdf

Mein dritter link weist auf eine Darstellung des "Verhältnisses zwischen autoritätsbezogener Organisations-Hierarchie und Herrschaft durch Unterdrückung" in der internationalen "politischen Theorie" hin, welche meines Erachtens auch auf die asymmetrische Partnerschaft zwischen Regierenden und Regierten innerhalb eines Staates anwendbar ist.
https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/23821

Da es beim Thema dieses threads jedoch nicht primär um die Vorzüge und Nachteile von Staatsformen geht, weise ich nochmals auf die ursprüngliche Frage hin, wieviel Freiheit zur Selbstbestimmung - unabhängig vom Diktat Mächtigerer - man als Recht, was jedem Menschen unentgeltlich zusteht, mindestens und wieviel maximal gelten lassen sollte, ohne damit Diejenigen zu diskriminieren, die durch eigene Verdienste redlich erworbene Vorrechte genießen, derer Andere, die sie nicht darum verdient gemacht haben, auch nicht würdig sind?
Nach biblischer Vorgabe galt bis vor kurzem die Majestätsbeleidigung und die Gotteslästerung (Blasphemie) als Straftaten, wobei im Zeitalter der demokratisierten Politik in einer Republik (durch Beseitigung der Monarchie) und der Säkularisierung (durch Entmachtung der Kirchenführer als Gesetzgeber von Gottes Gnaden) die entsprechenden, teilweise immer noch existierenden Paragrafen obsolet geworden sind, weil sie international gültigen und daher vorrangigen Menschenrechten widersprechen, die teilweise sogar im Grundgesetz verankert sind, welches eigentlich selber nicht zur Diskussion stehen sollte, wenn es ausgereift wäre.

Kann man über Jemanden den man nicht sieht, mit dem man weder korrespondieren noch von Angesicht zu Angesicht kommunizieren kann, lästern, ihn beleidigen, seinen Ruf schädigen?
Wenn der angeblich Existierende nicht bereit ist sich und seine Sache zu verteidigen, sieht es nach himmelschreiendem Betrug aus.
Da kommt es nicht mehr darauf an welchem Weltbild man zugetan, zuge höhrig ist.

https://www.dittmar-online.net/indoktri ... ml#Anfange

Im Link kann man unter Anderem Folgendes lesen:

Vier zusätzliche Methoden werden eingesetzt, um die Begründungen (des Glaubens) wahr erscheinen zu lassen:

    Indoktrination in früher Jugend, bevor sich kritisches Denken herausbilden kann.
    Ausnutzung des Autoritätseffektes durch Respektspersonen (Eltern, Pfarrer etc.)
    Permanente, hochritualisierte Wiederholung
    Druck und soziale Kontrolle durch Belohnung und Strafe.

Indoktrination in früher Kindheit ist wirkungsvoll, weil wir in der Jugend die Denkmuster lernen, die wir später benutzen. Das erklärt, warum Menschen mehrheitlich bei der Religion ihrer Jugend bleiben – Wechsel kommen selten vor und geschehen kaum spontan sondern brauchen eine lange Vorbereitung.
Religion wird meist von den Eltern »geerbt« im Sinne der Weitergabe von kulturellen Traditionen, nicht im genetischen Sinne.

Zum Autoritätseffekt muss man nichts sagen. Wir akzeptieren eher Be-hauptungen von Personen, die uns etwas bedeuten. Autoritäten geben uns Sicherheit und Geborgenheit und in den ersten Lebensjahren sind wir auf die Existenz von Respektspersonen angewiesen, um überleben zu können. Den Respekt vor Autoritäten verlieren Erwachsene selten.

Lernen geschieht fast ausschließlich durch die Wiederholung von Assoziationen. Jeder Mensch hat die Erfahrung machen müssen.
Nur durch ständiges Repetieren sitzt das Wissen des Prüflings. Wenn das Lernen in der Gruppe stattfindet und ritualisiert wird, schleifen sich die notwendigen Denkstrukturen leicht ein. Wer eine Messe in der Kirche mitgemacht hat, der erfährt folgendes:
Durch das Singen steigt (bei ungeübten Sängern) der Kohlendioxidgehalt des Blutes an, die kritische Denkfähigkeit lässt nach, und die Rituale üben eine hypnotische Wirkung aus.
Zusätzlich wirkt der Gruppeneffekt: Je mehr Menschen eine Überzeugung haben, um so eher nehmen wir an, dass das Gesagte wahr ist. Es spielt nicht die absolute Zahl die Hauptrolle, sondern die relative Nähe der beteiligten Gruppenmitglieder untereinander.

https://www.cicero.de/innenpolitik/bund ... echt/58808

Und wer trägt dem Empfindenden, eines von dieser Indoktrination freien und mühsam befreiten Menschen Rechnung?
Wer befreit Jene vom aufdringlichen Glockengebimmel und sonstigen Störquellen die von den Vereinen in einer penetranten Art und Weise ungefragt über Alle ausgeschrien, eingehämmert und ausgebimmelt werden?
Was für ein Grössenwahn aber auch!
…....Kann man über Jemanden den man nicht sieht, mit dem man weder korrespondieren noch von Angesicht zu Angesicht kommunizieren kann, lästern, ihn beleidigen, seinen Ruf schädigen?
Wenn der angeblich Existierende nicht bereit ist sich und seine Sache zu verteidigen, sieht es nach himmelschreiendem Betrug aus.
Da kommt es nicht mehr darauf an welchem Weltbild man zugetan, zuge höhrig ist. …..

https://www.dittmar-online.net/indoktri ... ml#Anfange …...


Die Herrscher dieser Welt haben sich schon immer für das Volk unerreichbar gemacht, um es darüber hinwegzutäuschen, wie groß ihre Macht tatsächlich ist. Das beginnt mit den zur Schau getragenen Insignien ihrer Macht, wie der Krone, mit der sie optisch größer wirken, mit dem Thron, auf dem sie so hoch sitzen, dass alle Anderen zu ihnen hinaufschauen müssen, ihrer prächtigen Kleidung, die Reichtum symbolisiert und einer mit Waffen klirrenden Garde, mit der sie ihre militärische Macht zur Schau stellen, die sie zum Einen vor Angriffen aus dem Volke bzw. vor Konkurrenten im Kampf um die Vormacht schützen, aber ihnen auch selber den Angriff ermöglichen, um Andere zu unterwerfen.

Zur passivischen Verteidigung dient die Maskierung oder Verhüllung durch einen undurchsichtigen Schleier mit Schlitzen, wodurch sie sehen, aber nicht dabei beobachtet werden können, wie sie zB mimisch auf Angriffe reagieren. Das geht hin bis zur Delegation eines Doubles, welches als Stellvertreter fungiert, um etwa Bittsteller oder Beschwerdenführer abzuwimmeln, oder um sich anstatt ihres Chefs von unzufriedenen Kunden beschimpfen, bzw, sich als Mundschenk und Vorkoster an seiner Stelle vergiften zu lassen. Ebenso dient das Fußvolk im Krieg als Bauernopfer, damit der Heerführer aus dem sicheren Hintergrund heraus die Fäden ziehen, bzw die Befehle erteilen kann, um die Schlachtordnung aufrecht zu erhalten.

Die Erfindung eines „Herrn im Himmel“ im Sinne eines „big brother, who is watching you“ in Friedenszeiten, wurde schon immer durch tatsächlich existierende Nachrichtensysteme unterstützt, sodass sich der Herr aus Fleisch und Blut selber gar nicht mehr in die Lüfte begeben musste, sondern lediglich seine Späher auszusenden brauchte, die dann für ihn sahen und hörten, und ihm berichteten, was im Lande vor sich ging – heute auch noch mit der Unterstützung von ferngesteuerten Drohnen, die Alles filmen, was in den Schlafzimmern der Menschen vor sich geht, um es - im Zweifelsfalle gesetzlich von höchster Stelle aus legitimiert - gegen sie verwenden zu können.

Des Weiteren braucht der Herrschende die Demagogen, die den potenziellen Gegner gezielt über die tatsächlichen Machtverhältnisse mit Lügengeschichten hinwegtäuschen, was mit zur Tarnung seiner tatsächlichen Absichten dazugehört, und die gleichzeitig seine Gesetze verkünden. Hierbei ist es nicht nötig, dass man als Untertan erst Irgendjemandem glauben muss aufgrund der Meinung, dass der Verkünder (Propheten) glaubwürdig und damit auch tatsächlich selber der Meinung sei, die er verkündet, oder dass man sich erst selber vergewissern muss, ob es auch der Realität entspricht, was er im Namen seines Herrn behauptet, sondern lediglich, dass man ihm aufs Wort gehorcht, indem man seine Gesetze widerspruchslos befolgt – egal, ob man ihren Sinn begreift, oder ob man sie nur aus Angst vor Strafen befolgt.

Diese verordnete, hierarchische Ordnung stellt ein Herrschaftssystem dar, in dem Jeder, der etwas mehr Machtbefugnisse als ein Anderer zugebilligt bekommt, selber daran partizipieren kann, wodurch der Gesetzgeber seinerseits von der Dankbarkeit der ungerechterweise Bevorzugten profitiert, wie es – wie immer etwas unscharf formuliert – in dem machiavellischen Satz „Teile (zu) und herrsche!“ heißt.

Dabei geht es nicht darum, sich im sozialen Sinne den Kuchen mit seinem Partner in zwei gleiche Stücke zu teilen, und schon gar nicht, um der gemeinsamen Sache Willen, eine Teilung, die vom Anderen vorgenommen wurde, widerspruchslos hinzunehmen, wie es Denen als besonders verdienstvoll gepredigt wird, die zwar stark genug wären, ihren Anteil einzufordern, aber großherzig drauf verzichten, weil sie sich davon eine Belohnung in einem fiktiven Leben nach dem Tode erhoffen, anstatt sich einfach zu nehmen, was sie sich nehmen könnten, auch ohne extra um Erlaubnis dafür bitten, oder sogar eine faire Gegenleistung dafür anbieten zu müssen.

Dass es ein Gebot der Vernunft sei, um des lieben Friedens Willen auf Krieg zu verzichten, erweist sich schon da als falsch, wo der Sieger nach einem Krieg sowieso wieder Frieden schafft – und das zu seinem eigenen Vorteil, ohne dabei als Verlierer die Konditionen des Siegers akzeptieren zu müssen. Der Verlierer hingegen schwört dabei nicht etwa freiwillig seinen Göttern (personifizierten Tugenden oder Werten) ab, sondern bekennt sich zähneknirschend gezwungenermaßen zu den Gesetzen des Siegreichen, die von nun an auch für den Verlierer gelten, wenn ihm sein Leben lieb ist.

Wenn der Wolf im Schafspelz daherkommt, indem er allgemein gültige Wertvorstellungen als ausschließlich auf eigenem Mist gewachsen darstellt, während er selber Wein säuft, und Anderen Wasser predigt, verliert er natürlich sofort die Vertrauenswürdigkeit eines göttlichen Landesvaters, dem man gerne sein Wohl und Weh anvertraut in der Gewissheit, dass er die damit verbundene Macht nicht zum Schaden der Vertrauensseligen missbraucht.

Da aber ein Machthaber, der sich auch gegen den Willen derer, die seiner Willkür ausgeliefert sind, nehmen kann, was er haben will, auf deren Vertrauen gar nicht angewiesen ist, geht es bei der Herrschaft weder um Vertrauen, noch um Glauben, sondern nur ums Befehlen und Gehorchen.

So hat nicht die Tatsache, dass die Väter des sogenannten Sozialismus oder Kommunismus reiche Kapitalisten waren, die nie Sklavenarbeit leisten mussten, die Mühe der Inkaufnahme von Widrigkeiten beim Streiken als Druckmittel gegen unnachgiebige Kapitalisten unattraktiv für die Arbeiter gemacht, sondern die Unausgegorenheit der Ideologie, die damit zur Utopie wurde, dass sie so nicht in die Praxis umsetzbar war.

Wo Marx etwa von einer scheinbaren Entfremdung der Arbeiter vom sinnstiftenden Ergebnis ihrer erfolgreichen und damit wertvollen Arbeitsleistung spricht, die sie nicht genießen können, um trotz schlechter Bezahlung gerne weiter zu arbeiten, wenn sie das Ergebnis bei der Fließbandarbeit gar nicht mehr zu Gesicht bekommen, lenkt er damit bereits wirksam davon ab, was ihnen dabei tatsächlich vorenthalten wird – nämlich der angemessene Lohn als Würdigung ihrer Verdienste, und das Wissen um den tatsächlichen Nutznießer ihrer Arbeitsleistung, der sich zu ihrem Nachteil hemmungslos und ungestört daran bereichert.

Hier wird also nicht die Würde des Arbeiters angetastet oder beschädigt, sondern der Arbeiter selber um seinen redlich verdienten Lohn für seine Arbeit betrogen, denn von der Würde allein kann sich noch Niemand Etwas kaufen.

…. https://www.cicero.de/innenpolitik/bund ... echt/58808

Und wer trägt dem Empfindenden, eines von dieser Indoktrination freien und mühsam befreiten Menschen Rechnung?
Wer befreit Jene vom aufdringlichen Glockengebimmel und sonstigen Störquellen die von den Vereinen in einer penetranten Art und Weise ungefragt über Alle ausgeschrien, eingehämmert und ausgebimmelt werden?
Was für ein Grössenwahn aber auch! …..


Genau so wie mit der nicht vollzogenen Gleichberechtigung zwischen ungleichstarkem Unternehmer und Arbeiter, ist es ja auch mit der halbherzigen Gleichberechtigung der Frau am Arbeitsplatz, die vor Allem eine Gleichverpflichtung bei ungleichem Lohn für die selbe Arbeit darstellt, was von den Nutznießern dieser Regelung auch noch selber vorgeschlagen wurde und mit mehrheitlicher Unterstützung konservativer Politiker bis heute gesetzlich gebilligt wird.

Tatsächlich zählt dort immer noch die patriarchialische Bewertung der Frau als Untertan des bevorrechtigten Mannes zur Zeit von Moses, als es noch gar keine Christen gab, die barmherzige Rücksichtnahme auch auf Unwürdige forderten, damit im Zweifelsfall weiterhin klar ist, wer das Sagen hat und wer nicht.

Der Gipfel der Volksverdummung zum Zwecke der klerikalen Fremdbestimmung ist die Entfremdung hinsichtlich des eigenen Denkenvermögens, welches zur Welterkenntnis führt, indem es als Gesetzesbruch bewertet wird, sondern auch hinsichtlich jeglichen eigenen Empfindens von Lust bei der Befriedigung körperlicher Bedürfnisse überhaupt.

Einzige Ausnahme ist der Konsum von kirchlich abgesegneten Rauschmitteln, wie dem Götzenwahn, wobei die frömmelnde Unterwürfigkeit nicht nur unter ein personifiziertes Hirngespenst im Himel als eine Tugend gepriesen wird, sondern auch unter dessen Erfinder aus Fleisch und Blut auf Erden. Für jedes andere Vergnügen gilt das Motto: „Alles, was Spaß macht, ist dem Herrn ein Gräuel und somit verboten!“

Abgesehen davon, dass damit unvernünftigen Exzessen geradezu Vorschub geleistet wird, betrifft dies das auch im Besonderen jeden Machtmissbrauch von Männern gegenüber Frauen – egal, ob in der Öffentlichkeit, oder im häuslichen Bereich. Dass das vor Allem von sogannten Psychologen als ein Problem in Bezug auf subjektiv gefühlte, körperliche Gewalt beschrieben wird, die ja mittlerweile generell als verboten gilt, lenkt wirkungsvoll von der ganzen Tragweite sozialer Unterdrückung ab, die nicht nur mit einer Frauenquotenregelung am Arbeitsplatz zu beseitigen ist.

Was die Freiheitsrechte des Indoktrinierten in Form eines Schutzes vor Indoktrination betrifft, so kann er sie als Kind weder einklagen, noch sich der Indoktrination selber entziehen, und hat auch als Erwachsener nur die Freiheit, sich dafür oder dagegen zu entscheiden - ohne die Möglichkeit, eine Alternative wählen zu können, die seinen eigenen Zwecken dienlich ist, sofern er nicht zu Denen gehört, die so einflussreich sind, sich nötigenfalls auch gegen den Willen Schwächerer eigenmächtig ein echtes Mitspracherecht oder sogar ein Vorrecht zur Alleinbestimmung herausnehmen zu können.
filofaxi hat geschrieben: ... » 04.02.2019, 10:09

Da es beim Thema dieses threads jedoch nicht primär um die Vorzüge und Nachteile von Staatsformen geht, weise ich nochmals auf die ursprüngliche Frage hin, wieviel Freiheit zur Selbstbestimmung - unabhängig vom Diktat Mächtigerer - man als Recht, was jedem Menschen unentgeltlich zusteht, mindestens und wieviel maximal gelten lassen sollte, ohne damit Diejenigen zu diskriminieren, die durch eigene Verdienste redlich erworbene Vorrechte genießen, derer Andere, die sie nicht darum verdient gemacht haben, auch nicht würdig sind?

Ich denke, das o.a. ist ein zentrales und noch immer nicht befriedigtes Anliegen des TE mit und in diesem Thread.
Denn zur eigentlichen Frage des Titels >>Menschenwürde und Menschenrechte – Was ist der Mensch wert?<< hatte es bereits gleich zu Anfang auf Seite 1 eine überaus passende Antwort gegeben:


dreigroschenoper hat geschrieben:

Das ist reine zynische Versicherungsmathematik und hat mit Menschenwürde und Menschenrecht aber nicht das Geringste zu tun.

Meine Meinung, ich wiederhole, Würde und Recht stehen einem Menschen zu, WEIL ER IST und da jedem in gleichem Masse.

Dass es in der Realität nicht umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt.

Ich halte diesen Thread ebenfalls für zynisch, weil er versucht – aus welchen (persönlichen?) Motiven auch immer – die Grundrechte und die Würde eines Menschen von seinen „Verdiensten“ abhängig zu machen.

Allen Menschen, die nach Meinung des TE's nichts besonderes geleistet haben, sollte also nicht das gleiche Menschenrecht und die gleiche Menschenwürde zuerkannt werden, wie denen, die sich diese durch ihre Leistungen verdient haben (so wie er?)? Letztere würden sonst diskriminiert werden (so wie er?)?

... Geht's noch? Was für eine furchtbare Einstellung!!! Es wird zwar immer noch scheinbar „gefragt“ anstatt endlich mal selbst geantwortet und Stellung bezogen. Aber allein die Tatsache, dass diese „Frage“ des TE bereits seit dem 21.08.2013 bis heute von ihm aufrecht erhalten wird, lässt vermuten, dass es sich hier um eine für ihn äußerst wichtige Sache handelt, die aber von niemanden sonst offenbar wirklich nachvollzogen werden kann – sonst hätte man sich doch schon vor über 5 Jahren mit ihm irgendwie einigen können – oder?
– Das ist mir durch die o.a. Erinnerung des TE halt wieder einmal aufgefallen.

„Butter bei die Fische“ zu tun wäre jetzt eigentlich mal angebracht seitens des TE. Oder sollen wir weitere 5 Jahre an dieser subkutanen Traumatik herumrätseln? :?




Meine zur Verfügung stehende Zeit ist etwas knapp,
deshalb wiederum "bloss" ein philosophisches Gespräch mit
Édouard Louis: Was ist Gewalt?

https://tp.srgssr.ch/p/portal?urn=urn:s ... layerType=
Ich denke, zunächst muss der Begriff der „Gewalt“ von dem der „Macht“, sowie dem der „Herrschaft“ unterschieden werden, und seine ursprüngliche Definition von dem, was er heute bedeutet.

„Gewalt“ kommt von „(Schalten und) Walten“ oder auch „Ver-walten“ im Sinne von „Organisieren“. Ähnlich kommt das Wort „Macht“ von „Machen“ im Sinne von „Handeln“ und stellt ein Potenzial dar, welches benötigt wird, um Etwas machbar zu machen, was man sich vorgenommen bzw. vorgestellt hat.

Dass die Angelegenheiten aller Menschen innerhalb eines Staatengebildes, was man auch „das Volk“ nennt, möglichst effizient verwaltet werden können, setzt voraus, dass es aus organisatorischen Gründen eine Verwaltungshierarchie gibt – was übrigens für jede Staatsform gilt, wie man auch im alten China mit ihren Kaisern und deren Beamtenapparat sehen kann - , damit nicht bei jeder Entscheidung extra Hinz und Kunz auf der Straße nach ihrer unmaßgeblichen, persönlichen und für das Allgemeinwohl unter Umständen völlig irrelevanten Meinung befragt werden müssen.

Daher hatte man sich in Griechenland für eine Verwaltung durch die „demos“ (δεμο = Würde), dh Würdigen oder Verdienstvollen, entschieden, was auch „die Fähigen“ (Berufspolitiker) bedeutet, und nicht für die hochwohlgeborenen „Mitglieder einer selbstsüchtigen Kaste der Einfluss-Reichen“, aus denen der Aereopag dann später tatsächlich bestand.

Hier den Begriff „Demokratie“ nicht nur mit „Verwaltung“ im Sinne eine „Organisationsform“ (-kratie), sondern sogar mit der „Herrschaft Aller“ zu bezeichnen, obwohl es ohne Dienerschaft gar keine Herrschaft geben kann, und heute gar zu behaupten, dass dabei „alle Gewalt vom Volke“ ausginge, - wobei durch die Gleichsetzung von „Gewalt“ mit „Macht“ die Illusion erzeugt wird, dass jeder Einzelne im Volke die Macht habe, maßgeblich an allen Entscheidungen einer mehrheitlich gewählten Regierung mitwirken zu können, ist natürlich - was die tatsächlichen Machtverhältnisse im Staat betrifft - die Irreführung der immer noch gewaltsam gegen ihren Willen von mächtigeren Politikern Beherrschten schlechthin.

Des Weiteren gibt es bei der Definition von Gewalt auch keinen wesensmäßigen Unterschied zwischen rechter oder linker Gewalt, sondern nur zwischen Gewalttätern unterschiedlicher politischer Gesinnung und Zielsetzung, welche ihre Macht dazu missbrauchen, ihre Ziele notfalls auch gewaltsam durchzusetzen, anstatt sich mit Anderen auf eine gemeinsame, soziale (partnerschaftliche) Vorgehensweise zu einigen, die eine gleichmäßige Teilung der Macht bedeutet, und damit eine freiwillige Entmachtung der Mächtigeren.

Die Gleichsetzung der Bezeichnung „links“ für Diejenigen, die im Parlament vom Redner aus gesehen links sitzen, und für progressive, mehr sozialen Ausgleich fordernde Politik stehen, mit dem Begriff „link“ im Sinne von hinterhältig und unredlich, wirkt dabei schon per se diskriminierend, während durch den Begriff “rechts“ für konservative, allen sozialen Ausgleichsbestrebungen entgegen wirkende bürgerliche Parteien, welche – historisch gesehen - den Geldadel repräsentieren, und im Parlament rechts vom Redner sitzen, der falsche Eindruck des gesetzlich Rechtmäßigen und damit auch sozial „Richtigen, weil Angemessenen und damit auch Gerechten“ erzeugt wird.

Ähnlich ist es auch mit der Bezeichnung „Arbeitgeber“, für Diejenigen, die lediglich die Arbeit der Arbeiter für eigene Zwecke „in Anspruch nehmen“, anstatt – wie sie gerne scheinheilig behaupten - Arbeitsplätze zu schaffen, um ein soziales Werk damit zu tun, damit der Arbeiter ein scheinbares „Recht auch auf schlecht bezahlte Arbeit“ in Anspruch nehmen kann, anstatt ihrer Pflicht zu genügen, dessen „Recht auf angemessene Bezahlung ihrer Arbeit“ zu achten.

Umgekehrt sind es die „Arbeitnehmer“, die ihre Arbeitskraft „hingeben“, um von dem Entgelt dafür leben zu können. Also müsste es eigentlich anders herum heißen, damit "Arbeitgabe und -inanspruchnahme“ von „Entgeltabgabe und -entgegennahme“ richtig unterschieden wird, um der babylonischen Sprachverwirrung effektiv entgegenzuwirken, damit nicht am Ende Schein mit Sein vertauscht und die echten Teufel fälschlicherweise noch als Götter verherrlicht und die echten Götter als Teufel verteufelt werden.

In diesem teilweise ganz bewusst und vorsätzlich erzeugten Begriffs-Chaos lässt es sich wunderbar manipulieren, sodass Alle meinen, dass es da, wo „Sozial“ oder „Christlich“ drauf steht, auch tatsächlich so zugeht, und dann – wenn ihre falschen Heilserwartungen enttäuscht wurden, weil sie lieber einer Personenwahl, die auf blindem Vertrauen beruht, den Vorzug gegeben haben, anstatt einer Parteienwahl, deren Programm zumindest die ungefähren Ziele der jeweiligen Interessengruppen beschreibt, die sie angeblich vertreten – die Ziele oder Ideale selber in Bausch und Bogen verteufeln und verwerfen, und damit den Populisten in die Arme laufen, die am cleversten vortäuschen können, was gar nicht der Fall ist.

Hier als schwächerer Diener von den stärkeren Herren ein Recht auf rückhaltlose Aufklärung zu verlangen, ist noch naiver, als selber nach der Vorherrschaft zu streben, die Einem die legale Freiheit ermöglicht, es Denen gleichzutun, die man als Schwächerer vorher verteufelt hat.

Dass Derjenige, der sich vorher mit einer von Oben verordneten Gleichberechtigung zufrieden gegeben hätte, das nicht mehr tut, nachdem er es selber verordnen kann, ist zwar ein ganz natürlicher, und von Sozialdarwinisten auch moralisch gebilligter Prozess, darf deshalb allerdings keinesfalls als alleiniges Freiheitsrecht der Starken grundgesetzlich geduldet werden, um Tyrannei und Gewaltherrschaft bereits im Ansatz zu verhindern.

Der „gewalttätige Kampf gegen Gewalt“ wird jedoch schon allein begrifflich zum Widerspruch in sich – ebenso, wie der „Kampf für den Frieden“, der niemals durch Gewalt gegen den Willen des momentan Schwächeren dauerhaft erzwungen werden kann, welcher seinerseits nur an Rache denkt und sie auch ausübt, sobald sich eine Gelegenheit dazu findet, sondern immer nur durch friedliche Verhandlung im gemeinsamen Einverständnis und in der pflichtbewussten Einhaltung der ausgehandelten Verträge auf beiden Seiten.

Darin liegt das einzig notwendige, und grundgesetzlich zu verankernde Gebot des vernünftigen Verzichts auf Vormacht, um zu verhindern, dass dumme, gierige und paranoide, nach Allmacht strebende Soziopathen die ganze Menschheit an den Rand des Abgrundes bringen, nur um sich die totale Freiheit und Sicherheit auf Kosten aller Anderen selber zu verschaffen.

Weiter zum Inhalt des Videos, wo es auch um die Frage nach der moralischen Legitimation von Gewalt zum Zwecke der Befreiung aus der Gewalt Anderer geht

Sinngemäß werden u.A. Folgende Thesen aufgestellt:

- Materielle Gewalt auf Demonstrationen sind gewalttätige Reaktionen auf gewalttätige Aktionen und ist gerechtfertigt, aber illegal.

- Demonstration prangert an, was auch Gewalt bedeutet

- Gewalt beginnt bei der Unterdrückung Anderer durch erzwungene Einschränkung

- Kampf um Gleichstellung von Reformern und Konservativen geht nur mit Gewalt von links als Reaktion auf Gewalt von rechts, was umgekehrt auch reaktionär genannt wird, weil es als Gegengewalt zu einem vorhergehenden Gewaltakt gerechtfertigt wird.

- Kampf gegen die Ungleichheit ist kein ideologischer, sondern richtet sich gegen unerträgliche Missstände, dh. Zustände, und ist demnach unpersönlicher Natur (soziale Naturgewalt)

- Gewaltsamer Widerstand beginnt bei der Befreiung vom Zwang durch Widerstand und nicht nur durch Flucht, wenn Anpassung nicht mehr möglich ist.

- Das System der Unterdrückung macht Befreiung nötig, wenn Anpassung nicht mehr möglich ist, sodass man sich befreien muss, egal, ob man es so will oder nicht

Eigene Überlegungen dazu:

Es stellt sich die Frage: muss man dann nicht nur sich selber, sondern auch andere Notleidende im Sinne der Pflicht zur Nächstenfürsorge von der Tyrannei ihrer Unterdrücker befreien, sodass der Zwang zur Solidarität ebenfalls gegeben ist, wenn man sich nicht der Duldung von Gewalt an Andern schuldig machen will, indem man sich nur selbst befreit?

Oder auch: Wie ist es mit der subjektiven Leidensfähigkeit bestellt? Ab wann ist es für wen möglich, sich zu wehren und ab wann ist es nötig? Und bis wann reicht die psychologische Relativierung des Leidens durch Vergleich mit Anderen, die noch mehr leiden, sodass das persönliche Leiden vergleichsweise geringer erscheint?

Die 4 Arten von Kapital, von denen im Video geredet wird, sind eigentlich 4 Arten, Macht auszuüben, um Andere gewaltsam zu unterdrücken, wie es unter den 4 gesellschaftlichen Ständen praktiziert wird.

Die französischen Gelbwesten sprechen von der sozialen Wirklichkeit, die von Menschen bewirkt worden ist, und nicht von der stofflichen Realität und schon gar nicht von Wahrheit, denn es geht nicht darum, ob Jemand lügt, sondern um die relativ erbärmliche Wirklichkeit. Hier ist gesetzlich garantierter Schutz vor Unterdrückung durch Barmherzigkeit erforderlich - auch gegenüber den Würdelosen.

Ein „würdiges Leben“ kann nur heißen: „für würdige Menschen!“, denn das Leben selber ist ja keine Person, die sich würdig erweisen kann. Damit gemeint ist jedoch eher, dass die „Anpassung an die gesellschaftlichen Lebensbedingungen durch Arbeit“ sich lohnen muss, damit man davon so leben kann, dass das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag angemessen ist, und damit gerecht.

Dieses als gerecht (für Alle angemessen und damit richtig) oder ungerecht (und damit als falsch) bezeichnen zu können, bedeutet die Notwendigkeit von allgemein gültigen Bewertungsstandards, mit denen man Beides messen und vergleichen kann, wie zB eine Mindestwochenarbeitszeit mit daraus folgendem Mindestwochenlohn, und einem Höchstlohn für die gleiche Arbeitszeit, damit Aufwand und Ertrag in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen,

Nur so lässt sich verhindern, dass der erhöhte Mehrwert durch die Arbeit Anderer oder Spekulationsgewinne auf der Basis der Ausnützung unterschiedlicher Bewertungsgrundlagen als eigener, stundenlohnunabhängiger Verdienst heimlich mit angerechnet und entlohnt wird, womit die Geistesarbeit zB gegenüber der körperlichen mit einem unterschiedlichen Stundenlohn bewertet und der körperlich Arbeitende damit gegenüber dem Geistesarbeiter diskriminiert wird.

Die dem Wesen der jeweiligen Menschen entfremdete - weil nicht optimal entsprechende - Arbeit wäre nach dieser Definition zB eine Arbeit, die Geistesarbeiter verrichten müssen, welche man - um sich vor ihnen politisch zu schützen - aufs Feld oder zum Militär schickt, oder mit der man den Soldat zwangsweise zum Landwirt, bzw. den Landwirt zum Politiker macht, und nicht – wie Karl Marx es definiert – die sinnlose Arbeit des Fließbandarbeiters, der nur Stuhlbeine herstellt, womit er dem fertigen Stuhl als Endprodukt und sinnstiftenden Ziel seiner Arbeit entfremdet wird, sodass er seine Motivivation verliert, dafür nötigenfalls auch mal ein paar Überstunden gratis zu leisten.

In Anlehnung an die Forderung der legitimen Durchsetzung eines Machtanspruchs auf Mitbestimmung durch eine Macht-Demonstration noch ein paar weiter ausführende Gedanken:

Das Ziel einer Demonstration (lat. demonstrare = aufzeigen, hinweisen) ist nicht nur - wie beim mehrheitlichen Abstimmungsverfahren in einer Demokratie unter Würdigen, dh geeigneten Berufspolitikern, üblich – , zu zeigen, dass man in der Mehrheit ist, und daher ein Vorrecht zum „eigenmächtigen Selbst-Bestimmen über die Köpfe von dabei diskriminierten Minderheiten hinweg“ hat, sondern auch die Macht, den Gegner damit drohen zu können, dieses Recht des Stärkeren notfalls auch mit physischer Gewalt zu erzwingen.

Nach geltendem Gesetz des Stärkeren ist dies nur den legitimerweise Ausübenden von Staatsgewalt erlaubt, und nicht einer Jene kontrollierenden Opposition, deren Mitglieder ebenfalls aus den Kreisen der regierungsbefähigten Politiker stammen, wenn es gilt, den Regierenden Angst einzujagen, um sie damit zu zwingen, sozial gerecht, und damit „angemessen an der Bedürftigkeit Aller“ zu entscheiden und nicht nur so, wie es die Wähler ihrer Partei oder andere Lobbyisten es von ihnen für ein entsprechendes Entgelt verlangen, sodass sie gar keine andere Alternative haben, wenn sie wiedergewählt werden wollen.

Die Rechtfertigung der Anwendung von Gewalt etwa durch Verweigerung der Lohnzahlungspflicht, um Jemanden zu zwingen, seine vertraglich vereinbarte Pflicht zu tun, oder abzutreten, um einem Würdigeren sein Amt zur Verfügung zu stellen, welche nur einem regierenden Firmenchef zusteht, der jederzeit - ohne einen eigenen Schaden - ersatzweise einen anderen Arbeiter einstellen kann, steht dem Arbeiter nicht zur Verfügung, weil es sich hierbei nicht nur um Partner handelt, die ungleich stark sind, sondern auch nicht gleich berechtigt.

Auf das Verhältnis zwischen Politikern angewendet, die berechtigt sind, Staatsgewalt auszuüben, um den schwächeren Partner, wie das sich zwar zahlenmäßig in der Mehrheit befindliche, aber militärisch unterlegene Volk, unter Androhung von Strafe zur Anpassung durch Gehorsam zu zwingen, und ebendiesem Volke, bedeutet die friedliche Massendemostation mit Androhung von physischer Gewalt einen illegalen Akt der eigenmächtigen Emanzipation, um sich von diesem einseitigen Diktat zu befreien.

Dies würde nach den Ausführungen von Eduard Louis bedeuten, dass durch Politiker ausgeübter „Staatsterror“ zur Wahrung ihrer Vormacht, um die bestehenden Ordnung (Machtverhältnisse) aufrechterhalten zu können, den durch das Volk ausgeübten Volksterror zum Zwecke des Errichtens einer anderen Ordnung mit ausgewogenen Machtverhältnissen nicht nur in dem Moment der Unerträglichkeitssituation notwendig macht, sondern nach dem Gleichheitsgrundsatz sogar als einziges Mittel zur Emanzipation moralisch (göttlich?) legitimiert, wenn diese dem Volke nicht freiwillig zugestanden wird.

Die subjektive Begründung der „Notwendigkeit von Emanzipation bei geringer Frustrationstoleranz der Rücksichtslosen“ ist jedoch keine Lüge, wie er sagt (was eigentlich „falsch“ bedeuten soll), sondern immer nur die einseitige, an subjektives Empfinden gebundene Bevorzugung eines eigenen Bewertungsmaßstabes, mit dem man selber bestimmt, wie viel Toleranz man von Anderen verlangen, und wie viel Freiheit man sich selber herausnehmen darf – notfalls oder sogar im Regelfall auch zu deren Nachteil.

Das ist dann kein Akt der Wahrhaftigkeit, mit der man einfach zugeben könnte, dass seine asoziale Tat für Alle notwendig war, um sie damit auch als richtig für Alle zu legitimieren und auf diese Weise schuldlos dazustehen, sondern ausschließlich als richtig für sich selber!

Die Folgerung, dass - wenn das Leben Leiden bedeutet - jede Tat sowieso einen natürlichen Gewaltakt darstelle, sodass gewaltsame Unterdrückung Anderer als folgerichtige Reaktion darauf unvermeidbar sei, ist genau so zynisch, wie die Behauptung, dass jedes Opfer selber der Täter sei, den es dazu provoziert habe, ihm den Wunsch nach Selbstbestrafung zu erfüllen, und ihn - anstatt ihm dankbar deswegen zu sein - auch noch dafür bezahlen ließe.
"RUBIKON: Im Gespräch: „Krieg ist heilbar!“ (Daniele Ganser und Franz Ruppert)" auf YouTube
https://youtu.be/0L1YvxI6q2g